Wie lange hält ein Tonabnehmer? -Grundsatzfrage-

  • Nabend,


    ja, ich habe Suchfunktion bemüht:


    Lebensdauer Tonabnehmer


    Alterung von Tonabnehmern


    Aber hat jemand konkrete Erfahrung, wie lange ein Abnehmer hält. Ich habe ja ein NOS Ortofon X3-MC seit nun einem über 1/2 Jahr im Einsatz. Das war originalverpackt >20 Jahre eingelagert (keine großen Temperaturschwankungen, dunkel in einer Schublade...). Also die Nadel ist natürlich ok und bezüglich Gummi etc. kann ich auch nichts negatives feststellen. Es spielt prima, ich habe aber keinen Vergleich, z. B. zu einem neuen MC-3 Turbo. Ich habe mal gehört, dass Ortofon Systeme bezüglich poröser Gummis/Alterung eher unkritisch sind. Das alte Elac D244-17 auf meinem Elac Miracord 630 spielt auch noch gut und das müsste >40 Jahre auf dem Buckel haben...


    Warum frage ich? Nun, eine gewisse Unsicherheit bleibt halt... :S

    beste Grüße


    Rainer

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  • Hallo Rainer,


    Quote

    Nun, eine gewisse Unsicherheit bleibt halt...

    ...und daraus ziehen manche Profit ;)


    Zitat Hr. Dusch, ehemaliger Entwicklungsleiter bei EMT: "Ich habe in über 30 Jahren keinen Diamanten gesehen, der verschlissen war, und das wundert mich auch nicht. Ihre Tondose ist von 1969. Nach Tausch des Dämpfungsgummis spielt er wie neu!"


    Alles andere steht imho in den von Dir verlinkten Threads :)

  • Hallo Rainer,


    Mein uraltes AT 160ML (fast 30 Jahre) spielt bei guter bflege jetzt schon geschätzt weit über 5000 Std einwandfrei :rolleyes: schlägt sich selbst gegen ein ML180 mehr als passabel.Nur die gemeinen Tests mit den hohen Schneidstichelschnellen auf meiner Ullstein packt es nicht mehr so souverän,aber da kommen ja selbst nagelneue Systeme ins schwitzen.


    gruß
    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



    The post was edited 1 time, last by volkmar II ().

  • Was mein Ortofon betrifft, kann ich das bestätigen. Über 30 Jahre alt.
    gruß
    Jürgen


    Hallo Jürgen,


    welches Ortofon hast Du denn?


    @alle - sind MCs da im "Gummibereich" unkritischer als MM oder nimmt sich das nichts?


    Ich bin zwar nun schon in einigen Bereichen wissender als früher, aber noch lange nicht schlau :S ... Bei einem Freund, der ein MC1 Turbo als Allrounder nutzt, war die Nadel platt und "schlabberte" nur noch horizontal rum . Wir hatten das dann zu Schürholz geschickt und es kam mit korrekter Nadelstellung wieder zurück, was dran war, weiß ich nicht. Aber wenn ich das richtig sehe, kann das ja nur auf ein defektes Gummi rausgelaufen sein, oder? Der Plattenspieler stand sehr lange ungenutzt auch in einem ungeheizten Raum, war also übers Jahresmittel durchaus starken Temperaturschwankungen ausgesetzt...


    Das System ist fast genau so alt wie mein X3-MC, da mache ich mir irgendwie doch Sorgen... (für leicht hypochondrisch veranlagte Leute wohl nicht das richtige Hobby :S ;) )


    Wie gesagt, bislang kommt mir alles gut vor - nix verzerrt & Klang ist für mich einwandfrei...

  • Das mit dem Diamanten hatten wir ja schonmal. Wenn es ein Natur- oder Industriediamant und kein Saphir ist, so sagte mir ein Werkstoffwissenschaftler, dass dieser durch PVC NICHT abgenutzt werden kann. Höchsten es sind Siliziumverunreinigungen im PVC, was aber auszuschliessen wäre.

    Glaubst Du also, daß eine Diamantnadel unbegrenzte Lebensdauer hat?
    Gruß
    Jürgen

  • Wenn es ein Natur- oder Industriediamant und kein Saphir ist, so sagte mir ein Werkstoffwissenschaftler, dass dieser durch PVC NICHT abgenutzt werden kann.


    Also, ich habe schon Nadeln gesehen, bei denen eine Hälfte abrasiert war.....


    Gruß
    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Andreas, oft haben Diamanten auch Einschlüsse, Löcher und es platzt etwas ab.
    Um das abschliessend zu sagen, bräuchte man Zugang zu einem Rasterelektronenmikroskop.
    Mit der 220fachen Vergrößerung meines Dinolite ist nicht wirklich etwas zu erkennen




    analog-forum.de/wbboard/gallery/index.php?image/93206/

  • irgendwo meine ich mal gelesen zu haben das nur Diamant Diamant bearbeiten kann,Vinyl ist ja ziemlich weich..aber das thema hatten wir doch schon mal.


    gruß
    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Mein Bekannter hat in dem Bereich promoviert und täglich damit zu tun.
    Sicherlich kommt auf die Platten auch siliziumhaltiger Staub, oder eben schon bei der Pressung.


    Aber hat hier nichtmal Jemand gesagt, dass Van Den Hul seine Diamanten mit Haar poliert?

  • Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man bei meiner Nadel (FineLine) so von 1000h ausgehen kann... Das wäre also nicht das Problem, wenn das Gummi ok ist.
    Ich habe auf dem alten Dual in der Grundig Anlage ein originales Shure drauf, da war die Nadel unterm Mikroskop auch noch ok. Hier habe ich in letzter Zeit schon das Gefühl, das es etwas anfängt zu verzerren. Also dann auch das Problem eher beim Gummi... Die Nadel ist von 1978 und wurde bis Anfang 1983 gespielt, danach nur sehr selten.
    Die Elac D 796 Hsp kämen ja auch schon in ein Alter, wo es kritisch wird, oder? Würdet ihr das noch im Original kaufen? Ich habe eins auf meinem TD 320 mit TP 16 MKIV Arm, es spielt auch noch tadellos...

  • Hi Rainer,
    am besten Du kaufst jedes Jahr ein neues. Damit kurbelst Du die Tonabnehmerwirtschaft an, zahlst ordentlich Umsatzsteuer und kannst relativ sicher sein, dass es noch nicht abgenutzt ist. 8o :thumbsup:

    Viele Grüße aus der Südheide


    Ralph

    _____________________
    ... und sie dreht sich doch!

  • Wie lange ein System hält ist eine komplexe Frage, denn es altern verschiedene Komponenten unterschiedlich.


    Die Nadel verschleißt unterschiedlich. Industriediamanten sind weicher und haben meist schon nach 300 Stunden sichtbare Flachstellen. Ein orientierter Naturdiamant kann je nach Qualitätsgrad, Schliff und Politurgrad in der Tat bis 5000 Stunden spielen. Der macht auch einen erheblichen Anteil am Verkaufspreis aus.


    Der Aufhängungsdraht ist auch von seiner Beschaffenheit abhängig, wie oft er gebogen werden kann. Nylon ist flexibler als Federstahl, kann aber ausleiern (System "hängt durch") oder Draht kann brechen. Beispielsweise das Ortofon MC 20 (blau) litt unter "Durchhängern" nach einigen Jahren. Bei späteren Modellen hatte man das geändert.


    Der Nadelträger hält eigentlich ewig, ausser er verunfallt....


    Der Gummi kann verhärten oder sich auflösen. Meistens verhärten die Mischungen eher, viele verhärten aber nur etwas und bleiben dann stabil.
    Beispiele: Ortofon MC 30 Super 90µ Tiefenabtastung neu, nach 20 Jahren aber immer noch 70µ. Sony XL-55 Pro kaufte ich 1983 mit 70µ und die bringt es heute noch.


    Der Spulendraht wird meist am Aufhängungsdraht entlang geführt und macht dort einen Knick. Beim MC 30 Super ist er mir nach 23 Jahren gebrochen. Spielstunden kann ich nicht exakt angeben, aber wahrscheinlich weniger als 500. Die Nadel ist dagegen noch einwandfrei.


    Man kann also keine pauschalen Aussagen machen, die mittlere Lebensdauer ist auch nicht unbedingt modellspezifisch zu betrachten, sondern kann auch sehr individuell ausfallen. Da eine Aufarbeitung, die mehr als nur Retipping umfasst kaum unter 500 EUR zu haben ist, lohnt das nur bei hochpreisigen Tonabnehmern, bei den billigeren rechnet eher ein Ersatz.

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer
    (Reparaturen, Service, Modifikationen)
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