Klaviermusik und Verzerrungen

  • Dann machte ich aber eine interessante Feststellung. Der Klang ist mit Kopfhörern wesentlich besser.

    Sebastian,


    das sieht jetzt doch ziemlich nach einer anderen Verzerrungsursache als Tonabnehmer oder PhonoVV aus - jedenfalls wenn mit KH kaum Verzerrungen an den gleichen kritischen Stellen im Musikstück auftreten.


    Ich finde es widersprüchlich, dass die Verzerrungen per LS auf den inneren Rillen auftreten, mit Kopfhörer nicht. Von Rückkopplungen, die als deutliche Verzerrungen hörbar werden habe ich noch gar nicht gehört, das ließe sich auch nur schwer erklären...


    Man kann jetzt (nur beispielsweise!) so vorgehen:

    Die verzerrenden Stellen mit KH am Lautsprecherausgang angeschlossen anhören. Weiter könntest Du probieren, ob die Verzerrungen im Kopfhörer am KH Ausgang hörbar werden wenn die LS Wiedergabe parallel auch läuft (evtl. mal LS zuschalten/abschalten).

    Falls mit KH Verzerrungen zu hören sind, gibt es mit dem Verstärker ein Problem.


    Falls so keine Verzerrungen feststellbar sind, könnte der Lautsprecher selbst die Verzerrungen produzieren (siehe aber Widerspruch oben...)


    Man könnte natürlich auch Messungen machen, aber das wird dann aufwendiger.


    Grüße,

    Winfried

    Einer Behauptung ohne Beleg darf man auch mit einem Widerspruch ohne Beleg entgegnen. (Volksweisheit)
    Ich höre & genieße mit meiner Ohr/Gehirnkombi! 8) Musikreproduktionsanlage siehe: über mich :)

  • Was ich nicht verstehe, ist, dass die Probleme erst mit den Sun Bear Concerts auftraten. Läge eine - wie auch immer aussehende - Fehljustage an Tonabnemer oder sonst ein Fehler am Setup vor, müßte es doch immer zu hören sein, egal bei welcher Platte. Und Rückkopplungen ausgerechnet durch Solo-Piano? Da fallen mir aber andere Musikrichtungen ein, die Rückkopplungen verursachen könnten.

    Viele Grüße

    Martin

    eine Stereoanlage, zwei Ohren und viele Platten

  • Gebe euch absolut recht. So ganz klar ist es auch noch nicht. Fest steht folgendes:


    -Es sind jetzt mit den neuen Platten keine wirklichen Verzerrungen mehr, sondern mehr ein unsauberer Klang im letzten Plattendrittel

    -Die andere Ausgabe war definitiv defekt, das waren wirklich heftige Verzerrungen

    - ohne Haube wird’s besser

    - bei lautem Hören vibriert der Korpus des Plattenspielers deutlich

    - Habe zwei Kopfhörer, einmal über KH Ausgang mt Kabel, einmal über Tape out mit Funk, letztere gehen sogar wenn der Verstärker komplett aus ist. Ich müsste jetzt mal ausprobieren, ob sich der Klang in den KH ändert, wenn ich die LS zu und abschalte

    - tja, warum grade mt diesen Platten, ist halt Solo Klavier mit sehr kräftig angeschlagenen hohen Tönen, glasklar am Anfang der LP, da fällt die kleinste Gleichlaufschwankung und Verzerrung sofort auf. Eine andere Erklärung habe ich nicht

  • Nein, also ihr habt recht. Der Klang ist in den KH gleich, egal ob mit oder ohne Lautsprecher eingeschaltet. Damit fällt die Aufstellungsthese flach. Und die Bändchenhochtöner in den LS sind wahrscheinlich analytischer und schärfer als meine KH.

    Vielleicht liegt es eben doch am Vinyl. Am schlechtesten ist auch grade die 3/10 Platten. Die mit der schönsten Musik.


    Ich entsinne mich, dass ich irgendwo auf Spiegel online mal einen Kommentar anti Vinyl las, der genau die Sun Bear Concerts ins Feld führte. Trotz pfleglichster Behandlung hätte die Wiedergabequalität immer weiter nachgelassen.


    Ich weiß nun auch nicht mehr. Mit anderen Platten habe ich diese Probleme nicht. Aber ich hab sonst auch keine Solo-Klaviermusik

  • Hallo Sebastian,


    sei froh, dass Du nichts gravierendes am System hast oder ändern brauchst. Ich kenne das auch, dass bei gebrauchten Platten häufig das beste/schönste/bekannteste usw. Stück schon mehr gespielt wurde als die übrigen Stücke. Macht man ja selbst auch so. Ich vermute, hier kommen dann eben die ungünstigere Geometrie am Ende der Scheibe und der Verschleiß zusammen. Denn die Platte bliebt ja noch knapp unter 20 Minuten Spielzeit auf der Seite, da könnten ja sogar 25 Minuten drauf sein, extrem geschnitten bis zum Label ist es also nicht.

    Ein scharfer Schliff (Microdridge, Shibata), der tiefer eintaucht, kann manchmal die Lösung sein, weil er Bereiche unterhalb der Verschleißebene abtastet. Dafür ist er dann wieder empfindlicher gegenüber Staub usw., auch teurer.

    Ich habe die Ausgabe als CD gekauft, da ich nicht wußte, woher ich eine bezahlbare Mint-Ausgabe der Scheiben herkriegen sollte. Manchmal ist CD auch ganz praktisch..


    VIele Grüße

    Martin

    eine Stereoanlage, zwei Ohren und viele Platten

  • Ja, das scheint mit inzwischen auch so. Einen Shibata habe ich an dem System ja sogar.


    Vielleicht gehe ich doch bei diesen Konzerten auf CD. Man soll nicht so dogmatisch sein. Und für die 200 Euronen kann ich mir auch die CD und ne Menge anderer LP‘s kaufen.


    Selbst wenn ich sie in top Zustand finde, hätte ich dann auch jedes Mal Sorge, dass ich mir die Platten kaputtspiele.


    Aber ist trotzdem irgendwie schade

  • Hallo Sebastian,


    ich freue mich mit Dir, dass nichts "kaputt" zu sein scheint! Ich liebe auch selbst Klaviermusik, bin aber (zur Zeit noch) mehr digital unterwegs. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass eine wirklich gute, der analogen gleichwertige, (nicht nur Klavier-)Wiedergabe von digitalen Medien circa so viel (und natürlich anderen) Aufwand braucht wie rein analoge Wiedergabe. Von daher kann CD die "Rettung" sein, muss aber nicht - muss man ausprobieren und die digitale Kette optimieren.


    Falls Du 1:1 LP/CD Versuche machen solltest, lass uns wissen wie's ausgeht, aber bedenke immer: LP und CD Medien derselben Aufnahme werden leider oft...meist vor der Pressung unterschiedlich gemastert und sind darum oft schwer fair vergleichbar...


    Grüße,

    Winfried

    Einer Behauptung ohne Beleg darf man auch mit einem Widerspruch ohne Beleg entgegnen. (Volksweisheit)
    Ich höre & genieße mit meiner Ohr/Gehirnkombi! 8) Musikreproduktionsanlage siehe: über mich :)

  • Wie schwierig 1:1 Vergleiche sind habe ich jetzt auch mal wieder festgestellt. Ganz krass und zu Gunsten des Vinyls ist Mark Knopflers "Tracker". Die in meinem Bestand einzig wirklich gut vergleichbaren Medien sind "Friends Of Carlotta - Live In Studio" in der Erstausgabe von 1999.

  • Moin Leute!


    Die Story hier ist leider noch überhaupt nicht zu Ende! Zunächst habe ich mich NOCHMAL an die justage gesetzt und festgestellt, dass ich entweder zu blöd bin für die Schön-Schablone, oder die Geometrie überhaupt nicht zu dem Tonarm passt.

    Denn wenn ich auf die original Schablone vom Dreher (die ist glaube ich nach DIN) justiere, dann habe ich deutlich mehr Überhang und etwas weniger Kröpfung und der Klang ist innen wesentlich besser.


    Es gibt aber nicht nur positives. Ich habe mir nun von meinen Eltern einen ganzen Haufen Klassikplatten besorgt. Mozart Sonsten, Schumann Sonaten, alles Hrammophon und in gutem Zustand. Eigentlich habe ich bei JEDER Platte Verzerrungen zum Ende hin. Sie sind jetzt erträglich und ich würde es weitgehend als hörbar bezeichnen, aber trotzdem, bei jeder Platte. Ich muss jetzt nochmal das DMS 20 drunterhängen und schauen wie es damit ist. Irgendwas an meinem Dreher hat ein Problem mit Klaviermusik! Es NERVT!

  • Vibriert der Plattenspieler selbst, so daß sich das auf den Tonarm auswirkt? Das hört man je nachdem wie stark es ist , erst ab Plattenmitte. Das hatte ich selbst mal, wurde fast irre. Hatte den Tonarm am Rohr angefasst und führte in zur Mitte und merkte das Kribbeln in den Fingern. Vibrationen. Frag nicht, was ich alles verändert und verkauft habe, bevor mir der Fehler auffiel. Ist nur eine Idee, um dir zu helfen.

    Grüße

    Knut



    Garrards, Tubes & Rock'n' Roll

  • Danke dir für deine Antwort! Genau diesen Verdacht hatte ich auch schon, allerdings teste ich derzeit nur mit Kopfhörern. Das kann also nicht sein. Aber du hast recht. Ich werde noch versuchen der Player in einen anderen Raum zu stellen, denn die Wiedergabe über Kopfhörer ist besser als über die Latsprecher (die allerdings auch wiederum einen sehr analytischen Hochtonbereich haben). Und ja, das chassis vibriert. Aber im Moment reicht es mir schon, wenn ich die Störungen aus den Kopfhörern bekomme.


    Ich hab jetzt eben nochmal mit dem DMS750 (=OM20) gegengeprüft und damit ist es eher schlechter. Da die Verzerrungen auch damit genau an den gleichen Stellen aufgetreten sind, denke ich nun wieder das die Platten von meinen Eltern vielleicht doch nicht mehr ganz so taufrisch sind. Sind eben auch schon alt.


    Sehr gut ist, dass ich nun ein Sun Baer Set hier habe, dass in Verbindung mit der DIN Justage nahezu perfekt und gut hörbar ist.


    Ich kann bis jetzt konstatieren dass:


    Erstens Klavier-Solo-Musik perfekt ist um Verzerrungen zu prüfen, weil der Klavierton schon von Natur aus hart und klirrig ist und kein Bass/Schlagzeug oder anderes die Störungen überdeckt


    Und Zweitens die Justage nach Schön entweder zu schwierig für mich oder ungeeignet für den Dual CS750 ist!

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  • Erstens Klavier-Solo-Musik perfekt ist um Verzerrungen zu prüfen, weil der Klavierton schon von Natur aus hart und klirrig ist

    ist da nicht eher das Gegenteil der Fall? ...eben dass man mit Klaviermusik sehr schlecht unterscheiden kann, welche Verzerrungen vom Klavier, welche von der Aufnahme, welche vom Plattenzustand und welche vom Plattenspieler und Tonarm, bzw. von der Einstellung herrühren.


    Allein dadurch, dass ein Klavier viele Saiten besitzt, die vom Klavierstimmer aus klanglichen Gründen immer ein winziges bißchen neben der Sollfrequenz gestimmt werden, entstehen gewollte Schwebungen und Klirranteile. Außerdem erzeugt jeder überharte Anschlag, insbesondere der hohen Töne für extreme Verzerrungen. Daher halte ich Klaviermusik für Klangfeineinstellungen am eigenen Plattenspieler für völlig ungeeignet.


    Um Verzerrungen des eigenen Gerätes abschätzen zu können, braucht man meiner Meinung nach zwingend unverzerrtes Musikmaterial.


    Gruß,


    Rainer

  • Also ich finde in der Hinsicht klirrreiches Material hilfreich, greife allerdings zu verzerrten E-Gitarren, gerne Sonic Youth oder Neil Young. Auch in der Aufnahme übersteuertes Material eignet sich gut. Voraussetzung ist natürlich, dass man die Aufnahmen gut kennt, auch in verschiedenen Szenarien.


    Ergänzung: Bei unverzerrtem Material müssen schon recht grobe Beeinträchtigungen vorliegen, damit es hörbar wird.


    Gruß

    Christian

    ... und wo zum Teufel bin ich hier überhaupt?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von REGAphon ()

  • Die Story hier ist leider noch überhaupt nicht zu Ende! Zunächst habe ich mich NOCHMAL an die justage gesetzt und festgestellt, dass ich entweder zu blöd bin für die Schön-Schablone, oder die Geometrie überhaupt nicht zu dem Tonarm passt.

    Denn wenn ich auf die original Schablone vom Dreher (die ist glaube ich nach DIN) justiere, dann habe ich deutlich mehr Überhang und etwas weniger Kröpfung.

    Hallo,

    das muss so sein. Wenn du andere Geometrie einstellst, hast du zwangsläufig andere Kröpfung und anderen Überhang.

    Dass SCHÖN innen etwas weniger verzerrt als DIN, war zu erwarten. Denn die Nullpunkte liegen bei Schön weiter innen.

    Der Unterschied beim Hören dürfte aber nur minimal sein.

    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Jürgen, da habe ich mich nicht richtig ausgedrückt! Schön war bei mir schlechter als DIN! Keine Garantie, dass ich schön wirklich richtig angewendet habe.

    Achso. Da muss irgendwas anderes nicht stimmen. Die minimalen Unterschiede wären kaum zu bemerken, und Schön ist für den Innenbereich sogar eher besser, da hier geringere Spurwinkelfehler