Goldenote Bellagio II mit Goldenote Tonarm. Hat den jemand schon mal gehört?

  • Hallo Josef,


    den Bellagio II kenne ich nicht, der darauf verbaute Tonarm scheint ein B7-Titanium zu sein.Ich besitze den etwas kleineren Bluenote Bellavista Signature mit Bluenote B5-Tonarm und habe noch 3 weitere Bluenote-Tonarme. (Goldenote hieß bis vor kurzem noch Bluenote).


    Hilft dir aber womöglich nicht weiter...


    Gruß


    Rainer

  • Hi Rainer,



    doch. Ich gehe davon aus das Goldenote eine Art Hausklang besitzt.



    In welche Richtung geht denn dein Player? Hast du ihn schon mal verglichen mit den bekannten Marken wie Rega oder Linn oder ....



    Gruß



    Josef

  • Hallo Josef,


    dann werde ich mal berichten...


    Ja ich habe den Bluenote Signature mit Bluenote B5 im direkten Vergleich mit meinen anderen Playern gehört, die da wären: ein Mythology Zeus mit Mythology Pan (ein Jelco-Derivat), einem Nottingham Analog Horizon mit Rega 300B und einem Clearaudio Performance mit Bluenote B5.
    Die beiden Bluenote B5 sind in Details unterschiedlich (Farbe des Tonarms, Kabel, Liftbank) womöglich Mark1 und Mark2, wobei ich nicht weiß welcher der einser und welcher der zweier ist.


    Den Bluenote und den Clearaudio habe ich sogar mit zwei gleichen Phonopres (Trigon Vanguard) und gleichen Systemen (AT20 Sla) mit zwei gleichen Platten gehört, umschaltbar mit Fernbedienung, also zur Abwechslung mal ein echter A-B-Vergleich.


    Die Klangunterschiede sind minimal, der Bluenote war im Grundtonbereich etwas kräftiger, aber nichts was man einen Qualitätsunterschied nennen könnte, einfach etwas anders. Der Unterschied auch was Dynamik, Räumlichkeit, etc. angeht ist wirklich extrem gering.Ich hatte da mehr erwartet. Und ob dieser Unterschied von den unterschiedlichen Laufwerken oder den Kabeln, oder Mk1 und Mk2 oder Serienstreuung der Phonopres oder der Tonabnehmer oder klitzekleine Differenzen bei der Tonabnehmerjustage kommt ist unklar.


    Was mich betrifft glaube ich nicht, dass Plattenspieler klingen...entscheidender ist der Tonabnehmer.


    Krass ausgedrückt: Ein At 20Sla klingt wie ein AT20SLa, egal auf welchem Spieler er drauf ist. Umgekehrt ein Bluenote mit Benz Ruby klingt völlig anders als ein Bluenote mit AT20Sla. Wer hier den Plattenspieler oder Tonarm raushören will... ich kanns nicht.


    Selbstverständlich besitzen Plattenspieler unterschiedliche Qualitäten praktischer und optischer Natur.
    Und hier hat der Bluenote einiges zu bieten. Von den oben genannten Spielern ist er klar mein uneingeschränkter Favorit. Aus folgenden Gründen:


    1.) Die Verarbeitung ist erste Sahne.
    2.) Ich mag das Design, die Kombination aus schwarzem Acryl, Chrom und Messing gefällt mir sehr gut.
    3.) Er läuft problemlos seit jetzt ca. 4 Jahren
    3.) Das Lager macht einen soliden passgenauen Eindruck ohne unnötigen Schnickschnack (Magnetlager o.ä.)
    4.) Der Motor ist geräuschlos und läuft sogar von selbst an (direkt an 230V angeschlossen)
    5.) Der Aufbau ist logisch und nachvollziehbar, doppelte Zarge also Motor und Arm entkoppelt, Verstellbare Füße mit dämpfendem Kunststoff als Übergang zur Aufstellfläche.
    6.) Der ist Teller aus irgendeinem Spezialkunststoff mit zusätzlichen Messinggewichten an der Außenseite, die den Gleichlauf begünstigen und klar erkennen lassen, ob der Teller sich dreht oder nicht.
    7.) Auch bei extrem hoher Lautstärke hatte ich noch mit keinem Tonabnehmer irgendwelche Rückkopplungen bemerkt. Wenn man im laufenden Betrieb dezent auf die Zarge klopft hört man nichts. Mit Trittschall habe ich auch keine Probleme.
    8.) Tonarmbasis nach Regastandard, allerdings mit festem Abstand zur Tellerachse, der Tonarm lässt sich in der richtigen Höhe mit 2 Madenschrauben festschrauben.
    9.) Der Plattendorn ist nicht zu dick, d.h. ich muss extrem selten Plattenlöcher aufbohren.


    Zum Tonarm:


    Der B5 ist mein absoluter Favorit, ein mittelschwerer Allrounder, mit genügend Platz an der Headshell für die Steckerchen. Bis jetzt ging jeder Tonabnehmer, allerdings kann er keine Tonabnehmer unter 8 gr ausbalancieren.
    Er ist kardanisch gelagert, die Lager laufen bei beiden einwandfrei. Lift ist ungedämpft und daher schnell aber sehr feinfühlig zu bedienen und ermöglicht damit ein exaktes Zielen und Absenken in die gewünschte Rille.
    Er kommt ohne störende Antiskatingeinrichtung aus, und sieht einfach umwerfend aus.


    Jetzt der Haken:


    Vertriebsmäßig geht es bei Goldenote drunter und drüber, all furz lang wechselt der für Deutschland zuständige Vertrieb. Derzeit gibt es meines Wissens Goldenote noch bei Loftsound.


    Derzeit ist in meinem Bluenote ein Clearaudio Accurate montiert und die Kombination spielt absolut traumhaft (im übrigen keine Spur analytisch und mit traumhafter nie nerviger Hochtonauflösung)


    Der Bellagio ist natürlich nochmal eine andere Kategorie und der verbaute B5-Titanium ist zumindest für mich ein besonderes Schmankerl.


    Ob dir das jetzt weiterhilft...


    Gruß


    Rainer

  • Hallo Rainer,


    schöner und interessanter Bericht! Btw, wußte gar nicht, daß der Mythology Pan auch ein Jelco ist - na, wieder was gelernt :thumbup:


    Was mich ineressiert - ist offtopic, gebe ich zu - Gold-/Bluenote ist ja ein italienischer Vollsortimenter. Die fertigen vom TA über Arm, Lw, Amps und LS ja alles was das Herz begehrt. Lassen die eigentlich in Europa fertigen, oder im (fernen)
    Osten?


    Gruß


    Klaus

    “I don't know why but everybody has a hit in Germany. You know, David Hasselhoff had a hit in Germany, a number one. I had a number one in Germany. I guess they just don't know much about music over there.”


    Lee Majors

  • Hallo Josef,


    ...ich vergass zu erwähnen: Bluenote-Plattenspieler sind natürlich absolut exklusiv,...italienisches High-End, ...extrem guter Ruf, ...sollen ja Qualitätsprobleme haben ... aber klingen tun die ... und keiner kennt's, keiner hat's, da sind sogar Forenvielschreiber sprachlos...


    Italienisches Highend...ist schwer angesagt...und optisch sind die Dinger natürlich einwandfrei, solides zu Ende gedachtes italienisches Design...


    Mir jedenfalls macht das Ding richtig Spaß. Ein Plattenspieler fürs Leben!


    Gruß Rainer


    PS: bin gespannt, welcher Forendinosaurier als erster in diesen Fred hereinbrescht...(ohne wirklich etwas zum Thema beitragen zu können...)

  • Hallo
    Seit ein paar Tagen kann ich auch einen Bluenote Bellavista mein eigen nennen.
    Ein wunderschöner und dazu phantastisch klingender Dreher.
    Mein Nagaoka MP-150 das ich vorher mit einem Clearaudio Concept(steht übrigens zum Verkauf)
    betrieben habe klingt um längen besser.
    Das einzigste was ich zu bemängeln hätte ist der ungedämpfte Lifter.
    Beim geringesten druck geht er von allein runter.Habe ihn zwar schon nachgestellt,aber ganz beheben
    lässt sich das Problem nicht.
    Vielleicht kann Rainer mir ja weiterhelfen :!: :?: 
    Gruss,Andreas

  • PS: bin gespannt, welcher Forendinosaurier als erster in diesen Fred hereinbrescht...(ohne wirklich etwas zum Thema beitragen zu können...)


    Hier, ich melde mich mal dafür! ;):D


    Wollte aber nur sagen, echt tolle Dreher stellen die her. :thumbup: 
    Wünsche euch noch viel Spass und genug Zeit sie zu hören.

  • Hallo Andreas,


    das Problem, dass der Lift in der oberen Stellung nicht so recht halten will, kenne ich. War bei einem meiner Lifte ebenfalls.


    Zur Lösung des Problems:


    1. Schritt: Hast du noch Händlergarantie, dann bemühe Deinen Händler mit dem Problem.
    2. Schritt: durch Drehen der Abdeckkappe lässt sich die Federkraft einstellen. Ich nehme an das hast Du probiert, ohne nennenswerten Erfolg.


    Zuerst zum grundsätzlichen Aufbau des Liftes:


    Dieser besteht aus dem Zylinder.
    Darin läuft der Kolben auf dem oben die Liftstange sitzt.
    Unten am Kolben sitzt eine flache Platte. An einer Ecke dieser Platte ist eine quadratische Aussparung.
    Zwischen dem Kolben und der aufgeschraubten Abdeckkappe des Zylinders, durch die die Liftstange geführt wird, befindet sich eine Spiralfeder.
    Die Achse des Lifthebels durchquert den Zylinder an seinem unteren Ende.
    Diese Achse ist an einer Stelle ebenfalls ausgenommen, so dass hier der Querschnitt nur noch einem Viertelkreis entspricht. Die Platte passt von der Breite genau in die Ausnehmung der Achse.
    Im eingebauten Zustand befindet sich dieser Viertelkreis in der quadratischen Aussparung der kleinen Platte an der Unterseite des Kolbens und umgekehrt.
    Durch drehen der Liftachse um 90 Grad und der exzentrischen Bewegung des "Viertelkreises" innerhalb der quadratischen Aussparung wird der Lift angehoben, runter geht er durch die Federkraft. Die obere Endstellung, bzw. der Anschlag ist oft etwas knapp.


    Nun zum 3. Schritt:


    Öffne die Abdeckkappe durch Linksdrehung. Ziehe dann den Kolben samt Feder und Abdeckkappe an der Liftstange heraus. Nun kannst du die Liftachse herausziehen. Drehe jetzt den Zylinder um seine senkrechte Achse um 180° und stecke die Liftachse wieder hinein, bis die Ausnehmung der Achse in der Mitte der Kolbenöffnung liegt und führe jetzt den Kolben wieder in den Zylinder. Das ist der fummeligste Part, bis die Platte wieder in die Aussparung der Liftachse flutscht. Und Abdeckkappe wieder draufschrauben. Möglicherweise hält der Lift jetzt.
    Durch die Fertigungstoleranzen kann das Drehen des Zylinders, bzw. die Einführung der Liftachse von der gegenüberliegenden Seite des Zylinders schon den notwendigen zehntel Millimeter ausmachen.


    Wenn nicht, kommt der 4. Schritt: Kolben wieder herausnehmen und mit einer Schlüsselfeile die Ecke der Aussparung der Platte nachfeilen. Also den Anschlagpunkt nachbearbeiten.


    Klingt wahrscheinlich komplizierter als es wirklich ist. Wenn was unklar ist, melde Dich per PM mit Deiner Telefonnummer, ich rufe Dich dann an.


    5. Schritt: Mittlerweile gibt es wieder einen deutschen Vertrieb:


    Kontaktiere Herrn Meisel vom www.klangstudio-meisel.de, info@klangstudio-meisel.de


    Herr Meisel hatte bereits früher den Vertrieb von Bluenote und ist sehr nett,engagiert und hilfsbereit . Er wird Dir bei dem Problem sicher gerne weiterhelfen.


    Gruß,


    Rainer
    Ansonsten Viel Spaß mit Deinem neuen Dreher.

  • Hallo!


    Weshalb eigentlich die Umbenennung?


    Gruß,
    Marcus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von wahnwitzig ()

  • Zitat

    Our Company and "Capitol Records" owner of the prestigious record label "Blue Note Records" have agreed together to use the GOLDENOTE brand name to market our new line of products while the Blue Note name will be reserved exclusively to the Audio Software and products offered directly from Capitol Records.


    Quelle: http://www.goldenote.it/open.html

  • Hallo Rainer
    Dankeschön für den Tip. :thumbup: 
    Werde mich dann mal ans drehen des Zylinders machen und
    nächste Woche mal bericht abgeben.
    Schönes We.
    Gruss,Andreas

  • So,jetzt hab ich den Zylinder vom Lift gedreht und er funktioniert
    wieder einwandfrei.
    Dank nochmal an Rainer für den Tip. :thumbsup: 
    Gruss,Andreas



    Die Arme B5 und B7 sind sehr gute arme. Wenn der lift dann noch gut funktioniert, super.
    Für die verlangten preise, eine sehr gute und optisch schöne alternative für die normalerweise verwendeten arme in der preis Region.


    Gruß


    António

    Rui Borges Turntable, Uno-Unico mit SA-750E und Lyra Delos, Joaquim Pinto Brutus MC (Tube only) Joaquim Pinto Viriatus 6P3 , Sony TC-K909ES, Volent Paragon VL-2, Paulo Marcelo Kopfhörer Verstärker mit verstellbarer Impedanz, Sennheiser HD 650 /// Schallplatten? http://farmvinyl.blogspot.com/


    AAA- Mitglied

  • Ja das sind sie.
    Ich kann mich im Augenblick gar nicht satt hören an dem Bellavista. ^^ 
    Vor allen Dingen weil Tonabnehmermäßig bestimmt noch viel Luft
    nach oben ist.
    Aber selbst mit dem relativ günstigen MP-150 kitzelt er aus meinen Platten
    bisher kaum gehörte Details raus.

  • Wenn ich mich recht erinnere gab's diesen "Firlefanz" speziell für den deutschen Markt. ;)

    Da hast du recht.
    Hab gerade ne Stereoplay mit dem Test gefunden.
    Laut Hersteller läuft der Note mit den eigenen tonabnehmern prima ohne Antiskating .
    Für den deutschen Markt nur als "gutes gewissen" per fadengewicht dabei.
    Frag mich bloss keiner warum ?(

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Litti ()