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PoTZ

Realist

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1

Samstag, 3. Januar 2009, 22:19

Bandmaschine einmessen

Hallo,

zum Thema gibt es sicher viele verschiedene Herangehensweisen. Ich gehe die Aufnahmeseite nach Abgleich des Wiedergabepegels mittels Referenzband beispielsweise eher herkömmlich mittels Sinusgenerator, Millivoltmeter usw. an, und so geht es ja auch. Aber eben mühsam.

Was mir als Perfektionist jedoch viel mehr Freude machen würde, wäre eine eher automatisierte Messmethode mittels amplitudenstabilem Wobbelgenerator und Frequenzgangschrieb, der meinetwegen auch nur in elektronischer Form vorzuliegen braucht, da ein XY-Schreiber o.ä. sicher den Rahmen sprengt.

Hat jemand hierzu eine brauchbare (sprich nicht zu teure) Empfehlung, zum Beispiel per Soundkarte und geeigneter Software? Wie "macht" Ihr es?
MfG,
Wolfgang

Ach ja, früher war sogar die Zukunft besser :D

ton-feile

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2

Sonntag, 4. Januar 2009, 11:45

Hallo Wolfgang,

Als Messsoftware würde ich Dir ARTA empfehlen.
Bei mir findet sie vor allem für akustische Messungen Verwendung, aber für elektrische ist sie ebenfalls geeignet.
Arta hat zwar keinen Wobbelgenerator, aber kann zB Sinus-Sweeps, Pink Noise, White Noise etc generieren und arbeitet mit allen gängigen Soundkarten zusammen. Außerdem ist auch ein RTA dabei.
Das sollte fürs Einmessen gut funktionieren. Es ist aber kein Korrelationsgradmesser dabei, der Kopftaumel ist also eher schlecht oder nur über einen Umweg damit einzustellen.
Die Demoversion hat schon volle Funktionalität, Du kannst aber keine Messungen abspeichern.

Gruß
Rainer
Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche
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3

Freitag, 9. Januar 2009, 20:48

hallo,

Ein Wobbelgenerator und ein Messchreiber wären natürlich

schon was Feines.

Aber eine mehrere tausend Euro teure Bandmaschine über PC

mit 20 Pfennig-Wandlern einzumessen - ich weiß nicht recht.

Und dann die Klirrfaktormessung - geht das denn überhaupt?

Grüsse

Klaus







wäre es

PoTZ

Realist

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4

Freitag, 9. Januar 2009, 20:58

Hallo,

nein, mit '20 Pfennig-Wandlern' (wo gibt's die noch ? ;( ) will ich dem Problem natürlich auch nicht zu Leibe rücken. Ist schon klar, da vorzugsweise etwas Vernünftiges zu nehmen.
Eine Klirrfaktormessbrücke hab ich ohnehin in meinem Messgerätepark und auch alles andere, was es zum manuellen Einmessen braucht. Und so würde ich die Sache sowieso Schritt für Schritt durchgehen. Das mit dem Aufnehmen des Frequenzgangs wäre dann eigentlich eher der krönende Abschluss der vorangegangenen Einstellung.
MfG,
Wolfgang

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MichaelB

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5

Freitag, 9. Januar 2009, 21:01

Hi,

ohne Bezugsband geht nix. Automatisierte Meßmethoden gabs mal als "Audio System One" und "Two". Preise jenseits der 100.000 DM damals. Und selbst dabei musstest du noch selbst an den Reglern drehen. Als dann Studer A827 kam, konnte man dann zusammen mit einem Audio System das ganze auch automatisch einstellen lassen. Angesichts 24 Kanälen mit Dolby schon eine spürbare Erleichterung. Und eine automatisierte Methode muß nicht unbedingt perfekt sein. Warum auch?

Gruß
Michael

PoTZ

Realist

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6

Freitag, 9. Januar 2009, 21:11

Hi Michael,

lange nichts gehört...

Natürlich ist das Bezugsband ohnehin das A und O als Wiedergabereferenz. Vergaß ich zu erwähnen :sorry: .

Apropos "Audio System One" und "Two": waren das nicht Geräte von NEUTRIK? Letztens wurde mir mal sowas angeboten. Ich fand es beeindruckend aber selbst gebraucht noch viel zu teuer für die paar Male, die ich meine 2 Maschinen einmesse.
MfG,
Wolfgang

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ton-feile

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7

Dienstag, 13. Januar 2009, 07:21

Morgen,

Wenn die Wiedergabeseite mittels Bezugsband (und Soundkarten gestützten Messsystem) abgeglichen ist, wüsste ich nicht, was beim Einmessen der Aufnahmeseite gegen die Verwendung eines vom PC generierten Messsignals sprechen sollte, das wiederum mit dem PC ausgewertet wird.
Ein "Audio Precision" Audio Analyzer ist letztendlich auch nichts anderes.

Die Gegenüberstellung der Preise von Bandmaschinen und Wandlern kann da wohl kaum als Gegenargument gelten.
Eine Studer A80 hat bei 39,1cm/sek zB einen Frequenzgang über Band von +/-2dB 30Hz bis 18kHz.
Schon eine sehr günstige USB Soundkarte im 50€ Preissegment übertrifft das und reicht deshalb meiner Meinung nach als Audio-Interface zum Einmessen völlig aus.

Gruß
Rainer
Edit: Rechtschreibung :rolleyes:
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8

Mittwoch, 14. Januar 2009, 16:12

Zitat

Apropos "Audio System One" und "Two": waren das nicht Geräte von NEUTRIK? Letztens wurde mir mal sowas angeboten. Ich fand es beeindruckend aber selbst gebraucht noch viel zu teuer für die paar Male, die ich meine 2 Maschinen einmesse.

Neutrik (NTI) hält übrigens ein paar sehr interessante Application Notes, unter anderem zum Bandmaschinenservice zum Download bereit. Anschauen lohnt.

http://www.nti-audio.com/Home/Products/A…82/Default.aspx

System one und System two wurden übrigens von "Audio Precision" hergestellt. Ein amerikanisches Unternehmen, dass ursprünglich von Mitarbeitern der Firma Tektronix gegründet wurde. Auf der US. Seite gibt es ebenfalls haufenweise Application notes, wobei man dort aber afair nichts mehrvon analogen Bandmaschinen oder Cassettendecks wissen möchte.

9

Mittwoch, 14. Januar 2009, 16:25

Zitat

Ein "Audio Precision" Audio Analyzer ist letztendlich auch nichts anderes.


Grundsätzlich stimmt das. Diese Messgeräte zeichnen sich aber u.A. durch hohen Bedienungskomfort, automatische Pegelanpassung, ausserordentliche Genauigkeit, hohe Bandbreite und Geschwindigkeit der Messaufgaben aus.

Wenn man also entweder ständig gewerblich messen "muss", oder Audiomesstechnik als Nebenhobby betreibt, wird man die Unterschiede schnell zu schätzen wissen. Aktuelle Systeme halte ich für den Hobbybereich selbst bei Gebrauchtkauf für etwas überzogen, obwohl es in den Foren ZWEIFELLOS sehr viele Menschen gibt, die schon für ihr eLautsprecher mehr Geld bezahlt haben, als ein gebrauchter (aber noch aktueller) AP27XX in mittlerer Ausstattung kostet. Alles relativ. ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rit« (14. Januar 2009, 16:26)


10

Freitag, 16. Januar 2009, 23:30

wie auch immer,

eine Soundkarte ist für mich kein Messgerät und erhebt diesen Anspruch wohl auch nicht. Wozu bräuchte man dann noch Messgeräte?

Grüsse

Klaus

ton-feile

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11

Samstag, 17. Januar 2009, 09:59

Morgen Klaus,

Sorry, aber da möchte ich Dir deutlich widersprechen. Eine halbwegs anständige Soundkarte ist sogar ein außerordentlich genaues Messgerät für Spannungen im Tonfrequenzbereich und mit entsprechender Samplerate auch darüber hinaus.
Schon eine Wortbreite von 16 Bit ermöglicht eine Auflösung im Bereich von 1µV. Die Tauglichkeit als Messgerät wird vor allem von der Software bestimmt, mit der die Messungen ausgewertet werden.

Mir ist natürlich bewusst, dass der Digitaltechnik in einem ausgewiesenen Analog Forum mit Skepsis begegnet wird und diese Skepsis teile ich durchaus, obwohl ich beiden Welten etwas abgewinnen kann.

Eine Bandmaschine, die mit Bezugsband und einem rechnergestützten Messsystem eingemessen wurde, wird dadurch sicher nichts von ihren klanglichen Vorzügen einbüßen.

Gruß
Rainer
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12

Samstag, 17. Januar 2009, 11:53

Zitat

Die Tauglichkeit als Messgerät wird vor allem von der Software bestimmt, mit der die Messungen ausgewertet werden.



Hallo,

ich bin in diesem Punkt anderer Meinung. ;) Ein anständiges Messergebnis ist zweifellos von der verwendeten Karte und von der verwendeten Software abhängig. An erster erster Stelle steht aber der Benutzer, da die grössten Messfehler in Verbindung mit so einer Messanordnung durch den Benutzer entstehen. Die Bedienung eines "waschechten" Audio-Messgerätes ist nach Einarbeitungszeit z.B. deutlich "Narrensicherer", da man sich um viele Dinge einfach nicht mehr kümmern muss.

Den Ergebnissen eines wirklich erfahrenen Benutzers, der Soft- und Hardware der Soundkarte fehlerfrei bedienen sowie ggf. nötige Pegeldämpfer richtig anpassen kann, kann man durchaus auch in kritischeren Messtiefen vertrauen. Leider weiss man das als Leser selten, wenn man veröffentlichte Ergebnisse im Forum anschaut.

Gerade in diversen Foren habe ich schon analysen gesehen, die sehr unglaubwürdig erscheinen. Dazu kommt noch, dass die wenigsten Soundkartenergebnisse durch ein zweites (unabhängiges) setup, oder gar ein "richtiges" Messgerät zumindest in der Testphase gegengemessen wurden.

Ich bin davon überzeugt, dass man mit modernen Karten und entsprechender Software sehr gute Ergebnisse erzielen KANN....Es bleibt aber immer ein Fragezeichen als Beigeschmack.

Wer sein Handwerk beherrscht, der kann mit einer Soundkarte völlig problemlos in mehr als nötiger Genauigkeit jedes analoge Bandgerät in der durch die Karte gegebenen Bandbreite einmessen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rit« (17. Januar 2009, 11:59)


ton-feile

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13

Samstag, 17. Januar 2009, 12:25

Hallo Rit,

Zitat

An erster erster Stelle steht aber der Benutzer, da die grössten Messfehler in Verbindung mit so einer Messanordnung durch den Benutzer entstehen.

Da hast Du recht. Die Fähigkeit mit dem Messsystem umzugehen, habe ich bei meiner Betrachtung einfach vorausgesetzt.

Gruß
Rainer
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Voffi

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Samstag, 17. Januar 2009, 13:03

Apropos "Audio System One" und "Two": waren das nicht Geräte von NEUTRIK? Letztens wurde mir mal sowas angeboten. Ich fand es beeindruckend aber selbst gebraucht noch viel zu teuer für die paar Male, die ich meine 2 Maschinen einmesse.
Hallo Wolfgang,

AP hat mit Neutrik nichts zu tun. Die Geräte werden in Deutschland von RTW vertrieben.

Gruss
Voffi

15

Samstag, 17. Januar 2009, 14:40

AP hat übrigens zum 1.1.2009 den Support für das System One komplett (!) eingestellt. Wer sich so ein Gerät zulegen möchte, sollte vielleicht (oder gerade) jetzt genauer nachschauen, da das für einige Firmen ein Grund sein könnte, sich von ihren Beständen zu trennen. Die Preise sind seit den letzten 2 Jahren merklich gefallen, obwohl es (wie immer) einige Händler gibt, die das noch nicht mitbekommen haben.

Voffi

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16

Samstag, 17. Januar 2009, 15:10

Bei AP System One (beim Two ist es ähnlich) gibt es eine Fülle von verschiedenen Optionen und Ausbaustufen. Das geht vom einfachen Analoggerät bis zum grossen Dual-Domain Ausbau mit dem man Messungen an analogen und digitalen Geräten (beim One max. 48kHz Sampling) bzw. auch dazwischen (z.B. D/A und A/D Wandler) machen kann. Das muss man wissen um ein Angebot beurteilen zu können.

Voffi

17

Samstag, 17. Januar 2009, 19:42

Selbstverständlich richten sich die Gebrauchtpreise nach der Ausstattung. Das ist ja bei anderen Artikeln auch nicht anders . Die Funktion der Ausstattungsmerkmale "sollte" dem Käufer auch vorher geläufig sein ;) . Der Preistrend geht aber bei allen verfügbaren Konfigurationen in der letzten Zeit ganz allgemein merklich nach unten, da es für die kommerzielle Nutzung einfach zu alt ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rit« (17. Januar 2009, 19:46)