Tonarm Resonanzfrequenz erhöhen oder senken ohne zusätzliche Dämpfung

  • Es wird in einem Forum Artikel folgendes geschrieben. (1/2002)


    Die Resonanzfrequenz kann durch die Änderung der effektiven Armmasse verschoben werden.

    Ein schwereres Gegengewicht führt zu einer Verringerung der effektiven Masse und somit zu einer höheren Eigenfrequenz.

    Eine Erhöhung der Masse von Tonabnehmer oder Armrohr führt zu einer geringeren Eigenfrequenz.


    Frage: Wenn ich jetzt die Resonanzfrequenz verschieben möchte, wie mach ich das am dümmsten am Tonarm.


    Z.B. Ein Tonarm der die Resonanzfrequenz von 15 Hz hat und für diesen Tonarm möchte ich die Frequenz in den Bereich von 10 Hz verschieben oder umgekehrt.


    Habt Ihr hierzu praktische Beispiele???


    Wenn ich die Tonarmmasse erhöhe so muss ich doch auch das Gegengewicht erhöhen damit die Auflagekraft gleich bleibt.

  • Viele Tonarme haben ein abnehmbares Headshell. Das Gewicht des Headshells geht sehr stark in die effektive Tonarmmasse ein, entsprechend verschiebt sich diese, wenn ich das Gewicht des headshells verändere (diese gibt es von ca 5g bis ca 25g)

    Gruss

    Juergen

  • Z.B. Ein Tonarm der die Resonanzfrequenz von 15 Hz hat und für diesen Tonarmmöchte ich die Frequenz in den Bereich von 10 Hz verschieben oder umgekehrt.

    Eine Verschiebung von 5 Hz ist in der Praxis kaum zu schaffen. Da müsstest Du schon die effektive Masse um ca. 30g erhöhen.

    Üblich ist, zu hohe Resonanzfrequenzen durch Headshellgewichte zu verringern. Wenn Du hier 2-5g verwendest, kannst Du das Ganze so im Bereich von 1Hz beeinflussen. Größer sind die Einflußmöglichkeiten nur, wenn Du einen anderen Tonabnehmer mit anderer Compliance verwendest - aber das war wohl nicht die Frage.

    Gruß

    Sebastian


    PS: Die Excel Tabelle des Forums mit der Du Beispiele durchrechnen kannst kennst Du?

  • Wenn ich die Tonarmmasse erhöhe so muss ich doch auch das Gegengewicht erhöhen damit die Auflagekraft gleich bleibt.

    Nicht unbedingt. Wenn die Armmasse erhöht wird, wandert das Gegengewicht weiter nach aussen, wobei dem natürlich mechanische Grenzen durch die Länge des Verschiebebereiches gesetzt sind. Um welche Komponenten handelt es sich denn?

    Ich habe das mal exemplarisch/theoretisch gerechnet - bei einer Compliance von 8mm/N und einer effektiven Masse von Tonarm/System/Schrauben von ca. 14g liegst du bei einer fRes von ca. 15Hz. Bei dieser Konstellation müßtest du die effektive Masse verdoppeln.

  • Hallo zusammen,


    Danke für Euere Informationen.

    Das hier sind nur Theoretische Überlegungen was wie zuammenhängt, da ich demnächst mal in der Praxis dies ausprobieren möchte. Sagen wir mal ich habe einen DL 110.

    Den Tonarm könnte man verändern wie mann möchte. Außer der Länge vom Drehpunkt zum Tonabnehmer.


    So wie es Jörg K geschrieben hat müsste ich das Gewicht stark erhöhen. Wie wirk dann das Gegengewicht.


    Sebastian wo finde ich sie Tabelle. Ich kenne diese noch nicht.


    Gruß


    Bwenry

  • Wenn Du das Gewicht am Tonabnehmer erhöst muss das Gegenwicht logischerweise auch weiter nach hinten rutschen um den Arm auszubalancieren. Beides erhöht die effektive Masse und senkt die Resonanzfrequenz. Allerdings ist der Bereich relativ gering wenn Du nicht auch ein schwereres Gegengewicht zur Hand hast. Ich habe in einem praktischen Fall die Resonanzfrequenz von 12Hz auf 10Hz runterbekommen, dann war ende mit dem Verstellbereich des Gegengewichtes...

  • Sagen wir mal ich habe einen DL 110

    Gut, dass wir darüber gesprochen haben. Du gehst von der Compliance von 8mm/N aus, die im Manual angegeben wird. Denon gibt das allerdings bei 100Hz an. Üblicherweise wird der Wert bei 10Hz angegeben und darauf basieren auch die meisten Berechnungen, wie auch meine im Post #5. Der Wert ist deutlich höher, so, dass das DL110 mit jedem "normalgewichtigen" Arm zwischen ca. 10g und ca. 18g effektiver Masse betrieben werden kann. Den Umrechnungsfaktor von 100Hz zu 10Hz habe ich leider nicht parat.

  • Das Denon DL-110 hat eine höhere Nadelnachgiebigkeit, als man aufgrund der Herstellerangabe vermuten würde. Die Angabe bezieht sich auch 100 Hz - wie bei allen Audio Technica und Denon Tonabnehmern. Die Zahl bei 10 Hz ist deutlich höher. (Genau ich kann ich die nicht angeben.)


    Außerdem ist das DL-110 relativ unkritisch bezüglich der effektiven Masse des Tonarms. Ich würde an deiner Stelle erstmal ausprobieren, wie es sich in der Praxis verhält, bevor ich rein theoretische Überlegungen anstelle.

  • Den Umrechnungsfaktor von 100Hz zu 10Hz habe ich leider nicht parat.

    Einen Faktor zum Umrechnen gibt es auch nicht, da mehrere Parameter, die sich wechselseitig beeinflussen, in die Berechnung eingehen.


    Es gibt eine Annäherung durch nur Faktor-Werte, die zwischen 1,6 bis 2 liegen. Demnach würde die Compliance des DL 110 bei 10Hz irgendwo zwischen 13 und 16 liegen.

  • Ein schwereres Gegengewicht führt zu einer Verringerung der effektiven Masse und somit zu einer höheren Eigenfrequenz.

    In dem Satz liegt die Ursache für einen kleinen Denkfehler.

    Schwereres Gegengewicht führt erstmal zu einer Erhöhung der effektiven Masse.

    Erst wenn man dieses nun schwerere Gegengewicht nach innen schiebt, um wieder auf die ursprüngliche Auflagekraft zu kommen, verringert sich die effektive Masse. Denn die nun kürzere Hebellänge wirkt sich stärker (nämlich quadratisch) auf die effektive Masse aus als das größere Gewicht.

    Das schwerere Gewicht wird also durch den kürzeren Hebel überkompensiert. Allerdings so wenig, daß man praktisch davon ausgehen kann, daß sich überhaupt nichts verändert hat.


    In relevantem Maß die effektive Masse erhöhen, funktioniert am besten über zusätzliches Gewicht nahe der Nadel. Die effektive Masse erhöht sich dadurch praktisch 1:1. Genaugenommen minimal mehr, da ja dann auch die Hebellänge des Gegengewichts vergrößert werden muß. Das wirkt sich aber so wenig aus, daß man es vernachlässigen kann.

    Gruß

    Jürgen

  • Z.B. Ein Tonarm der die Resonanzfrequenz von 15 Hz hat und für diesen Tonarm möchte ich die Frequenz in den Bereich von 10 Hz

    Gibt irgendwo eine Faustregel, die besagt pro Hertz dass du nach unten willst, muß die tatsächlich auf die Nadel wirkende effekt. Masse um ca. 35-40 g erhöht werden. Wären in deinem Fall rund 200 g durch vier, also mußt du die Masse am Headshell um 50 g erhöhen. Die Veränderung am GGW muß dann aber auch ausgeglichen werden, da klatschen die Lager in die Hände und auch die Steifigkeit des Tonarmrohrs wird davon auch mehr oder weniger betroffen sein. Es bringt nix, man macht aus einem leichten Tonarm nicht im Handumdrehen einen schwerden. Sowas muß von Anfang an auf die angepeilte effekt. Masse hin entwickelt sein, zumindest im Groben.

  • Wenn Du das Gewicht am Tonabnehmer erhöst muss das Gegenwicht logischerweise auch weiter nach hinten rutschen um den Arm auszubalancieren. Beides erhöht die effektive Masse und senkt die Resonanzfrequenz. Allerdings ist der Bereich relativ gering wenn Du nicht auch ein schwereres Gegengewicht zur Hand hast.

    Eigentlich genau im Gegenteil (falls ich dich nicht mißverstanden habe?):

    Bleibt die Masse des Gegengewichts unverändert, dann ist die effektive Tonarmmasse höher als wenn man die Gegengewichtsmasse erhöht.

    Gruß

    Jürgen

  • Danke,

    das sind ja eine Menge Informationen.

    Diese muss ich erst mal sortieren.

    Ich bekomme das mit der effektiven Tonarmmasse für mich noch nicht ganz hin.


    Aber warum könnte Mann aus einen leichten TA keinen schweren machen. Wenn ich wie oben beschrieben die Masse erhöhe.


    Gruß


    Bwenry

  • muß die tatsächlich auf die Nadel wirkende effekt. Masse um ca. 35-40 g erhöht werden. Wären in deinem Fall rund 200 g durch vier, also mußt du die Masse am Headshell um 50 g erhöhen.

    Deine Berechnung kann stimmen. Ich habe gerade den DL-110 an meinem Arm mal ausprobiert. Konnte den TA vorne um ca.17g beschweren.

    Die TA-Resonanz war vor der Veränderung 12Hz ist jetzt 10Hz


    Gruß


    Bwenry