Beiträge von REGAphon

    Hallo Dietmar,


    nein, allein bist du da wirklich nicht, obwohl ich sagen muss, du hast es schon sehr weit getrieben ...


    Viel weiter geht es da wirklich nicht mehr, Tausch des Tonarms (audiomods), der Zarge, dann verbunden mit der Frage, wie lange ist ein Rega noch ein Rega.


    Ich wäre an etwas mehr Informationen vor allem zu deinen letzten Upgrades sehr interessiert. Insbesondere der Ausbau des Motors interessiert mich. Wie hast du die Motorbasis aufgestellt? Steht sie direkt auf der Schieferplatte oder ist sie zusätzlich entkoppelt? Ich frage, weil sich meine Versuche einer direkten Verbindung zwischen Plattenspielerstellfläche und Motor (ohne Ausbau) als kontraproduktiv herausgestellt haben. Die Motorgeräusche wurden über die Füße wieder ins Chassis eingekoppelt, lauter als zuvor. Wie sind deine Erfahrungen?


    Auch deine Höreindrücke von den Bracings wären interessant, da habe ich nämlich neben positiven auch einige negative zu den Lim-Bracings gelesen, in denen von einem "verwischtem" Klangbild berichtet wurde. Das Material der Bracings scheint nicht ganz unwichtig zu sein.


    Beste Grüße
    Christian

    Die Zweiteilung bietet einen möglichst großen Abstand zur
    Achse.

    Diesen Abstand benutzte ich in meiner Konstruktion als
    Dämpfung und nehme dafür gerne die Nachteile des umständlicheren Ausrichtens in
    Kauf.


    Hi Patrick,


    dank' dir für die Erklärung, das mit dem Besen ist gut, trifft in etwa mein Niveau. Zu dem Zitat: Habe in anderem Zusammenhang das Beispiel des Seiltänzers dazu gelesen, der eine Balancierstange benutzt. Ist das eine zutreffende Analogie zur angestrebten Dämpfung? Falls nein, fällt dir dazu noch ein "Besenbeispiel" ein, damit ich es schnalle?


    Ansonsten bringt die Konzentrikerfraktion gerne das Argument vor, der Tonarm müsse gerade schnell jeder Auslenkung durch die Rillen folgen können, Trägheit sei gerade das, was nicht gewollt sei. Klingt irgendwie auch nicht unplausibel. Was sagen "wir" denen jetzt?


    Gruß
    Christian

    Hallo Patrick,


    der DIY-Ansatz ist bei dir ja wirklich ausgeprägt, schön, wenn man das nötige Know How dazu hat!


    Dein Gegengewicht erinnert mich etwas, also ganz entfernt ... nun, so eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Groovetracer Gewicht ist schwer zu leugnen. Da es auch bei der Frage des Gegengewichts natürlich - wie überall im Hifi-Bereich - heiße Diskussionen über Konzentrizität oder Exzentrizität, Sinn und Unsinn gibt, ich diese Diskussion aber nie wirklich verstanden habe, frage ich einfach mal dich: Warum setzt du auf ein exzentrisches und geteiltes Gewicht? Dann wüsste ich nämlich zugleich auch, warum ich darauf setze bzw. müsste mich nicht immer auf Ästhetik hinausreden oder darauf, dass ich einfach das schwere Gewicht brauche.


    Vielen Dank, auch für die Antwort zum Motor, Gruß
    Christian

    Hallo zusammen,


    zu den Schrauben: So von Herrn Grasse geliefert, insofern gibt es auch keine Probleme, diese in den Systemkörper einzuschrauben, sondern sie durch die Langlöcher zu kriegen. Zumindest der Lack des RB 700 ist da im Weg. Warum es die M3 sind? Hängt glaube ich mit den Befestigungsmöglichkeiten bei anderen Spielern zusammen, kann ich aber nicht wirklich beantworten.


    Zur Frage der Fertigungsqualität: Herr Grasse schrieb mir, dass er die Bor-Nadelträger mit aufgebrachtem nude Shibata-Diamanten direkt von einem Hersteller bezieht. Insofern ist mit der gleich (guten/schlechten) Qualität wie auch bei "fertigen" Tonabnehmern zu rechnen. Die Qualitätskontrolle ist allerdings sicherlich eine höhere, da Herr Grasse bestimmt keinen falsch aufgebrachten Diamanten verkaufen, sondern reklamieren würde. Neben dem Graphitgehäuse sollte diese Maßnahme auch nicht zu gering bewertet werden, da sie die bewegte Masse deutlich verringern dürfte.


    Zur Auflagekraft: Das 103 im Originalgehäuse und mit Shibataschliff habe ich ebenfalls mit 2,0 g betrieben. Ich hatte es damals zunächst auch auf 2,5 g eingestellt, dann aber Herrn Schürholz gefragt, der mir antwortete, das System könnte auch mit 2,0 g betrieben werden. Klanglich konnte ich keine Nachteile feststellen. Vielleicht probiere ich es aber demnächst mit einer höheren VTF aus. Die Auswirkungen des veränderten Nadelträgers auf die Compliance kann ich nicht beurteilen.


    Zur generellen Frage des Sinnes eines Umbaus: Für mich hat sich diese Frage durch die Erfahrung mit dem Umbau eindeutig geklärt. Die Frage ist höchstens, ob einem die Verbesserung das Geld wert ist.


    Beste Grüße
    Christian

    Werte Stripper oder Verhüller,




    vielen Dank für eure Berichte. Zur Frage hier mein Erfahrungsbericht zum DL 103.




    Dieses Wochenende habe ich das DL 103 von Techneaudio im Graphitgehäuse mit Bor-Nadelträger und nude Shibata-Diamanten in meinen RB 700 eingebaut. Herr Grasse (techneaudio) preist das System folgendermaßen an: "Das so getunte System greift nach den Sternen in einer Region weit über der 1.000 EUR Klasse." Um es gleich zu sagen, ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Meine Erfahrung mit Tonabnehmern ist sehr beschränkt, mehr als ein Dutzend verschiedene habe ich wohl nicht gehört, besessen nur vier. Ich beschränke mich darum hier ganz auf einen Vergleich zwischen den Denonsystemen DL 304 und 103, wobei, wenn ich vom 103 spreche, immer ein von Herrn Schürholz mit Shibata retipptes gemeint ist. Das originale 103 habe ich nie gehört! Bevor ich auf das Graphit-103 zu sprechen komme, fange ich bei der Vorgeschichte und dem Vergleich von 103 und 304 an.




    Das 103 habe ich von Herrn Schürholz erworben, als ich bei einem Unfall mein 304, wie sich dann später herausstellte, irreparabel zerstörte. Das 103 war als Ersatz gedacht, ich habe dann später wieder ein neues 304 günstig erwerben können. Meine Höreindrücke aus dem zeitversetzten Vergleich lassen sich so zusammenfassen:




    DL 304: Ein sehr gutes System, das eine große Bühne abbildet, die Instrumente werden räumlich gestaffelt abgebildet und lassen sich sehr gut einzeln fokussieren, es löst über den gesamten Frequenzbereich gut auf.




    Als dann das 103 kam, fiel mir folgendes auf: Die Bühne ist kleiner, es bietet eine andere Perspektive auf die Musik. Ich fühlte mich weiter zurückgesetzt, die Musik wurde stärker als Ganzes präsentiert, ohne dabei jedoch weniger ergreifend zu sein. Im Gegenteil, die Musik schien an Rhythmik zuzulegen, rhythmusbetonte Musik machte einfach sehr großen Spaß. Der gängigen Eigenschaftszuschreibung als "Rocker" machte das System alle Ehre. Doch nicht nur bei Rock und Pop hatte das 103 seine Stärken, auch Klassik, die ich weniger häufig höre, hat mir damit gut gefallen. Hier fand ich das 103 sogar insgesamt besser als das 304, eben weil es ein Orchester besser als Ganzes präsentierte, während beim 304 das Musizieren stärker in seine Bestandteile zerlegt wurde. Die Höhendarstellung fand ich vergleichbar dem 304, im Bass war ich mir nicht so sicher. Vermisst habe ich das 304 dagegen beim Jazz. Ich höre eher kleinere Combos, weniger Big Band. Dabei werden Soli mit dem 304 klarer herausgestellt, die Transparenz ist besser.




    Als dann das neue 304 kam, war mein erster Eindruck, dass die Basswiedergabe mit dem 304 deutlich besser ist: Der Bass geht tiefer und ist dennoch sehr präzise. Mit Ausnahme von Klassik gab es nur eine Ausnahme, wo ich das 103 vermisste - meine LPs von Tame Impala haben mir mit dem 103 klar besser gefallen.




    Zusammengefasst:
    103: eher ganzheitliche Darstellung, kleinere Bühne, nicht so ausgeprägt räumlich, sehr rhythmusbetonend, bei der richtigen Musik mitreißend, im Bass deutlich schwächer; besonders gut für: Rock, Reggae, Klassik, weniger gut (als das 304) für Jazz, elektronische Musik, Dub, ruhigere Musik




    304: detaillierter Darstellung, größere Bühne, räumlich klar, ebenfalls mit Mitreißerqualitäten, aber nicht ganz so ausgeprägt, Bassstark; besonders gut für: eigentlich alles, mit Abstrichen allerdings für Klassik




    Beides sind deutlich unterschiedlich klingende Systeme, beide gut, das 304 halte ich insgesamt aber für deutlich besser.




    Nun zum Vergleich das 103 mit Graphitbody von Techneaudio. Angemerkt sei dabei, dass das 103 im Origianlgehäuse mit Shibatanadel unter noch anderen Voraussetzungen betrieben wurde, nämlich nicht am Groovetracer Gegengewicht und nicht mit dem Subteller der gleichen Firma. An dieser Stelle ist der Vergleich etwas schief. (Randbemerkung: beim 304 hat sich durch das Groovetracer Gegengewicht keine Verbesserung oder Verschlechterung bemerkbar gemacht.)




    Hier zunächst ein paar Daten:




    Gehäuse: Graphit mit Beschichtung
    Generator ist eingeklebt
    Gewicht: ca. 13 g inklusive Schrauben
    Gesamthöhe: 15 mm + 1,5 mm: 16,5 mm
    Bornadelträger, Durchmesser: 0,28 mm
    Diamant: original nude mit Shibata-Schliff




    bei mir am RB 700:
    Auflagekraft: 2 g - schafft damit, gerade so, die Abtastung des dritten Bands des Abtasttests auf der Hifi-News-Lp (300 Hz +16 dB).
    Tonarmresonanz lateral: ca. 10 Hz
    Tonarmresonanz vertikal: ca. 11 Hz
    Gegengewicht: Groovetracer mit 150 g, bei dynamischer Auflagekrafteinstellung (original Rega) noch ca. 1 mm Spiel zum Schaftende
    Ohne VTA-Korrektur, mit etwas dünnerer Auflage als die original Regafilzmatte (ca. 1,5 mm)
    Azimuttest auf der Hifi-News: sehr leises Restsignal, ähnlich wie beim 304, die Angaben zur Kanalgleichheit (BDA v. Original 103) habe ich (noch) nicht




    Ein paar Bilder:
















    Der Einbau war nicht ganz einfach, weil die M3-Schrauben etwas zu dick waren, sie ließen sich zwar ins Langloch eindrehen, aber nicht verschieben und hatten zum Verdrehen nur ganz wenig Spiel. Man muss also schon vorher ziemlich genau wissen, wo das System später genau sitzen soll, sprich, den richtigen Überhang herstellen. Wenn die Schrauben dann parallel eingedreht werden, ergibt sich allerdings die richtige Kröpfung fast automatisch. Ich habe zwei Versuche gebraucht. Das Justieren des Systems nicht nach der Tonarmgeometrie, also etwa nach Baerwald, dürfte dagegen sehr schwierig werden. Herr Grasse hat inzwischen wohl eine Lösung für dieses Problem gefunden.




    Da das System keinen Nadelschutz hat, war ich heilfroh, als es endlich eingebaut war.Mein erster Höreindruck war: das klingt nicht nach dem 103, sondern nach dem 304. Die Bühne war groß, die Instrumente sehr schön freigestellt. Das hat mich zunächst fast etwas enttäuscht, da ich dem ganzheitlichen Charakter des 103 durchaus etwas abgewinnen kann. Dann aber hat mich der Neuling gleich begeistert. Die Hochtonwiedergabe ist noch besser als beim 103 oder 304. Dem Titansystem von Techneaudio hat Stereoplay beim Test ja eine deutliche Höhenbetonung attestiert. Das gilt sicherlich auch für das Graphitsystem. Es stimmt aber bei mir ebenfalls, was die Stereoplay zum Titansystem schreibt, dass das nie ins Nervöse kippt und nervig wird. Das System löst sehr gut auf, dabei sind die Abtastgeräusche niedriger, wie ich mit "lauten" Platten getestet habe. Schärfere Sibilanten bei kritischen Aufnahmen verschwinden nicht, werden aber stärker aufgelöst, so dass sie weniger stark zischeln und natürlicher erscheinen. Die Wiedergabe ist sehr klar, eine solche Klarheit kannt ich bisher nicht. Zugleich werden Impulse mit einer perlenden Leichtigkeit wiedergegeben, in diesem Bereich schlägt eine Charaktereigenschaft des 103 klar durch, allerdings noch gesteigert. Auch die Eigenschaft mitzureißen ist geblieben. Tonal klingt das Graphitsystem etwas anders als das 304, ich kann das leider nicht in Worte fassen, finde auch nicht, dass es besser oder schlechter wäre.




    Wie steht es nun mit der Basswiedergabe? Nachdem ich beim Album "Third" von Portishead den Verdacht hatte, dass die Basswiedergabe ähnlich wie beim 103 schwächelt, habe ich die Maxi "Waterpumpee" von Seeed aufgelegt, ihre allererste und, so muss ich finden, beste Veröffentlichung. Mit solchem Druck habe ich den Track mit dem 304 nie gehört. Dabei ist der Bass sehr präzise und klingt gar nicht wummerig. Spätestens beim Herumgehen im Zimmer wird aber klar, dass der Tiefbass eindeutig zugenommen hat.




    Ich habe inzwischen alle fast Genres getestet (außer Hip Hop: nicht geschafft, und Schlager: aus Prinzip nicht), und muss sagen, das Graphit-103 überzeugt mich überall. Die Musik wird ganzheitlich und doch detailliert präsentiert, es liegt an einem selbst, worauf man fokussieren möchte. Für mich vereinen sich die positiven Eigenschaften von 103 und 304, während die Schwächen auf der Strecke bleiben. Von daher könnte das Graphit-System auch den Namen "Denon DL 407" tragen.




    Wie sieht es nun im Preis-Leistungsverhältnis aus? Da das 304 zunehmend kaum noch unter 600 Euro gehandelt wird, beträgt die Differenz zum Graphit-103-Umbau noch 100 Euro. Wer nicht ausschließlich Jazz hört, dem würde ich die Mehrinvestition empfehlen. Zumindest wenn ein 103 vorhanden oder günstig zu bekommen ist. Das ist allerdings immer noch viel Geld, daher spricht wenig dagegen, sich ein 103 (neu oder gebraucht) zu besorgen, zu hören, daneben zu sparen und irgendwann später upzugraden. Wie sich das Graphitsystem hingegen im Vergleich zu anderen hochwertigen Systemen schlägt, dazu kann ich nichts sagen, das müssen andere machen.




    edit: Es ist natürlich zu beachten, dass ein schweres Gegengewicht benötigt wird. Das normale Regagewicht kann das System nicht ausbalancieren! Insofern relativiert sich meine Angabe zum Preisleistungsverhältnis.




    Hinweis: Ich kenne keine anderen 103-Derivate, über die ebenfalls viel Gutes zu hören ist. Ich kann zum Vergleich nichts sagen, vielleicht gibt es da bessere und billigere Möglichkeiten. Es geht mir nicht um Werbung, sondern um Erfahrungsaustausch (und meine Erfahrungen sind bisher nun mal - zum Glück! - sehr positiv). Es seien daher aber auch nicht die Nachteile des Graphitgehäuses verschwiegen:




    Graphit ist ein sprödes Material, unter Druck kann es zum Abplatzen von Teilen oder schlimmstenfalls zum völligen Zerspringen kommen. Das kann mit einem Metall- oder Holzgehäuse nicht passieren. Ich würde deshalb (und auch, weil ich nicht wüsste, warum) nicht versuchen, den Einbau rückgängig zu machen. Es gibt weiterhin keinen Nadelschutz. Das Unfallrisiko nimmt mit dem "DL 407" eindeutig zu. Und wie schnell so etwas passieren kann, weiß ich leider aus eigener Erfahrung nur zu gut.




    Ein Wort noch zum Service von Herrn Grasse: Der ist nach meinen Erfahrungen wirklich sehr gut.




    Beste Grüße
    Christian

    Hallo zusammen,


    ich habe, nachdem meine Ausgangsfrage auf Hörerfahrungen beruhten, die schon etwas zurücklagen, gestern nochmal gehört.


    Der Effekt tritt ziemlich zu Beginn des Stückes auf. Am Anfang kommt der Klang aus der Lautsprecherbasismitte, Bass, Schlagzeug, Gitarre zu der sich eine Orgel gesellt. Dann tritt der Sound auseinander, während Bass etc. nach links wandern, wandert die Orgel nach rechts. Das musikalische Geschehen öffnet sich also wie eine Schere. Dabei hört es sich bei geschlossenen Augen so an, als überschritten die Scherenschenkel jeweils die Lautsprecherposition nach links und rechts. Dann schließt sich die Schere wieder.


    Meine Angabe von ca. 1 m war dabei nicht ganz falsch, aber irreführend. Denn sie bezieht sich auf die Wand hinter den Boxen, auf den linken Lautsprecher bezogen sind es ca. 20 cm. Ich schließe die Augen, verfolge die Scherenbewegung mit den Armen, öffne die Augen und merke mir die Position, die sich dann nachmessen lässt.


    Vermutung: Die Bewegung spielt eine große Rolle. Es handelt sich um eine Sinnestäuschung, die durch eine Erwartungshaltung entsteht, wie sich der Klang weiterbewegt. Dadurch, dass zeitgleich zwei gegensätzliche Bewegungen nachvollzogen werden müssen, kommt es zu einer Fehleinschätzung der Entfernungrelation der Klangereignisse zueinander. Sie erscheinen weiter auseinander als in Wirklichkeit. Ist auch der Sehsinn mit im Spiel, ist die Klangerfahrung so deutlich jedenfalls nicht zu machen.


    Wenn sich diese Beispiel so erklären ließe, dann stellte sich natürlich die Frage nach anderen Beispielen und ob diese auf ähnlichen Täuschungsmechanismen beruhen.


    enttäuschte Grüße
    Christian


    Ja und? Dann bohrt man eben die Chassisplatte durch und nimmt ausreichend lange Maschinenschrauben mit Mutter auf der anderen Seite. Wo ist das Problem?


    Gruß
    Andreas


    Ja, dann gibt es vermutlich kein Problem. Danke für diesen einfachen Tipp, Andreas.


    Dass ich mit Denonsystemen (103, 304) höre, hat einen Grund auch in der niedrigen Bauhöhe, die eine Höhenverstellung nicht zwingend notwendig macht.


    Patrick
    Danke für den Nachtrag. Ich habe meinen Motor nur von der Unterseite mit Industrieknete abgedeckt (seitlich ist er frei), aus Sorge, der Motor könnte überhitzen. Diese Gefahr besteht also offenbar nicht, da er bei dir eingepackt problemlos läuft, richtig?


    Gruß
    Christian

    Danke für eure Antworten!


    Stephan
    Interessant, von diesen Aufnahmesystemen wusste ich nichts. Für mein Beispiel dürften sie allerdings nicht relevant sein, da die Aufnahme von 1968, meine Platte von 1973 stammt. Soweit ich gelesen habe, wurden die holographischen Aufnahmesysteme erst in den 80ern entwickelt.


    Detlef
    Danke für die Bestätigung solcher Höreindrücke. Sie sind bei mir eine Ausnahme, in der Regel bilden die Lautsprecher links und rechts die Grenze des Klanggeschehens. Innerhalb der Basisbreite ist die Positionierung von Phantomschallquellen normal und natürlich je nach Aufnahme sehr unterschiedlich (von fast mono wie vieles bei Portishead bis hin zu räumlich aufgenommenem Schlagzeug, das sich also fast über die gesamte Basisbreite erstreckt, was ich im Gesamtmix oft irritierend finde).


    Als Erklärungsansatz stehen bisher Phasenverschiebungen im Raum. Kann das wer noch genauer erklären?


    Beste Grüße
    Christian


    Da sich hier in den letzten Minuten viel getan hat: Bei Monoaufnahmen gibt es bei mir keine Räumlichkeit, von Phasenschweinereien ist also nicht auszugehen.

    Servus,


    bei "Let There Be More Light" von der Pink Floyd LP "A Saucerful Of Secrets" (bei mir in der A-Nice-Pair-Ausgabe), scheinen die Klangquellen weit neben den Lautsprechern, also außerhalb der Basis des Stereodreiecks plaziert zu sein. Bei einer Abhörentfernung von ca. 1.40 m von der Basislinie, die links und rechts von den LS begrenzt wird, werden Klangereignisse bis zu ca. 1 m links und rechts von den Boxen abgebildet. Die LS sind deutlich eingewinkelt. Wie ist das möglich? Nach meinem Verständnis sollten links vom linken und rechts vom rechten Lautsprecher keine Phantomschallquellen möglich sein. Wer erklärt's?


    Es gibt noch andere Beispiele, dies ist allerdings das deutlichste, das mir bisher untergekommen ist.


    Moderation
    Einen passenden Ort für die Frage im Forum zu finden, ist mir nicht leicht geworden. Vielleicht weiß ja aber die weise Moderation einen?


    Gruß
    Christian

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für deinen, Patrick, interessanten Bericht, auch wenn das schon wieder ein Weilchen her ist. Dazu noch ein paar Nachfragen:


    - Du schreibst von einem Motorupgrade, worin besteht es? Oder habe ich da etwas überlesen?
    - Hast du die Carbon-Bracings zusätzlich mit der Zarge verklebt oder sind sie nur angeschraubt? Wie ist dies bei den neuen Regas? Meine gelesen zu haben, sie seien verklebt.
    - Wie stark, und somit steif, sind die Carbonplatten?


    Evt. wäre ich auch an den Carbon-Klammern interessiert, bin mir aber noch nicht sicher. Der Arm ist das einzige, woran ich noch nie geschraubt habe. Andreas' (Ake) Warnungen machen mir zwar etwas Sorge (allerdings sollten die Chinchanschlüsse meines Pre über den Schukostecker geerdet sein, oder?), andererseits habe ich auch Warnungen gelesen, den Arm auszubauen. Angeblich sollen die Schrauben bei erneutem Verschrauben im Brett nicht mehr so fest sitzen. Und das ist dem Regasophenmeister ja ziemlich wichtig. Wie sind eure Erfahrungen damit?


    @RP 40 Laut Video von fono.de hat die Jubiläumsausgabe auch eine durchgehende Tonarmverkabelung bis zum Headshell. Stimmt das? Sagt die LP etwas dazu? Der Riemen stammt demnach angeblich aus eigener Produktion und soll bei den erwarteten höheren Modellen (RP 10, Naiad) Verwendung finden.


    Kleiner Nachtrag zu meinen letzten geschilderten Höreindrücken: Dumpfheit ist vorbei, seit ich die Tonabnehmerschrauben festgezogen habe, die sich etwas gelockert hatten. An Knete und Co. hat es also nicht gelegen.


    Grüß euch
    Christian


    Hallo Patrick,




    ich bin gespannt! Probierst du das an einem Rega oder bei deinem Selbstbau aus?




    Gruß
    Christian

    Also, ich finde die Diskussion, die du hier gestartet hast, interessant und lese gerne mit.

    Hallo Erko, das freut mich.


    Ich habe selber einen P3-24. Die beiden deutlichsten Tuningmaßnahmen waren der Austausch von Verkabelung und Gegengewicht. Leider, leider kann ich den Rega nicht an die Wand hängen. Ich habe eine 30 mm starke Granitplatte auf meinem Rack (Moosgummi dazwischen), wo ich ihn anfangs mit Spikes angekoppelt habe. Das klang zunächst ganz gut, dann aber auch ein wenig blutarm. Jetzt steht er seit Jahren auf den Gummifüßen. Vielleicht teste ich bald mal wieder die Spikes. Die Granitplatte funktioniert aber schon sehr gut, um den Trittschall zu reduzieren. Alles natürlich kein Vergleich zu dem Aufwand, den du treibst.

    Das ist interessant, weil oftmals der Aufstellung auf Spikes eine erhöhte "Spritzigkeit" oder "Dynamik" nachgesagt wird. Sicherlich kommt es noch auf das Material der Spikes und den Untergrund an. Deine Erfahrung mit den Spikes (etwas blutarm) und die Beobachtung, dass die original Gummifüße von Rega Schwingungen nicht gut weitergeben, könnte für die Überlegung sprechen, dass die Schwingungen im Rega-Laufwerk und die Rückkopplung auf die Tonabnahme gerade einen Teil der den Regas nachgesagten "Lebendigkeit" oder "Spritzigkeit", negativ gewendet, ihrer "Nervosität" ausmachen. Der Eindruck, diese Eigenschaften steigerten sich durch Spikes noch, ließe sich dann mit einem Untergrund erklären, der die Wiedereinkoppelung über die Spikes erleichtert, wozu dann Granit in deiner Konstellation vielleicht nicht gehört.


    Dass eine Schwingungsableitung zu weniger "Spritzigkeit" führen kann, deckt sich auch mit meinen neuesten Höreindrücken, wobei die immer noch vorläufig sind. Mir kommt vor, der Bassbereich habe gegenüber dem Hochtonbereich an Prägnanz gewonnen, wodurch sich manchmal ein zu dumpfes Klangbild ergab. Die Höreindrücke sind allerdings durchaus unterschiedlich: Bei Sonic Youths Daydream Nation dachte ich, dass ich die Platte bei mir so gut noch nie gehört habe. Bei einer meiner Lieblings-Reggae-Scheiben, dem 1976er Debut von Aswad (bitte dabei nicht an ihren späteren Plastik-Reggae denken), war ich dagegen enttäuscht, es klang mir zu dumpf. Ich habe das DL 304 dann mit 1kOhm (vorher 500 Ohm) abgeschlossen, um dem
    entgegenzuwirken. Die Wiedergabe von Sibilanten hat sich dadurch nicht hörbar verschlechtert. Außerdem habe ich die Knete von den
    Befestigungsschrauben der Füße und von der Panzerholzplatte entfernt, was mir auch optisch entgegenkommt. Trotzdem habe ich "The Happening" vom Pixiesalbum "Bossanova" schon mit mehr Brillanz gehört, die diesem Song sehr gut tut. Kraftwerks "Electric Cafe" hingegen gefiel mir wiederum sehr gut so.


    In diesem Thread wurde der Fußfrage ebenfalls nachgegangen.


    Beste Grüße
    Christian

    Ich lese den Thread hier so: Rega ist Mist und taugt erst, wenn man ein anderes Laufwerk daraus bastelt. Die Teile dafür kosten mehr als der Rega an sich. Richtig?

    Das ist eine interessante Lesart. So ist der Thread nicht gemeint. Weder
    finde ich, dass Rega Mist ist, noch dass er erst etwas taugt, wenn man
    ein anderes Laufwerk daraus baut. Die Teile kosten nicht mehr als der
    Rega an sich. Also falsch.


    Warum dann nicht gleich ein DIY Laufwerk oder einen Dreher, der ab Werk gut ist?

    Ich habe weder etwas gegen DIY Laufwerke, noch gegen Plattenspieler anderer Marken. Ich will auch niemanden zu REGA bekehren, es geht mir einfach um einen Erfahrungsaustausch. Vielleicht habe ich den Sinn dieses Forums aber auch falsch verstanden?


    Gedacht war der Thread, ich zitiere mich:

    Zitat

    Es soll um positive wie negative Erfahrungen mit Tuningmaßnahmen gehen. Erklärungsversuche dazu wären natürlich interessant.

    Hallo Hauke,


    warum sollte ich mir eines kaufen? Ich bin mit meinem Plattenspieler ja sehr zufrieden, unabhängig davon, ob er nun noch als Brettspieler oder als Masselaufwerk zu bezeichnen wäre. Wenn die Frage dagegen eigentlich lauten sollte, warum ich mir damals - das ist über fünf Jahre her - einen Rega gekauft habe und dich diese Antwort wirklich interessiert, werde ich darauf gerne noch antworten.


    Beste Grüße
    Christian

    Klar, im Laufwerk ist alles fest verbunden. Wie laut die Motorgeräusche sind, ist aber u.a. abhängig davon, worauf das Laufwerk steht. Ein Rega auf einer frei schwingenden Glasplatte, die also etwa auf Gummifüßen steht, dürfte die in die Glasplatte eingetretenen Schwingungen wieder in das Laufwerk übertragen (trotz der gut isolierenden Rega-Füße). Auf Panzerholz hat sich der Geräuschpegel, auf der Chassisoberseite mit einem Stethoskop abgenommen, gegenüber einem einfachen MPX-Brett reduziert.


    Durch das Verkleben mit der Basisplatte hätte auch diese Beschreibung einen Sinn: Ich setze ein Subchassis aus Panzerholz ein, mache damit letztlich den Rega auch zum Masselaufwerk (so ca. 10 kg). So also ärgere ich Roy Gandy.


    Gruß
    Christian

    Hier geht es weiter mit der neuen Aufstellung, so schön sieht es aus:









    Hier meine Erfahrungen dazu. Ich bin diesmal gründlicher vorgegangen. Ziel der ersten Ebene sollte es sein, eine möglichst gute akustische Abkopplung von Wandregal und Wand zu erhalten. Dazu habe ich meinen alten Regamotor ans TTPSU gesteckt und einfach lose auf das Board gelegt. Dann wurden jeweils verschiedene Füße für die Bambusplatte getestet. Vom Bambusbrett wurde mit Stethoskop abgehört.







    Im Ergebnis gab es zwei klare Sieger. Am zweitbesten stellte sich meine Idee heraus, zwei Materialien mit möglichst großer unterschiedlicher akustischer Impedanz zu wählen. Das wirkt dann wie ein akustischer Spiegel (siehe Links oben). Dazu habe ich jeweils drei Angelgewichte aus Tungsten (Wolfram) mit Klebeband auf Korkuntersetzern angebracht. Drei davon wurden unter das Brett gelegt. Schön, wenn sich eine Idee als gut herausstellt. Die Motorgeräusche waren deutlich leiser, in der Brettmitte sogar nur noch ganz leise zu vernehmen. Eine gewisse Federwirkung kann dabei natürlich ebenfalls eine Rolle spielen.




    Getoppt wurde das allerdings deutlich von den original Rega-Gummifüßen. Hiermit waren die Geräusche kaum noch wahrzunehmen. Die umgekehrte Position (wie bei P7 und P9) schien mir noch etwas wirkungsvoller, falls das zutrifft, dann ist der Unterschied aber sehr gering. Damit ist auch klar, was diese Füße beim Rega machen, sie isolieren das Laufwerk, ableiten tun sie kaum. Sicherlich absorbieren sie auch Schall, diese Wirkung kann ich mir aber nicht als sehr groß vorstellen.




    Zu den restlichen getesteten Materialien: Sie waren alle deutliche schlechter. Zwar gab es Differenzen, die kann und will ich aber nicht alle aufzählen, zumal sie nicht so groß ausfielen. Dabei waren: POM, POM+Keramikkugeln, Knetekugeln verschiedener Größe, Kork, Holzklötzchen, Metallspikes (diese waren am lautesten).




    Ich habe dann die beiden besten Materialien benutzt. Ganz unten die Kork-Tungsten-Kombination, zwischen Bambusbrett und Panzerholzplatte dann die Rega-Füße. Vor allem wegen des Auslotens habe ich noch eine Zwischenschicht aus je drei Knetekugeln unter einem Dibondstück zwischengefügt, mit Knete lässt sich das sehr einfach machen (nicht zu groß, nicht zu klein – was an einem heißen Tag passiert, warte ich mal ab).




    Ziel der zweiten Ebene, der eigentlichen Laufwerksbasis, soll die Aufnahme und Absorption der insbesondere von Motor und Lager erzeugten Schwingungen sein.




    Für die Verbindung von Panzerholzplatte und Rega habe ich auch noch experimentiert, allerdings mit weniger großem Eifer. Gelandet bin ich wiederum bei den FPH-Füßen, das hat aber nicht nur akustische Gründe (Höhe, Auflagefläche, Stabilität). Jetzt ist wieder alles verklebt.












    Dass die Füße leicht versetzt wurden, hat folgenden Grund. Im weiter oben verlinkten Artikel zum P5 und Tuningmöglichkeiten ist die Rede von Hohlräumen auf der Unterseite unter der Beschichtung. Das stimmt, es ist durch Klopfen leicht feststellbar. Ich hatte immer gedacht, es seien nur P7 und P9, die durch einen skelettartigen Aufbau gekennzeichnet sind. Von der Form her ergibt sich von unten aus gesehen (zumindest auf einem Foto des nackten P9, das im Netz zu finden sein müsste) die vom RP8 bekannte Figur.




    Zusätzlich hatte ich die Schrauben für die Rega-Füße wieder eingedreht. Leider passen dort keine M6-Schrauben (zu dick), sonst hätte ich das Verschrauben mit den FPHs ausprobiert. Andere Konstruktionen waren mir zu instabil. Jetzt habe ich noch etwas Knet darangepappt. Beim Motor hatte ich damit bereits zuvor gute Erfahrungen gemacht, während sich eine direkte Verbindung zwischen Motor und Basis immer (auch bei Knete) als kontraproduktiv herausgestellt hat: Die abgeleiteten Motorvibrationen koppelten über die anderen Füße wieder ins Laufwerk ein, also Zunahme des Geräuschpegels im Laufwerk! Dagegen gibt es mit der draufgeklebten Knete überhaupt keine wahrnehmbaren Luftvibrationen mehr, im Gegensatz zu vorher, wenn der Motor mit bloßem Ohr bei geringem Abstand zu hören war. Dass der Motor mit Knete auch tatsächlich weniger stark vibriert, lässt sich durch das Halten des Motors in der Hand erfühlen.




    Die schlangenartigen Monstren unter dem P5 haben folgende Aufgabe: Sie sollen Schwingungen der obersten Plattenschicht dämmen, und so die Übertragung zwischen den Füßen erschweren. Außerdem sollen sie alle abschrecken, denen Klang nicht über alles geht, denn Scheiße aussehen tut es natürlich schon. Ob es tatsächlich hörbar etwas bringt? – ich weiß es nicht.




    So, wie klingt das ganze denn nun? Meßbar (Ohr+Hörrohr) gibt es eine verbesserte Isolation vom Wandbord. So sind die Motorgeräusche im Wandbord kaum noch wahrnehmbar, im Bambusbrett deutlich leiser als zuvor. (Wer sich hier fragt, warum der Motor andersherum offenbar lauter ist: Der Testmotor lag einfach lose auf dem Bord, der Motor im P5 ist verschraubt.) Musik klingt sehr gut, das tat sie aber bereits zuvor. Ich habe den Eindruck, dass die Wiedergabe etwas detaillierter ist, Ein- und Ausschwingen von Instrumenten und Echos scheinen mir präsenter. Das entspricht allerdings genau der Erwartungshaltung eines verbesserten Störabstandes, kann alles nach dem Aufwand auch eingebildet sein. Der langfristige Eindruck ist da verlässlicher, fehlt aber noch.




    Beste Grüße
    Christian

    Hallo zusammen und danke für eure Beiträge.
    Hier folgen einige Überlegungen und Experimente zur Aufstellung. Überlang und unstrukturiert. Aber seht selbst.




    Was die Aufstellung eines Rega-Plattenspielers anbelangt, so herrscht Übereinstimmung in nur einem Punkt: Gerade Rega-Spieler profitieren von einer guten Aufstellung, bei schlechter Aufstellung wird dagegen viel Klangpotential verschenkt. Dies ist der leichten Bauweise der Brettspieler geschuldet, wohingegen Schwingungen in Subchassisspieler über Federmechanismen gedämpft und Masselaufwerke durch Schwingungen weniger schnell angeregt werden. Das einzig schwere in einem Rega, dem Prinzip der Leichtbauweise widersprechende, ist der Plattenteller, auch wenn dieser mit seinen 2 Kg im Vergleich zu dem manchen Masselaufwerks immer noch ein Leichtgewicht ist. Die Masse ist hier wichtig, weil sie als Schwungmasse zum Gleichlauf des Tellers beiträgt (wer überlegt, leichtere Teller, wie den Achroplat von Funk Firm, anzuschaffen, sollte dies bedenken). Beim Rega macht der Plattenteller damit fast die Hälfte des Gesamtgewichts aus.




    Statt auf Masse setzt Rega bei seinem Leichtbaulaufwerk auf „verwindungssteife Materialien“, wie das bei Rega heißt. Auf einen leichten Kern aus Mdf in den älteren, aus einem geschäumten Kunststoff in den neueren Modellen, wird eine sehr steife Beschichtung aus einem Phenolkunststoff aufgebracht, bei den neueren Modellen gibt es eine zusätzliche Verklammerung zwischen Tellerlager und Tonarmbasis. Die Philosophie dahinter: Schwingungen sollen das Laufwerk schnell und ohne viel Verschiebungen durchlaufen, so dass alle Teile, insbesondere Tonarm und Plattenteller in der gleichen Weise angeregt werden und keine Bewegungen relativ zueinander ausführen. Da Masse Energie speichern und somit zeitversetzt wieder freisetzen kann, gefährdet deren Einsatz dieses Prinzip.




    Immer wieder wird nun dieses Prinzip auch auf die Aufstellung übertragen, und es werden leichte Materialien als Basis empfohlen. Als zusätzliches Argument wird oft noch auf das leichte Wandgestell aus Metallrohren angeführt, das Rega zur Wandmontage anbietet. Dieser Argumentation und den Empfehlungen für leichte Basen und Möbel wird immer wieder auch widersprochen – hier beginnen die Differenzen. Gerade die Rega-Wandbefestigung ist ein Beispiel für die möglichst direkte Ankopplung an eine große Masse, die Wand nämlich.




    Natürlich spielen Materialeigenschaften auch abgesehen von der Verwindungssteife noch eine Rolle. Schwingungen ändern beim Übergang zwischen verschiedenen Materialien ihre Frequenz und Amplitude, ein Teil wird, so wie wir das von Licht beim Übergang in ein anderes Medium kennen, reflektiert, ein Teil absorbiert. Positiv wirken sich bei störenden Schwingungen wie Motorvibrationen oder Lagerreibung dämpfende Materialien aus, die die Schwingungsamplitude schnell verringern, zum anderen aber auch Frequenzverschiebungen in Bereiche, wo sie eine weniger große Rolle spielen, also etwa nicht in der Nähe von den Eigenresonanzen der Materialien.




    Zu Theorie und Praxis von akustischen Eigenschaften hier noch einige hilfreiche Links, auf die ich mich bei meinem Vorgehen gestützt habe.




    Hier nochmals der Link zu Werten von verschiedenen Materialien, die von einem Lenco begeisterten Blogger selbst gemessen wurden. Soweit ich weiß, sind die Messergebnisse nicht unumstritten.




    http://audioqualia.prophpbb.com/topic29.html




    Sehr nützliche Tabellen von akustischen Eigenschaften verschiedener Materialien sind über folgende Seite abrufbar:




    http://www.ondacorp.com/tecref_acoustictable.shtml




    Knappe Einführung zu wichtigen Begriffen finden sich hier im Abschnitt 5.1:
    http://www.bam.de/de/service/p…ertationen/diss_16_vt.pdf




    Dieses Wochenende habe ich auch aufgrund dieser Überlegungen meinen P5 neu aufgestellt. Bisher war der Aufbau folgender:







    Die originalen Gummifüße sind abgeschraubt, stattdessen sind drei Absorber (FPH-Akustik) mit Rega und Basis aus Panzerholz verklebt. Zum Einsatz kommt dabei gut wieder ablösbarer doppelseitiges Klebeband. Stehen tut das Laufwerk auf einer Panzerholzplatte, die etwa 6 kg wiegt. Panzerholz besteht aus Buchenholz das mit Lagen aus Phenolharz unter großem Druck verpresst wird. Es hat hervorragende Dämpfungseigenschaften, weshalb es auch zum Laufwerks- und Lautsprecherbau gerne eingesetzt wird. Zudem ist es sehr hart und steif. Es ist teuer und einzeln nicht zu kaufen, Reste werden aber bei ebay gehandelt. Meins ist 32 mm dick, das sind eigentlich ca. 10 mm zuviel, wenn ich mich an Aussagen von Cat’s Squirrel (siehe Link oben) erinnere. Entgegen der Intuition bedeutet größere Stärke nämlich nicht auch bessere Dämpfung. So dämpft etwa ein 19 mm Birkenholz-MPX, mein Rega stand zuvor auf einem, erstaunlich gut, sobald es mit einer 2 mm Aluplatte verklebt ist. Das hatte ich versuchsweise ausprobiert, allerdings nur per Klopftest nicht durch Messung und nicht im Gebrauch als PS-Basis.




    Unten auf das Brett ist eine Aluminiumplatte mit doppelseitigem Teppichklebeband aufgeklebt. Ich hatte mich dabei am Clearaudio Ovation orientiert, was sich als blöde Idee herausgestellt hat. Denn ursprünglich war auch oben eine entsprechende Platte aufgeklebt. Egal, was ich nun daraufstellte – vor der Verklebung habe ich natürlich experimentiert -, die Motorgeräusche vom Chassis mit einem Stethoskop abgenommen blieben immer ähnlich laut. Offenbar koppelten die aus einem Fuß abgeleiteten Schallwellen über die Aluschicht in die anderen wieder ein. Eine Laufwerksbasis ist eben kein Laufwerk, wo die Idee bestimmt prima ist. Das Entfernen der Aluplatte war etwas zäh und die Platte danach natürlich ziemlich verbogen. Die untere Platte stört nicht und wurde vor allem aus Bequemlichkeit belassen.




    Ohne diese obere Aluschicht waren die abgenommenen Geräusche deutlich leiser. Die Füße von FPH-Akustik haben sich wie Aluminium überhaupt als gut herausgestellt, den Schall vom Laufwerk auf die Basis zu übertragen, von der Panzerholzplatte abgenommen, waren Motorgeräusche lauter. Allerdings lohnt sich hier das Experimentieren mit billigen Materialien. Die gekauften Füßchen sehen auch einfach besser aus.




    Das Verkleben von Basis, Füßen und Laufwerk brachte nochmals eine Verbesserung, was die Ableitung von Motorgeräuschen anbelangt.




    Die Panzerholzbasis selbst stand auf Ceraballs (Finite Elemente). Ich hatte sie parallel mit den FPH-Füßen zum Vergleich bestellt, dann aber nichts zurückgeschickt. Die Ceraballs standen auf einem Bambus-Küchenbrett von ca. 4 kg. Vor allem zum ins Lot bringen waren verschiedene Materialien (Kork, Dibond, Papier) zwischengelegt. Das Bambusbrett lag auf einem Gamer-Mousepad. Das alles stand in dem Bücherwandboard, das natürlich nicht optimal, aber als einfach gegeben anzusehen ist.




    Geklungen hat das alles sehr gut. Die Neuaufstellung erfolgte aus Interesse. Dazu weiter in Teil 2.