OP5534 A welche aktuellen Entwicklungen sind auf dem Markt.

  • Da ich mich schon lange nicht mehr mit IC's beschäftigt habe hier meine Frage. (siehe Überschrift)


    Ich wollte meinen Entrerrer-Vorverstärker mal wieder ein wenig überarbeiten und wollte auch die IC's tauschen. Sie sollten eine möglichst hohe Bandbreite haben.


    Danke schon mal für Euere Vorschläge.


    Gruß

    Bwenry

  • Bwenry,

    Calvin kennt als professioneller Entwickler im Audiobereich natürlich den OP, so wie ich auch, weil dieser nach wie vor in meiner analogen Aktivweiche als Doppel OP am Start ist. Ohne aber zu wissen in was für einer Schaltungtopologie das Teil eingesetzt ist kann man überhauptnichts empfehlen. Im Worse Case schwingt der neue OP, oder es stimmt bei einem Filter die Eckfrequenz nicht mehr. Wenn es dann dadurch anders klingt freut sich der Bastler, weil es hat sich ja was verändert und empfiehlt das Teil in diversen Foren.


    Auch wenn Dieter (MAC Riem) jetzt gleich dazwischen grätschen würde sofern er hier noch anwesend wäre, tuts der 5534 nach wie vor absolut ausreichend sofern die Umgebung passt.

    Grüße Chris

  • Ob der OP nun Teil einer aktiven RIAA Entzerrung ist, diese passiv ist und der OP nur als Ausgangsverstärker dient oder am Eingang sitzt wissen wir immer noch nicht. Aber macht auch nichts, wie schon geschrieben würde ich es einfach lassen wie es ist, durch den Tausch des OPs wird die Kiste auch nicht wirklich besser.


    Grüße Chris

  • Hi,


    hohe Bandbreite fördert zunächst einmal das Rauschen und die Schwingfreude .... vermutlich zwei der Faktoren, die HighEnder als Klangverbesserungen beim OP-Rolling ansehen ;)

    Gerade bezüglich des Rauschens ist der alte OPA 5534 immer noch mehr als konkurrenzfähig.

    Er weist gerade für MMs eine günstige Kombination aus Spannungs-und Stromrauschen verbunden mit niedrigen 1/f Frequenzen auf.

    Bezogen auf 5kOhm Quellimpedanz weist er eine niedrige Rauschzahl von nur 0,9dB auf.

    Seine SlewRate ist mit 13V/µs weit über dem Bedarf (<0,5V/µs).

    Ein wenig besonders ist seine externe Kompensationsmöglichkeit und die relativ hohe OpenLoop-Bandbreite (übrigens beim (Philips/NXP höher als beim TI .... die alten Philips-Signetics Typen galten auch als die besten 5534er).

    Es gibt durchaus die Theorie, das der durch die typischerweise schon ab ~1Hz sinkende OL-Verstärkung und dadurch schon ab niedrigen Frequenzen steigende Klirr zu einer unharmonischen Klangbalance führe, die sich in einer pegelabhängigen Verhärtung/Aufhellung des Klangbildes äußere.

    Bleibt die OL-Verstärkung dagegen über einen Großteil des Audiosprektrums konstant, so verhält sich auch der pegelabhängige Klirr quasi frequenzneutral.

    Sei es wie es ist, mit über 70dB OL-Verstärkung noch bei 10kHz steht der 5534 sehr gut da.

    Nicht nur darin, sondern auch im Rauschen übertrifft er z.B. sogar einen vielfach teureren und ziemlich gehypten OPA627 oder gar den AD797 (mit nur 0,9nV/VHz Spannungsrauschen!).

    Eine leichte Verbesserung erzielt der ebenfalls bereits betagte AD745 von Analog Devices (ein DiFET), der ohne Zusatzkompensation allerdings nur für Gains >5 vorgesehen ist.

    Er besticht durch sehr geringes niederfrequentes Rauschen.

    Sehr interessant scheint der neuere OPA209 von TI, den es allerdings nur in SMD-Gehäusen gibt.

    Er weist die Topologie der SoundPlus OPAs von TI auf, die ja ganz proper klingen sollen.

    Er ist einer der wenigen OPAs der wie der 5534 eine günstige Kombination von Spannungs- und Stromrauschen aufweist und ansonsten in praktisch allen sonstigen Parametern sogar noch etwas besser ist.


    Fazit: der alte Knacker ist besser als sein Ruf ... zumindest von messtechnischer Seite ... und klanglich bestimmt die Peripherie ohnehin stärker den Outcome als der OP-Type selbst (imho).


    jauu

    Calvin

  • Fazit: der alte Knacker ist besser als sein Ruf ... zumindest von messtechnischer Seite ... und klanglich bestimmt die Peripherie ohnehin stärker den Outcome als der OP-Type selbst (imho).


    jauu

    Calvin

    :thumbup::thumbup::thumbup::):)

    Suuuuuper.

    Das war ja mal eine Antwort.


    Ich würde Deinen OPA209 ja mal probieren. Was meinst Du, macht die Arbeit Sinn???


    Danke !!!!!

    Gruß

    Bwenry

  • Außer den 8 Beinchen haben 2604 und 5534 nix gemeinsam.

    Trotzdem könnte ein 1:1 Tausch funktionieren. Aber ohne Schaltplan lassen sich keine Vorhersagen treffen, da wahrscheinlich Schaltungsänderungen einschließlich Messungen notwendig werden, Stichpunkt unerwünschte Schwingneigung und anderes.


    Peter

  • Hi,


    was in Deinem Fall Sinn macht lässt sich ohne Kenntnis der grundlegenden Struktur der Phono nicht entscheiden.

    Der OPA2604 ist ein Dualer JFET Input OPAmp.

    Der Single Typ hat die Bezeichnung OPA604.

    Er ist gut geeignet für höhere Pegel, als z.B. zweite verstärkende Stufe in einer Phono und für LineLevel Signale aller Art, insbesondere Filter.

    Sein Stromrauschen ist Typ bedingt extrem niedrig ... was bei hohen Quellmpedanzen dominiert.

    Als zweite Stufe in Phonos und in Filtern habe ich ihn oft und gerne eingesetzt.

    Sein Spannungsrauschen dagegen ist für eine Phono MM Eingangsstufe schon grenzwertig hoch.


    jauu

    Calvin

  • Hallo,

    der 5534 ist ja nicht schlecht. Besser ist aber der LT1115.

    Ich habe in einem anderen Forum mein Projekt von Januar 2016 vorgestellt.


    Re: Parallelschalten von Halbleitern für kleines Rauschen

    Re: SNR mit Hobbyausstattung messen


    Übrigens: Die Simulationen in den Links werden mit dem kostenlosen LTspice von Linear Technology durchgeführt. Es ist alles dabei um sie selber auszuführen.


    Nach den ersten Vergleich der Datenblätter könnte man den NE5534 durch den LT1115 ersetzen. Der LT1115 ist in allen Belangen besser, kostet aber auch um die 5€, na gut es sind fast 6€ beim großen "C". Bei Reichelt ist er etwas billiger.


    https://www.conrad.de/de/linea…hrzweck-dip-8-150619.html


    Der NE5534 kostet 0,34€ bei Reichelt.


    https://www.reichelt.de/?ACTIO…TICLE=13390;SEARCH=ne5534


    Ein bloßer Austausch würde u.U. etwas hörbares bringen, wenn die Schaltung und die Bauteile gut sind.

    mfg klaus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von KlaRa5 ()

  • Hallo Klaus,


    Danke für den Vorschlag,

    Ich werde mir die IC's kaufen und testen.

    Die Bauteile der Schaltung habe ich selbst ausgesucht und diese sind nicht schlecht.

    Die Schaltung kann ich leider nicht ins Netz stellen. Sie steht in dem Buch HIGH End mit Röhren, aber nicht mit Netzteil sondern über Batterien betrieben.

    Ich werde berichten.


    Gruß

    Bwenry