Kombination Tonabnehmer Tonarm auf Analog-Laufwerken

  • Tach zusammen,

    eine richtige Kombination aus Tonarm, Tonabnehmer und Laufwerk herauszufinden ist sicherlich nicht einfach. Wenn man nicht nur aus technischer Sicht vorgeht fast Glückssache. Aber man ließt manchmal Test´s in Zeitschriften wo bestimmte Kombinationen hoch gelobt werden. Da gibt es in einer bekannter Zeitschrift ein Transrotor Max (2700 €) dessen Komplettpaket besteht aus Laufwerk + Jelco SA 750 9"(TR Schriftzug) und einem Goldring Electra. Den Jelco verstehe ich noch aber das Goldring....

    Dann wird so eine Kombi in höchsten (Highend) Tönen gelobtX( Wofür gibt es dann Tonabnehmer über 500 €...Das ist doch nicht glaubwürdig oder... Als Einstig ein Goldring Eroica wenn nur MM vorhanden dann vielleicht in der H Variante. Transrotor selbst, wird doch nicht solche Kombis an die Redaktionen schicken????

    Das ist doch alles Alibi. Bei in der Bucht gekauften Geräten kann ich das ja verstehen, daß z.B.: ein Rega P7 mit einem AT 95 gebraucht verkauft wird, weil der Verkäufer genau weiß, einer der sich sowas kauft baut sich sowieso seinen eigenen TA drunter, ein mittleres Benz, ein kleines Lyra oder Dynavector nur um einige zu nennen. Aber beim Neukauf.....

    LG Herbert

  • Wofür gibt es dann Tonabnehmer über 500 €...

    Da gibt's bestimmt viele Gründe - keiner davon ist allerdings, dass man für das viele Geld mehr genauso viel mehr an Klangperformance bekommt.

    Ein gutes Einsteigersystem wird in einzelnen Disziplinen schon hier und da deutlicher getoppt werden, aber 5x oder 10x mehr, wie man es vermuten könnte, wenn man den Preisunterschied betrachtet, sicherlich nicht.

  • Ich find' €500,-- auch nicht gerade eine Einsteigerofferte und vom Preis her sehr gut zum Rest passen. Ein €1.000,-- System, jetzt mal egal welches, wird in Einzeldisziplinen vielleicht besser sein aber ob sich das in der Summe so niederschlägt. Die einzige Überlegung wäre, ein anderes System zu testen, da es in den einzelnen Klassen ja schon massive Klangunterschiede gibt, die man aber meistens dem persönlichen Geschmack zuordnen kann. Einfach mal das Paket anhören und wenn's gefällt kaufen.

  • hääää,

    was soll das, ich frage nur, was es soll, 2000 € Laufwerk, 600 € Tonarm mit 100€ Tonabnehmer zu kombinieren. Das ganze hat halt was besseres verdient! z.B.: ein AT OC 9 für knapp 600 € oder von mir aus ein Goldring Eroica für 450 €, als MM halt vielleicht ein Ortofon 2 M Bronze oder Black. Ich finde das 100 € System ist halt Alibifunktion, und wenn ein Kunde ein Komplettsystem erwartet, weil er es vielleicht auch nicht besser weiß, dann sollte das alles zusammenpassen und nicht von jedem beliebigen Besucher sagen zu lassen, "Was hast Du dir denn da andrehen lassen".

    LG Herbert

  • Immer wieder bin ich erstaunt wie gut die die billigen tonabnehmer in top laufwerk/arm kombinationen laufen und damit wieviel verlust man hat wen die laufwerks/arm kombination nur soso ist. Klar, es gibt besseres als das Pfanstiehl und ich bin sicher das der es auch besser kann nach die ueblichen nackedei tuningmassnamen. Denn es ist mit den tonabnehmern selber auch nicht viel anders, es faengt mit der basis/koerper an, dann der nadel traeger und als letztes erst der schliff.


    Project Essential 2 mit EMT JSD 6 ?


    Ingo

    ... a simple product of sophisticated thinking.

  • hääää,

    was soll das, ich frage nur, was es soll, 2000 € Laufwerk, 600 € Tonarm mit 100€ Tonabnehmer zu kombinieren. Das ganze hat halt was besseres verdient!

    Hat im Prinzip seine Berechtigung, wenn viel Klangqualität im Laufwerk/Arm und nicht erst im Abtaster "entsteht".

    Es kann somit sein, dass es in der Kombination besser Musik macht, als wenn das Budget umgekehrt auf Laufwerk/Arm/Abtaster verteilt worden wäre.


    Ich habe auch jahrelang viel Spass gehabt mit einem 500 Euro Abtaster in einem Plattendreher, der das 15 bis 20-fache davon gekostet hätte.

    Steve Albini: "I don't use computers to make records. I use tape machines, like nature intended. I use computers for correspondence, arguments, poker and porn."

  • Hallo Brunolp12,

    bei einem günstigeren aber gutem Arm, der spielfrei arbeitet aber kein Schnickschnack besizt, kann ich das ja verstehen. Z.B.: ein Rega RB 250 auf einem großen Laufwerk vom Schlage eines großen Transrotor, Scheu oder von mir aus einem LP 12 von Linn für sagen wir mal 5000 €, aber der Tonabnehmer, wenn er denn nicht durch Einzeilfertigung oder (oder bei Vollmond gewickelter Spule:) ) künstlich teuer gemacht wurde, ist meiner Meinung sogar mehr klangentscheidend als das Laufwerk. Da kommt es auch auf Aufstellung usw. an.

    LG Herbert

  • ...aber der Tonabnehmer, wenn er denn nicht durch Einzeilfertigung oder (oder bei Vollmond gewickelter Spule:) ) künstlich teuer gemacht wurde, ist meiner Meinung sogar mehr klangentscheidend als das Laufwerk.

    Aber andererseits ist der Charakter eines Laufwerks ja oft klar rauszuhören... das ist so ein ewiger Diskussionspunkt. Ich denke, da gibts kein schwarz oder weiss.


    Diejenigen, die "zu viel Abtaster" in "zu wenig Arm/ Laufwerk" stecken, das sind meinem Eindruck nach allerdings oft die, die keinen Spass mehr an der Musik haben, weil sie sich stets auf die Fehler konzentrieren.

    Steve Albini: "I don't use computers to make records. I use tape machines, like nature intended. I use computers for correspondence, arguments, poker and porn."

  • Beides ist machbar. Als mein Solution noch "pur" war spielte ein Ortofon Kontrapunkt B am Unify 9". Der Umstieg auf ein "farbenfroheres" Koetsu Black war natürlich nachvollziehbar, ebenso der folgende Wechsel zum Frog Gold. Der optisch bedingte Umstieg auf die Variante "Master Solution" war klanglich auch deutlich. Aus meiner Sicht ist es egal wo man ansetzt, aber auch ich finde, dass mit der Änderung beim Tonabnehmer am deutlichsten Unterschiede heraushört.

  • [...] dass mit der Änderung beim Tonabnehmer am deutlichsten Unterschiede heraushört.


    Ja, absolut.


    Ab ein gewisses qualitätsnivo ist das spiel mit den TA's 'sounding', ein spiel mit klangfarben.


    Um in der mahlerei deutliche klare farben zu bekommen mische ich nur wenige grundfarben, laufwerksfarbe, tonarmfarbe. Mische ich zu viel zu stark bekomme ich braun. In der kueche das gleiche, nicht der ganze krauetergarten geht im topf. Bei dem bierbrauen nicht 6-7 maelze sondern gezielt 2-4. Zu viel verschiedene malze machen das bier nicht komplexer sondern nur "braun".


    Wenn ich ein laufwerk nehme mit einer deutichen signatur / klangfarbe, setze da eine arm drauf der auch stark faerbt wass muss ich dann mit dem tonabnehmer damit es nicht braun wird?


    Ich moechte jetzt nicht das "neutral" benuetzen da das nicht geht ohne eine referenz. Eine gute laufwerks/tonarm kombi sollte eine (sehr) zurueck gehaltene signatur haben damit man die klangfarben mittels TA steuern kann. Deshalb finde ich die wahl von einem einfachen TA zum anfang (um innerhalb eines budgets zu bleiben) nicht slecht, es zeigt was die basis ist und gibt raum um mit den TA's zu spielen.


    ingo

    ... a simple product of sophisticated thinking.

  • Um in der mahlerei deutliche klare farben zu bekommen mische ich nur wenige grundfarben, laufwerksfarbe, tonarmfarbe. Mische ich zu viel zu stark bekomme ich braun. In der kueche das gleiche, nicht der ganze krauetergarten geht im topf. Bei dem bierbrauen nicht 6-7 maelze sondern gezielt 2-4. Zu viel verschiedene malze machen das bier nicht komplexer sondern nur "braun".

    .... da wird umgekehrt aber auch "ein Schuh draus". Wenn du ein Masselaufwerk hast, das den charakteristischen Klang eines Masselaufwerks aufweist, dann ist ein fragwürdig, diesen Grundcharakter durch Wahl des Abtasters wegbekommen zu wollen. Hier prägt folglich bereits das Laufwerk den Klang deutlich. Der Abtaster kann dem nur noch leicht unterschiedliche Betonungen verleihen.


    und - wie gesagt: wer meint, bei durchschnittlichem Laufwerk über den Abtaster entscheidendes raus holen zu können, der handelt, als würde er einen V8 in eine 2CV/Ente einbauen wollen: Die Basis stimmt nicht - es wird trotzdem kein schnelles Auto werden.

    Steve Albini: "I don't use computers to make records. I use tape machines, like nature intended. I use computers for correspondence, arguments, poker and porn."

  • in vielen threads wird die folgende Budget Verteilung empfohlen:

    - erst das Laufwerk , dann das Laufwerk und noch mal das Laufwerk

    - dann ein passender! Arm, dann kann dieser auch preiswert toll Musik machen, zB ein Jelco 250
    - und zum Schluss ein passender ! Tonabnehmer (habe schon verblüffend gut spielende AT95 gehoert)

    Insofern freut es mich, wenn ein Hersteller genau dieser Marschrichtung folgt und einen 100,-eur Abtaster in einem guten Laufwerk mit einem Jelco kombiniert.

    Da kann durchaus eine sehr gute Kombination sein.

    Und später kann man dann mit einem besseren Abtaster die Grenzen von Laufwerk und Arm ausloten

    gruss

    Juergen

  • Die Kombination von Komponenten deutlich unterschiedlicher Güte dient zumeist dazu, den Gesamtpreis unter einem bestimmten Betrag halten zu können. Vor allem für Käufer, die sich nicht auskennen, ist es eher von Nachteil, wenn sie eine solche vermeintlich günstige Kombi erwerben, die jedoch das Potenzial des Gerätes nicht annähernd ausreizt. Später nachzurüsten kommt letztlich teurer. Um das Beispiel mit dem V8 in einer Ente einmal umzudrehen: Genauso würde ein vernünftiger Mensch nicht auf die Idee kommen, einen Porsche mit einem Entenmotor auszustatten. Ich plädiere insofern dafür, dass Dreher, Arm und Abtaster aufeinander abgestimmt sein sollten. Die Kombi ist höchstens so gut wie ihr schwächstes Glied. BG Konrad

  • Dem Laufwerkshersteller geht's darum, sein Laufwerk zu verkaufen... wird das Gesamtpaket durch einen adäquaten Tonabnehmer 500 Euro teurer, fallen bestimmt einige Interessenten von Vorneherein raus.

    Das dürfte kaum in seinem Interesse sein.

    Und auch vielen Kunden dürfte es gut passen, erst später nochmals eine höhere Summe ausgeben zu müssen und bis dahin durchaus zufriedenstellend Musik hören zu können...

  • Später nachzurüsten kommt letztlich teurer. Um das Beispiel mit dem V8 in einer Ente einmal umzudrehen: Genauso würde ein vernünftiger Mensch nicht auf die Idee kommen, einen Porsche mit einem Entenmotor auszustatten.

    Das ist bei Plattendrehern eben genau anders. Da müsste man eher sagen: Hast du mal den Porsche, kannst du den Motor später immer noch upgraden. Alleine schon, weil die Ausstattung zum Kaufzeitpunkt kein Autoleben hält.


    Zitat

    Ich plädiere insofern dafür, dass Dreher, Arm und Abtaster aufeinander abgestimmt sein sollten. Die Kombi ist höchstens so gut wie ihr schwächstes Glied.

    Das kann man immer sagen und ist natürlich nicht falsch. Aber für die Realität ist es eben doch interessant, wie man dies interpretiert und welche Entscheidungen man trifft (vielleicht ja auch auf dem Weg an einen Punkt, wo wirklich alle Komponenten identisches Niveau haben).

    Steve Albini: "I don't use computers to make records. I use tape machines, like nature intended. I use computers for correspondence, arguments, poker and porn."