Was macht den Klang? Oder: Die Macht des Phono Vorverstärkers...

  • Liebe Experten hier im Forum,


    ich habe mir in relativ kurzer Zeit eine recht schöne Kombi zum Musikhören zusammengestellt. Als das wären:


    - Clearaudio Concept Dark Wood Plattenspieler mit Clarify Kardan Tonarm

    - Ortofon 2M Black Tonabnehmer

    - Lehmann Black Cube Phono Vorverstärker

    - Unison Research Simply Two Röhrenverstärker

    - Cambridge Audio CXN Netzwerkplayer

    - Unison Research Max 1 Lautsprecher


    Ich bin soweit sehr zufrieden mit meinen Geräten, denke, dass ich nun endlich durch bin mit Käufen. Die einzige Schwachstelle, die ich eventuell noch ausmache, wäre der Phonovorverstärker. Da ich aber wirklich binnen 6 Monaten all die aufgelisteten Geräte gekauft habe, ist es nach wie vor so, dass ich Newbi bin und nicht wirklich alles perfekt einzuschätzen weiß. Deshalb meine Frage an Euch:


    Wie verhält es sich mit den Phono Vorverstärkern? Haben die einen spürbaren Einfluss auf die Tonqualität? Man liest ja geht widersprüchliches...

    Ich frage mich, ob mein Lehmann Black Cube das begrenzende Element in Sachen Soundqualität in meiner Kette ist (bzw. ob er überhaupt zum 2M Black passt?).

    Ich träume vom Unison Research Phono Vorverstärker (https://www.audio-creativ.de/?p=85). Er würde sich sicher gut neben meinem Holz Simply Two machen (schaut zumindest auf den Bildern gleich aus). ABER: Ist das nur eine optische Sache oder verbessert sich der Klang auch spürbar?

    Ist der Lehmann Black Cube eine andere Kategorie (oder eben umgekehrt?). Der Preis lässt es ja vermuten! Oder wäre es dann doch eher rausgeworfenes Geld weil kaum anders?


    Ich bin für jede Meinung/Einschätzung dankbar.

  • Ausleihen! Anhören!

    Das ist besser als alle Forentipps. :)


    Wenn Du mit MM hinkommst, würde ich mir mal eine Croft RIAA ausleihen. Da hättest Du dann auch Röhren im Phonozweig. Den Unison Research Phonovorverstärker kenne ich leider nicht. Einen Black Cube SE hatte ich lange selbst. Wesentlich besser ist leider auch deutlich teurer.


    Gruss
    Sebastian

  • Hallo zeitlos


    Also ich würde mich nicht als ein Gold Ohr bezeichnen und doch hörte ich zwischen meiner Octave EQ.2 und der kleinen Croft RIAA deutliche Unterschiede in der Art wie sie musizieren.

    Da solltest du auf jeden Fall testen, es kommt aber auch sehr auf das gehörte Material, sprich Genre an.


    Also um deine Frage zu beantworten: "JA oft gravierende Unterschiede"

    Auch meine Freundin konnte das eindeutig hören, blind.


    Beste Grüße

    Oliver

  • Also um deine Frage zu beantworten: "JA oft gravierende Unterschiede"

    Auch meine Freundin konnte das eindeutig hören, blind.

    Kann ich bestätigen!

    Der Phonoare hatte bei mir immer einen grösseren Einfluss als der Tonabnehmer. Zum Beispiel war damals die jeweilige Charakteristik einer Creek OHB 8 sowie einer Project Phonobox S deutlich zu hören.


    LG

    Harald

  • Hallo Zeitloser,

    hol Dir die Unison, welche meines Wissens nach rein MM und Röhre ist, und werde damit selig!

    Klanglich über jeden Zweifel erhaben und eine gute optische Ergänzung zum Amp.

    Hörgrüße Ronny

    denk ich auch ohne die Unison zu kennen. Wie gesagt leih dir eine.

    Bei mir blieb auch die kleine Croft weil sie wider Erwarten Instrumente und Stimmen viel natürlicher reproduziert. Direkter genauer plastischer und auf dem Punkt, dachte ursprünglich nicht dass das den Tugenden eines "klassischen" Röhrenpre's entspräche.


    Beste Grüße

    Oliver

  • Hallo,
    "Was macht den Klang? Oder: Die Macht des Phono Vorverstärkers...".

    Ich meine, ein Verstärker muß das Signal unverfärbt verarbeiten.;) Ein Phono Vorverstärker darf deshalb keinen Klang haben. Klänge sind Sache des Tonabnehmersystems und der Lautsprecher.^^ Ein Verstärker kann heutzutage so gebaut werden, daß er mit Abstand nicht mehr ein schwaches Glied der Kette ist. Hinzu kommt, die Top - ICs wie der LT1115 sind mit 6,- € sehr preiswert geworden. :)

    Mit diesem Typ von rauscharmen ICs wird Lehmann auch seinen Black Cube gebaut haben. Leider erfährt man zu den technischen Details nichts konkretes. Auch die Testberichte schweigen sich dazu aus.:(


    Man hätte doch mal den Phono Vorverstärker ausmessen können und z.B. die Abweichungen von der RIAA Kurve feststellen können. Das wären Fakten. Das ICs wie der LT1115 "plärren" können halte ich für ein Gerücht. Das gab es vielleicht hin und wieder im letzten Jahrtausend. Plärren kenne ich eigentlich sonst nur von Lautsprechern.:pinch:


    Der Rauschabstand mit MM 71 dB, MC 63 dB (unbewertet) ist nicht gerade berauschend, aber ehrlich. Es fragt sich so und so oft, Rauschabstand von was? Da kann man auch trixen und die Werte schöner darstellen als sie sind.


    Die Preise für einen Cube SE mit 660,- € bei Amazon halte ich für gehoben. Aber vermutlich muß man bei Kleinserien auch etwas zuschlagen. Der einzige echte Aufwand dürfte die Selektion der Kondensatoren des RIAA - Filters sein. Das bekommt der Hobbybastler nicht so leicht hin, außer er kauft sich ein Sack voll Kondensatoren und nimmt sich die Zeit.:wacko:


    Fazit: Phono Vorverstärker über 500,- € dürfen den Klang nicht verändern. Sonst stimmt da etwas nicht.:)


    mfg klaus

     

  • Vielen Dank Euch allen schon mal für Euer Feedback! Sehr interessant! Die Tendenz geht in erste Linie Richtung "selbst ausprobieren" gefolgt von "doch, das könnte/sollte besser klingen", wenn ich es richtig deute.


    Eine kleine Korrektur, ich habe nicht den Black Cube SE (UVP 819,-), sondern den günstigen (UVP 379,-) "Statement".


    Darum auch die Frage, ob er das Potential ausschöpfen kann oder er in meiner Kette einen Schwachpunkt darstellt.


    Ihr habt ja noch Alternativen genannt (Croft). Die wären dann wohl noch mal ein gutes Stück günstiger als der Unsion Vorverstärker. Aber klar, optisch ist das ein Sahneteil...


    Ich werde vielleicht wirklich bei Gelegenheit mal einen Testlauf (Probehören) machen. Ich bin nur skeptisch, ob mein ungeschultes Ohr den Unterschied hören kann.


    P.S. Es wurde ja gesagt, der Unison sei bei MC eher leise. Ist das ein Problem? Oder kann man durch ETWAS lauter drehen dem entgegenwirken? Noch habe ich einen MM Tonabnehmer, aber ich hatte für die Zukunft schon auf MC geschielt...


    @Klaus: Deine Argumentation leuchtet mir irgendwo ein, hifi meint ja, nah am unverfälschten Original dran sein. Aber ist dem wirklich so? Klingt eine Röhre dann nicht doch u.U. (deutlich?) anders als ein Transistorenverstärker? Günstig vs. teuer? Hm, aber wahrscheinlich doch eher nur marginal, oder?

  • aber ich hatte für die Zukunft schon auf MC geschielt...


    Na, dann hängst Du noch einen Übertrager hinten dran. Soll mit der Croft auch sehr gut funktionieren. Du bist dann allerdings nicht ganz so flexibel, wie mit einem Phonorpe, der diverse Einstellmöglichkeiten für MM und MC hat...


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?



    Just listen

  • Noch habe ich einen MM Tonabnehmer, aber ich hatte für die Zukunft schon auf MC geschielt...

    Na, das hört sich ja ziemlich Negativ an:/

    MM muss nicht zwangsläufig das schlechtere sein nur weil MC´s mit ihrer angeblichen Technischen Überlegenheit scheinbar besser dastehen.


    MC Systeme haben den besseren Ruf weil sie aufgrund ihrer Systembedingt weiterreichenden Frequenzgänge "Audiophiler" erscheinen.

    Würde man Moving Magnet die gleiche Aufmerksamkeit und den gleichen Technischen Aufwand zugestehen wäre das verhältniss im Verkauf ausgeglichener, so gibt es im vergleich leider nur wenige Qualitativ hochwertige und hochpreisige MM´s.


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    ..wenn einer nicht auf dem gewohnten Weg vorankommt,/ sucht er sich hintenrum eine beßre Strasse,/ doch um das gute zu finden, muss man, ich habs erprobt, in umgekehrter Richtung gehen. Galileo Galilei

  • nimmt sich die Zeit.:wacko:

    Hallo,
    "Was macht den Klang? Oder: Die Macht des Phono Vorverstärkers...".

    Ich meine, ein Verstärker muß das Signal unverfärbt verarbeiten.;) Ein Phono Vorverstärker darf deshalb keinen Klang haben. Klänge sind Sache des Tonabnehmersystems und der Lautsprecher.^^ Ein Verstärker kann heutzutage so gebaut werden, daß er mit Abstand nicht mehr ein schwaches Glied der Kette ist. Hinzu kommt, die Top - ICs wie der LT1115 sind mit 6,- € sehr preiswert geworden. :)

    Mit diesem Typ von rauscharmen ICs wird Lehmann auch seinen Black Cube gebaut haben. Leider erfährt man zu den technischen Details nichts konkretes. Auch die Testberichte schweigen sich dazu aus.:(

    Fazit: Phono Vorverstärker über 500,- € dürfen den Klang nicht verändern. Sonst stimmt da etwas nicht.:)


    mfg klaus

     

    Voll zutreffender Beitrag!

    Das sehe ich als ehemaliger Audio- Elektronik Entwickler ganz genauso.

    Der Vorverstärker muss nicht viel kosten, die eingesetzte Elektronik ist sehr günstig zu bekommen.

    Ich besitze 2 Pro-Ject Phono Boxen S (125€ pro Vorverstärker) und eine Phonobox DS (200€) vom gleichen Hersteller, die sind Spitze, mehr braucht kein Mensch auszugeben.

    Steck dein Geld lieber in Lautsprecher und Tonabnehmer, gerade die elektromechanischen Geräte/Bauteile sind die Einflussfaktoren.

    Gute rauscharme Verstärker zu bauen ist keine große Kunst, das soll uns nur so suggeriert werden, damit wir die überteuerten Produkte kaufen.

    Klar hat ein Verstärker Einfluss, der ist aber um Klassen geringer als der von Elektomechanik.

    Gute Boxen zu bauen ist eine Kunst und kann auch nicht günstig sein, was nicht heißt das teurer gleich besser ist. Außerdem geht es auch um Geschmack.

    Gruß Thorsten

  • Zitat

    Der Rauschabstand mit MM 71 dB, MC 63 dB (unbewertet) ist nicht gerade berauschend, aber ehrlich.

    Vor allem wenn man bedenkt, dass das Medium Schallplatte selbst nicht mehr als 40 dB erreicht...😉

  • Sehr 'interessant', was man hier so zu lesen bekommt ....


    Zunächst mal an den Threadersteller: hattest Du vor Erstellen des Themas mal die Suchfunktion bemüht? Ich meine, in der Vergangenheit gab es viele Diskussionen zu diesem Thema.


    Nach meiner Erfahrung kann man den Phonopre fast nicht sorgsam genug aussuchen.


    Nach einer Zeit des Ausprobierens verschiedener 'bezahlbarer' Phonopres (Graham Slee, Trigon, Whest Two, Omtec Antares u.v.a.) bin ich bei 'richtig großen' Kisten gelandet. Und wie man Unterschiede hört! Auch an Boxen der 500-DM-Klasse mit nem Denon DL103!!


    Ein Beispiel: Das eine Einstein The Turntables Choice (leider nur MC, gibts cebraucht schonmal um 2t€) Längen besser als die o.g. Geräte ist, kann man auch während des Essens seitlich der Anlage sitzend feststellen - über Denon 103 und billige Boxen aus Anfang der 90er ....


    Ich würde auf jeden Fall die Unison und die Crofts testen und sehen, wer im Forum aus der Gegend kommt und evtl mal zum Ausprobieren mit seinem Gerät vorbei kommt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von sören ()

  • ist doch bekannt: Verstärker klingen alle gleich! Lernt man täglich im Hifi- Forum

    ...Der neue Vorverstärker lässt die akustischen Darsteller einen Tick zurücktreten und verbindet die vielfältigen Rauminformationen, die auch der alte aus dem Musiksignal extrahiert, schlüssiger zu einer dreidimensionalen Illusion.


    Einige Tester haben das mit den Phono Vorverstärkern wohl noch nicht verstanden. Wenn die noch Platz in der Kolumne zu füllen haben, dann fließen die blumigen Ergüsse und beschreiben einfach die Referenzbox selber.;)

    mfg klaus

  • @Klaus: Deine Argumentation leuchtet mir irgendwo ein, hifi meint ja, nah am unverfälschten Original dran sein. Aber ist dem wirklich so? Klingt eine Röhre dann nicht doch u.U. (deutlich?) anders als ein Transistorenverstärker? Günstig vs. teuer? Hm, aber wahrscheinlich doch eher nur marginal, oder?

    Meine ersten Verstärker waren auch Röhrenverstärker. Der beste war der Organist von Radio RIM. Diskrete Transistor-Endstufen habe ich auch gebaut, die letzte sogar selbst entwickelt. Zu der Zeit waren die Hilfsmittel noch nicht so gegeben. Ein Simulationsprogramm wie LTspice gab es noch nicht, zumindest nicht für den Hausgebrauch.;(

    Na ja, was ich dann gelernt habe, Verstärker mit einfachen Kollektor- oder Emitterschaltungen haben ihre Grenzen. Es muß schon eine Differenzstufe im Spiel sein um allein den Klirrfaktor klein zu bekommen. Mehrere Differenzstufen und ein symmetrischer Aufbau sind noch besser.

    Wenn ich das dann mit einer Röhrenschaltung vergleiche, dann wundert es mich doch wie gut die klingen sollen. Mein Organist mit 4 EL84 und Ultralinearstufe war schon gut, aber ich würde ihn gerne mal an meine heutigen Boxen hängen und vergleichen.:)


    Hier mal ein Link auf die Baumappe:

    http://www.rainers-elektronikp…pen/Baumappe_Organist.pdf


    Für die ECC83 - Stufe hatte ich ein Platine angefertigt, mit Bleistift und Lack die Ätzmaske aufgetragen. Na, Steinzeit.


    mfg klaus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von KlaRa5 ()