Beiträge von hoerohr

    Hallo Karl,

    ein TA-Gehäuse ist ein fester Bestandteil des Systems und hat neben der Schutz- und Montagefunktion auch die Aufgabe mit dem Rest Resonanztechnisch zu harmonieren. Ist wie bei einer Maschine, das Gehäuse ist massgeblicher Anteil des kompletten Systems, vor allem da über das Gehäuse ja die Befestigung stattfindet. Die Umsetzung der mechanischen Bewegung erzeugt zwangsläufig auch Resonanzen, welche auch das Gehäuse mit beinflussen kann (positiv als auch negativ).


    Welches Gehäuse zu welchem System passt ist auch abhängig vom verwendetem Tonarm. Um eine wirkliche Verbesserung zu erzielen, sollte der Anbieter eines solchen Gehäuses diverse Tests und eventuell auch Messungen durchgeführt haben. Ansonsten wird das zum Lotto-Spiel. Zwar geht man davon aus das alles besser ist als billige Plastik - aber Grado hat auch sehr gute Systeme in Plastikgehäusen gemacht. Insofern tät ich nichts versprechen, ist jedoch ein interessantes Spielfeld. Und wie schon gesagt, abhängig vom Tonarm.


    Was das Denon DL103 betrifft: normalerweise harmoniert es gar nicht mit einem Rega-Tonarm. Ich habe es versucht, und es war eher bescheiden (nicht schlecht). Nach etwas Recherche war klar, das der Kombination DL-103 einiges an bewegter Masse fehlte, und so habe ich mich an ein Experiment mit einen Bronze-Gehäuse versucht (entsprechend schwereres Gegengewicht war dann auch notwendig). War ein Volltreffer, so gut habe ich das DL-103 noch nie gehört. Andere Forenuser haben mit einem Alu-Gehäuse bessere Erfahrungen gemacht als mit Bronze - natürlich mit einem schwereren Tonarm (Bronze ist etwa 3x schwerer als Alu).


    Ein spannendes Thema, Versuch macht klug.


    Gruß


    Matej

    Sowas hört man gern, mal ein erfolgreicher Abschluss gleich im ersten Versuch.


    Und mit den Tips wirst du dich bei Gelegenheit ja revanchieren können...;)


    Gruß


    Matej

    Hallo Micha,

    ja, das 290er ist ok.


    Wenn die Niro-Schraube leicht reingeht, dann ist das Gewinde ok. Wenn nicht, dann hilft das nicht viel. Niro ist eher weich.


    Ist jetzt nicht so sehr von Bedeutung. Du bekommst mit dem M6 Innengewinde eh ein neues Gewinde.


    Gruß


    Matej

    Hallo Micha,

    mir scheint auch die Lösung vom Franz am besten, und auch am preiswertesten zu sein. Über die dünne Wand von M8 auf M6 würde ich mir keine Gedanken machen. Das M8 Gewinde steckt ja seinerseits auch im Material, wird also ausreichend stabilisiert. Mein Tip fürs einbauen: etwas Loctite "strong" auf das M8 Gewinde, und bis zum Anschlag festziehen. So hast du die Sicherheit, das sich beim Einstellen der Füße nicht die Gewindeeinsätze mitdrehen. Und, sofern vorhanden, vorher mit einem einfachem Gewindebohrer das M8 Innengewinde (also am Plattenspieler) "säubern". So stellst du sicher das eventuell aufgetretene Verformungen der Gewindes wieder gerichtet werden, und das Gewindeadapter sauber reingeht.


    Haben die Technics-Füße Metall-Gewinde? Wenn ja, würde ich etwas Gewindefett drauftun, das verlängert die Lebensdauer fast auf unendlich.


    Übrigens ist das bestehende Gewinde geformt, also nicht geschnitten. Zu erkennen am zusätzlichem Rand welcher rausgedrückt wurde. Ist eine beliebte Technik - so erreicht man auch mit relativ dünnen Blechen eine hohe Festigkeit.


    Ich hoffe das hilft dir weiter.


    Gruß


    Matej

    Hallo Micha,

    ich habe eigentlich sehr viel mit Gewindetechnik zu tun, kann dir da bestimmt was empfehlen. Kannst du nicht mal ein Photo einstellen (oder auch mehrere Fotos, zwecks Detailansicht)


    Gruß


    Matej

    Vielleicht suchen die Hersteller auch nur einen Rechtfertigungsgrund warum sie keine ordentlichen Netzteile beilegen. Letztenendes versuchen doch auch die Hersteller nur zu sparen.

    Der Grund ist ziemlich lapidar. Alles was von der Versorgungsspannung über eine bestimmte Voltzahl hinausgeht (der genau Wert ist mir nicht bekannt), bedarf einer besonderen Prüfung und muß in neutralen Prüflaboratorien durchgeführt werden (z.b. TÜV). Dies ist relativ teuer, und kann für den weltweiten Einsatz schnell an die 20.000,- € kosten. Verwendet nun der Hersteller eines Phono-Preamps eine externe 12 Volt (egal ob AC oder DC) Spannungsversorgung, dann muss nur das Netzteil geprüft sein. Dies kaufen die Hersteller von entsprechend spezialisierten Lieferanten bereits ferig geprüft ab, bei großen Mengen für ca. 5,- bis 6,- €/St. Würde man den Dynavector im größerem Gehäuse mit integriertem Netzteil anbieten, dann wäre die Kiste kaum für unter 1.200,- € zu bekommen.


    Damit erklärt sich auch, warum Netzgeräte von kleinen Herstellern, welche eh nur kleine Stückzahlen verkaufen, um soviel teurer sind als "vernüftige" Netzteile (keine China-Ware) großer Hersteller, welche weltweit ihre Netzteile für alle möglichen Zwecke anbieten. Abgesehen davon das die für die Einzelteile bei kleinen Stückzahlen wesentlich auch mehr bezahlen.


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    nochmal zu "Sinn und Unsinn" von größeren Netzteilen für z. B. Phonovorverstärkern


    Gerade Phonovorverstärker benötigen eine sehr suabere und sehr stabile Spannung. Geräte, welche mit einem DC-Netzteil mit einer einfachen Spannung betrieben werden, erzeugen die notwendige, symmetrische Spannung intern. Danach folgen noch die Spannungsregler, und in der Regel findet man davor, danach und auch dazwischen noch kleine Siebkapazitäten. Die eigentliche Verfeinerung der Betriebsspannung findet also intern statt, womit die max. erreichbare Qualität ja schon vorgegeben ist (es sei denn man möchte intern was modifizieren).

    Was kann ein stärkeres Netzteil hier noch bewirken? Nun, da kommt so einiges zusammen.

    Da wäre zum einem die Leerlaufspannung des Trafos. Je größer der Trafo, desto geringer fällt der Leerlaufspannungsfaktor aus. Dieser beträgt bei 20VA Trafos z. B. ca. 18 %, bei 100 VA Trafos ca. 10%, außerdem fällt der Spannungsabfall unter Last geringer aus. Allein von dieser Seite werden die Spannungschwankungen schon etwas eingeschränkt. Dann kommt die zusätzliche Siebung, welche im Verbund mit dem Widerstand der Zuleitung die Ripplespannung am Eingang nochmals verringert. Ist die Spannung vom Netzteil dann noch stabilisiert, ist der Regel- und Siebeffekt der nachfolgenden Spannungsstabislisierung nochmals wirkunsvoller. Durch den geringeren Innenwiderstand fallen auch die Spannungsschwankungen bei Laständerungen auch nochmals geringer aus.


    Wegen des geringen Stromverbrauchs solcher Phono-Preamps wie z. B. dem P75, ist das nicht viel, in der Summe kann das allerdings bedeutend sein. Im vorliegendem Fall - Kecel P8 - relativiert sich das "oversized" Thema dann noch durch den Umstand, das noch zwei weitere Geräte versorgt werden. Insofern past in diesem Fall alles.


    Anders sähe das zum Beispiel beim Schiit Mani aus. Dort sind intern einige "Nachlässigkeiten" zu finden, welche ein solches Netzteil ad absurdum führen. Zwar gewinnt auch der Schiit Mani mit einem solchen Netzteil, der Zugewinn ist aber nicht vergleichbar mit dem beim Dynavector P75.


    Gruß


    Matej

    Hallo Hans,

    offensichtlich bist du der einzige (oder der erste) welcher diese Kombination fährt.

    Der P75MK4 hat ja reichlich Potenzial, ein besseres Netzteil wird sich sicherlich bemerkbar machen, auch wenn es auf den ersten Blick etwas "oversized" wirkt.


    Aber ist im Hinblick auf HiFi "oversized" überhaupt möglich...;) ?


    Schreib doch mal was zu deinem eigenem Eindruck


    Gruß


    Matej

    Hallo Calvin,

    es handelt sich um das Grundrauschen des Line Out.

    Die Messkabel wurden zuvor solange "modifiziert", bis mit kurzgeschlossenem Eingang kein Schmutz mehr zu sehen war. Die Grenze der verwendeten Soundkarte liegt bei ca. -114 dB, dann ist ein rundum sauberes Rauschen mit einem leichtem Badewanneneffekt zu sehen. Die verwendete Soundkarte - eine EMU1010 PCIe - wurde zuvor modifiziert, ebenso das im PC verwendete Netzteil. Nur so konnte ich "saubere" Rauschkurven erzielen.

    Das funktioniert soweit wunderbar, mit der Methode erziele ich mit einzelnen Modulen hervorragende Ergebnisse. Problematisch wird das ganze erst wenn ich mehrere Module zusammenschalte - also Line-Out, symm.-In, Record-Out, Phasenteilerschaltung, Eingangswahl, LS-Regler. In diesem Fall kam ich zu dem Ergebnis, das das Layout des Line-Out Moduls Fehlerhaft ist, weshalb es demnächst ersetzt wird. Die Eingänge werden mit 50 bis 220 Ohm abgeschlossen, der LS-Regler in mehreren Positionen getestet, sämtliche Messungen werden mehrfach wiederholt, nur so kann ich die Fehler auch lokalisieren. Kommt in diesem Fall eindeutig aus dem Gerät (Innenverkabelung, Masseführung und das Fehlerhafte Modul). Auch die Messungen zur Wirksamkeit der Filter sind eindeutig reproduzierbar, die Störmuster sind immer gleich.


    Erwähnen möchte ich noch, das in diesem Fall die Störungen nicht hörbar sind. Einzig im rechtem Kanal ist was hörbar, wenn man sein Ohr direkt vor dem Lautsprecher hält (Abstand < 5cm).


    @Steffen: da reden wir heute Nachmittag drüber...


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    ich habe heute noch einige Filter von Auth gefunden - EMZ516 und EMZ504. Und da ich gerade an einem Line-Preamp sitze, an welchem ich gerade die finalen Feinheiten bezüglich Masseführung einstelle, dachte ich mir, das es gut zu diesem Thema passt, wenn ich mal einige Messdiagramme einstelle.


    Ich stieß nämlich bei dieser Prozedur auf den Umstand, das sich der verbaute Netzfilter offenbar nicht sonderlich gut mit dem Filter am Messplatz verträgt. Und so wollte ich mal das ganze mal mit einem Trenntrafo durchgehen, und somit die Auswirkungen verschiedener Filter untereinander und in Verbindung mit einem Trenntrafo (nach dem obigen Prinzip aufgebaut). Dabei zeigen sich ganz interessante Unterschiede - sichtbar auf den beigefügten Screenshots. Dazu sollte ich noch erwähnen das der Preamp extrem Breitbandig ausfallen soll - bis etwa 2 MHz - und somit entsprechend emfindlich ausfällt. Die Messungen gehen zwar alle nur bis 44KHz (88KHz Samplingfrequenz), jedoch zeigen sich auch hierbei auch die kleinesten Störungen im Netz. Auch habe ich noch Probleme mit dem Layout, welche diverse Störungen unterhalb 2KHz nach sich ziehen. Bitte diese einfach zu ignorieren, es geht vielmehr um die Störungen oberhalb 10KHz.


    Zu den einzelnen Screenshots:

    Nr.1: - der Preamp direkt am Netz, nur mit dem verbautem Filter

    es zeigen sich deutlich sichtbare Störungen oberhalb 30KHz

    Nr.2: - es wird ein Auth EMZ516 Filter vor dem Gerät gesetzt

    die Störungen oberhalb 30KHz verschwinden, dafür zeigen sich neue Störungen im Bereich von etwa 27KHz (Reflexionen zwischen den beiden Filtern?)

    Nr.3: - jetzt kommt der Trenntrafo zum Einsatz, der verbaute Filter bleibt bestehen

    geringfügige Verbesserungen gegenüber Nr.1 im Bereich bis etwa 500Hz. Kaum der Rede wert. Die klangliche Verbesserung, welche ich ohne Frage damit bekommen habe, sind wohl hauptsächlich der Spannungsymmetrierung zu verdanken.

    Nr.4: - jetzt wurde wieder ein Auth EMZ516 eingefügt - hinter dem Trenntrafo und natürlich vor dem Gerät (mit dem verbautem Netzfilter)

    Alle Störungen oberhalb 3KHz verschwinden, keinerlei Reflexionen zwischen den Filter und unterhalb 500Hz wird es nochmals geringfügig besser.


    Mein Fazit:

    1. der verbaute Filter ist Schrott - da muß was anderes her

    2. die Auth Filter sind gut. Dabei habe ich keinen Unterschied zwischen dem 516 (bis 16A) und dem 504 (bis 4A) festgestellt, weshalb ich mir die Screenshots mit dem 504er gespart habe.

    3. ja, es kommt tatsächlich zu Reflexionen zwischen unterschiedlichen Filtern innerhalb einer Anlage. Wie muß es da erst aussehen wenn noch mehr Geräte an einer Stromleiste hängen.

    4. die Symmetrierung bringt einen Klanggewinn, läßt aber die Filter offensichtlich nochmals deutlich besser arbeiten, was somit erst in dieser Kombination alle Qualitäten der Filter voll zur Entfaltung kommen läßt.


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    es freut mich zu sehen, das sich die von mir schon mal erwähnte Version der "Stromreinigung" (oder wie man das auch immer nennen mag) wohl offensichtlich so langsam aber sicher durchsetzt, und sich offenbar auch allgemeiner Beliebtheit erfreut. Und es gibt ja viel mehr Anbieter für dieses Prinzip als ich dachte, dazu einige sogar realtiv preiswert. Das von Michael verlinkte Gerät stellt unzweifelhaft den "Königsweg" dar, Frage ist nur ob das für den Normaluser nicht etwas oversized ist, vor allem die Features werden für den Heimgebrauch wenig bis gar nicht gebraucht - im Studio oder im Messlabor dagegen schon eher. Aber Michael schrieb ja auch was von Klimbim, welchen man nicht unbedingt braucht.


    Zur allgemeinen Verständlichkeit habe ich unten nochmal den Schaltplan für solch eine Lösung reingehängt. Ob man ein DC-Filter davorschaltet hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab, auch kann der Trafo noch deutlich stärker dimensioniert werden. Wichtig ist die Erdung, welche in dem Fall auf die Mittelanzapfung der Sekundärspannung (2x 115 Volt/AC) gelegt und an den Ausgang durchgereicht wird. Dadurch ergibt sich die notwendige Erdung für eventuell in den Geräten verbaute Filter sowie die von Michael erwähnte Symmetrierung und der damit verbundenen Gleichtaktunterdrückung. Nebenher liefern die verbauten Filter bei dieser Betriebsart noch bessere Werte ab. Ebenso können zwei Ausgänge geschaffen werden, welche mit unterschiedlichen Filtern für digitale (bzw. f. Geräte mit Schaltnetzteil) und für analoge Gerätschaften (mit klassischem Linearnetzteil) versehen sind.


    Die Kosten dafür betragen je nach Dimensionierung und Ausstattung 150,- € bis 300,- €.


    Gruß


    Matej

    Hallo Zki,

    Störschutztransformatoren "alter Schule" sind Standardtrafos mit einer recht hohen Verlustleistung, oder anders herum gesagt mit einem hohem Leerlaufstrom. Dies hat einen gravierenden Nachteil - willst du keinerlei Klangeinbußen durch einen zu klein dimensionierten Trafo in Kauf nehmen, so sollte dieser so ausgelegt sein, das er einen 3- bis 5-fach höheren Strom liefert als hinter dem Trafo gebraucht wird. Ich habe mich seinerzeit für eine 650VA Version von Block entschieden und wollte damit lediglich die Vorverstärker und Signalquellen damit betreiben. Also CD-Player, DAC, Line-Preamp, Plattenspieler, Phono-Preamps (2 Stk.), Kopfhörer-Verstärker. Die Endstufen sollten weiterhin direkt am Netz hängen. Das Ergebnis war ernüchternd, nicht wegen dem Klang - dieser wurde schon deutlich besser - sondern vielmehr wegen dem hohem Stromverbrauch. Der Trafo wurde knalleheiß, eine Messung zeigte mir 0,7A Leerlaufstrom, was etwa 150Watt Dauerleistung ausmacht. Einige Recherchen im Internet später stieß ich auf den Hinweis, das die klassischen Trafos gegenüber Ringkerntrafos ein um den Faktor 40 höheren Leerlaufstrom ziehen. Also habe ich mir einen Ringkern mit 600VA wickeln lassen, mit Schirmwicklung (wird geerdet) und Mittellochverguss für etwa 100,- €. An diesem habe ich erst mal den Leerlaufstrom gemessen - wie beschrieben, 15mA, relativ genau 1/40 vom klassischem Trafo. Weniger Stromverbrauch, mehr Reserven (da weniger Verluste) und ein nochmals deutlich besserer Klang und deutlich weniger Hitzeentwicklung. Was man beim Ringkern noch beachten sollte, das in der Größenordnung noch ein Gleichspannungsfilter dazugehört, Ringkerne reagieren recht empfindlich auf Gleichspannung.


    Solche Geräte gibt es auch fertig zu kaufen - das für den Fall das du nicht selber Hand anlegen willst (oder kannst) - und kosten in der Leistungsklasse etwa 700,- €. Beachten sollte man noch, das Störungen auch innerhalb einer Anlage entstehen, besonders gerne bei digitalen Geräten und Geräten mit Schaltnetzteilen. Hier können zusätzliche Zweige für die digitale und analoge Sektion, getrennt durch entsprechende Filter, hinter dem Trenntrafo angebracht werden. Näheres zu diesem Thema findest du auf der Seite von Thel-Audio, Rubrik Netzfilter - http://www.thel-audioworld.de/…Netzfilter/Netzfilter.htm


    Gruß


    Matej

    Hallo Plattenpuck,

    den A1, bzw. den A1x kenne ich seit dem Erscheinungsdatum. Die vielen positiven Beurteilungen stammen in der Regel daher, das das Gerät recht angenehm klingt, die Kritikpunkte dagegen lauten das der Verstärker etwas verfärbt und der Bassbereich nicht besonders präzise ist. Im allgemeinem gleichen sich die Schilderungen der Leute die ihn gehört haben, und ich kann mich denen ohne weiteres anschließen.


    Meinen ersten A1 habe ich bereits Mitte der 80er zerlegt, einfach um den Schwachpunkten mal auf den Grund zu gehen. Einer dieser Schwachpunkte wird im Beitrag 12 in diesem Thread wunderbar beschrieben, deshalb erspare ich mir weitere Beschreibungen dazu. Die weiteren Schwachpunkte wären:

    1 - alles in einem kleinem Gehäuse. Durch die Erwärmung und dem geringen Platzangebot im innerem kommt es zur starken thermischen Belastung der Elkos und des Trafos. Der Rest kommt mit der Wärme soweit klar. Die Elkos altern jedoch überdurchschnittlich stark und der Trafo, welcher eh schon knapp bemessen, liefert noch weniger Strom.

    2 - Endstufe und Vorstufe hängen an der gleichen Spannung. Dadurch bekommt die Vorstufe einen recht unsauberen Strom und eine schwankende Versorgungsspannung.

    3 - siehe Beitrag 12 in diesem Thread. Dadurch ändert sich die Bandbreite des Verstärkerbausteins mit zunehmender Lautstärke - leise ok, laut verliert er seinen Reiz

    4 - Phono MM klingt sehr brauchbar, mit Phono MC verliert er deutlich an Auflösung


    Meine Lösung für eine Modifikation sah so aus:

    1 - ausgelagertets Netzteil mit getrennten Versorgungsspannungen für Vor- und Endstufe. Der Trafo wurde für die Endstufe größer dimensioniert - das ergibt eine stabilere Spannung und mehr Strom. Für die Vorstufe wurde eine zusätzliche Spannungsreglerplatine eingesetzt. Im Gerät werden nur Hochtemperatur-Elkos mit einer besonders langen Lebendauer eingesetzt.

    2 - der TL084 in der Vorstufe wurde durch einen OP470 ersetzt - heute käme ein OPA4134 in Frage - und das Poti klassisch in den Signalweg gesetzt (ALPS RK27). Der MC-Umschalter wurde entfernt bzw. kurzgeschlossen


    Das wars. Ich habe natürlich noch andere Massnahmen ausprobiert, doch die erwiesen sich unnötig - wollte halt sehen wo die Grenze ist.


    Das erste Gerät habe ich vor kurzem zur Überholung wieder zurück bekommen. Der Besitzer hat sich einen neuen CD-Player geholt, welcher eine ungewöhnlich hohe Ausgangsspannung liefert (Audionet). Dafür sollte der Verstärker angepasst werden. Gesagt, getan, dazu noch neue Elkos (30 Jahre sind schon was, ausserdem gibt es heute bessere), und das Gerät läuft noch immer bestens, auch mit modernen Lautsprechern (Cabasse, Jahrgang 2017).


    Solcher Maßen modifiziert (nicht verbastelt) verschwinden auch sämtliche Kritikpunkte. Klangbeschreibung erspare ich mir.


    Solltest du also daran interessiert sein, kann ich mich für einen Umbau gerne anbieten. Dann jedoch erst 2018 - im Moment bin ich überbelegt.


    Gruß


    Matej

    Hallo Rudi,

    was die Klanggeschmäcker angeht, wäre das ein guter Stoff für eine (ergebnislose) Diskussionsrunde. Was Die Aufnahme angeht geht das ja voll in Ordnung, der Aufnahmeprozess ist ja auch ein Gestaltungsakt. Ich habe die Angewohnheit, bei Live-Konzerten mir je nach Musik, vorhandener Akustik und meiner jeweiligen Stimmung, den passenden Hörplatz selbst auszusuchen (sofern das möglich ist). Und genauso versucht ein guter Tonmensch ja auch das Geschehen so einzufangen wie er das für richtig hält. Sofern das gut gemacht ist, hat jede Art von Aufnahme ihren eigenen Reiz. Die BlueNote Aufnahmen finde ich dahingehend auch heute noch einzigartig - wie einige andere Aufnahmemethoden auch (z. B. russische Aufnahmen).


    Wiedergabeseitig will ich keine Geschmacksrichtung haben, dies würde ja das Quellenmaterial beinflussen.


    Bänder von Mark Levinson und BlueNote ... da komme ich doch glatt ins schwärmen


    Wir schweifen ab...


    Gruß


    Matej

    Hallo Rudi,

    danke für den Link. Dann haben sich die Preise also nicht so weiterentwickelt, das kann man ja schon fast als moderat bezeichnen.


    Aber zurück zum Eingangsthema, wohin mich die Aufzählung deines Maschinenparks führt - sind ja ganz schöne Kaliber. Allein deine Beschreibung der Klangcharakteristik ist für mich schon ein Hinweis darauf das da noch was geht. An der Stromversorgung geht so gut wie immer was, ebenso die Ausgangsstufen. Ob man es will oder braucht steht auf einem anderem Blatt. Rudy van Gelder hat sein Equipment ja auch modifiziert, auch die Bandmaschinen. Da ging es jedoch auch um hochwertigste Masteraufnahmen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen das gerade manch "hochwertige" Heimmaschine sehr von einer Nachrüstung mit einem symmetrischen Ausgang profitieren würde. Natürlich nur wenn man am Preamp über entsprechend symmetrische Eingänge verfügt.


    Finde es schon interessant wie totgeglaubte Themen wiederkehren. Mich juckt es auch schon wieder. Obwohl, eine 20-25 kg schwere Bandmaschine auf den Rücksitz eines Zweitürers zu hieven fällt für mich wohl mittlerweile weg. Brauche erst ein entsprechendes Auto, und am besten einen (jungen) Assistenten...:)


    Ich schweife aus...


    Gruß


    Matej

    Fast die gesamte Konkurenz hatte ledigliche die UVPs, mit meist geringen Unterschieden.


    Aber lassen wir das, ich denke wir sind uns einige, das die Königsdisziplin der Bandmaschine - also die Version 19/38 und 1/2-Spur - ein sündhaft teures Hobby war. Erst recht, wenn man Live-Aufnahmen machen will, dazu jedes Band nur das eine mal bespielt (soll ja Master-Qualität sein) - ja, ich war so entrückt... :)


    Andere Frage. Gibt es heutzutage überhaupt noch neue Bänder zu kaufen?


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    habe selbst vor Jahren noch viele Live-Aufnahmen auf Band aufgenommen - auf 38cm/s und Halbspur auf einer Phillips Bandmaschine. Zwischendurch habe ich auch diverse Versuche mit einer Revox A77 und mit alten Neumann-Röhren Mikros gemacht, ebenfalls 38cm/s und Halbspur. Die Aufnahmen mit der Revox waren schon so gut, das meiner Ansicht nach jegliche Modifikation überflüssig war - bestenfalls eine Revision (war aber damals noch nicht notwendig) oder ein Umbau auf symmetrische Ein- und Ausgänge. Bei der Philips waren jedoch einige (kleine) Mods im Ein- und Ausgang notwendig, und selbst dann kam die nur knapp an die Revox heran.

    Masstab für eine solche Modifikation sollte immer die Anlage sein, über welche anschliessend abgehört wird. Und natürlich 38cm/s und Halbspur. Darunter kann man sich das ersparen. Will man z. B. die Bänder für eine hochwertig LP, CD oder verlustfreie Digitalstreams produzieren, dann ist klar das das Equipment gar nicht gut genug sein kann. Und ich denke das Tim genau diesen Einsatzzweck im Sinn hatte.


    Man sollte auch nicht die Kosten aus den Augen verlieren. Neue Bänder sind heute sündhaft teuer. Anfang der 80er kosteten Maxwell-Bänder unter 40,- DM, Ender der neunziger schon an die 100,- DM. Bei Halbspur und 38cm/s sind das 45 min. Da wird schnell klar, das dieses "Hobby" nur dann "Sinn" macht, wenn man nur das allerbeste will, koste es was es wolle. Für welchen Kurs man heute neue Bänder bekommt ist mir nicht bekannt, dürfte aber kaum preiswerter geworden sein. Unter solchen Gesichtspunkten dürften dann die Kosten für einen Mod kaum der Rede wert sein.


    Gruß


    Matej