Neumann KH-420 - zu gut und unkompliziert für den High-Ender

  • So etwas dann persönlich eingemessen in einer Studioinstallation der Superlative die sich auch niemand Zuhause so mal eben bauen kann von den Kosten mal abgesehen ist das schon eine sehr spannende Geschichte. Am Ende dann auch mal interessant zu vergleichen wie es gegenüber der eigenen Lautsprecherkonstellation und eben der eigenen Raumakustik dann klingt.

    Es gibt auch Generics und ich denke wenn man Generics erzeugt und dabei die Messpersonen geschickt auswählt werden viele da ein Preset finden was auf die eigene Person schon sehr dicht passen wird.

    Man kann dann dabei auch gleich mal klassisch Stereo und eben Mehrkanal wie Auro 3 D einmessen.

    Ich denke bevor sich jemand im Heim eine Auro 3 D einbaut wird er eher über so eine Lösung nachdenken.....


    Grüße Truesound

  • Zitat aus dem OE Forum :


    Realiser:

    Über Mini-Mess-Micros in den Gehörgängen werden die Testsignale, die der Realiser über eine LS-Anlage abgibt aufgezeichnet und das Delta zum Ausgangssignal analysiert. Das Delta setzt sich dabei zusammen aus Abweichungen/Veränderungen durch Anlagen + Boxen + Raum + Eigener Körper (Kopf/Ohrenform/etc). Es werden nicht nur Frequenz Response Veränderungen wie bei Mimi ermittelt, sondern auch deren zeitlicher Verlauf (z.b. Nachhall). Im zweiten Schritt bekommt man die Testsignale über KH zugespielt, immer noch mit den Mini-Micros in den Ohren. Auch hier wird das Delta zwischen Original und Messdaten analysiert und damit der KH linearisiert.

    Das angestrebte Ergebnis ist die möglichst exakte Reproduktion des Ausgangshörraumes, die allerdings genau an dem Punkt erreicht wird, an der das Micro saß, also am Anfang des Gehörganges und nicht "im Hirn".



    Es gibt hier allerdings auch Gurus, die die Messmikros so tief reinbekommen, dass sie damit auch In-Ear's messen können ;-) Ggf. kann der Realiser in diesem Falle auch noch mehr ausgleichen.



    Wie dem auch sei, das Ergebnis des Realiser kann sich hören lassen. Wer natürliche Räumlichkeit bei KH mag, sollte sich den Realisermal anhören. Denn die Räumlichkeit wird hier nicht künstlich erfunden, sondern gemessen. Bereits mit den aktuellen Mehrkanal Formaten von Dolby und DTS hört es sich gut an. Neue Formate wie Dolby ATMOS oder DTS:X arbeiten mit virtuellen im Raum positionierten Klangobjekten(z.b. ein Instrument), die auf das jeweilige Ausgabemedium (z.b. für KH) umgerechnet/Downmix werden.



    Der Realiser bringt alles an Hardware-Funktionalität mit, um auch den Ausgleich von vermindertem Hörvermögen wie bei Mimi zu realiseren. Es braucht "nur" eine entsprechende App and Anpassung der FW. Hatte Mr.Smyth auf der letzten High-End darauf angesprochen. Er hat bestätigt hierüber bereits nachzudenken und dies ggf. später mal nachzuliefern (Aktuell wäre mir schon lieb, wenn er nach über einem Jahr überhaupt mal liefert…)







    Bzgl. Realitätsanmutung und Hifi über KH; dies kann man natürlich weiter steigern, wenn man sich mit Mikros in den Gehörgängen auf seinen Lieblingsplatz im Konzert befindet und mitschneidet. Eine derartigen Form der individuellen binauralen Aufnahme mit eigenem Köper würde High Fidelity bieten, die jeder aktuellen Aufnahme voraus sein sollte und ist auch nur über KH erreichbar (oder eingeschränkt im Nahfeld). Allerdings ist die praktischen Umsetzung zugegeben recht aufwendig, zumindest wenn man eine gewisse Vielfalt an Aufnahmen schätzt ;-)



    Bzgl. der obiger Aussage: "…jeweiligen Frequenzen ebenfalls in alle Himmelsrichtungen verdrehen..", Ja, mittels dieser (digitalen) Technik werden Veränderungen vorgenommen, um anderen Einschränkung zum gewissen Teil auszugleichen (individuelles Hörvermögen oder für LS-Wiedergabe optimierte Aufnahme mit Inkopf-Ortung auf KH).



    Alternativ kann man natürlich auch im Raum mit Absorbern oder Röhren oder Silberkabeln "Frequenzen verdrehen". Läuft letzlich auf das gleich hinaus, den Klang auf die eigenen Vorlieben (Realitätsanmutung) oder Vermutete Realität (Hifi) zu optimieren.



    Seine Anlage mit Mühe, Zeit und Liebe zu optimieren und mit dem Ergebnis für sich selbst glücklich zu sein, macht doch dieses Hobby toll. Und wenn man dabei auch noch zum Musikhören kommt, ist das kaum noch zu toppen :-). Ist wie beim Essen, was man mit viel Mühe, Zeit and Liebe selbst oder zu zweit gekocht hat, schmeckt es meist besser.



    Realiser, Mimi, etc. sind sicherlich nicht perfekt. Meiner Meinung nach aber der Anfang eines Weges High Fidelity (im eigentlichen Sinne) durch Individualisierung/Personalisierung auf eine neue Stufe zu heben. Mehr High Fidelity durch mehr individuelle/personal Daten und mehr Processing Power. Das grundlegende Schaltungsdesign der meisten heutigen High-End Verstärker ist sicherlich ca. 30 Jahre alt und soweit ausentwickelt, das jede Nuance besserer/anderer Klang mit exponentiellen Kosten verbunden ist. Die zuvor genannte digital Technik hat in der gleichen Zeit erhebliche Sprünge gemacht und wie es aussieht ist diese rasante Entwicklung noch nicht zu Ende.

  • Realiser A16

    Super interessantes Thema für einen eigenen Thread. Vielleicht könnte einer der Moderatoren die Beiträge auslagern? :meld:


    Viele Grüße

    Christian

    »Danke, ich bleibe bei der analogen Tonwiedergabe«, hatte er einmal zu mir gesagt. »Die digitale Aufzeichnung entstellt das Gefüge der diatonischen Tonleiter. Den meisten Menschen fällt es nicht auf, aber mein Gehör ist hypersensibel. Ich erkenne diese minimalen intradigitalen Auslassungen. Das ist eine meiner Anlagen.«

  • ... wenn man sich mit Mikros in den Gehörgängen auf seinen Lieblingsplatz im Konzert befindet und mitschneidet. Eine derartigen Form der individuellen binauralen Aufnahme mit eigenem Köper würde High Fidelity bieten, die jeder aktuellen Aufnahme voraus sein sollte ...


    Au ja, das ist eine gute Idee.


    Das werde ich dann mal machen, wenn die Beatles das nächste mal im Starclub auftreten und Karajan die Berliner Philharmoniker dirigiert.


    Gruß

    Michael

  • Diese Geschichte ist auf jeden Fall interessant eben weil ein Auro 3 D in private Räume einzubauen doch den Aufwand das auf wirklich hohem Niveau zu erledigen für viele eher nicht vernünftig gangbar sein wird.

    Für viele ist es ja schon eine echte Herausforderung Stereo ordentlich hinzubekommen oder für Stereo alleine schon einen extra Raum zur Verfügung zu haben wo man eben schon höhere Freiheitsgrade hat was die raumakustische Grundbearbeitung angeht als in einem Wohnzimmer was eben ein familiärer Gemeinschaftsraum darstellt bei dem auch noch an andere Nutzungsfunktion bedacht werden müssen und sei es auch nur das dieser eben nicht zu jeder Zeit zur Verfügung steht um dort Musik zu hören....zeitliche Nutzungskonflikte etc. etc.


    Für andere wiederum die heute in Ballungszentren leben und wo hohe Wohnungsmieten eingefordert werden kann eben so eine Lösung auch wenn sie auf dem hohen Smyth Niveau nicht billig ist auch ein interessanter Weg darstellen...


    Am Ende kann man das lizenzieren und die ganze Geschichte in eine PC Software/VST Plugin oder sogar in einer Android App programmieren....

    Es braucht dann halt einen guten linearen Mikrofonverstärker und einen linearen KHV mit DAC....was heute gar kein Thema mehr darstellt.


    Grüße Truesound

  • Wenn man auf den Consumer Markt schaut, werden die wenigsten ein Auro System installieren.

    Bei den Profis hat man bezüglich Anwendungen dererlei viele, wenn man nicht nur stationär arbeitet. Ist schon ein realer Trend.


    Wenn es schon eine Installation sein darf, dann vielleicht diese?


    -

    -

  • Der Trend bei den Audiofreunden geht dazu beim Hausbau eine Industriehalle zu bauen...die ist geräumig und kann Innen nach Bedürfnissen flexibler ausgebaut werden:P^^8o

  • Also eine Geithain (mit schönem Furnier) ertrage ich ja im Wohnzimmer, aber eine Neumann? Ein paar wohnzimmerfreundliche Oberflächen dürften sie ruhig noch anbieten. Für die (Kern-) Zielgruppe dürfte dies jedoch egal sein.


    Gruss


    Sebastian

    Dann nehme doch eine RL-901 machste auch nichts wirklich falsch mit....

  • Hallo Michael,


    ja das kann ich nachvollziehen was dort in der Fidelity stand.

    Manche wollen eben ein bisschen spielen und zelebrieren unterschiedliche Endstufen/Endstufenkonzepte, unterschiedliche Lautsprechertypen, Kabel, mit Röhre ohne Röhre und und und...

    Wenn man das klar so sagt dann ist das fürs Hobby auch okay und für mich nachvollziehbar....

    Im Studiobereich gibt es ohne Ende analoges Outboard wo man klanglich mit spielen kann unterschiedliche analoge EQ klingen auch alle etwas anders...SSL,Neve, ADT, Studer, Toft und und und...


    Grüße Truesound

  • Anscheinend hat es dieser Thread geschafft auch in der Presse wahrgenommen

    zu werden, in der aktuellen Fidelity nimmt sich Dieter Strecker in seiner Kolummne

    des Themas Studiomonitor an, und das IMHO sogar recht treffend. Und auch im

    Editorial der aktuellen Stereo gibt es eine kurze Erwähnung der Thematik.

    "Opera is where a guy gets stabbed in the back, and instead of dying, he sings.”

    Robert Benchley

  • Bemerkenswert finde ich die recht kritische Auseinandersetzung von Hr. Strecker mit

    dem Thema die völlig diametral zu Brockmanns Jubeltest steht. Anscheinend gewinnt

    die Fidelity zur Zeit unter dem neuen Chefredakteur deutlich an Profil und Qualität.

    "Opera is where a guy gets stabbed in the back, and instead of dying, he sings.”

    Robert Benchley