Ebis Blues-Ecke

  • Hallo Eberhard,


    ich möchte hier mal ein großes Dankeschön loswerden. Dein profundes Wissen und Deine immer lesenswerten Rezensionen sind eine Bereicherung in diesem unserem Forum.

    Die Perlen und Raritäten die Du hier und im "My Kind OF ROCK" Fred einfach perfekt vorstellst, haben mein Bankkonto zwar sehr belastet, aber meine Plattensammlung aufs feinste bereichert.

    Danke dafür:!:


    Der neuste Zugang für den Du verantwortlich bist:


    Backhouse Front AAA.JPG


    Backhouse AAA.JPG


    Also Ebi, meinetwegen können diese beiden Freds ewig weiter gehen :merci:


    Liebe Grüße aus der Nordsee


    Jürgen


    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • Eberhard, hast Du einen Tipp wo man die beiden LPs bekommt? ;)

  • Es erstaunt mich schon ein wenig, dass man von Mick Clarke

    so wenig hört oder liest (auch hier nicht).

    Immerhin war er Mitbegründer der legendären brit. BluesRock Band Killing Floor

    und hat, neben den beiden von Killing Floor, bis heute unter seinem

    eigenen Namen, bzw. mit der Mick Clarke Band, noch mind. 17 weitere

    Alben veröffentlich, von denen allerdings nur fünf auf Vinyl erschienen sind.


    Nach dem Ende von Killing Floor 1972, war Mick Clarke bei verschiedenen,

    mehr oder weniger erfolgreichen Bands/Projekten zu finden.

    Erst 1983 gründete er seine eigene Band,

    welche in der Folgezeit und mit wechselndem Personal,

    die bereits erwähnten Alben einspielte.

    Mit dabei war sein alter Kumpel Lou Martin (Rory Gallagher) am Keyboard/Piano,

    der wie Mick Clarke, ein Bandmitglied von Killing Floor war.


    Von seinen ganzen Alben, kann und möchte ich jetzt

    kein einzelnes als das Beste hervorheben.

    Jedes dieser Alben ist für mich sehr gut anzuhören (zumindest die Alben, die ich habe oder kenne)

    und bieten kompromisslosen und gradlinigen BluesRock.


    Ein Album fällt aber trotzdem aus der Reihe,

    wie man auf dem Bild sehr schön sehen kann:






    Die auf dem Bild zu sehenden Alben,

    sind seine oben bereits erwähnten Alben, die auf Vinyl erschienen sind.

    Vier davon wurden in London und mit brit/europ. Musikern eingespielt.

    Das fünfte und sich optisch abhebende Album,

    hat Mick Clarke mit amerikanischen Musikern in Portland, Oregon aufgenommen.

    Eine kleine Einschränkung gibt es bei den Musikern noch,

    der Drummer war kein geringerer, als Rory Gallaghers langjähriger Drummer Rod de'Ath.



    Mick Clarke - West Coast Connection


    In Amerika wurde das Album auf dem mir völlig unbekannten,

    kleinen Label "Nebula Circle Records" 1988 veröffentlicht.

    In Europa im gleichen Jahr und in Lizenz von "Nebula",

    auf dem mir ebenfalls nicht besser bekannten, Schweizer Label "Brambus Records".







    Dieses Album ist weder besser, noch schlechter als die anderen,

    aber durch eine völlig andere Location und mit Musikern von einem anderen Kontinent

    und deren unterschiedlichen Bluesszenen-Backround,

    ergibt sich natürlich auch eine andere musikalische Stimmung der Songs.


    Zum Abschluss für heute und als Wort zum Wochenende,

    bleibt mir nur noch zu schreiben:


    Unbedingt bei Mick Clarke mal (wieder) reinhören.



    Gruss

    Eberhard




  • Joe Carter & Kansas City Red - Original Chicago Blues


    JSP Records UK 1982






    Dieses Album ist eine Compilation

    und enthält Songs vom Gitarristen und Sänger, Joe Carter mit seiner Begleitband

    und dem Drummer und Sänger, Kansas City Red mit seiner Band.

    Beide Musiker waren Chicago-Blues Urgesteine und fest in der

    Chicagoer Blues Club Szene verwurzelt.


    Von Kansas City Red gibt es kein eigenes Album

    und Joe Carter hat 1978 bei dem kleinen US-Label "Barrelhouse"

    ein einziges eigenes Album veröffentlicht, mit dem Titel

    "Joe Carter & His Chicago Broomdusters - Mean & Evil Blues",

    wovon gerade bei Discogs ein einziges Exemplar für

    supergünstige $ 600,00 zum Kauf angeboten wird.


    Die Aufnahmen der Songs für dieses Album hier,

    erfolgten bei Joe Carter im Juli 1976

    und die von Kansas City Red im März 1977, beide jeweils in Chicago.


    In beiden Bands spielt neben den beiden Namensgebern,

    jeweils ein weiterer, mir bekannter Musiker mit.

    Bei Joe Carter ist das der Harp-Player John Wrencher

    und bei Kansas City Red, der Gitarrist Eddie Taylor.


    Was den Hörer auf dem Album musikalisch erwartet,

    verrät schon der Titel des Albums, nämlich:


    Original Chicago Blues




    Ein anderer, erwähnenswerter Blues Musiker aus Chicago,

    ist der Sänger, Harp-Player und Songwriter Big John Wrencher (1923 - 1977),

    der allein schon äusserlich etwas Besonderes darstellt, da er seit einem Autounfall

    im Jahr 1958 nur noch seinen rechten Arm hat, dieses Handicap aber durch seine

    Spielweise und seine Dynamik mehr als wett macht.


    Während seiner musikalischen Schaffenszeit von den 40ern bis zu seinem Tod 1977,

    hat er gerade mal zwei Alben veröffentlicht, wovon das erste Album aus dem Jahr 1969,

    zusammen mit seinen Maxwell Street Boys, eine gesuchte Sammlerrarität und

    deshalb auch sehr teuer ist und ich das Album aus diesem Grund auch nicht besitze.


    Sein zweites Album nahm er 1974 in London auf und es wurde 1975

    auf dem kleinen UK-Label "Big Bear Records" veröffentlicht:



    Big John Wrencher - Big John's Boogie


    Big Bear Records UK 1975







    Ohne das Album vorher jemals gehört zu haben,

    reicht ein Blick auf die Begleitmusiker und man kann sicher sein,

    dass dies ein großartiges Blues-Album sein muss.


    Und genau das ist es auch,

    denn wenn Eddie Taylor, Bob Brunning, Bob Hall und Pete York

    mit dabei sind, kann überhaupt nichts mehr schief gehen.


    Eine tolle Mischung aus Blues, Rhythm & Blues und Boogie Woogie,

    die in die Ohren und in die Beine geht.


    Und zusätzlich zur guten Musik, gibt es noch als Liner Notes einen Artikel

    vom legendären Mike Leadbitter über John Wrencher,

    aus dem Blues Unlimited Magazin.



    Gruss

    Eberhard




  • Und heute ....



    Eddie "Guitar" Burns



    Eddie Burns (1928 - 2012), Sänger, Gitarrist, Harp-Player und Songwriter aus Detroit,

    war erstaunliche 70 Jahre im Blues-Geschehen aktiv tätig.

    Ende der 40er lernte er John Lee Hooker kennen,

    mit dem er in der Folgezeit öfters zusammenarbeitete und auf

    einem Album von Hooker aus dem Jahr 1966, auch als Begleitmusiker mit dabei war.

    Burns trat in den 50ern und 60ern hauptsächlich in verschieden Clubs von Detroit auf,

    mal mit eigener Band oder als Begleitmusiker für andere Blues Musiker.

    In dieser Zeit konnte er zwar eine Reihe von Singles veröffentlichen,

    ein komplettes eigenes Album erschien allerdings erst 1972,

    welches im Rahmen einer Europa-Tour in London eingespielt wurde.

    Und wie nicht anders zu erwarten, findet man da natürlich in der Begleitband

    die Herren Bob Hall und Bob Brunning wieder.



    Eddie "Guitar" Burns - Bottle Up And Go


    B & C Records UK 1972







    Auf 4 der 10 Songs ist Eddie Burns solo mit seiner Gitarre und Gesang zu hören,

    auf den restlichen Songs mit der Band.

    Ebenfalls 4 Songs stammen aus der Feder von Burns.



    Mein Lieblings-Song des Albums





    Die Aufnahmen für das erste Album erfolgten im Februar 1972.

    Bereits im November des gleichen Jahres,

    war Burns wieder im selben Studio in London,

    um sein zweites Album einzuspielen.

    Veröffentlicht wurde das Album allerdings erst 1975.




    Eddie "Guitar" Burns - Detroit Blackbottom


    Big Bear Records UK 1975






    Das selbe Studio, der selbe Produzent und als Teil der Band,

    die allseits bekannten Pete York und Bob Hall.

    Bis auf einen, stammen alle Songs von Burns.


    Während das erste Album eigentlich mehr im klassischen Chicago (Detroit) Blues Stil gehalten ist,

    hat Eddie Burns bei seinem zweiten Album die Richtung etwas verändert.

    Es gibt keine Solo-Nummern mehr, dafür werden die Songs durch Bläser aufgelockert.

    Obwohl beide Alben recht unterschiedlich sind, gefallen sie mir beide gleich gut.

    Burns hat in der Folgezeit noch weitere Alben veröffentlicht,

    welche aber (wie ich meine) nur auf CD erhältlich sind.






    Gruss

    Eberhard

  • Mit Fabio Treves stelle ich euch heute den einzigen italienischen

    Bluesmusiker vor, den ich in meiner Sammlung stehen habe.

    Treves wurde 1949 in Mailand geboren und ist bis heute noch

    aktiv im Musikgeschäft tätig.

    Anfänglich beschäftigter er sich mit einer ganzen Reihe von verschiedenen

    Instrumenten, bevor er sich dann in den 60ern auf Harmonica und Gesang

    konzentrierte, außerdem war und ist er als Songwriter tätig.

    1974 gründete er seine Treves Blues Band, die auch die erste italienische

    Blues Band überhaupt gewesen sein soll.

    Im Laufe seiner Karriere hat er bis heute mindestens 14 Alben (Solo oder

    mit der Treves Blues Band) veröffentlicht, wovon über die Hälfte allerdings

    nur auf CD erhältlich sind.

    Es ist für mich wirklich erstaunlich, mit wem Treves schon so alles

    an Blues-Größen (und sonstigen Musikern) zusammengespielt hat (Sunnyland Slim,

    Billy Branch, Alexis Korner, Sam Lay, Eddie Boyd ......), außerdem soll er der einzige

    italienische Musiker sein, der mit Frank Zappa zusammen auf der Bühne gestanden hat.

    Trotz dieses offensichtlich recht großen Bekanntheitsgrades in gewissen Regionen,

    wage ich mal zu behaupten, dass nicht besonders viele von euch ihn kennen werden.


    Das erste Album der Treves Blues Band (oder auch T.B.B. )

    erschien im Jahr 1976, wobei nicht weniger als 8 Musiker zur Band gehörten.



    Treves Blues Band


    Red Record Italy 1976






    Ein Song des Albums stammt von Nick Gravenites und ein anderer von Champion Jack Dupree,

    die restlichen sechs Songs sind von der Band.

    Auf dem Album konnte ich keinen Hinweis darauf finden, wer das Album produziert hat,

    deswegen gehe ich mal davon aus, dass es die Band selbst war.

    Zu hören gibt es dann so schöne Sachen, wie die 6-minütige

    Eigenkomposition "Everything It's Gonna Be Alright" oder den "Breakin' Boogie".










    Erst zwei Jahre später gab es ein weiteres Album von Treves,

    diesmal unter seinem eigenen Namen:



    Fabio Treves - The Country In The City


    Red Record Italy 1978






    Das Album ist diesmal rein akustisch.

    Begleitet wird Treves nur von zwei weiteren Musikern (Dobro, Gitarre, Mandoline

    Piano, Gesang), der das Album auch selbst produziert hat.

    Das Album ist halt völlig anders als der Vorgänger, aber auch sehr gut.

    Auch die Klang-Qualität ist richtig gut.

    Ein Song-Beispiel vom Album konnte ich nicht finden.



    Ende des Jahres 1979 erfolgte dann die Veröffentlichung des

    zweiten Albums der T.B.B.



    Treves Blues Band - Two


    Young Records Italy 1979






    Die neue T.B.B. bestand aus komplett anderen Musikern (bis auf Treves selbst)

    und auch ohne Bläser.

    Die Songs sind eine schöne Mischung aus Eigenkompositionen

    und Blues-Klassikern, produziert wurde das Album von der Band.

    Musikalisch ist das Album ein tolles HarpBlues/BluesRock - Album,

    zu dem es im Netz leider auch keine Song-Beispiele zu finden gibt.



    Ma kann es sich kaum vorstellen, aber das dritte Album der T.B.B.

    erschien unter dem künstlerisch extrem aufwendig gestalteten Titel "3".



    Treves Blues Band - 3


    Buscemi Record Italy 1985







    Nach "Two" gab es zwar 1980 noch ein Live-Album der T.B.B. mit Mike Bloomfield,

    welches ich allerdings nicht habe, da ich nicht so besonders auf Live-Alben stehe.


    Auch bei dieser T.B.B. sind (bis auf Treves) wieder alles neue Musiker dabei,

    einschließlich einer Pianistin mit einer wunderbaren Stimme,

    die bei drei Songs den Gesangspart übernimmt.

    Wie schon bei "Two", ein sehr empfehlenswertes HarpBlues/BluesRock-Album

    mit einer Song-Mischung aus 8 Eigenkompositionen und 3 Blues-Klassikern,

    für das ebenfalls keine Song-Beispiele vorhanden sind.

    Das Album wurde diesmal von Mario Buscemi produziert,

    auf dessen Label das Album auch erschienen ist.

    Pressung und Klang-Qualität sind völlig OK.



    Sämtliche nachfolgenden Alben der T.B.B. sind meines Wissens nur noch auf CD erschienen.



    Im Jahr 1988 veröffentlichte Fabio Treves dann sein zweites Solo-Album:



    Fabio Treves - Sunday's Blues


    Barley Arts Records Italy 1988







    Bei seinem zweiten Solo-Projekt wurde Treves von einer ganzen Reihe von italienischen

    und internationalen Musikern unterstützt (u.a. Dave Kelly, Chuck Leavell, Tex Comer).

    Treves verzichtete bei diesem Album auf das Nachspielen von alten Blues-Klassikern

    und spielte nur sein eigenes Material, die Produktion stammt auch von ihm.

    Der Musikstil hat sich etwas in Richtung Mainstream-Blues entwickelt,

    ist aber trotzdem immer noch sehr gut anzuhören und ganz bestimmt alles andere als langweilig.


    Durch dieses Album bin ich auf ein italienisches RE-Label aufmerksam geworden,

    welches zwischen 2015 und 2020 bisher 118 Blues-Alben wiederveröffentlicht hat.

    Das Label nennt sich Blues In Vinile

    und gibt man bei Discogs diese Label als Suchbegriff ein,

    bekommt man die ganze Serie, mit einer Reihe interessanter Alben, aufgelistet.


    Da ich ja neugierig bin,

    habe ich mir die Sunday's Blues mal zum Vergleich zugelegt.


    Rein äusserlich gibt es keine Unterschiede,

    selbst das Label-Etikett ist gleich.




    Das Album der RE steckt in einer beidseitig bedruckten Innenhülle.

    Mein Original hat diese nicht, ich weiss allerdings auch nicht,

    ob die bei mir einfach nur fehlt oder damals nicht dabei war.






    Zusätzlich liegt jedem Album der Serie ein 8-seitiges Booklet mit einer Reihe von Fotos bei,

    welches mit viel Text versehen außerordentlich informativ ist,

    zumindest vermute ich das, denn da der Text auf italienisch ist, verstehe ich leider

    kein einziges Wort von dem, was da geschrieben steht.




    Mein Original hat eine 115g Pressung, bei der RE sind es 190g,

    beide Varianten sind bei mir ohne Beanstandungen.

    Der Sound der RE ist identisch mit dem Original und sehr gut.


    Die REs dieses Labels sind also durchaus eine Alternative,

    sollte man sich mal eines der Alben als Wiederveröffentlichung anschaffen wolle.




    Gruss

    Eberhard

  • Das erste Mal, dass ich von Troy Turner was gehört habe,

    war auf dem New Orleans Jazz & Heritage Festival 1991,

    wo er mit seiner Band auf einer der kleineren Bühnen auftrat.


    Was Turner und seine Band an diesem Tag spielten,

    gefiel mir sofort umwerfend gut, da sich dieser Blues den er da spielte,

    deutlich von der Musik der anderen Bands abhob, die wir an diesem Tag hörten.





    Turner wurde (je nach Quelle) entweder 1970 oder 1967

    in Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana, geboren

    und von seinen Großeltern aufgezogen.

    Da seine Großmutter eine angesehene und religiös sehr engagierte

    Gospelsängerin war, fing Turner als Kind natürlich ebenfalls als Gospelsänger an,

    lernte in der Folge mehrere Instrumente und landete als Jugendlicher

    (natürlich gegen den Willen der Großmutter) bei Gitarre, Gesang und dem Blues.

    1988 ging er dann alleine nach New Orleans und baute sich durch sein Talent

    und seinen Fleiß (und natürlich auch durch ein paar entsprechende Kontakte)

    in sehr kurzer Zeit ein erstaunliches Renommee auf,

    welches 1990 mit seinem ersten Album einen ersten Höhepunkt hatte.

    Seit 1990 konnte er sieben Jahre hintereinander beim Jazz & Heritage Festival auftreten.



    Troy Turner - Teenage Blues In Baton Rouge


    King Snake Records US 1990






    King Snake Records war die Plattenfirma von Bob Greenlee,

    in dessen Studio in Florida das Album auch eingespielt wurde.

    Typisch für Greenlee war, dass er die Alben, die für sein Label aufgenommen wurden,

    auch produzierte und er als Musiker und Songwriter darauf mitwirkte.




    Obwohl Troy Turner aus Louisiana stammt, spielt er keinen klassischen

    New Orleans - oder SwampBlues, sondern einen frischen, modernen Blues.

    Auf dem Festival hörte er sich fast wie Steve Ray Vaughan an (weshalb wir dort

    überhaupt stehen geblieben sind), allerdings auch nur fast,

    denn sein Blues hat schon seine ganz eigene Note, die mir ausgesprochen gut gefällt.


    Leider gibt es auf YouTube nur einen einzigen Song des Albums zu hören

    und das ist ausgerechnet der langsamste und der untypischte Song.


    Bis heute hat Troy Turner noch drei weitere Alben veröffentlicht,

    welche allerdings nicht auf Vinyl erschienen sind.



    Zwischen den beiden Festival-Wochenenden wurden dann die musikalischen

    Impressionen, bei diversen Streifzügen durch die entsprechenden Lokalitäten,

    in harte Tonträger-Währung eingetauscht.




    Ihr braucht mich jetzt überhaupt nicht zu beneiden,

    denn das war alles andere als ein Vergnügen,

    sondern bei dem schwül-feucht-heissen Klima

    eine echte Plackerei, ganz schlimme Maloche, verbunden

    mit hohen finanziellen Belastungen.

    Mit einfachen Worten ausgedrückt: einfach nur grauenhaft :)


    Zum Glück gab es zwischen der ganzen harten Arbeit,

    dann doch noch den einen oder anderen Moment der Entspannung,

    bei dem das Leben einfach nur noch schön war.





    Gruss

    Eberhard




  • James "Thunderbird" Davis - Check Out Time


    Black Top / Demon Records UK 1989






    Der Sänger, Gitarrist und Songwriter James "Thunderbird" Davis (1938 - 1992),

    war ab Mitte der 50er professionell im Musikgeschäft tätig

    und konnte Anfang/Mitte der 60er ein paar Singles bei Duke veröffentlichen,

    welche allerdings für ihn nicht besonders erfolgreich waren.

    Die Cover-Versionen seiner Songs durch andere Musiker,

    waren da wahrscheinlich erfolgreicher.

    Hier ein Song von ihm aus dem Jahr 1964,

    welcher in der Version von Otis Rush auf dessen Album "Right Place, Wrong Time" zu finden ist.










    Auf Grund des ausbleibenden Erfolges, zog sich Davis immer mehr

    vom Musikgeschäft zurück, bis er ganz von der musikalischen Bildfläche

    verschwunden war.

    Erst einer aufwendigen Suche nach ihm durch die BlackTop-Leute

    ist es zu verdanken, dass Davis 1988 wieder im Blues-Zirkus aktiv wurde

    und 1989 sein erstes und einziges Album veröffentlicht wurde.

    Neben den bekannten Musikern der BlackTop-Truppe,

    waren auch vier Musiker-Kollegen aus seinen alten Dukes-Zeiten mit dabei

    (Grady Gaines, Earl King, Clarence Hollimon und Lloyd Lambert).


    Herausgekommen ist dabei ein locker-flockiges Blues/Rhythm&Blues-Album

    mit starker Bläser-Unterstützung, bei dem Davis ganz offensichtlich über die Jahre

    nichts von seiner Stimmkraft verloren hat.

    Auf dem ebenfalls sehr guten und auch von Black Top 1989 veröffentlichten

    Album "Healing Feeling" von Hubert Sumlin,

    ist er bei einigen Songs als Gast-Sänger zu hören.

    Musikalisch wars das dann schon von ihm,

    denn zwei Monate bevor James "Thunderbird" Davis sein zweitesAlbum aufnehmen sollte,

    verstarb er im Januar 1992 bei einem Live-Auftritt infolge eines Herzinfarktes auf der Bühne.



    Gruss

    Eberhard