Alterung bei "Neu"-Tonabnehmersystemen?!

  • Hallo,kann man sich eigentlich beim Kauf eines Systems beim Händler seines Vertauens darauf verlassen,daß das System nicht schon Alterungserscheinungen aufweißt(Nadelträger,Dämpfergummi,etc...)?!Ich gehe ja mal nicht davon aus,daß sich die Systeme "wie Butter" verkaufen und dem entsprechend können sie ja wohl schon mal ein paar Jahre alt sein,oder...?Oder werden sie nach einer bestimmten Zeit,in der sie nicht verkauft wurden,wieder zur Firma zurückgeschickt?!


    Schöne "VINYLIGE" (und warme) Woche
    Senti

  • Hallo Senti, um welchen Tonabnehmer geht es denn konkret? Derzeit sind mir allerdings keine Tonabnehmer bekannt, die bei korrekter Lagerung anfällig wären. In der Regel würde sich das allerdings beim testen schnell bemerkbar machen, da Tonabnehmer mit verhärteten Gummis klanglich eher scharf klingen, wenig Bass aufweisen und auch schon Pegelspitzen von ca. 40-50mü nicht sauber abtasten können.

  • Wenn es ein Händler ist, der Dein Vertrauen tatsächlich verdient, wird er mit NOS offensiv umgehen. Und er wird wahrscheinlich ohnehin nur das auf Lager haben, was er in absehbarer Zeit verkauft. Den Rest bestellt er im Kundenauftrag.


    Viele Grüße
    Eisber

  • Das ist immer sehr schwierig zu beurteilen. Es gibt Tonabnehmer die altern im Gummi schnell und andere spielen auch nach 30 Jahren noch unverändert gut. Bei Ortofon MC scheinen es so 10 Jahre zu sein, dann verhärten sich die Gummis langsam. Geht aber noch abzufangen. Ich hatte ein Sony XL-55Pro, das tastete auch nach 30 Jahren (davon viele Jahre nur gelagert) immer noch einwandfrei ab. Es gibt also sowohl als auch.


    Bei einem guten Händler würde ich vorab eine Rücknahmegarantie vereinbaren und das mit ihm zusammen durchgehen.

  • Gibt es nicht Tonabnehmer deren Aufhängung weniger alterungsanfällig ist?


    Ein Audio Technica-Vertriebsmann hat mir vor zwei oder drei Jahren auf einer Hausmesse erzählt, dass er vor Jahren ein Jubiläumsmodell eines Tonabnehmers erworben hat, welches wohl eine alterungsbeständige Aufhängung hat. Ich glaube, aber nagelt mich hier bitte nicht fest, dass er etwas von Silikon gesagt hat.


    Gruß, Schnuff

    The post was edited 1 time, last by schnuff ().

  • Tag,
    bitte, die Dämpfer der Nadellager sind seit langer Zeit nicht aus Gummi im Sinne von "Gummi allein" oder den Einsatzzweck nicht genügend berücksichtigenden (einfachen) Gummimischungen. Wenn Gummimischungen, dann von spezieller Art bezüglich Elastizität und Temperatur- sowie Alterungsbeständigkeit (die Temperaturbeständigkeit ist jetzt gerade wieder von Bedeutung, Hitze). Vielmehr handelt es sich typisch um Butylkautschuk (ein Kunststoff aus der Gruppe der Elastomere) - Elastomere, welche eine große Alterungsbeständigkeit besitzen. Entsprechend taugliche NOS (New Old Stock, Neuware aus alten Lagerbeständen stammend bzw. zusammengesetzt) hatte ich mehrfach von den Herstellern SHURE und EXCEL in Verwendung. Von EXCEL habe ich heute noch ein EXCEL QD-700E, ein QD-700C, von SHURE ein M70BX in Verwendung. Probleme entstanden für mich dabei nicht. Alte MC von YAMAHA sind stets unproblematisch, der LTD-Dämpfer ist absolut langzeitstabil. Bei sog. Ersatznadeln vom Typ Nachbauten wäre ich allerdings vorsichtig. Vorsichtig auch bei den immer wieder nachteilig aufgetauchten Typen von AKG. In ungünstigen Fällen ist es auch nicht das verhärtete oder verweichlichte Material, sondern der Kleber, der das kleine Teil an der Rückseite halten sollte - aber zerbröselt ist im Laufe der Jahre.
    Freundlich
    Albus

    The post was edited 3 times, last by Albus2 ().

  • ...just my two pence:


    Lobbyismus, Marketing und Meinungsmache... - bei diesem Thema kommt alles
    zusammen. Allein hier mindestens 2 x im Jahr... und natürlich gibt es hier einen
    Interessenkonflikt!


    Hallo Senti,
    Du schreibst vom "Fachhändler s/deines Vertrauens". Hast Du denn soeinen?
    Dann wäre der erste Weg doch, Dich mit Deinen Fragen an diesen zu wenden.
    Höre ich da in Deinem Post ein gewisses Misstrauen heraus? Richtig so!


    Es gibt verschiedene Arten von Fachhändlern.
    Da sind die mit teuren Räumen in der Innenstadt und Vierfarbhochglanzbroschüren.
    Da sollte dann erstmal die Frage kommen, wer das alles bezahlt.
    Und es gibt den Enthusiasten, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat und den
    Profit nicht im Focus hat.
    Natürlich gibt es auch noch jede Menge dazwischen...
    (also - wer sich von diesen angesprochen fühlt - zurecht ! )


    Der vermeintlich "kompetente" (Neuware-) Fachhändler (wohlmöglich auch noch
    von der Kategorie "High-End") hat natürlich kein Interesse daran, zuzugeben, daß
    solch "alter Kram" oftmals sogar besser ist, als der Klump, den er zu völlig über-
    zogenen Preisen verkauft (und der unbedarfte Laie glaubt dieser "Koryphäe" na-
    türlich sofort, denn der Mensch ist ja gut und ehrlich ! )
    Er will viel Geld verdienen und da ist schnell und entwaffnend argumentiert:
    "Nadellagerverhärtung!!!" Und ja, die gibt es wirklich! Die betrifft vielleicht 5%
    dieser "NOS"-Systeme und Nadeln - wenn überhaupt.


    Ein seriöser Fachhändler wird die Teile einfach prüfen und ggf. entsorgen, denn
    er kennt die betroffenen Modelle genau und hat die Erfahrung, den Zustand zu
    beurteilen. Im Zweifelsfall muß das Teil dann sogar geprüft werden, aber Schrott
    gehört in die Tonne!


    Jetzt möchte ich mich mich hier abschliessend nochmal selbst zitieren (dieses
    Thema wird ja mindestens einmal pro Jahr hier durchgekaut und an den Fakten
    ändert sich nichts):


    "..also mir sind jetzt schon tausende NOS Nadeln (sowohl Nachbauten, als auch
    Originale) durch die Finger gegangen und ich glaube, mich nicht allzusehr aus dem
    Fenster zu lehnen, wenn ich behaupte, daß über 90% tadellos und neuwertig waren.
    Die Notwendigkeit einer längeren Einspielphase, als bei Neuware konnte ich nicht
    feststellen. Bei den meisten Nadeln konnte man sofort ihr klangliches Potenzial
    erkennen. Obwohl ich die bekannten Probleme mit AKG voll und ganz bestätigen
    kann, waren dennoch sogar davon gut 10% heute noch tadellos erhalten.
    Hängt alles wohl auch ein bischen davon ab, wie das Zeug über die Jahre gelagert
    wurde..."


    "..Meine Meinung dazu, daß es so viele schlechte Erfahrungen mit NOS-Ware gibt,
    ist die, daß viele Verkäufer (vor allem bei eBay und nicht unbedingt nur "Händler")
    diese völlig ungeprüft und hinter dem Deckmäntelchen einer "ungeöffneten
    Originalverpackung" und dann noch "ohne Gewährleistung" anbieten.
    Wenn Händler das machen, ist das eigentlich nur Blödheit, denn sie sollten das
    nötige Fachwissen haben, um etwaige Schäden feststellen zu können. Und sie
    können eine Gewährleistung nicht ausschliessen und müssen für diese NOS-
    Sachen quasi persönlich haften, denn sie können diese Teile nach vielleicht 40
    Jahren ja nicht mehr an den Hersteller zurückgeben, wenn es diesen überhaupt
    noch gibt.
    Würden diese "Fachleute" jetzt sofort schadhafte Ware aussortieren und so dem
    Handel entziehen, gäbe es überhaupt keine schlechten Erfahrungen mit "NOS",
    sondern nur Lob, da seinerzeit eine wesentlich bessere Qualitätssicherung statt-
    gefunden hat und kaum Ausschußware in den Umlauf gebracht wurde, so wie
    heute.
    Im ordentlichen Fachhandel wird man deshalb auch keine schadhaften NOS-
    Teile bekommen und sollte sich doch einmal ein Mangel zeigen, hat der Kunde
    natürlich ein Recht auf eine tadellose/kostenlose Ersatzlieferung oder, wenn das
    nicht möglich ist, die Rückgabe bei voller Kostenerstattung. Ansonsten natürlich
    auch eine ein- oder zweijahrige Gewährleistung - ja nach Definition von "NOS"
    als Gebraucht- oder Neuware..."

    In diesem Sinne allen einen schönen Rest-Sonntag,
    Andreas

  • "Nadellagerverhärtung!!!" Und ja, die gibt es wirklich! Die betrifft vielleicht 5%
    dieser "NOS"-Systeme und Nadeln - wenn überhaupt.


    Na - ich schrob es schon des Öfteren, aber auch gerne hier nochmal: 90% der NOS Systeme, die ich in Händen hatte, oder die Bekannte von mir erworben hatten, waren hinüber! Dies betraf z.B. Exemplare von Empire, ADC oder Sonus.
    ...und wenn man mal eines in Händen hält, welches zunächst noch vernünftig Spielt, ist natürlich die Frage: Wie lange noch?



    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Na - ich schrob es schon des Öfteren, aber auch gerne hier nochmal: 90% der NOS Systeme, die ich in Händen hatte, oder die Bekannte von mir erworben hatten, waren hinüber! Dies betraf z.B. Exemplare von Empire, ADC oder Sonus.
    ...und wenn man mal eines in Händen hält, welches zunächst noch vernünftig Spielt, ist natürlich die Frage: Wie lange noch?


    Hallo Henner,


    Meine Erfahrungen sind ziemlich genau entgegengesetzt. Das Gros der von mir erworbenen NOS-Systeme machte keinen Ärger.


    Das betrifft vor allem Tonabnehmer der großen Hersteller, ich hatte Shure, Ortofon oder Stanton-Systeme, die mehr als 40 Jahre alt waren und etliche Abtaster von Audio Technica, Panasonic, JVC, Ultimo (Dynavector) oder B&O etc. aus den 70ern, die - zumindest lt. Testplatte - immer noch die korrekte Compliance aufwiesen.
    Die Probleme einzelner Hersteller oder Baureihen sind mir auch bekannt. Die ADC und Sonus-Systeme wiesen schon, als sie noch regulär im Handel waren, regelmäßig Schwierigkeiten mit den Lagergummis auf. Alte Dynavectors, manche Ortofon MMs und MIs neigen zu Kanalausfällen, Satins und AKGs sind in der Regel defekt. Bei Empire kenne ich solche Schwierigkeiten bisher nur bei einer Baureihe (Dynamic Interface-Modelle), aber Empires hatte ich nur wenige.


    Grüße, Brent

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo Henner,

    Na - ich schrob es schon des Öfteren,...

    Na, wenn das denn so ist!


    ...oder die Bekannte von mir erworben hatten, waren hinüber!..

    wieso verkaufst Du Deinen Bekannten kaputte Systeme?.. ?(



    "Sonus" ist ein bekannter Kandidat - das weiß man, wenn man mit der Materie zu tun hat!
    "ADC" kann ich überhaupt nicht unterschreiben. Hatte ich mit NOS niemals Probleme und z.B.
    bei den alten ADC 10, 25, 26,... ist es eher der umgekehrte Fall, daß die Nadeln so weich sind,
    daß sie kaum über 1 Pond funktionieren - aber das gehört so und da hatte man sich schon vor
    45 Jahren bei den Tests in Hifi-Stereophonie mit herumgeärgert...
    "Empire" hat in der späteren Zeit bei Ortofon oder Philips zugekauft. Die alten von Empire selbst
    hergestellten haben zugegebenermassen eine etwas höhere Ausfallrate.
    Nichts desto trotz - selbst wenn der Großteil der von Dir genannten Nadeln betroffen wäre - das
    sind doch nur Kommastellen, wenn man diese "Exoten" gegen die Gesamtpopulation von
    Tonabnehmern in unserem Lande (und bedingt auch in Festland-Westeuropa) abwiegt.
    Meine Statistik beeinflusst das kaum, zumal wir hier eben hier leben und nicht in Amerika,
    wo die von Dir genannten Firmen wesentlich verbreiteter sind.
    Was hier bei uns ststistisch wohl mit den deutlichsten Einfluß hat wäre "AKG", denn diese sind
    seinerzeit (eigentlich aber auch nur kurz) in wirklich nennenswerten Stückzahlen verkauft worden.
    Hier decken sich ja auch meine "90% Defekte" mit Deinen 90%.


    Aber mal ehrlich - 80% aller Installationen in unserem Beritt sind von Audio-Technica, Ortofon
    und (wegen der jahrzehntelangen Hegomonie) Shure.


    Aus meiner über 30-jährigen beruflichen Erfahrung im Hifi-Bereich schätze ich den Anteil ver-
    schiedener Hersteller an der Summe aller heutigen Installationen und deren Ausfälle (wobei
    ich mich hier vornähmlich auf NOS-Nadeln beziehe, die über 20 Jahre alt sind), folgender-
    massen ein (gefühlt und subjektiv):


    Audio-Technica 50%. Ausfälle nicht nennenswert, vielleicht 1%
    Shure 15%. Vielleicht 10% Ausfälle wegen Nadellagerverhärtung
    Ortofon 15%. Vielleicht 20% Ausfälle wegen Nadellagererweichung
    Stanton, Pickering 5%. Vielleicht 30% Ausfälle wegen Nadellagerverhärtung
    Elac, Philips zusammen. Vielleicht 10% (damit meine Rechnung passt). vielleicht 1% Ausfälle
    AKG 5%. 90% Ausfälle
    5% alle anderen Marken, "Exoten"


    Ich glaube, Deine Erfahrungen betreffen hauptsächlich "Schnäppchenkäufe" bei eBay.
    Was ich davon halte, habe ich hier schon geschrieben.
    Ein ordentlicher Händler hätte Dir keine defekten und ungeprüften Teile verkauft und
    ausserdem hättest Du ja Garantie und Rückgaberecht gehabt.
    Wer billig kauft, kauft doppelt. C'est la vie...


    Gruß, Andreas

  • wieso verkaufst Du Deinen Bekannten kaputte Systeme?.. ?(

    Sorry für die mißverständliche Formulierung - mit "...die Bekannte von mir erworben hatten" war sinngemäß gemeint "...die Bekannte meiner Wenigkeit bei Händlern erworben hatten".


    Mein ADC-Beispiel bezog sich auf ein XLM III, welches ich bei einem Händler kaufte. Hier war das Gummilager nicht mehr in der Lage den Nadelträger mit dem dafür gedachten Vierkant in Position zu halten - er verdrehte sich während des Abspielens gerne mal sichtbar.
    Als ich das System beim "namhaften Händler" reklamierte, meinte der, er könne mir nur das Geld zurück geben und kein intaktes System zusenden - Zitat: "Die sind alle so!"


    Es gibt übrigens nicht nur eine Verhärtung des Lagergummis, sondern auch den Effekt, daß diese - je nach Material - zu weich werden. Das sind dann die Systeme, die bei empfohlener AK fast auf der Platte schleifen...
    Ob ich Exoten gekauft habe oder was auch immer, sei mal dahingestellt und es mag sicher Vintage-Freunde geben, die nie solche Probleme festgestellt haben?


    Natürlich kann man bei NOS Tonabnehmern sein Glück finden und mit Sicherheit auch ein gutes Preisleistungsverhältnis - aber grade hier im Newbie-Bereich sehe ich mich genötigt, darauf hinzuweisen, daß diese Artikel nicht immer die ursprüngliche Performance bewahrt haben und grade ein Neuling wird das nicht unbedingt zuordnen können...



    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Tag,
    ach, nicht alle bei mir verwandten und unter NOS von Händlerseite angebotenen Tonabnehmer liefen ohne merkliche Schwierigkeiten. Ein NOS von NAGAOKA, ein Händlergeschenk für gelegentliche Aushilfsdienste an der überfüllten Ladentheke, gab nach 14 Tagen eindrucksvoller Wiedergabe in einem Kanal auf. Andere NOS mussten allerdings zunächst an den Kontaktpins gehörig von Belag befreit werden, bevor an eine Verwendung zu denken gewesen war. Auf Fotos der NOS-Angebote bzw. klar erkennbar aus Altbeständen herrührende längst nicht mehr produzierte Angebote ohne NOS-Markierung sollte man sich die Kontaktstifte genau auf Belagbefall hin ansehen.
    Mittlerweile hatte ich mir angewöhnt, die so gekauften Stücke zunächst - nach der Säuberung - auf Innenwiderstand und Induktivität zu messen; dabei kommen gelegentlich interessante, von den Herstellerdaten der BDA abweichende Messwerte heraus. Was für die Kapazitätslast uU gut nutzbar ist.
    Freundlich
    Albus

    The post was edited 1 time, last by Albus2 ().

  • Hallo Henner,

    Darf ich mal fragen, wie du ein System angemessen prüfst ?

    Soso... ich soll Dir also meine Tricks verraten!


    Gut. MM oder MC?


    MMs unterziehe ich erstmal einer Sichtprüfung und messe sie dann ohmsch durch, ob beide Kanäle Durchgang und einen annähernd gleichen Gleichstromwiderstand (Kanalgleichheit) haben.
    Bei MC-Systemen ist es prinzipiell das gleiche, ich messe aber in jedem Falle mit speziell für diesen Zweck angefertigten Prüfschnüren, die jeweils einen 100 Ohm-Widerstand als Prüfspitze haben, um die feinen Drähte nicht "durchzubrennen" (1 Volt bei 10 Ohm sind ja schonmal 100 mA! - also Vorsicht! Die meisten MCs werden beim Durchmessen gekillt und man sieht noch nichtmal den Lichtbogen!..).


    Nadeln?
    Lupe und Fingerspitzengefühl.


    Bekanntermassen anfällige Systeme und Nadeln teste ich im Betrieb. Also mit einer Referenzplatte, die einiges abverlangt.
    Ob die Compliance noch stimmt, kann man bei vorgegebener Auflagekraft ja sehen.
    Um verschiedene Nadeln zu testen habe ich natürlich die entsprechenden Systeme alle auf TK vormontiert.


    [Blocked Image: http://www.platten-spieler.de/Bilder/aufTKs.jpg]


    MCs muss ich im Einzelfall natürlich extra für einen Test montiert, aber das muß ich ja auch, wenn ich welche retippe.


    UND


    "Gerätelebensdauer" (diese Untersuchungen beziehen sich zwar auf Dinge, die aktiv benutzt werden. Deren Tenor ist aber dennoch für meine Behauptungen relevant)
    - Viele Frühausfälle
    - wenig Ausfälle während der "normalen" Lebensdauer
    - viele Spätausfälle.
    Hieraus sollte die Erkenntnis reifen, daß ein unbenutzer Artikel (mit eben nur "Materialalterung") weniger Ausfälle haben wird, als einer der seine zigtausend Betriebsstunden (mit tatsächlichem "Verschleiss") schon hinter sich hat und so eigentlich mit aktueller Neuware gleichzustellen ist.
    Das NOS-Teil hat also (wenn es keine Kinderkrankheiten wie jedes Neuteil hat), seine volle Verschleisszeit noch vor sich und wenn es nach z.B. 40 Jahren gleich einwandfrei läuft kann man eigentlich davon ausgehen, daß es zumindest die nächsten 20 bis 30 Jahre mit einem Lächeln durchhält.
    Bei einem "System", was geht denn da denn ohne Zutun des Nutzers kaputt?
    Zumeist sind das schlechte Lötstellen im inneren. Also "Produktionsmängel" genau wie bei Neuware und man hat bei beiden etwa die gleiche Wahrscheinlichkeit, sich mit eben einem solchen Defekt herumärgern zu müssen.
    Es ist halt erstmal eine Frage, ob Artikel überhaupt geprüft werden (teuer!), oder erstmal verkauft... und der Kunde kann dann ja reklamieren! Wird schon gutgehen!...
    Wie gesagt - das gibt es in ähnlichem Maße bei Neuteilen ("Mexiko" - Insider wissen, wovon ich rede!).
    Wenn dann aber tatsächlich einmal das Kind in den Brunnen gefallen ist (was ja immer mal passieren kann - auch mir!), ist es immer die Frage, wie kooperativ sich ein Händler verhält und ob der Kunde schlussendlich mit seinem Kauf zufrieden ist und dann auch gerne wiederkommt.


    Es ist schon komisch, daß sich zu solchen Themen vor allen Dingen Leute zu Wort melden, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Zigtausende zufriedener NOS-Käufer haben wahrscheinlich anderes zu tun...


    Gruß, Andreas

  • Moin,


    natürlich geht man immer von den selbst gemachten Erfahrungen aus- und wenn man halt bei denen war, die Pech hatten, prägt sich das umso eher ein..
    Bei nem 'Schnäppchen' aus der Portokasse sieht man eher mal drüber weg, als bei einem doch 'subjektiv' hohen Betrag.


    Das dürfte auch den Unmut einiger hier erklären..
    Ich hatte, bis auf 'butterweiches' Super Nova nie Probleme dahingehend, aber vielleicht hab ich auch einfach nicht soviel erwartet.

  • Soso... ich soll Dir also meine Tricks verraten!

    Keine Angst - du verrätst mir nix, was ich nicht schon kenne :D


    Es ist halt erstmal eine Frage, ob Artikel überhaupt geprüft werden (teuer!)

    Dahin zielte der Kern meiner Frage ab...


    Das NOS-Teil hat also (wenn es keine Kinderkrankheiten wie jedes Neuteil hat), seine volle Verschleisszeit noch vor sich und wenn es nach z.B. 40 Jahren gleich einwandfrei läuft kann man eigentlich davon ausgehen, daß es zumindest die nächsten 20 bis 30 Jahre mit einem Lächeln durchhält.

    ...und eben dies wage ich stark zu bezweifeln. Ich habe z.B. ein Nagaoka MM 11 A bei dem sich nach nem Jahr gelegentlichem Betrieb Verklebungen am Body aufgelößt hatten. Trifft nich unser Kernthema "Lagergummi", ist aber auch ein Defekt.


    Aber - wie man sieht, gehst du ja recht vorbildlich vor und das finde ich sehr löblich. Und auch ich habe Vintage TA, die bei mir prima laufen und die ich nicht missen möchte.


    Also bitte meine Kritik nicht überbewerten - aber man erwirbt mit NOS womöglich kein wirklich neuwertiges System...



    Grüssle Henner


    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Tag,
    was Henner vom Kleber berichtet, kenne ich auch als Vorkommnis bei NOS-Tonabnehmern. Im Montagevorgang lösen sich die Gehäuseseiten ab. Gelegenlich so sehr, dass ich mich zur Fummelei des Nachklebens mit Sekundenkleber angestoßen fühle.
    Freundlich
    Albus

  • Hallo Henner,


    Keine Angst - du verrätst mir nix, was ich nicht schon kenne :D

    ...war mir klar!


    ...und eben dies wage ich stark zu bezweifeln. Ich habe z.B. ein Nagaoka MM 11 A bei dem sich nach nem Jahr gelegentlichem Betrieb Verklebungen am Body aufgelößt hatten. Trifft nich unser Kernthema "Lagergummi", ist aber auch ein Defekt.

    Ja, aber ein "Nagaoka MM11A" ist ja nun kein wirkliches NOS-System (für mich sind das eher die s.g. "Vintage-Systeme", also so etwa das feinste aus der entsprechenden Epoche VOR dem CD-Spieler), da es ja bis vor kurzem sogar noch hergestellt wurde und der von Dir geschilderte Fehler hätte ebensogut direkt gleich nach Fertigung auftreten können. Ich würde das also als "Produktionsfehler" (*) bewerten und das passt somit eher in unsere heutige Zeit, daß eben gleich auf "Verschleiß" gebaut wird. Ich werf hier mal den Begriff "Gründerzeitqualität" ein.


    Ich messe ja öfters Systeme durch und habe mir da auch eine Statistik aufgestellt.
    Beispiel Shure. Rate mal, welches System hier die schlechteste Kanalgleichheit aufwies...


    [Blocked Image: http://www.platten-spieler.de/Bilder/Shure-Systeme.jpg]


    Hier sieht man doch schon recht deutlich, daß die Systeme vor Mitte der 70er-Jahre klar besser sind.
    (*) Stichwort: "Pfusch"...


    Aber - wie man sieht, gehst du ja recht vorbildlich vor und das finde ich sehr löblich. Und auch ich habe Vintage TA, die bei mir prima laufen und die ich nicht missen möchte.

    Danke für die Blumen! Ich gib mir Mühe und da ich nur ein ganz kleiner "Krauter" bin und das alles nicht dazu mache, um Reich zu werden, hab ich auch die Zeit dafür.
    Daß z.B. die Thakker-Jungs diese Zeit nicht wirklich haben, ist mir natürlich klar, aber die haben eben ein anderes Geschäftsmodell - geben sich aber auch die größte Mühe, ihre Kunden zufriedenzustellen. Das wären z.B. Händler meines Vertrauens (denn ich kauf ja nicht bei mir selbst. Da klau ich nur! ;) )


    Also bitte meine Kritik nicht überbewerten - aber man erwirbt mit NOS womöglich kein wirklich neuwertiges System...

    Alles easy!


    Gruß, Andreas

  • Ja, aber ein "Nagaoka MM11A" ist ja nun kein wirkliches NOS-System (für mich sind das eher die s.g. "Vintage-Systeme", also so etwa das feinste aus der entsprechenden Epoche VOR dem CD-Spieler), da es ja bis vor kurzem sogar noch hergestellt wurde


    ...ich meinte aber jenes:


    [Blocked Image: http://i31.tinypic.com/35hgygz.jpg]


    ( Bild geliehen von Barossi)


    Meiner Meinung nach heißt dieses MM 11 A und nicht NM 11 A - wie es mal ein Schreiberling beim Auftauchen der NOS Charge umgetauft hatte (evtl. nach der Beschriftung der Nadel?).



    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Moin' Henner,


    ...da muß ich passen. Dieses Modell hatte ich noch niemals in der Hand.
    (es erinnert mich ob seiner Klotzigkeit etwas an das wirklich sehr alte
    Nagaoka MM33)
    Ich dachte, Du meinst das 11er, aus dem jetzt ein 110er geworden ist...


    Die Cartridge-DB bringt einen hier auch nicht weiter (und Baujahre und
    andere interessante Daten wie Neupreis o.Ä. fehlen da ja ohnehin).
    Aus welcher Epoche ist es denn?


    Wegen der Bezeichnung möchte ich mal das Beispiel Ortofon anführen.
    Da heisst das System z.B. "FF15". Auf der Nadel steht folglich auch
    "FF15", denn diese trägt ja quasi das Namensschild der Komponente
    - aber das Ersatzteil "Nadeleinschub" heisst "NF15".
    Das wird hier wohl ähnlich sein, auch wenn die Nadel nicht beschriftet
    ist.


    Schöne Grüße, Andreas