Analog-Forum Krefeld 2017

  • Hallo Tom,


    Die meisten mögen das Auftreten der Anlagen sowieso nicht.

    Was Du hier schreibst heißt doch eigentlich, daß es auch in einem Hotelzimmer funktionieren muss.



    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    rechne Dir doch mal aus, wieviele Besucher ein Aussteller dann in ein normales Hotelzimmer bekommt:
    Vielleicht 18 m² in einem Standardzimmer minus 8 m² Platz für Anlage und Lautsprecher (Seitenabstand, Abstand nach hinten, minimaler Hörabstand bei Mehrwegesystemen...), 1m Abstand zur Rückwand hinter den Hörplätzen, Wegfall der suboptimalen Plätz abseits der Mitte (Stereodreieck) minus Bassabsorber und Diffusoren (die in einem zweiten LKW angeliefert werden)... Da würden vieleicht noch 1-2 Personen ideal sitzen, wobei bei diesen kleinen Räumen die Basswiedergabe naturgemäß begrenzt ist.


    Alles innerhalb von 8 Stunden (oder weniger, denn manche Aussteller arbeiten auch am Freitag) einzuräumen, zu verkabeln, auszumessen und zu optimieren. So mancher hat nachts noch gewerkelt, Sonntag klang es dann nach nächtlicher Nacharbeit meistens noch besser.

    Nein, ich denke niemand kann auf diesen Messen eine Wiedergabe wie zu Hause oder im sorgsam eingerichteten Hörstudio erwarten. Man muss einfach diese Einschränkungen wie Markus schon schrieb ausblenden. Marktübersicht, "Geräteporno", erster Eindruck, vielleicht ein Vergleich unter ähnlichen Bedingungen, nette informative Gespräche und Terminvereinbarungen: Ja! Aber alles andere muss dann zu Hause und 1:1 mit dem Anbieter stattfinden.

    viele Grüße


    Tom

  • Ich bin der Meinung, dass der Sinn einer solchen Messe nur und ausschliesslich darin liegen kann, einer möglichst grossen Zahl potentieller Interessenten/Kunden die Geräte zeigen zu können, die sie sonst nirgends in einer solchen Menge zu sehen bekommen. Eine solche Messe ist doch eher geeignet, Aufklärung über manche Geräte zu erlangen bzw. dem Hersteller Fragen zu stellen, die dieser am besten beantworten kann.

    In völlig überfüllten Räumen zu hören ist doch kein Vergnügen, die Situation zuhause ist eine grundlegend andere. Daher wird's für die meisten auch zuhause besser klingen.

    Das aber weiss ich doch vor dem Messebesuch!

    Wenn's mir nur ums Hören geht, bin ich auf solch einer Messe völlig falsch! Und das meine ich bei Gott nicht negativ!

    Wenn ich aber mal tolle Geräte sehen möchte, ja dann...


    Ach so, ich war nicht in Krefeld, allerdings aus beruflichen Gründen.


    Gruss

    Michael

  • Hi, das Hören ist doch wohl der mit Abstand wichtigste Aspekt des HiFi-Hobbies. Deswegen erwarte ich, dass man auf einer HiFi-Ausstellung hören und nicht nur anschauen kann. Gewisse Einschränkungen sind dabei durch die akustischen und sonstigen Umstände unvermeidlich. Aber deswegen erwarte ich doch, dass die Aussteller sich mit vertretbarem Aufwand bemühen, sich den Grenzen des Machbaren wenigstens anzunähern und einen erträglichen Sound zu bieten. Das liegt doch in ihrem eigensten Interesse. Ich würde keinen Lautsprecher kaufen, dessen Sound ich bei einer Ausstellung als schlecht oder gar unerträglich empfunden habe. Auf diese Weise findet eine negative Vorauslese statt. Und wie bereits ausgeführt, manche Aussteller bekommen doch auch einen akzeptablen angenehmen Sound hin. Schlecht für die Aussteller, die sich nicht bemühen und das nicht hinbekommen.


    BG Konrad

  • Hallo Konrad,


    natürlich hast du Recht, es geht bei diesem Hobby um's Hören. Aber es geht nicht um's Hören um jeden Preis. Hören hat ja auch mit Konzentration zu tun. Wie soll das gehen in einer Menschenmenge?

    Natürlich soll und muss der Aussteller eine so gut wie mögliche Hörsituation schaffen, allerdings glaube ich nicht, dass er das in einer solchen räumlichen Umgebung hinkriegt. Ich glaube auch nicht, dass ein Messebesuch einer seriösen Kaufentscheidung vorausgehen muss bzw. kann.

    Die negative Vorauslese, von der du schreibst, findet möglicherweise genau anders herum statt.


    Gruss

    Michael

  • @ Michael

    Für mich hat genussvolles Hören, und darum geht es mir bei dem Hobby, nichts mit Konzentration zu tun. Ganz im Gegenteil geht es mir um Entspannung. Musik muss sich im ganzen Spektrum möglicher Gefühle erschließen. Da muss ich eintauchen können. Und eine gute Anlage muss in der Lage sein, dass zu transportieren. Und ich bin fest überzeugt, dass sich die hierfür erforderliche Qualität unmittelbar erschließt. Und das auch unter Messebedingungen. Und dafür muss man nicht im Sweetspot sitzen, das geht auch von der Seite. Klar geht dann zu Hause immer noch ein bisschen mehr.

    Aber um herauszufinden, wo man einsteigen oder weitermachen möchte, ist eine Messe wie in Krefeld, die ja auch noch den Vorteil bietet, dass es geradezu familiär zugeht und man mit allen Akteuren schnell ins Gespräch kommt, eine prima Möglichkeit.

    Und deshalb auch von mir noch einmal ein ganz großes Dankeschön an die guten Geister, die dies in Krefeld wieder möglich gemacht haben. Ich glaube ganz ehrlich, dass sich nur die Wenigsten hier in der Runde eine Vorstellung davon machen, wieviel Arbeit wirklich dahinter steckt.

    Grüße

    Oliver

    Fail with Consequence and Smile!

  • Ich kann da sozusagen Eindrücke mitnehmen, und trotz der mir bekannten Einschränkungen Kandidaten ausmachen, die ich mir später mit viel Ruhe beim Händler anhören kann.


    Das war im übrigen auf Messen in Messehallen auch nie besser.

    Hach, wenn ich da an Düsseldorf denke, so 79/80, was haben wir gesabbert ob der ausgestellten Pretiosen, und wie bescheiden war der Sound in all dem Lärm.

  • IAufklärung über manche Geräte zu erlangen bzw. dem Hersteller Fragen zu stellen, die dieser am besten beantworten kann.

    Für mich sind auch immer die Gespräche mit den Vertretern der Hersteller mit am wichtigsten und aufschlussreichsten. Es sind ja oft sehr kleine Firmen, sodass die unmittelbar verantwortlichen Entwickler persönlich vor Ort sind. Warum sie etwas so und nicht anders machen oder welche Pläne sie für die nähere Zukunft haben, das finde ich immer sehr interessant und höre es mir gerne an.


    Gruß

    Markus

    Das große Geweine ist Himmelserlösung, Regen der Seele

  • Haha, Rainer - du warst auch da? Ich habe mir die Nase an den mit Panzerglas gesicherten McIntoshs platt gedrückt. Und mich mit 400 Transistor-Watt an Klipschhörnern (!) wegfönen lassen. Allerdings dachte ich dann auch lange, so klingen Hörner.

    Für mich ist das immer schon klar gewesen: Appetit kann man sich auf Messen holen, gegessen wird zu Hause.
    Grüße

    Chris

  • Eine solche Messe ist doch eher geeignet, Aufklärung über manche Geräte zu erlangen bzw. dem Hersteller Fragen zu stellen, die dieser am besten beantworten kann.


    Natürlich. Es ist doch auch realistischerweise so, dass auf solchen Messen - mal unabhängig davon, ob es eine gute oder schlechte Vorführung ist/war - tatsächlich nicht ein Gerät verkauft wird. Es kann also maximal dazu dienen, Interesse zu wecken. Und dazu reicht es aus, wie es ist.


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


    LINN - MastersounD - hORNS


    Just listen

  • Hi Chris,


    „Klipschorn“ hießen die Dinger, aber recht hast du.

    Da ich mich damals schon mit Liveaufnahmen rumschlug, hatten es mir u.a. die großen Tonbandmaschinen angetan. Musste dort aber reichen, sie sich drehen zu sehen.

    Soundcheck wäre nicht möglich gewesen.

    Ja, und gerne japanische. Technics z.B., 1500, oder die dann von mur gekaufte Akai 635 D.

  • wenns am Stand nicht gut klingt würde ich den Entwickler erst gar nix fragen; was denn auch, warums nicht klingt? vertstehe ich nicht...


    Naja, so schwarz-weiß ist die Welt ja nicht. Das es nicht optimal klingt, heißt nicht zwangsläufig, dass es gar nicht klingt, und auch nicht, dass es nicht besser geht.


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


    LINN - MastersounD - hORNS


    Just listen

  • ...das ist schon klar. Trotzdem würde ich nicht den Wunsch verspüren mir erklären zu lassen, warum es dort nicht gut klingt, zu Hause aber schon. Da müsste ich dann aber schon einen ganz guten Tag haben :)

    Fail with Consequence and Smile!