Beiträge von hoerohr

    Hallo Plattenpuck,

    den A1, bzw. den A1x kenne ich seit dem Erscheinungsdatum. Die vielen positiven Beurteilungen stammen in der Regel daher, das das Gerät recht angenehm klingt, die Kritikpunkte dagegen lauten das der Verstärker etwas verfärbt und der Bassbereich nicht besonders präzise ist. Im allgemeinem gleichen sich die Schilderungen der Leute die ihn gehört haben, und ich kann mich denen ohne weiteres anschließen.


    Meinen ersten A1 habe ich bereits Mitte der 80er zerlegt, einfach um den Schwachpunkten mal auf den Grund zu gehen. Einer dieser Schwachpunkte wird im Beitrag 12 in diesem Thread wunderbar beschrieben, deshalb erspare ich mir weitere Beschreibungen dazu. Die weiteren Schwachpunkte wären:

    1 - alles in einem kleinem Gehäuse. Durch die Erwärmung und dem geringen Platzangebot im innerem kommt es zur starken thermischen Belastung der Elkos und des Trafos. Der Rest kommt mit der Wärme soweit klar. Die Elkos altern jedoch überdurchschnittlich stark und der Trafo, welcher eh schon knapp bemessen, liefert noch weniger Strom.

    2 - Endstufe und Vorstufe hängen an der gleichen Spannung. Dadurch bekommt die Vorstufe einen recht unsauberen Strom und eine schwankende Versorgungsspannung.

    3 - siehe Beitrag 12 in diesem Thread. Dadurch ändert sich die Bandbreite des Verstärkerbausteins mit zunehmender Lautstärke - leise ok, laut verliert er seinen Reiz

    4 - Phono MM klingt sehr brauchbar, mit Phono MC verliert er deutlich an Auflösung


    Meine Lösung für eine Modifikation sah so aus:

    1 - ausgelagertets Netzteil mit getrennten Versorgungsspannungen für Vor- und Endstufe. Der Trafo wurde für die Endstufe größer dimensioniert - das ergibt eine stabilere Spannung und mehr Strom. Für die Vorstufe wurde eine zusätzliche Spannungsreglerplatine eingesetzt. Im Gerät werden nur Hochtemperatur-Elkos mit einer besonders langen Lebendauer eingesetzt.

    2 - der TL084 in der Vorstufe wurde durch einen OP470 ersetzt - heute käme ein OPA4134 in Frage - und das Poti klassisch in den Signalweg gesetzt (ALPS RK27). Der MC-Umschalter wurde entfernt bzw. kurzgeschlossen


    Das wars. Ich habe natürlich noch andere Massnahmen ausprobiert, doch die erwiesen sich unnötig - wollte halt sehen wo die Grenze ist.


    Das erste Gerät habe ich vor kurzem zur Überholung wieder zurück bekommen. Der Besitzer hat sich einen neuen CD-Player geholt, welcher eine ungewöhnlich hohe Ausgangsspannung liefert (Audionet). Dafür sollte der Verstärker angepasst werden. Gesagt, getan, dazu noch neue Elkos (30 Jahre sind schon was, ausserdem gibt es heute bessere), und das Gerät läuft noch immer bestens, auch mit modernen Lautsprechern (Cabasse, Jahrgang 2017).


    Solcher Maßen modifiziert (nicht verbastelt) verschwinden auch sämtliche Kritikpunkte. Klangbeschreibung erspare ich mir.


    Solltest du also daran interessiert sein, kann ich mich für einen Umbau gerne anbieten. Dann jedoch erst 2018 - im Moment bin ich überbelegt.


    Gruß


    Matej

    Hallo Rudi,

    was die Klanggeschmäcker angeht, wäre das ein guter Stoff für eine (ergebnislose) Diskussionsrunde. Was Die Aufnahme angeht geht das ja voll in Ordnung, der Aufnahmeprozess ist ja auch ein Gestaltungsakt. Ich habe die Angewohnheit, bei Live-Konzerten mir je nach Musik, vorhandener Akustik und meiner jeweiligen Stimmung, den passenden Hörplatz selbst auszusuchen (sofern das möglich ist). Und genauso versucht ein guter Tonmensch ja auch das Geschehen so einzufangen wie er das für richtig hält. Sofern das gut gemacht ist, hat jede Art von Aufnahme ihren eigenen Reiz. Die BlueNote Aufnahmen finde ich dahingehend auch heute noch einzigartig - wie einige andere Aufnahmemethoden auch (z. B. russische Aufnahmen).


    Wiedergabeseitig will ich keine Geschmacksrichtung haben, dies würde ja das Quellenmaterial beinflussen.


    Bänder von Mark Levinson und BlueNote ... da komme ich doch glatt ins schwärmen


    Wir schweifen ab...


    Gruß


    Matej

    Hallo Rudi,

    danke für den Link. Dann haben sich die Preise also nicht so weiterentwickelt, das kann man ja schon fast als moderat bezeichnen.


    Aber zurück zum Eingangsthema, wohin mich die Aufzählung deines Maschinenparks führt - sind ja ganz schöne Kaliber. Allein deine Beschreibung der Klangcharakteristik ist für mich schon ein Hinweis darauf das da noch was geht. An der Stromversorgung geht so gut wie immer was, ebenso die Ausgangsstufen. Ob man es will oder braucht steht auf einem anderem Blatt. Rudy van Gelder hat sein Equipment ja auch modifiziert, auch die Bandmaschinen. Da ging es jedoch auch um hochwertigste Masteraufnahmen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen das gerade manch "hochwertige" Heimmaschine sehr von einer Nachrüstung mit einem symmetrischen Ausgang profitieren würde. Natürlich nur wenn man am Preamp über entsprechend symmetrische Eingänge verfügt.


    Finde es schon interessant wie totgeglaubte Themen wiederkehren. Mich juckt es auch schon wieder. Obwohl, eine 20-25 kg schwere Bandmaschine auf den Rücksitz eines Zweitürers zu hieven fällt für mich wohl mittlerweile weg. Brauche erst ein entsprechendes Auto, und am besten einen (jungen) Assistenten...:)


    Ich schweife aus...


    Gruß


    Matej

    Fast die gesamte Konkurenz hatte ledigliche die UVPs, mit meist geringen Unterschieden.


    Aber lassen wir das, ich denke wir sind uns einige, das die Königsdisziplin der Bandmaschine - also die Version 19/38 und 1/2-Spur - ein sündhaft teures Hobby war. Erst recht, wenn man Live-Aufnahmen machen will, dazu jedes Band nur das eine mal bespielt (soll ja Master-Qualität sein) - ja, ich war so entrückt... :)


    Andere Frage. Gibt es heutzutage überhaupt noch neue Bänder zu kaufen?


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    habe selbst vor Jahren noch viele Live-Aufnahmen auf Band aufgenommen - auf 38cm/s und Halbspur auf einer Phillips Bandmaschine. Zwischendurch habe ich auch diverse Versuche mit einer Revox A77 und mit alten Neumann-Röhren Mikros gemacht, ebenfalls 38cm/s und Halbspur. Die Aufnahmen mit der Revox waren schon so gut, das meiner Ansicht nach jegliche Modifikation überflüssig war - bestenfalls eine Revision (war aber damals noch nicht notwendig) oder ein Umbau auf symmetrische Ein- und Ausgänge. Bei der Philips waren jedoch einige (kleine) Mods im Ein- und Ausgang notwendig, und selbst dann kam die nur knapp an die Revox heran.

    Masstab für eine solche Modifikation sollte immer die Anlage sein, über welche anschliessend abgehört wird. Und natürlich 38cm/s und Halbspur. Darunter kann man sich das ersparen. Will man z. B. die Bänder für eine hochwertig LP, CD oder verlustfreie Digitalstreams produzieren, dann ist klar das das Equipment gar nicht gut genug sein kann. Und ich denke das Tim genau diesen Einsatzzweck im Sinn hatte.


    Man sollte auch nicht die Kosten aus den Augen verlieren. Neue Bänder sind heute sündhaft teuer. Anfang der 80er kosteten Maxwell-Bänder unter 40,- DM, Ender der neunziger schon an die 100,- DM. Bei Halbspur und 38cm/s sind das 45 min. Da wird schnell klar, das dieses "Hobby" nur dann "Sinn" macht, wenn man nur das allerbeste will, koste es was es wolle. Für welchen Kurs man heute neue Bänder bekommt ist mir nicht bekannt, dürfte aber kaum preiswerter geworden sein. Unter solchen Gesichtspunkten dürften dann die Kosten für einen Mod kaum der Rede wert sein.


    Gruß


    Matej

    Hallo Sven,

    für das Alter sind das sensationell gute Werte. Die Unterschiede sind nichts weltbewegendes. Ich würde die Endstufe mal nach einem Hörmarathon nochmals messen - natürlich ohne angeschlossene Lautsprecher. Wenn der Wert für rechts dann immer noch in der Gegend von 60 mV liegt, dann ist die Endstufe generell in einem guten Zustand. Jedenfalls eilt dann nichts.


    Gruß


    Matej


    PS: solche Werte weisen manch Fabrikneue Endstufen auf

    Andererseits ist es dann eine Bastelkiste mit , na ich sag mal +300€( wenns reicht), also 1500€ ( oder mehr ) Investition. Kriege ich doch niemals wieder wenn ich mal was anderes will. Denke ich mir so.

    Protestiere! Bastelkiste? Nicht wenn es ein Fachmann macht! Dann wäre jedes Auto was neue Reifen (Stoßdämpfer, Auspuff, etc.) bekommt ebenfalls eine Bastelkiste.


    Das Problem ist, das das Ergebnis unsere Vorstellungskraft übersteigt. Wenn die Endstufe jetzt gut läuft, und du zufrieden bist, dann ist ja alles in Ordnung. Es wäre nur Jammerschade, wenn du in 2 Jahren mal eine andere Endstufe dagegen hörst, und meinst diese sei dann besser - ohne jemals gehört zu haben was die 400a eigentlich könnte - wenn man sie nur ließe. Ich denke nur, das es schön ist zu wissen das da noch Reserven sind (und das nicht zu knapp). Wollte dich keinesfalls damit belästigen, und von "muss" kann keine Rede sein.


    Die Nummer mit dem Ringkerntrafo habe ich bewußt als letztes erwähnt. Wie auch bei den anderen Bauteilen hat Threshold auch am Trafo nicht gespart. Ist also nicht so das diese jetzt anfangen mit den Jahren zu Brummen. Wäre lediglich der letzte Feinschliff.


    Was ich dir aber auf jeden Fall empfehlen würde, wäre ein kurzer Check am LS-Ausgang auf Gleichspannung. Das sagt über den Zustand der Endstufe schon fast alles aus. Werte unter 100mV sind ok, unter 50 mV ist gut und 20mV sind Spitze - bezogen auf das Alter des Geräts. Wenn du kein Multimeter zur Hand hast, dann Leihe dir eins oder kaufe dir ein Teil für 30,- € bei Conrad. Für kurze Testzwecke reicht das dicke.


    Und wenn dann soweit alles ok ist, und sich beide Kühlkörper gleichmäßig erwärmen, dann kann man auch auf eine Justage des Ruhestromes verzichten. Der Klanggewinn ist dann in der Regel marginal. Also die Mühe (Gleichspannung messen) würde ich mir auf jeden Fall machen. Möglicherweise hat der Vorbesitzer aber vor kurzem mal einen Check in einer Werkstatt machen lassen - frag ihn doch einfach mal.


    In diesem Sinne - mein alter Spruch - vie Spaß damit! :)


    Gruß


    Matej

    Hallo ocean,

    erst mal Glückwunsch zu diesem Schätzchen :thumbup:



    Wenn die Endstufe noch einwandfrei läuft - also keine hörbaren Verzerrungen, weder bei lauten noch bei leisen Passagen, gleiche Wärmeentwicklung beider Kühlkörper, einwandfreier Betrieb selbst nach Langzeit-Betrieb - dann wird soweit alles ok sein.

    Und wenn kein, oder nur sehr geringer, mechanischer Brumm aus der Kiste kommt, dann ist soweit alles ok.


    Was bei Class-A Endstufen gerne passiert, ist ein starkes Abweichen des Ruhestromes - häufige Ursache sind defekte Trimmer, das kann dann bis zum Ausfall einiger Halbleiter gehen. Bedingt durch die Hitzeentwicklung können weiterhin diverse Lötstellen und Leiterbahnen korrodieren, bei sehr langer Wirkzeit kann das bis zum Ausfall der Endstufe führen. All diese Fehler würden sich jedoch recht gut hörbar bemerkbar machen.


    Ich muss allerdings dazu sagen, das die Thresholds in diesem Punkt fast ausnahmslos sehr robust sind


    Eine Revision würde somit erst mal die Überprüfung und Neueinstellung des Ruhestromes und der auftretenden Gleichspannungen am LS-Ausgang beinhalten. Ersteres sollte ein Fachmann machen, zweiteres kannst du selber zumindest überprüfen. Dafür benötigst du lediglich ein Multimeter mit einem DC-Messbeich von 2,0 oder 0,2 Volt (200mV). Damit misst du die Gleichspannung am Ausgang - ohne angeschlossene Vorstufe und ohne Lautsprecher. Werte von kleiner 20mV sind super, ab 50mV sollte man mal nachschauen, und bei Werten über 100mV sollte unbedingt nachgeschaut werden.


    Wenn alles soweit in diesem Zustand im Rahmen des erlaubten ist, dann bleiben die Hauptkondensatoren. Die sollten - zumindest wenn man die Endstufe klanglich wieder aufs Top-Niveau hieven will - getauscht werden. U. a. auch deshalb, weil es heute schon für kleines Geld wesentlich hochwertigere Elkos gibt. Elkos in der Leistungsklasse gibt es ab etwa 30,- € aufwärts (U32D Nippon-Chemicon).

    Die Endstufe wird ruhiger und souveräner, voller und deutlich mehr Druck und Zug im Bassbereich.


    Desweiteren könnte man mal über den Tausch des Trafos nachdenken. Der verbaute Eisenkerntrafo hat einfach einen zu hohen Leerlaufstrom, ein Ringkern hat einen um den Faktor 40 geringeren Leerlaustrom - das führt zu mehr Reserven für die Elektronik und deutlich! weniger Wärmeentwicklung. Das sorgt für eine Schonung der Elektronik und ergibt ein flotteres und frischeres Klangbild.


    Diese Firma in Essen repariert und restauriert schon seit ewigen Zeiten solche Endstufen - http://www.tge-essen.de/

    Im Forum ist allerdings auch ein Spezialist unterwegs, den werde ich mal anschreiben das er sich diesen Thread mal anschaut.


    Ich überarbeite ansonsten gerne solche Schätzchen. Aber mir schwindet die Zeit immer mehr dahin, und es wird immer knapper.


    Gruß


    Matej

    Hallo Sven,

    der Titel deines Threads und dein Eindruck von der Endstufe - da geht irgendwas nicht zusammen. Willst du eine zeitgemäße Endstufe oder willst du eine Endstufe die dich klanglich erfreut?


    Nun klingt meine Frage vielleicht etwas provokativ, aber was soll man auch tun, wenn immer wieder Leute feststellen das Sie mit manch einem alten Schätzchen von anno Tobak auf einmal Musik hören können?


    Aber mal zur Threshold A400. Dieses alte Schätzchen kann in der Regel noch viel mehr. Leider nagt auch hier der Zahn der Zeit an deren Substanz, so das im Falle des Originalzustandes noch bestenfalls 20-30% der ursprünglichen Substanz vorhanden sind. Eine Revision würde noch weitere Pforten öffnen. Dies bedeutet in dem Fall für dich, das du dieser Endstufe eine Revision gönnst. Das erfordert ein gewisses Grundwissen über diese Technologie und die Möglichkeit diese Arbeiten selbst auszuführen. Wenn du das nicht selber kannst, solltest du einen Fachmann an der Hand haben, welcher sowas einwandfrei beherscht. Ein normaler Reparaturbetrieb reicht hierfür nicht. Das wäre der erste Punkt.


    Der zweite Punkt wäre der Preis. Der Preis entsteht durch Angebot und Nachfrage, in diesem Sinne erscheinen mir die 1.200,- € recht fair. Ich wüßte jedenfalls keine Endstufe welche selbst für den 2x- Preis auch nur annähernd daran herankommt, erst recht nicht, wenn die Endstufe revidiert würde.


    Der letzte Punkt ist die Class-A Technik, dazu noch in einer 100 Watt Ausführung mit 6 Transistorpaaren im Ausgang. Dies ist ungefähr so "zeitgemäß" wie ein 12-Zylinder Benziner mit 6,9 L Hubraum und mit 500PS. Dazu die benötigte Warmlaufzeit, und die erhöhten Stromkosten. Kann sich im Winter mit den Heizkosten kompensieren, im Sommer kommen die Kosten für eine Klimaanlage hinzu.


    Bei Punkt zwei kann ich dir vielleicht mit einigen Adressen weiterhelfen (not myself!), über Punkt drei solltest du zumindest Bescheid wissen.


    Gruß


    Matej


    Mir stellt sich gerade die Frage, wo ich eine geeignete Welle herbekomme. Habt ihr einen Tipp für mich?


    Gruß Klaus

    Könnte das hier (Silberstahl, ø 7mm) vielleicht geeignet sein?


    Gruß Klaus

    Hallo Klaus,

    wofür brauchst du diese Welle? Willst du dir eine eigene Aufnahme für Platten ala Kuzma bauen?


    Wenn ja, dann solltest du auf Edelstahl gehen. 1.2210 ist ein besonders verschleißfester Stahl was für diese Beanspruchung nicht notwendig ist.


    Ansonsten kann ich dir alles in der Richtung günstig beschaffen. Musst nur angeben wofür es gebraucht wird.


    Gruß


    Matej

    Hallo Moreno,

    zu den einzelnen Punkten:

    1. der SME 3012 ist sicherlich eine gute Wahl. Die Länge des Armes mindert den negativen Effekt der labrigen Messerlager, übrig bleibt der positiv Effekt eben dieser Lager. In meinen Augen ist der "um Längen" besser als der 3009.

    Was noch ginge - abhängig davon zu welchem Kurs du einen 3012er bekommen kannst - böte sich noch der Schick Tonarm an. Leider ist der zueltzt deutlich teurer geworden. Ein weiterer Kandidat wäre ein Jelco in 12". Ist recht günstig zu bekommen, auch der 250er. Ich schätze aber das er in Kombination mit dem Laufwerk etwas "neben" seinen Möglichkeiten spielt (nicht unter!). Kann mich aber auch irren.

    2. Tonarmbasis: diese kann in verschiedenen Ausführungen realisiert werden

    a: direkte Montage der SME-Basis - das schränkt die Verwendung anderer Tonarme etwas ein. Es gibt jedoch Spezialisten, welche auf Basis der SME-Maße eine passende Basis für einen anderen Tonarm realisieren können. FOH z. B. wäre so einer.

    b: ein getrenntes Brett, eingelassen in der Zarge, ähnlich wie beim Thorens TD-2xxx oder TD-3xxx. Dies böte den Vorteil später weitere, beliebige Arme zu wählen. Bei diesem Basisbrett liesen sich auch hevorragend verschiedene Holzsorten ausprobieren - je nach Arm und dessen Eigenschaften (wäre mein Favorit)

    3. das Laufwerk: das es aus gebogenem Blech gemacht ist - Garrad hat ja ein Druckguss-chassis - liesse sich durch punktuelles ankleben von Bitumenmatten (Sinus-Live, Conrad-Elektronik) kompensieren. Kostet nur wenige Euros.

    4. eventuelle Ersatzteile für das Laufwerk: ob Gummi, Federn oder Metallteile - all das kann ich vor Ort günstig einzeln neu herstellen lassen, und zwar so, das es weitesgehend dem Original entspricht - eventuell sogar besser.


    Gruß


    Matej

    Hallo Moreno,

    es gibt eine Reihe von Anbietern von hochwertigen Zargen für die Garrard-Player. Darunter sind auch welche die Zargen auch nach Kundenwunsch herstellen, da müßte sich also was finden lassen. Einfach mal googeln.

    Ansonsten kann ich mich für den Bau einer Holzzarge auch anbieten. Ich verfüge hier vor Ort über einige Schreinereien mit entsprechenden Maschinen und Knowhow. Zur Zeit experimentiere ich selbst mit Buchen- und Eschenholz für eine Zarge. Wenn du eigene Ideen hast wäre das auch kein Problem, wobei ich dich dahingehend auch beraten könnte. Bei Interesse einfach eine PN.


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    nun, es ist richtig das man vor allem im Privathaushalt eher vorsichtig mit dem Zeugs umgeht.

    Aber mal ganz einfach zum Vergleich, ein leckeres Geränk, bestens geeignet für kalte Winternächte, die Feuerzangenbowle. Dabei wird der Zucker mit 60-70%igen Rum getränkt und angezündet. Warum 60-70%iger Rum? Ganz einfach, weil der 40%ige einfach nicht brennen will. Ist zuviel Wasser anwesend. Hat man aber nichts anderes zur Hand als 40%igen, so kann man diesen soweit erwärmen, das er auch brennt - das wird gehen, aber eher dürftig. Dabei ist der Siedepunkt von Ethanol gut 5Grad niedriger als der von Iso-Prop, und der Dampfdruck liegt deutlich höher, ist also wesentlich leichter entzündlich als Isoprop.


    Dagegen wird Isoprop auch als Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage verwendet, und das zum Teil bis 70%. Wenn davon was in den Motorraum gelangt geht die Kiste ja auch nicht hoch. Also alles halb so wild? Im Prinzip ja, aber nur wenn man damit vorsichtig umgeht, vor allem in geschlossenen Räumen.


    Zur Löslichkeit von verkrusteten Fettpartikeln kann ich soviel sagen, das diese sich von Ultraschall kaum beinflussen lassen. Ich arbeite relativ viel mit Ultraschallreinigern und kann ein Lied davon singen. Besonders hartnäckige Verschmutzungen bekomme ich nur mit einem Microfasertuch und Scheibenreiniger - wieder 40% Isoprop - beseitigt. Isoprop im Reinigungsbad kann hier also durchaus wertvolle Hilfe leisten. Ich werde es jetzt aber trotzdem nicht reintun, zum einem ist mir das Zeugs zu teuer, und zum anderem arbeite ich in einem (kleinem) geschlossenem Raum. Und als letztes wird das Bad bei mir eh auf 60Grad erhitzt. Dabei denke ich weniger an die Entflammbarkeit, als vielmehr daran das ich keine Lust habe die Dämpfe einzuatmen - zumal ich da oft stundenlang daran arbeite.


    Was die Weichmacher angeht, so habe ich bei der Schallplatte auch keine Bedenken, da dürften also kaum Weichmacher drin sein. Aber auch hier gilt das gleich - wer weis was bei höheren Temperaturen passiert? Ich auch nicht! Insofern - wenn Isoprop, dann nach der Methode von Michael - also bei Raumtemperatur und max. 40%. Und zwischendurch abkühlen lassen.


    PS: was die Warnung an der Wand neben der Desinfektionssprühdose angeht, so ist das eine Maßnahme rein aus Versicherungstechnischen Gründen. Ist man bis in die 80er Jahre da eher schlampig mit umgegangen, wird heute vor jedem Pup gewarnt. Sollen die doch einen EX-geschützen Schalter anbringen (und diesen jedes Jahr von der Feuerwehr testen lassen!), dann kann man sich den Hinweis sparen. Aber wie sagt man so schön in meiner Heimat? Wenn der Teufel Nachwuchs bekommt, dann ist nichts mehr sicher...


    Ach ja, Lencoclean enthielt früher auch 40% Isoprop.


    In diesem Sinne


    Matej

    Hallo Klaus,

    sowohl als auch. Wobei die Schonung des Vinyl eher präventiv gedacht ist, eher habe ich dabei eine mögliche Verpuffungsgefahr im Auge. Steigende Isoprop-Konzentration und steigende Temperatur - beides wirkt sich expotenziel auf eine mögliche Verpuffung aus. Wo die Grenze liegt weis ich nicht, aber von einem Versuch diese auszuloten würde ich abraten. Michael (mvd) ist bezüglich der Temperatur nicht umsonst eher vorsichtig.

    Gruß


    Matej