Linn Aktivkarten

  • Hallo,
    ich suche Daten zu den Linn Aktivkarten die man in die Endstufen der LK Serie einstecken kann.
    Übergangsfrequenz und Charakteristik, vielleicht weiß ja jemand ob man die Übergangsfrequenz einfach ändern kann.


    Ich besitze noch zwei LK 100 und eine Kairn, damit würde ich gerne eine vorhandene Box "aktivieren"
    Dazu benötige ich die Daten zu den Linn Aktivkarten, mal sehen ob die zufällig schon passen würden oder ob ich da "Hand anlegen" muß.


    VG
    Hanno

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    Der Lokführer sieht 3 Idioten auf dem Gleis...

  • es müßte sich um die Karten wie von den Fotos der Auktion
    http://www.ebay.com/itm/Linn-K…ain_0&hash=item337449bcc7
    handeln.


    Soweit ich mich erinnere, waren die Karten nicht verstärkerspezifisch, sondern für bestimmte Lautsprecherboxen-Modelle ausgelegt.


    Die Schaltpläne werden von Linn erst dann veröffentlicht, wenn Linn selbst keinen Reparaturservice daran mehr durchführt. Das Selbstanfertigen der Pläne dieser simplen Sallen-Key Topologie ist für Geübte (an Hand der Platine) kein Problem. Das Ober- und Unterteil des Abschirmkäfigs ist dafür zu entfernen. Auch die gewünschte Variation der Charakteristik und der Trennfrequenz ist leicht vorzunehmen - siehe unter
    http://www.beis.de/Elektronik/Filter/ActiveLPFilter.html
    Nur die Flankensteilheit ist durch die vorhandene Anzahl der in serie geschalteten 12 db glieder vorgegeben.


    Die Linn Karten (wie die meisten anderen analogen aktiven Filtereinheiten auch) haben einen gravierenden Nachteil:
    Sie enthalten die reine Frequenzweichenfunktion, während gut konzipierte Passiv-Frequenzweichen auch die Entzerrungsfunktion zur Linearisierung des Frequenzgangs mit enthalten. Nur in Ausnahmefällen sind parametrische Glieder in Aktivmodulbausteinen zur Entzerrung mit implementiert (leider nicht bei Linn).

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von A.K. ()

  • Hi A.K.
    Danke für die Infos.
    Ich benötige die Karten für einen professionellen Lautsprecher ohne Equalisation, der Speaker ist von Grund auf als Aktivlautsprecher konstruiert worden.
    Ich besitze ein Paar dieser Speaker und die symetrischen Frequenzweicheneinschübe für die Originalverstärker...aber eben nicht diese Verstärker (ausserdem will ich speziell diese Amps gar nicht)


    Im Moment betreibe ich die Lautsprecher mit einem Clone der Frequenzweichen an zwei Stereoendstufen, klappt wunderbar ist aber viel Kabelzeugs.
    Mir wäre eine Lösung mit meinen beiden Linn LK 100 einfach lieber, dazu würden sich die Einschubkarten von Linn toll anbieten.


    Das hier sind die "Deliquenten".. die großen LS 5/8 unten.. :D ..oben drauf steht zum Größenvergleich eine LS3/5a.. dahinter sind die Linn Isobarik "unsichtbar".. ;) 
    http://www.abload.de/img/img_0337jmo5i.jpg


    VG
    Hanno

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Banix ()

  • linn isobarik :D


    sofort aktivieren , hätte ich damals nur die pms genommen , viele linn irrwege wären mir erspart geblieben


    die linn kaber besückung inkl. die kef bässe für das damalige isobarik system habe auch an fremd akitiv lösungen gehört UND befnd sie besser als die , mit der linn topbox- aktivkarten


    lg otto

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von otto ()

  • Hi Otto,
    meine Isobarik PMS sind vollaktiv.
    Dazu verwende ich die separate Weiche aus der ehemaligen professionellen Studio Serie von Linn.
    Betrieben wird die Isobarik mit 4 Linn-Endstufen (2x Mono, 2x Stereo)


    Aufgrund der positiven Erfahrungen damit würde ich gerne meine Rogers LS 5/8 ebenfalls mit Linn-Elektronik betreiben.
    Die originalen Endstufen sind Quad 405 mit eingebauter Weiche, die Weichen habe ich, die Quads nicht, die will ich aber auch nicht.


    Die derzeitige Lösung klappt schon richtig toll und steht der Isobarik nicht viel nach, ich würde nur einfach gerne meine beiden übrigen Linn LK 100 einsetzen.
    Dazu würden sich eben die Aktivkarten anbieten, deshalb suche ich Infos zu den Karten.


    VG
    Hanno

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  • Hallo,


    auf Dauer wirst Du mit nicht an die Lautsprecher angepassten Weichen wenig begeistert sein.
    Die Originalaktivweiche ist kein Standardfilter, sondern beinhaltet eingerechnete Chassiskorrekturen.


    Ich kenne jemand, der sich für die passive Version Standardfilter zur Aktivierung bauen ließ und erst einmal begeistert war. Wenig später war dann doch ein modernisierter Nachbau mit der original Übertragungsfunktion fällig und seit 2 Jahren besteht kein Aufrüstbedarf mehr...
    ..
    Gruß


    Achim

    Beschallung nicht nur Hobby, Plattenspieler als Nostalgie-Steckenpferd.

  • Hi Achim,
    welchen Lautsprecher meinst Du denn jetzt?


    VG
    Hanno

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  • Ich meine die Originalaktivweiche der Rogers 5/8.


    Die ist frequenz- und phasenkorrigiert zu den Lautsprecherchassis. Ihre Übertragungsfunktion lässt sich nicht mit "Schulbuchweichen" nachbilden, auch wenn es Angebote für Aktivnachrüstung gibt, die genau das trotzdem versuchen.


    Grüße


    Achim

    Beschallung nicht nur Hobby, Plattenspieler als Nostalgie-Steckenpferd.

  • Hi Achim,
    ich habe auch zwei der originalen Weichen zur LS 5/8, eine leider defekt.
    Phasenkorrektur ist vorhanden, eine Frequenzkorrektur kann ich nicht feststellen.


    VG
    Hanno

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  • Also, wenn deine Weichen aus der Vorserie stammen, kann ich dazu nichts sagen.
    Ab 1979 haben jedenfalls Weichen für die Quad Module auch eine zusätzliche Frequenzentzerrung.
    (Da bin ich mir ganz sicher, weil ich den F-Verlauf von Originalmodulen einmal aufgenommen habe).


    Gruß


    Achim

    Beschallung nicht nur Hobby, Plattenspieler als Nostalgie-Steckenpferd.

  • Ein Bekannter hat Chartwell Lautsprecher des typs PM-450 wie unter
    http://www.gzhifi.com/cj/goods.php?id=606
    mit Bass-Mitteltonlautsprecher entsprechend jenem wie unter
    http://www.ebay.ch/itm/for-Cha…05-mm-8-Ohm-/370550424842
    zu sehen. Der Hochton ist ein Audax vorläufer des TW034
    http://www.audax-speaker.de/in…odule=shop_articles&index[shop_articles][action]=details&index[shop_articles][data][shop_articles_id]=71
    http://www.roaster-coffee-shop…peaker/Audax/hd13d34h.jpg
    Die könnten ähnlich sein zu den LS 5/8 von Rogers.
    Eine Bi-Amping Konstellation brachte damals große Fortschritte gegenüber single-amping (für den Hochton wurde ein SE12 vorläufer von Andre Buscher wie unter
    http://www.buscher-endstufen.de/produkte/se-12-neu/
    verwendet), aber die Verlagerung der Weiche vor die Endstufen (Passiv-Weichen entfernt und Aktiv-Betrieb) veränderte die Charakteristik so, daß es zwar nicht schlechter, aber auch nicht eindeutig besser wurde (es wurden seinerzeit Thel Aktiv-Module getestet).
    Man muß es aber selbst testen, um eine Entscheidung für sich persönlich sicher treffen zu können.


    Sehr problematisch sind im Hochtonsignalweg zusätzliche aktive Bauteile in Form von IC-Operationsverstärkern oder diskreter Operationsverstärker für die aktiven Stufen nach Sallen-Key (im Bass-Mittelton schon weniger kritisch).
    Die Klangverluste in Spulen und Kondensatoren für die Passivfilterung des HT sind beim Einsatz hochwertiger Ausführungen deutlich geringer als die von Operationsverstärkern in Sallen-Key Stufen, auch wenn es Typen wie der AD797 oder die von National Semiconductors LME typen sind.
    Viele sehen das allerdings genau umgekehrt wie ich, so daß man um Experimente nicht herumkommt.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von A.K. ()

  • Hi A.K.
    die Chartwell PM 450P ist das "Schwesterschiff" zur Rogers PM 510, das ist die passive Version der LS 5/8 von Rogers.


    http://www.mhennessy3.f9.co.uk/rogers/brochures.htm


    Beide verwenden als Hochtöner einen unmodifizierten Audax TW 034 mit vorgeschraubtem Gitter.
    Der Bass ist ein Swisstone 302mm mit Gussrahmen und Polypropylene Membrane.


    Die LS 5/8 wird noch immer beim BBC verwendet und bei Bedarf auch instandgesetzt, die haben noch Teile und Unterlagen, rücken aber nichts raus.
    Auf meine Anfrage habe ich diese Antwort bekommen: erst wenn die LS 5/8 offiziell ausgemustert würde, werden die Reste an einen vertraglich gebundenen Aufkäufer abgegeben.


    Diesen Aufkäufer habe ich schon kontaktiert, Antwort: die LS 5/8 wurde beim BBC schon mehrfach abgekündigt aber mangels adäquatem Nachfolger für Verwendung in großen Räumen nie wirklich ausgemustert.


    Auf einer älteren BBC Präsentation wird die LS 5/8 auch als "our speaker for large rooms" beschrieben.. das kann ich bestätigen, die kann "schon was" :D 
    ..hat zwar nicht ganz so viel max. Schalldruck wie meine Electro Voice Sentry 3 aber kommt der schon nahe.



    Trotzdem such ich noch immer Infos zu den Linn Aktivkarten, hat denn niemand irgend etwas darüber?
    Linn selber schreibt mir nur: die Karten sollten nur mit den Lautsprechern eingesetzt werden für den sie konstruiert wurden.


    VG
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  • Die Antwort ist eigentlich schon gegeben:


    Da die 8/16 Weiche keine StandardFiltertopologie hat, kann Linn nicht passen.
    Um den gleichen - nicht einen ähnlichen - Frequenz/Phasengang zu erreichen, müssten die Linnkarten total umgemodelt werden, incl. Aufkleben zusätzlicher Bauteile, Ergänzung von Verdrahtung usw.


    Mit Weichen in Eurokartenformat habe ich das schon gemacht, mit kleinen Steckkarten wird das kritisch.


    Gruß


    Achim

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  • Hi Achim,
    das klingt so als kennst Du die 8/16 Weiche.


    Kannst Du mir dazu ein paar Angaben machen, das könnte mir helfen die Clone weiter zu verbessern.


    Die Linn-Karten lassen sich übrigens relativ einfach umrüsten, man benötigt nur die gewünschten Werte für die neue Frequenz.


    VG
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  • == Gewerblicher Teilnehmer ==

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  • Hi AK,
    danke für Deine Mühe, aber diese Links kannte ich bereits.
    Die BBC hat mich auf meine Anfrage zu den LS 5/8 genau auf diese (BBC eigenen) Seiten verwiesen.


    Die Fragen im HiFi-Forum und bei DIYAudio stammen alle vom Vorbesitzer der LS 5/8, der ist anscheinend nie so ganz glücklich damit geworden, allerdings standen die Speaker bei ihm auch in einem recht kleinen Raum.
    Ich bin ja inzwischen an zwei originale Weichen (defekt) gekommen und habe die unter Mithilfe der BBC-Sites nachgebaut.
    Das funktioniert ganz prima, ich bin sogar noch etwas weiter gegangen und habe mir den 600Hz bass-dip circuit regelbar gemacht.
    So kann man die Speaker auch noch etwas anpassen.


    VG
    Hanno

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  • Die meisten anderen werden mit derartigen Lautsprechern auch nie richtig zufrieden werden. Der Hauptschwachpunkt bei Zweiweg-Lautsprechern mit großem Bass-Mitteltonlautsprecher (>20cm) besteht darin, daß die Frequenz, ab der eine Bündelung des abgestrahlten Schalls stattfindet, zu tief liegt für alle existierenden Kalottenhochtöner mit einem Membrandurchmesser von 34mm oder weniger.


    Das bedeutet, daß die indirekten Schallanteile zu wenig Anteile im oberen Mittelton aufweisen (bis zur Trennfrequenz meist zw. 2KHz und 3KHz). Ab der Trennfrequenz basieren die indirekten Schallanteile dann plötzlich wieder auf dem gleichen Pegel wie der Direktschall auf Achse (bzw. wie am Hörplatz), weil der Hochtöner ab seiner Einsatzfrequenz noch nicht bündelt.


    Der aktive Frequenzweichenpart muß sowohl für den Tiefpass als auch für den Hochpass (ab etwa 1,8 KHz) durchstimmbar sein (stufenlos oder fein gerastert), um für sich bzw. seinen Raum die beste Trennfrequenz zu finden. Vorher müssen aber mögliche Annomalien im Frequenzgang entzerrt sein (ggf auf passivem Wege). Viel Spielraum hat man nicht, weil ja bei tiefer Trennfrequenz der Hochtöner nicht mehr sehr laut arbeitet wegen zu früh einsetzender Verzerrungen.


    Ein weiterer Ansatz wäre die Einführung eines sog. Wave-Guides für den Hochtöner, so daß im Übernahmebereich die Bündelungseigenschaften beider Äste gleich sind (wie beim Neumann KH120 - http://www.kh120.neumann.com/index_de.htm)


    In halligen Räumen ein Vorteil und in Räumen mit unterdurchschnittlicher Nachhallzeit aber ein Nachteil wegen der dann auftretenden Tendenz zu muffigem Klangcharakter.

  • So,
    für mich ist die Geschichte erledigt.
    Ich habe genügend Antworten zu meiner ursprünglichen Frage bekommen.


    Ergebniss: nicht tun, die bisherigen Lösung ist mit Abstand die bessere.. :D


    Vielen Dank an alle die mir geholfen haben zu dieser Erkenntnis zu kommen.
    VG
    Hanno

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