Vollverstärker oder getrennte Vor-Endstufe

  • Lang war ich der Meinung, dass an getrennte Vor-Endstufen nichts herankommt, was in einem Gehäuse steckt. Seit ich aber einen Sonus Faber Musica Vollverstärker besitze, bin ich da anderer Meinung.


    Anfänglich hat es mich stutzig gemacht, das ein Gerät dieser Preisklasse keinen PRE-OUT Ausgang besitzt, also Vor-Endstufe auftrennbar ist. Seit einigen Monaten habe ich das Gerät in Betrieb und muss jetzt zugeben, dass ich noch nie eine getrennte Kombi hatte, die so perfekt zusammenspielte wie der Sonus Faber. Und ich hatte einige davon! Vom Gefühl her passt hier einfach alles zusammen. Und Musik hören ist ja ein stark subjektives Geschehen.


    Hier habe ich schon Grundsatzdiskusionen Studio vs High-End gelesen. Einige behaupten, dass jeder Vorverstärker den Klang beeinflusst, jedoch immer nach Geschmack des Herstellers abgestimmt ist. Er verändert den Sound auf ein Niveau, die das menschliche Ohr als angenehm, räumlich oder man spricht von der "leuchtet" im Klang. Dies hat aber mit ehrlicher Musikwiedergabe nicht mehr viel zu tun.


    Was habt ihr so für Erfahrungen gemacht?


    Georg

  • ...solange man nicht einen "schwierigen" Lautsprecher betreibt, muß man schon eine sehr hochwertige Vor- Endstufen Kombination haben, damit man einen gleich teuren Vollverstärker toppen kann.


    Ein Vollverstärker in Doppelmono oder/und mit gut dimensioniertem Netzteil ist aber Voraussetzung.


    Klaus-Dieter

  • Erstmal würde ich mich davon lösen, Klang mit irgendwelchen Preiskategorien zu verknüpfen, imho geht das ab einem bestimmten Level an der Realität vorbei.


    Ich hatte jahrelang einen Gryphon Tabu Vollverstärker. Je nach Geschmack kann ein entsprechend guter Vollverstärker auch allerhöchste Ansprüche befriedigen.


    Mittlerweile greife ich lieber zu einer getrennten Lösung, da man hier flexibler ist. Ein Vollverstärker klingt so, wie der Hersteller es möchte fertig...bei getrennten Komponenten kann man geschickt kombinieren und so klangliche Vorlieben besser befriedigen. Man kann so seinen Spieltrieb besser befriedigen. :D Ich kann aber auch das one box one sound Argument nachvollziehen.


    Eine schöne, klassische Röhre-Vorstufe und eine ausgewachsene (Röhren-)Endstufe ist mir im Moment auch optisch lieber als eine schwarze oder silberne Kiste Vollverstärker...und Röhrenvollverstärker mag ich irgendwie nicht.

  • Meine Erfahrungen sind eher indifferent. Ob ich meinen Accuphase E-307 mit dessen Endstufen mit langen Kabeln an meinen LS betreibe oder ein langes Kabel vom Pre-Out zu den SP-996 Monos nahe bei den LS lege und mit ganz kurzen LS Kabeln arbeite, machte irgendwie wenig unterschied, zumindest nichts offensichtlich dramatisches.


    Rein technisch gesehen, sehe ich allerdings Vorteile in getrennten Vor-/(Mono)Endstufen, weil die Endstufen nahe zu den LS "können". Auch das Argument der möglichen Gerätekombination ist sicherlich wahr. Natürlich alles auch eine Sache des Geldbeutels... Aber ich bin sowieso "drei" Schritte weitergegangen mit der vollaktivierung meiner LS.


    Gruss,
    Winfried

    "...Schnell fertig ist die Jugend mit Wort, das schwer sich handhabt wie des Messers Schneide. Aus ihrem heißen Kopfe nimmt sie keck der Dinge Maß, die nur sich selber richten..." Zitat: F. Schiller - "Wallenstein"
    Ich höre & genieße mit meiner Ohr/Gehirnkombi! 8) Musikreproduktionsanlage siehe: über mich :)

  • Hallo,


    sicher haben beide "Systeme" ihre Vorteile wie auch Nachteile.
    Irgendwo auch eine "Platzfrage".
    Vollverstärker = Ein Gerät, ein Netzkabel, fertig.


    Darum habe ich momentan einen sehr guten Vollverstärker von
    MCIntosh im Betrieb. Sehr nice.


    Gruß
    Andreas
    _______________________________________
    ZYX YATRA-SB
    NA Spacedeck HD/Spacearm III
    E.A.R. 834 P de Luxe
    MCIntosh MA6850
    Visaton MONITOR 890 MK II
    _____________________________
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  • Hallo,


    beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile:
    Vollverstärker: kürzere Signalwege (kein Pre-Out Treiber), keine Verkabelung Pre-Power nötig (mit all den lästigen Kabeln, steckern, Lötstellen)
    Vor-/Endstufe: bessere räumliche Trennung der schwachen Phonosignale vom Leistungsteil/Trafo, separate Netzteile, Flexibilität.


    Bis ca. 4000-5000 € scheint mir ein Vollverstärker sinnvoller zu sein. Die Aufstellung spielt aber auch eine Rolle dabei (Länge der LS-Kabel). Ebenso das Zusammenspiel Lautsprecher-Endstufenteil. Keine leichte Entscheidung.


    Viele Grüße


    Micha

    1.Anlage: YBA Gala, YBA 1 vor/end, Lectron JH50, Paragon12, McIntosh MR78, YBA CD2, Gryphon headamp, Oracle Delphi 5/SME5/ZYX R1000 Airy 3X-SB, Sumiko Virtuoso Dti, Accuphase T103, Isoda HZ20D/HA08/HC05, 2.Anlage: Klein&Hummel FM2002, YBA Intégré, Monitor Audio BR1, Sony Discman, DNM reson solid core, 3.Anlage: Braun regie 350, Acron 110c, Lenco L500, AT95E, Loricraft PRC-3

  • Hallo allerseits,


    seitdem die phono-sektion in vollverstärkern in aller regel
    nicht mehr mitverkauft wird und ergo zusätzlich erworben
    werden muss, sehe ich nur noch sehr wenige vorteile für
    eine weitere aufteilung. Man landet im extremfall bei einer
    kette aus übertragern, phonostufe, vorstufe und ein oder
    zwei endstufen. All das muss aufgebaut, verkabelt und
    brummfrei geerdet werden. Ein schönes hobby!


    Gruss mart

  • Moin ,


    bei Vollverstärkern möchte ich aber zu Bedenken geben ,
    daß nicht alle ein (aktives) Vorverstärkerteil haben
    Obwohl eigentlich nichts mehr verstärkt werden müsste
    sind hier viele aktive Pres im Vorteil , was die Anpassung
    an unterschiedlichste Endstufen angeht .
    Auf der Endstufenseite kommt es halt auf den LS an der zu
    betreiben ist Obwohl ich getrennte Komponenten habe
    (1x Pre + 2x Stereo-Amps) ist das ganze fast wie ein
    Vollverstärker beieinander . Cinchkabel sind 1m lang ,
    LS-Kabel 2m . Für mich ist die Pre + Amp Kombi aber
    flexibler da ich auch unterschiedliche Set UPs ausprobieren
    kann . Mal schnell einen T-Amp als Endstufe für Breitbänder ,
    oder eine Auto Class A -Endstufe für den Stax Kopfhörer
    oder einen Koppfhörerverstärker an den Pre für den Sennheiser .
    Auch mit den Endstufen ist es da flexibler , die Stereo-Amps
    lassen sich brücken für nichtso leichte Lasten oder im Stereo
    Modus für Bi-Amping unsw. .
    Hinzu kommen dann die ganzen Kabel Möglichkeiten zum austesten .
    Mit einem Vollverstärker wie dem neuen Pass hätte ich bestimmt
    auch keine Probleme , denn der hat auch einen Pre Out .


    Ps: Phono ist für mich getrennt auch flexibler .



    Gruß
    Jürgen

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  • Hallo, bin Anfänger und dieselbe Frage treibt mich auch rum: Vor- und Endverstärker versus Vollverstärker mit Phono pre...?
    Ich hab einen NAD C 320 BEE. In dieser Preisklasse sollte man wohl eher einen guten Phono-Pre (Supa 3 oder Lehmann Cube) ranhängen. Oder lieber doch mehr investieren und eine Vor- End-Kombination mit integriertem Phono-Eingang beim Vorverstärker und den NAD verscherbeln?

  • Hola.


    Ich liebäugel derzeit auch mit einer Vor- End-Kombi. Ich habe die Advance Acoustic- Kombi MAA-406 + MPP 206 gehört und war begeistert. Sie schlägt die Rotel 06er Kombi durch mehr Kraft und Energie, löst jedoch nicht ganz so gut auf, Rotel ist in allem ein Bisschen dezenter. Ich bin noch unschlüssig. Gegen einen guten Vollverstärker hätte ich auch nichts, aber Kombis sind einfach flexibler - auch im Aufrüsten. Da kann man dann die Stereo-Endstufe mal eben gegen Monos ersetzen.
    Welche Kombi gibt es noch in dieser Preisklasse (die AA-Kombi sucht gerade bei Ebay für 1000 € einen neuen Besitzer)? Ich kenne nur die gängigen Modelle und Hersteller. Gerne würde ich auch irgendwann mit einer Röhren-Pre aufrüsten. Ist eben alles möglich...


    Lukas.


    Edit: Seperate Phono-Pre und Kopfhörerverstärker kommen sowieso. Die müssen nich eingebaut sein. Ich habe lieber für alles einen Spezialisten...

    Nadeln statt Laser.
    Für mehr Vinylkultur!

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  • Hallo,


    manchmal ist weniger mehr!


    Ich hatte jahre lang immer eine getrennte Vor-Endstufen Kombi. Anfangs nur mit Stereoendstufe und am Ende im Monoausfbau, sprich richtig getrennte Monoendstufen in eigenem Gehäuse. Und ich kann behaupten, dass es nicht im Low-Budget Bereich war, es sei denn jemand behauptet, dass z.B. eine Hovland oder Electrocompaniet da einzusiedeln ist.


    Nun habe ich einen Röhrenvollverstärker und das nicht weil ich Geld brauchte, sondern weil mir die Musik darüber besser gefallen hat. Ich kann jedem nur empfehlen, darüber nachzudenken, ob manchmal, weniger wirklich mehr sein kann. Ich für meinen Teil, habe noch nie so gut Musik gehört wie jetzt.
    Daher stellt sich mir diese Frage nicht mehr. Das gute dabei war, dass ich die ganzen unnützen Kabel verkaufen konnte und somit genug Geld über hatte gute Software zu kaufen. :tongue:


    Außerdem bin ich der Meinung, dass es mittlerweile nur noch Protzgehabe ist. ;)


    Gruß
    Andi

  • @ Hallo Andi ,


    obwohl mir Deine Argumentation gefällt ,
    wäre es trotzdem möglich selbst mit dem
    Röhrenverstärker noch zu protzen .
    Eine innere Einstellung ( Wichtigtuerrei , Geprotze )
    hat meines Erachtens nichts mit Vor/End -Kombi / VV
    zu tun !
    Die armen getrennten Komponenten können ja nichts dafür
    daß sie von einigen Menschen für solche Sachen mißbraucht werden .
    Und dieser Mißbrauch ist ja mit allen Gerätschaften möglich .


    Gruß
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    da hast du Recht, die Geräte können wirklich nichts dafür.
    Natürlich kann man(n) auch mit einem Röhrenvollverstärker rumprotzen, aber so eine mächtige Vor-/Endstufen-Kombi auf sep. Racks macht doch mehr her. Das Auge isst ja auch mit. :tongue:


    Nein, ich denke, es kann manchmal echt Vorteile bringen, wenn man eine Vor-/Endtsufenkombi hat. Dadurch ist man wirklich flexibel und gerade Lautsprecher, welche richtig Leistung benötigen, kann man dadurch richtig ansteuern. Wovon ich aber gar nichts halte mit den jeweiligen Geräten einen bestimmten Klang zu komprimieren oder zu puschen.


    Gruß
    Andi

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Andi ()

  • Hallo,
    Andi schrieb: Manchmal ist weniger mehr!
    Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, allerdings bedeutet das für mich den völligen Verzicht auf einen aktiven Vorverstärker. Wozu auch? Ein passiver Lautstärkeregler, ein Quellenumschalter und (bei Bedarf) ein Phono-Pre reichen völlig aus, es sein denn, man benötigt eine Klangregelung, um Ungereimtheiten der Endstufe, der LS oder des eigenen Gehörs :rolleyes: auszubügeln.
    Gruß,
    Volker

  • Zitat

    Original von vowi
    Ein passiver Lautstärkeregler, ein Quellenumschalter und (bei Bedarf) ein Phono-Pre reichen völlig aus, es sein denn, man benötigt eine Klangregelung, um Ungereimtheiten der Endstufe, der LS oder des eigenen Gehörs :rolleyes: auszubügeln.
    Gruß,
    Volker


    Hallo Volker,


    so habe ich auch einmal gedacht und auch nach entsprechenden negativen Vorstufenerfahrungen gehandelt. Mittlerweile weiß ich die Wirkung von zusätzlichen Impedanzentkoppelungen sprich Verstärkerstufen deutlich zu schätzen.


    Gruß Kalle

  • Hallo,


    genau dass ist das was einem VV oft fehlt, nämlich die aktive Vorstufe, ganz zu schweigen von den doppelt Netzteilen.
    Anfang Dezember war ich mir zu 110%sicher einen Vollverstärker (Luxman) zu kaufen. Jetzt habe ich ein Vor-Endkombi (Aaron).
    Zu dieser Kombi kam ich, als ich den Vollverstärker von Aaron hörte. War preislich genauso wie der Lux, dachte - das ist es - ich habe meinen Verstärker gefunden! Dann schloss mein Händler eine (exact baugleiche wie im VV) Enstufe an den Vollverstärker, der dann als Vorstufe diente. -Das war dann schon heftiger Tobak, richtig geil, so sehr viel besser als vorher, dass ich dann mit der Vorstufe hören wollte. Diese Steigerung war dann immens. Das machte klanglich sehr viel mehr aus als die Enstufe.
    Das ist mein Fazit: die Vorstufe ist dem Klang sehr viel mehr verbunden als die Endstufe.


    Grüsse


    Clarkgabek

  • Zitat

    Original von vowi
    Hallo Kalle,
    welche Impedanzen musst du denn entkoppeln und warum?
    Gruß,
    Volker


    Hallo Volker!


    Zu1 Die Impedanzen der angeschlossenen Geräte natürlich :(, nur bei meinem CD-Plärrer mit getunten Ausgangstufe wäre dies entbehrlich (1A Stromlieferfähigkeit)


    Zu2 Weil einfach die Musik in allen Belangen besser reproduziert wird :D.


    Ich habe schon sehr viele interessante Vollverstärker gehört ... aber eine Endstufe mit Potie und Wahlschalter allein tut es nach meiner Erfahrung nicht.


    Gruß Kalle ... und Clarkgabek :P kann ich nur zustimmen.