Eine Frage an die Besitzer aktiver Geithains ...

  • Hallo!

    Habt Ihr bei Euren aktiven Geithains eigentlich die Empfindlichkeit auf maximal stehen? Ich erwäge, die Empfindlichkeit etwas zu drosseln, da ich bei meinem Vorverstärker maximal die Lautstärkeregelung bis 11:00 Uhr nutze. Erkauft man sich damit irgendwelche Nachteile? Weiß jemand, wie gut diese kleinen Trimmpotis paarweise übereinstimmen? Wenn ich beide Lautsprecher beispielsweise auf die Hälfte zurückdrehe, will ich mir ja keine Pegeldifferenzen zwischen rechts und links einhandeln.

    Gruß
    Sebastian

  • Hey Sebastian


    ich habe bei meinen RL901k die Trimmpotis beider Boxen auf voll.


    Einen Lautstärkeregler nur bis 11 Uhr zu benutzen halte ich für völlig normal. Bei meinem früheren Verstärker war es bei 11 00 Uhr schon Partylautstärke.


    mein jetziger AVM V30 hat zwar auch noch ein "Drehrad", damit wird aber elekronisch die Laustärke geregelt mit Displayanzeige 0 - 100 und ich bin meist bei 50 - 60.


    Ich glaube nicht, dass wenn man die Potis runterregelt, es zu Klangverschlechterungen kommt, denn auch voll aufgedreht sind die Potis ja im Signalweg.


    Und Kanalgleichheit kann man ja gehörmäßig ermitteln...z.b. mit einem Monosignal, was dann genau aus der Mitte kommen muss. Oder mit ner Stereo Aufnahme, von der man genau weis, dass z.b. die Stimme exakt aus der Mitte kommt

  • Moin Sebastian


    Die Balance zwischen den beiden Kanälen kannst du einwandfrei durch Hören einstellen, da braucht es keine Meßgeräte.


    Stell die beiden Potis ungefähr dahin, wo du sie haben willst. Das Lautstärkepoti vom Vorverstärker sollte bis zum Rechtsanschlag nutzbar sein, dann sind die Geräte vom Signal / Geräuschspannungsabstand her gesehen am besten aufeinander abgestimmt.


    Dann spielst du rosa Rauschen (pink noise) in Mono ein und machst die Feineinstellung der Trimmer an den Lautsprechern. Am Hörplatz muß sich ein senkrechter "Strich" genau zwischen den beiden Lautsprechern ergeben, dann ist die Balance korrekt. Das macht man am besten zu Zweit.


    Das mit dem Strich hört sich jetzt blöd an, aber man empfindet es wirklich so. Wichtig ist, daß das Signal wirklich in Mono ist.


    Gruß

    Michael

  • Würde ich auch so machen. Ich musste früher an den Klein und Hummel O300 auch das Poti etwas zurücknehmen und stellte fest, dass diese bei identischer Stellung, unterschiedliche Dämpfung hatten. Der Entwickler schrieb mir dann, dass die Potis max. 20% Toleranz haben.

    Wenn Du einen Pegelmesser (mit Mikrofon) benötigst sag Bescheid.


    Grundsätzlich sollte man auf das Gainleveling in der Kette schon achten. Nicht umsonst haben Studiogeräte einen Unit-Gain Bereich.


    Wenn Du den Pegel irgendwo reduzieren musst, dann immer ganz am Ende, also am ativen Speaker.

  • Hallo,


    Ich halte das auch für sinnvoll, die Eingangsempfindlichkeit der Aktivlautsprecher zurückzudrehen.

    Das habe ich bei meinen AGM direkt beim Einmessen bei der Aufstellung machen lassen, und zwar zum Minimum, zusätzlich habe ich noch den Lautstärkepoti des Abacus Preamp 14 getauscht.

    Und auch bei meinen Silbersand FM202, da haben wir sogar noch einen Widerstand ersetzt, dass das halbwegs passt.

  • So, ich habe den Pegel inzwischen mal angepasst. Ich war überrascht, in wie weiten Grenzen sich die Geithains anpassen lassen: Ich habe die Trimmpotis mal von 100% auf 50% gestellt und das war dann schon sehr leise. Jetzt bin ich irgendwo bei 75% gelandet und das hört sich gut an. Man hat feinere Möglichkeiten, die Lautstärke anzupassen, kann es aber bei Bedarf immer noch "krachen lassen". Nachteile der geänderten Einstellung sind mir bisher nicht aufgefallen. Ob die Dynamik wirklich zugenommen hat? Ich mag mich da nicht festlegen ...


    Gruß

    Sebastian


    PS: Ich habe eine Lautstärkemessung am Handy - Ich werde spasseshalber mal die beiden Lautsprecher mit weißem Rauschen auf Pegelgleichheit messen. Apropos: Macht rosa Rauschen und weisses Rauschen bezüglich der Auspegelung und Aufstellung der Lautsprecher einen Unterschied?

  • Moin Sebastian


    Üblicherweise nimmt für Messungen und Hörproben an Lautsprechern immer rosa Rauschen, weil es in seiner spektralen Verteilung der Musik sehr ähnlich ist. Also der Pegel sinkt mit zunehmender Frequenz.


    Bei weißem Rauschen sind alle Frequenzen gleich laut und man läuft Gefahr die Hochtöner zu killen, einfach weil man mit zunehmendem Alter da oben nix mehr hört und man garnicht realisiert, wie laut es gerade ist.


    https://de.wikipedia.org/wiki/1/f-Rauschen


    Gruß

    Michael

  • Hallo Michael,

    habe jetzt mal rosa Rauschen und weißes Rauschen im Vergleich gehört. Zumindest klingt das rosa Rauschen in meinen Ohren deutlich angenehmer. Weißes Rauschen ist doch sehr "aggressiv", weil höhenbetont.

    Gruß,

    Sebastian

  • Und, hast du den "Strich" zwischen den Lautsprechern "gesehen"?


    Bei den Geithains sollte dieser Strich sehr scharf konturiert sein, weil die beiden Lautsprecher gut gepaart sind. So, wie das eben bei Studiogeraffel üblich ist.


    Bei schlecht gepaarten Lautsprechern wird der Strich breiter und fasert nach rechts und links aus, manchmal auch nur in bestimmten Frequenzbereichen, wenn zB. die Mitteltöner rechts und links ein schlechtes Paar bilden.

    Eben darum muß es sich um ein Monosignal handeln, bei Stereo ist das nicht zu hören.


    Also auch zur Beurteilung von Lautsprechern ist rosa Rauschen ein Werkzeug, das man immer dabei haben sollte.


    Gruß

    Michael

  • Hab ich bis jetzt noch nicht erneut an den Geithains probiert, sondern am Mac mit den Abacus C-Boxen. Dort ist mir aufgefallen, dass der Mac auf Mono eingestellt war! Keine Ahnung, wann ich das mal eingestellt hatte. Ich hatte Mühe, überhaupt das richtige Menü zu finden. In OS-X steht das nämlich nicht unter "Systemeinstellungen/Ton", sondern unter "Systemeinstellungen/Bedienungshilfen/Audio". Da muss man erst mal drauf kommen ...

    An den Geithains habe ich das mit dem "Strich" aber früher schon mal gemacht, als es um die optimale Aufstellung ging - damals allerdings mit weißem Rauschen. Werde das jetzt nochmal mit rosa Rauschen wiederholen, weil ich ja die Empfindlichkeit anders eingestellt habe.

    Sebastian

  • Servus


    Ich habe bei meinen Aktiven den Gain so eingestellt, dass ich die Lautstärke zwischen 11-14 Uhr nutze. Damit erreiche ich Vollaussteuerung auf der Eingangsseite und theoretisch die beste Auflösung!


    Gruß

  • Ob die Dynamik wirklich zugenommen hat? Ich mag mich da nicht festlegen ...

    Moin Sebastian


    Das würde mich auch sehr wundern, wenn du den Unterschied hören könntest. Dazu müßtest du schon extrem laut hören und vor allem auch Musikmaterial mit entsprechend hoher Dynamik besitzen.


    Trotzdem ist es natürlich gut, die mögliche Dynamik seiner Hifi-Anlage so groß wie möglich auszureizen. Auch, wenn das am Ende nur noch meßtechnisch festzustellen ist. Je weiter man auf der sicheren Seite ist, desto besser.


    Hier noch mal der Link auf den Artikel von John Camille zur Meßtechnik, den die Firma Silbatone freundlicherweise zur Verfügung stellt:


    http://silbatoneacoustics.com/images/Camille.pdf


    Und um das Verständnis für die Zusammenhänge zu vertiefen, dieser Artikel von Michael Mardis:


    http://www.diyaudio.com/forums…-what-gain-structure.html


    Gruß

    Michael