Hallo zusammen,
nun mehr zum seinerzeitigen Übertragertest.
Der Hauptgrund war, das unser Listenmitglied Thorsten den TX 103 als das gewisse "Stück Draht" zwichen System und Verstärker bezeichnete.
Daraufhin wurde das von Hartmut in Frage gestellt, der dem Jensen 346AX den Vorzug gibt.
Da ich im Besitz des TX 103 war, und Hartmut einen Jensen 346AX in München besorgt hat,
wurde diese Idee geboren und umgesetzt.
Hier das erste Ergebnis aus meiner Sicht:
der Vergleich hat sich als äußerst Interessant erwiesen.
Nachdem ich an Pfingstsamstag und Sonntag schon mal reinhörte und meine
Eindrücke im Laufe der Woche vertiefen konnte,
komme ich zu folgendem Ergebnis:
Thorsten sollte, bevor er sich weiter aus dem Fenster lehnt, diesen
Vergleich durchführen.
Der erster Eindruck:
nicht, das der TX seine Aufgabe schlecht macht, aber der Jensen zieht immer
noch
einen Register mehr, als ob ein Vorhang fällt.
Die Instrumente und Stimmen kommen sauberer, natürlich rüber, das schafft
der TX nicht in der Auflösung.
Manchmal vermittelt der Jensen aber auch einen Hauch zum Analytischen, da
gefällt mir der TX
mit weniger Auflösung im Detail besser, so auf der 45-er Classic Records
Einspielung von take five
oder einigen gehörten Sheffield Lab´s.
Tonal ist der TX vielleicht wärmer einzuordnen dafür gibt der Jensen mehr
Details,
Im Mittelton und den Höhen gibt sich der Jensen etwas betonter als der TX.
Besonders gut hat mir das Köln Concert über den Jensen gefallen,
hier steht das Klavier und die Bühne präsenter im Raum, Jarret´s Stimme
scheint greifbar nahe,
yup, das war's....
ebenso bei Srange Kind of Woman, was Ian Gillan und seine Mannen da
rüberbrachten war Extraklasse!
In den weiteren Vergleichen vermochte der Jensen die gewisse Hasenlänge für
sich zu verteidigen.
Selbst aus dem DL 103 konnte er noch mehr rauskitzeln und spielte eine
Liga besser als der TX.
Das ganze mal in der Relation des Preises betrachtet, komme ich zu folgendem
Schluß:
Als Übertrager stellt der TX 103 z. Zt. zum Jensen keine Alternative dar.
Für den Kaufmann wird der TX die Vernunftentscheidung darstellen, wenn man
das bei je
72 Pfund pro Übertrager zuzüglich 20 Pfund, um die Dinger von der Insel zu
schaffen, sagen kann.
Beide haben Ihre Vorzüge, für die doppelte Investition sind halt ein paar
Annehmlichkeiten mehr drin.
Am Rande:
Pikatron und Ortofon T20 haben sich ganz gut geschlagen, konnten aber unterm
Strich nicht mithalten.
Der Pikatron spielt eine Spur besser als der Ortofon, der Mittel- und
Hochton ist hier sehr natürlich.
Dies sind meine eigenen Eindrücke, die ich über meiner Kette ermittelt habe.
Christoph, der am Sonntag bei mir reinschaute, kann vielleicht selber was
dazu sagen.
Gehört habe ich / wir mit VDH MC one special im SME Headshell,
Denon DL 103 im Orsonic,
beide auf SME mit durchgehender Cardas Verkabelung.
Miyabi an Schröder Referenz 12" mit Incognito.
Leider ist beim Umbauen mein AT OC 7 gestorben, Friede seiner Asche....
Laufwerk Transrotor Pianta SL 80
Das ganze über Vorverstärkereigenbau eines Bekannten mit
Miniaturdoppeltriode und
Vergeltungswaffe auf Accuphase P 350.
Wiedergegeben über T & A Criterion 230 E oder Kopfhörer Stax SRD 7 mit SR
X - MK II.
Musik:
Keith Jarrett: the Köln Concert,
ECM 1064/65 ST
Eva Cassidy: Songbird,
Didgeridoo G1-10045
Carol King Tapestry
reson ODE SP 77099
Deep Rock in Japan:
Deep Purple
Made in Japan
Printet in the U.K.
Dave Brubeck
Time out
33er sowie 45er Serie von Classic Records
CS 8192, bzw 8192/45
Mudy Waters
folk singer
reson
Led Zeppelin II
Atlantic
Eagles
hell freezes over
Geffen
RCA
Stokowski
List-Enesco-Smetana
LSC 1235
John Lee Hooker
the healer
ZL74307.....
.......sowie diverses aus dem Plattenregal.
Auch wenn ich mir die ein oder andere Nacht um die Ohren geschlagen habe, es
hat verdammt viel Spaß gemacht.
Da diese Stellungnahme einseitige ist, wird Hartmut den Vergleich aus seiner
Sicht schildern.
Wir haben uns darauf geeinigt, das jeder seine Meinung dazu schreibt und Er
hat mir hierbei den Vortritt gelassen.
Um Objektiv zu bleiben haben wir uns zum Vergleich nicht verständigt oder
abgesprochen.
- nachfolgend das Posting von Hartmut:
Hallo,
wir haben die beiden Übertrager,
den S&B TX103 und den Jensen 346,
in München in drei Anlagen gehört.
Ich beschreibe im folgenden die Dinge, wie sie sich aus meiner
Sicht darstellen, d.h. natürlich subjektiv. Den Eindruck von
Thomas Mayer habe ich an entsprechender Stelle eingefügt.
Die Sicht von Bernhard Kistner kommt in einer anderen mail.
Hören 1: Anlage von Bernhard Kistner (DIY-Plattenspieler,
SME V, Ortofon Rohmann, DIY-Röhren mit Bleistiftröhren im
Pre und PP 46 in der Endstufe, Lautsprecher: Fertin 20cm
mit Elektromagnet in Schallwand), LPs: aus dem Fundus von
Bernhard, zB. Schönberg, Bartok u.a.
genauere Details zu Anlage und LPs folgen.
Hinweis: hier läuft standardmässig ein preiswerter
Hauffe-MC-Übertrager im Pre, wie ihn vermutlich auch
Aschenbrenner für seine preiswerteren Shindo-Sachen einsetzt.
Teilnehmer: Manfred Huber, Bernhard Kistner und ich.
Mein Eindruck: der TX103 färbt deutlich, klassische
Instrumente klingen nach Plastik, die Archtitektur der
Musik kommt nicht geordnet, sondern schwankend (subjektiv
wie Gleichlaufschwankungen), es fällt schwerer, der
musikalischen Linie zu folgen, man kann die nächsten Töne
nicht mehr vorhersagen, er vermag es keine Spannung in der
Musik aufzubauen, allerdings wird der TX103 müheloser
lauter bei lauten Passagen.
Da ich den Anlagensound mit Hauffe-Übertrager auch kenne,
würde ich vermuten, dass auch dieser Übertrager deutlich
besser ist als der S&B.
Hören 2: Anlage von Thomas Mayer (Standard-Scheu, SME V,
Lyra Clavis DC, DIY-Röhren mit EC8020 im Phonoteil,
801 im Line-Teil, 211 und 46 in den Endstufen, aktive
Ansteuerung eines 90dB 2 Wege Monitors mit Podszus/Focal-
Bestückung), LPs: aus dem Fundus von Bernhard und Thomas
(Details folgen), also Schönberg/Bartok vom Bernhard und
RCA-Victor: Popular Duke Ellington.
Hinweis: beim Thomas Mayer läuft standardmässig der
Jensen 346.
Teilnehmer: Bernhard Kistner, Thomas Mayer und ich
Mein Eindruck: ähnlich dem Hören 1, allerdings sind mir
die Verfärbungen weniger aufgefallen.
Eindruck von Thomas Mayer, über den S&B TX103:
Mangelnde Auflösung. Stark unterbelichteter Hochton.
Fehlende Attacke bei Transienten, z.B. Klavieranschläge,
mangelnde Feindynamik.
Evtl. hat der S&B etwas 'blumigere' Mitten gegenüber dem Jensen.
Mit spitz klingenden Systemen könnte der S&B einen gewissen
positiven Effekt haben.
Hören 3: meine Anlage (Pluto 10A/SME3012-2/Denon103,
DIY-Transistor Pre und Power, Altec 414+802 Zweiwege-Lsp)
LPs: Toris Amos Boys for Pele auf klarem Vinyl (US),
Octopus Same (ESP)
Hinweis: seitdem ich meine Jensen 346 vor einem halben
Jahr dem Bernhard weitergegeben habe, höre ich vollkommen
ohne, meine MM-Phonostufe ist höchst rauscharm und klingt
auch bei MC kräftig genug, dass mir nichts fehlt.
Teilnehmer: nur ich (die andern hatten kein Bock mehr)
Mein Eindruck: der TX103 macht die Musik langweilig,
ähnlich den teureren Ortofon-Übertragern, man verliert
alle Lust weiterzuhören. Der Jensen ist deutlich klarer,
und in jeder Hinsicht überlegen, allerdings verliert er
im direkten Vergleich zu kein-Übertrager etwas an Power.
Fazit: der Jensen ist das sprichwörtliche Stück Draht,
der TX-103 ist ein Übertrager mittlerer Qualität.
Nachtrag: der Jensen ist für niederohmige Abtaster optimiert,
daher nehme ich an, dass das Denon einfach etwas zu stark
gedämpft wird. Trotzdem ist der Jensen der beste Übertrager,
den ich mit dem Denon 103 bis jetzt gehört habe.
Von Thomas Mayer kommt noch der Hinweis, dass man
vielleicht den gestesten S&B-Übertrager nach England
schicken sollte zum Überprüfen, ob er in Ordnung ist.
Gruss,
Hartmut
Ein anderes Paar TX 103 von Roman wurde daraufhin erneut getestet und wie folgt von Thomas bewertet:
Hallo!
Nach den Diskussionen um die S&B TX103 hat der Roman Poon
mir seine S&Bs zum Quercheck zugeschickt. Heute habe ich
einen ersten Hoervergleich gemacht.
Die S&Bs von Roman haben definitiv nicht die klanglichen
Maengel wie Tom's Uebertrager!
Die klingen zwar auch nicht wie ein Stueck Draht, aber die
spielen auf einem sehr hohen Niveau. Ich musste schon genau
hinhoeren um die Unterschiede zu den Jensen 346-AX rauszuhoeren.
Die Jensens spielen immer noch besser. Ein Tick mehr
Aufloesung und insbesondere straffere, klarer definierte
Baesse. Aber auf dem Niveau sind die S&Bs ihr Geld wert!
Was mir auffiel: Die S&Bs reagieren recht deutlich auf die
Abschlussimpedanz (wie die Jensens auch). Waehrend die Jensens
am besten mit 6.8k laufen, moegen die S&Bs hoehere Widerstaende.
Mit den 6.8k liefen die S&Bs mit deutlich eingeschraenkter
Dynamik. Ist mir schleierhaft, wie S&B 5-100kOhm empfehlen kann.
Ich habe die jetzt mit 47k laufen. Ich probiere auch mal
noch 100k und sekundaer unbelastet.
Wegen diesem unterschiedlichen Reagieren auf die Abschlussimpedanz,
ist es natuerlich schwieriger, fuer den Abtaster gleiche
Impedanzen bereitzustellen. Die gehoerten Unterschiede koennen
natuerlich auch noch auf unterschiedliches Reagieren des
Szstems auf die Abschlussimpedanz zurueckzufuehren sein.
Ich werde da mal noch Versuche machen mit Widerstaenden auf
der Primaerseite. Ich werde die Resultate wieder posten.
Auf jeden Fall kann ich schon mal sagen, dass die S&Bs
damit 'rehabilitiert' sind. Es waere dann noch zu klaeren,
warum Tom's Uebertrager so daneben liegen.
Gruss
Thomas
Meine Übertrager wurden von S&B anstandslos getauscht.
Leider konnte bis heute noch nicht festgestellt werden, warum oder wodurch ein Defekt entstanden ist.
Die neuen TX 103 sind nun eingespielt und haben sich im Klang doch recht positiv entwickelt.
Sie spielen auf einem sehr hohen Niveau, ein erneuter Vergleich zu Pikatron und Ortofon hat das sehr deutlich gezeigt.
Mit ein paar Bekannten wird Ende Januar bei mir ein weiterer Übertragervergleich anstehen, zu dem ich sicherlich noch was sagen werde.
Hier geht es im eigentlichen um Übertrager für niederohmige Systeme, insbesondere SPU Classic, SPU Meister Silber sowie Miyabi.
Von Robert Grätke, - Analog Tube Audio - kommt ein Übertrager, wenn es Klappt wird Alexander Voigt, - Audionote - mit einer Kette dabei sein.
So long,
Tom
Stammtisch Rheinland Mitte, nächster Termin Freitag, den 27.07.10
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