Leistung bei "The Fisher 201" bricht ein - neue Elkos fällig?

  • hallo experten,


    mein ehrwürdiger "the fisher 201" receiver (für mich eines der schönsten und solidestens vintage-geräte...) hat sich bei starker beanspruchung etwas merkwürig verhalten: als ich ihm gestern mal richtig die sporen gab, also ordentlich die musik aufdrehte, fing die beleuchtung an zu flackern und die lautstärke brach auch wellenartig ein, "pumpte" nur noch irgendwie mehr oder weniger in die boxen. da hängen z. z. nur große pc-lautsprecher dran. (bestimmt mit grottigem wirkungsgrad aber einem erstaunlich guten klang).


    ist das womöglich ein zeichen für rottige netzteil-elkos? 2x30 watt (die das gerät m. w. leistet) ist zwar nicht viel, aber dass er an den popeligen speakern schlapp macht, hat mich doch etwas erschrocken.


    habt ihr ne idee? elkos mal runderneuern?


    danke!


    horst

    Fang ` nicht an zu rechnen, wenn Du das Ergebnis nicht kennst !

  • Das ist kein Gerät um mit Wirkungsgradschwachen Popel L.S. und 20W "Disco" zu machen. 8|
    Das was du beschreibst klingt nach LS-Regler "rechtsanschlag" und nur noch Rechteck am Ausgang, also totalübersteuerung.


    Selbst wenn du da 10.000uF extra reinhängst ist der Innenwiederstand des restlichen Netzteiles immer noch hoch ...


    Kulturhistorische HiFi-Güter quält man auch nicht. :pinch:


    Ansonnsten erst messen VOR Elkokauf.



    :huh: Wellenfront

    Auch Gewerblich tätig.


    Viele tun halt vieles um bestmögliche Klangwiedergabe möglicht wirkungsvoll zu verhindern !

    Edited once, last by Wellenfront ().

  • Hallo,


    Ursache könnte auch eine Lötstelle oder ein Bauteil sein.
    Dieses "Pumpen" könnte durch thermische Effekte entstehen. Wird etwas heiß, dehnt es sich aus und verliert dadurch Kontakt. Dann fließt kein Strom mehr und das Bauteil kühlt ab und zieht sich wieder zusammen. Bis nach einiger Zeit wieder Kontakt entsteht und alles von vorne los geht. Wenn kleine Wärmemengen dafür ausreichen, kann das auch mal schnell gehen wie ein "pumpen".


    Also würde ich im Gerät nach Stellen suchen, welche langfristig heiß geworden sind. Möglich sind auch Lötstellen von Bauteilen, die sich sozusagen "selbst entlötet" haben. Das sieht man den Lötstellen an.


    . Johannes

    _________________________________________________________________
    "Music, when combined with a pleasurable idea, is poetry." Edgar Allan Poe

  • Dieses Gerrät hatte ich schon einmal mit ähnlichen Effekten. Nach Austausch der Siebelkos für das Netzteil, den Gleichrichter bzw. die Gleichrichterdioden und auch der Sicherungen (auch wenn sie nicht durchgebrannt sind) startete ich die Sichtkontrolle der Platinenunterseite und schmolz zahlreiche Lötstellen auf, die nicht mehr gut aussahen. Nach Beseitigung der Übergangswiderstände in allen Reglern und Schaltern arbeitete der Receiver wieder wie neu. Bei denen, wo nicht der Erhalt des Originalzustandes sondern der Klang im Vordergrund steht, empfehle ich, alle Koppel-Elkos im Signalweg durch Folienausführungen zu ersetzen bzw. durch hochwertige 63V Elkos, sofern der Platz für Folientypen zu knapp wird.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Dieses "Pumpen" könnte durch thermische Effekte entstehen. Wird etwas heiß, dehnt es sich aus und verliert dadurch Kontakt. Dann fließt kein Strom mehr und das Bauteil kühlt ab und zieht sich wieder zusammen. Bis nach einiger Zeit wieder Kontakt entsteht und alles von vorne los geht. Wenn kleine Wärmemengen dafür ausreichen, kann das auch mal schnell gehen wie ein "pumpen".


    Das würde ich aber eher im Lautsprecher erwarten als im Verstärker.
    Mögliche Gründe für einen "pumpenden" Lautsprecher:
    - thermische Kompression durch erhitzte Schwingspule -> Impedanz steigt -> Strom sinkt -> LS wird leiser (und LS-Schwingspulen können RICHTIG heiß werden und ihren ohmschen Impedanzanteil um viele hundert Prozent steigern!)
    - die Membran kann dem Signal durch den naturgegeben begrenzten Membranhub nicht folgen


    Sei also lieber froh, daß der LS noch lebt (wenn er es denn tut...) ;)


    Gruß
    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


    Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.

  • "Pumpen" kann es auch Schaltungsbedingt quasie durch den Auskoppelelko der Endstufe ... :whistling:


    :huh: Wellenfront

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