Ärger mit neuen Schallplatten

  • Ich denke, es geht wohl weniger darum, sich einfach damit abzufinden, als die Relation, was empfinde ich nicht mehr als zumutbar? Das Fehler reklamiert werden können, teils sogar müssen, steht doch ausser Frage. Nur, wann schicke ich die Platte zurück - nach einem, nach fünfen oder erst nach zehn Knackern? Darüber kann man trefflich streiten, wo denn da der Musikgenuß als solcher "unzumutbar" gestört wird. Konsumentenerwartungen vs. wirtschaftlicher Machbarkeit.

  • Ich habe dieses Jahr einige Reissues von Jazz Platten gekauft. Mein Fazit dazu: Die Qualität schwankt von Plattenlabel zu Plattenlabel erheblich. Besonders enttäuschend fand ich, dass was mir von Blue Note als Nicht-EU-Pressung angeliefert wurde. Hier einige Fotos von nicht akzeptabler Qualität:





    Mehr Infos zu diesem Plattenkauf: Bin ich zu empfindlich?





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    Bei den Blue Notes enttäuschten mich neben den echten Pressfehlern vor allem auch die durchgehend lauten Rillengeräusche und Störgeräusche. Solche Platten kann man nur vermeiden und fragt sich, ob im Presswerk überhaupt eine Qualitätskontrolle stattfindet.




    Ich bin dann dazu übergangen, die Reissues des russischen Billiglabels DOL zu kaufen. Obwohl die Platten in der 180 Gramm-Version nur ca. 13 bis 14 Euro kosteten, sind Klang und Pressqualität durch die Bank bei DOL ganz hervorragend. Diese Platten besitzen wirklich audiophile Qualitäten.

    Viele Grüße, Christian.


    Shibata ist keine Wintersportart.

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  • Ich bin dann dazu übergangen, die Reissues des russischen Billiglabels DOL zu kaufen. Obwohl die Platten in der 180 Gramm-Version nur ca. 13 bis 14 Euro kosteten, sind Klang und Pressqualität durch die Bank bei DOL ganz hervorragend. Diese Platten besitzen wirklich audiophile Qualitäten.



    Gewagte Aussage. DOL besitzt keinerlei Zugriff auf Master- bzw. Originalbänder, vielmehr wird auf Musik zurückgegriffen, die mittlerweile Public Domain ist, für deren Musik man also kein Okay des eigentlichen Rechteinhabers braucht. Da der Rechteinhaber aber in den allermeisten Fällen der Eigentümer der Masterbänder ist, muss DOL auf das zurückgreifen, was verfügbar ist: CDs.

  • Hallo Michael,


    besten Dank dafür, die Seite nutze ich seit Deinem ersten Hinweis darauf, auch zum einkaufen ;)
    Ich dachte nur, Du hättest eventuell noch eine andere Quelle...


    Viele Grüße,
    Peter

    "Die Technologie wächst schneller als der Charakter der Menschen." - Egon Bahr

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  • Hallo Henner


    Wenn wir "alten Hasen" das Interesse der jüngeren Vinylkäufer auf Hype reduzieren, tun wir uns damit keinen Gefallen! Denn erstens, und das ist meine Erfahrung vom Flohmarkt, wo ich oft LPs an junge Leute verkaufe, interessieren sich diese durchaus für Qualität und Zustand. Dann sorgt jene Generation dafür, dass wir uns auch im Altersheim noch ein DL103 als Ersatz kaufen könne. Und zudem ist es es ziemlich herablassend.....


    Natürlich sollen Mängel reklamiert werden, nur dürfte dies die Hersteller - nachdem die eine Pressung produzieren liessen - recht wenig interessieren. Da muss erstmal die Investition eingespielt werden. Oder meint ihr ich hatte ein brauchbares Feedback betreffend dieser becknackten Reifendruckanzeige seitens des Herstellers meines Autos.....


    Und dann noch zur Musikstil Theorie. Wir hatten in der CH AAA in diesem Jahr eine Diskussion betreffend Qualität von audiophilen Schallplatten. Da war jemand gar nicht glücklich.


    Ich vermute, es hat eher mit der Auslastung der Presswerke zu tun. Wenn noch für einen Major ein Grossauftrag dazwischen geschoben werden muss, wird es oft problematisch. Hingegen scheinen kleinere Auflagen ( Zeitdruck ? ) oft besser zu sein. Und um das Ganze gleich wieder zu relativieren. Das ist keinesfalls die Regel.


    Gruss
    Michael

    ever breathe a frequency?

  • gerade gestern Abend die noch original versiegelte MFSL LP "Little Feat - Dixy Chicken" geöffnet und auf Seite zwei gleich drei ordentliche Einschlüsse von Fremdpartikeln entdeckt.
    Alle von der Größe eines Stecknadelkopfes und mit eindeutiger Erhebung über die Vinyloberfläche.
    Desweiteren war der Plattenrand derart schlampig entgrated, daß er die Gefahr barg, sich zu schneiden.


    Das hatte ich seit über dreißig Jahren bei MFSL LPs noch nie. Sie waren bisher immer der Gipfel an Verarbeitungsqualität.
    Mag sich jeder nun selbst sein Bild davon machen, ich werde jedenfalls weiterhin solche Mängel reklamieren und die Scheiben umtauschen, bis es, für mein Empfinden passt. Auch bin ich gerne bereit, für entsprechende Qualität auch einen entsprechenden Preis zu zahlen.
    Die "Geiz ist geil" Mentalität mag ich nicht, allerdings erwarte ich dann aber auch eine reelle Gegenleistung.

    Ich höre mit...:

    steht alles in meinem Profil

  • thorupp


    also wenn ich so an die zeit so anfang der 70ziger denke....ölkrise.....


    uhiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii


    da waren teilweise dermaßen mist gepresst worden das es mir fast das plattenkaufen verleitete.


    oder wenn ichso denke wo was gepresst wurde.....


    köln konzert von keith jarrett ecm......


    ecm deutschland absolute sahne


    tja
    meine erste ausgabe war eine italien pressung.......


    um himmelswillen....da hatte wohl jemand beim pressen sand in die pressform geschüttet....


    und da gibt es noch so einige andere pressungen die miserabel waren.


    oder wie sieht bzw sah es denn mit den pressungen des new-highway labels....


    also alle scheiben die ich so kenne sind alle nicht so perfekt.


    und dieses label gibt es ja schon seit jahrzehnten.


    nur seltsamerweise wird sich darüber nur sehr sehr selten aufgeregt.

  • meine erste ausgabe war eine italien pressung.......


    Es war auch damals schon so, dass man für eine normale Pressung normales Geld hinlegen musste. Dafür gab es dann aber keine Probleme. Bei LPs ab den 70ies (solange kaufe ich den Kram schon, High-Life-Sampler mit eingerechnet) hatte ich genau eine, die ich beim Händler wegen eines Höhenschlages reklamiert habe. Ansonsten sind die meisten heute noch so gut, dass eine aktuelle Pressung da von vornherein keine Schnitte sieht. Sicher, wer die ganzen Italien- und Portugalpressungen gekauft hat, um zwei DM zu sparen, der bekam auch Mist.


    Aber heute ist ja auch das hochpreisige Zeug einfach furchtbar. Wenn sie wenigstens 120 Gr. pressen würden. Die müssen nach dem Pressvorgang nicht so lange auskühlen und verformen sich entsprechend auch nicht so elend wie die 180er, wenn die viel zu früh (mit bloßen Händen?) in zu enge Cover gedrückt werden.


    Nein, keine neuen LPs mehr. Gibt so viele schöne alte LPs und bei aktueller Musik diese hübschen silbernen Dinger - wenn die Produktion stimmt. Wobei einem die DRM-Datenbank da auch nicht immer hilft. In vielen neuen Produktionen sind schon einzelne Spuren direkt nach der Aufnahme so komprimiert worden, dass der Umschnitt des Gesamtmixes auch auf LP da gar nichts mehr rettet. DRM sagt 14, die Ohren sagen 2.


    Gruß


    Bonzo

  • Weil hier so häufig über mangelnde Qualität bei neuen Vinylausgaben geschrieben wird muss ich hier mal eine Lanze brechen für neue LPs:


    Ich hatte mir am Wochenende durch die Preiskampfoffensive der großen Händler u.a. einige LPs des Labels MusicOnVinyl mitbestellt.
    Insgesamt 8 Stück - und wirklich alle 8 Exemplare waren/sind ausnahmslos vorbildlich:
    - schwere Glanzcover aus dickem Karton
    - alle LPs mit gefütterter schwarzer Innenhülle
    - alle LPs aabsolut plan und sauber entgratet, ohne Schlieren, ohne presstechnische Mängel
    - alle LPs spielen nahezu knisterfrei und ohne Rillengeräusche oder andere Störfaktoren.


    Von allen Schallplatten, die ich in den letzten Jahren gekauft habe, gehören diese Ausgaben von Fertigung und Klang her mit zu den besten.
    Dazu kommt noch ein für die gebotene Güte absolut moderater Preis (selbst ohne Rabattaktion kosten die MoV Ausgaben meist zw. 22 und 24 EUR)


    cheers
    Rudi

    2009 - 2019 = 10 Jahre AAA-Mitglied

  • Insgesamt 8 Stück - und wirklich alle 8 Exemplare waren/sind ausnahmslos vorbildlich:

    Eigentlich wollte ich mir Einzelkritiken zu Platten schenken, aber darauf muss ich reagieren (auch weil ich es kaum glauben mag, bzw. es für nahezu unmöglich halte, dass 8 von 8 Scheiben plan liegen).


    Also, am Montag eingetroffen:
    „Queen - Complete Studio Album“.
    Sämtliche Original-Innencover liegen bei, die Platten stecken in einem Extra-Innen-Cover, vielleicht sind auch deswegen die Platten kaum aus den Covern zu bekommen, so ist's etwas eng.
    Die Scheiben sind sehr leise abgemischt, aber OK. Die überschwänglichen Rezessionen bei Amazon zum Klang kann ich nicht verstehen, meine alte „Jazz“ gab wesentlich mehr her, als die bunte, remasterte Version.



    „Queen“ - leichte Welle, akzeptable, Knistern - kann wohl weg gewaschen werden.
    „QueenII“ - weiße Platte, leichte Welle, akzeptabel
    „QueenII“ - schwarze Platte, Welle, grenzwertig, Knistern - kann wohl weg gewaschen werden.
    „Sheer Heart Attack“ - Welle, total verknittertes Innencover, grenzwertig
    „A Night at the Opera“ - Welle, grenzwertig


    Hier war mein Limit erreicht.
    Nach diesen fünf Scheiben habe ich aufgehört weiter auszupacken und auf die weiteren 13 verzichtet. Die Sendung geht heute zurück.

  • Hallo,
    anlässlich der Bandbreite der Meinungen erhebt sich für mich die Frage, ob der Erstkäufer einer Platte nach dem Öffnen der Verpackung Goldmine grading nearmint/mint- erwarten darf, oder ob er sich bei Neuware mit vg+ bescheiden sollte. Letzterer Meinung kann ich nichts abgewinnen.
    Saubere analoge Grüße!
    Gerald

  • Weil hier so häufig über mangelnde Qualität bei neuen Vinylausgaben geschrieben wird muss ich hier mal eine Lanze brechen für neue LPs:


    Ich hatte mir am Wochenende durch die Preiskampfoffensive der großen Händler u.a. einige LPs des Labels MusicOnVinyl mitbestellt.
    Insgesamt 8 Stück - und wirklich alle 8 Exemplare waren/sind ausnahmslos vorbildlich:

    Typisch "Music on Vinyl" halt! :) Meine MOVs sind auch "fast" alle einwandfrei (ich habe etliche). An solchen Beispielen sieht man, es funktioniert, wenn der Hersteller Qualität liefern will.

  • Wenn wir "alten Hasen" das Interesse der jüngeren Vinylkäufer auf Hype reduzieren, tun wir uns damit keinen Gefallen!


    Hallo Michael,



    so war es auch nicht gemeint. Es gibt nunmal diese Hype-Vinyl-Fans, aber ich wollte eigentlich eben den Eindruck abwenden, daß diese die marktbestimmende Mehrheit darstellen.
    Es gab neben dem "normalen Musikliebhaber" schon immer andersartige Interessen, die dem Erhalt des Vinyls zu Gute kamen - ich erinnere nur an die Mehrzahl der DJ´s, die Mitte bis Ende der 90er am Plattendreher als Arbeitsgerät festhielten, alllerdings hatten diese Leute einen professionellen Anspruch, was sich auch in der Qualität der Pressungen widerspiegelte...


    Mich würde aber in der Tat mal interessieren, wie junge Musikfans mit dem Thema Klangqualität umgehen. Für "uns" war es früher jedenfalls ein wichtiger Punkt...


    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Also, am Montag eingetroffen:
    „Queen - Complete Studio Album“.


    Gibt's die noch? Mein Händler konnte die nicht mehr liefern, ansonsten hätte ich selektiv umgetauscht (jeweils die besten behalten). Bei mir waren 3 LPs dabei, die unheimlich knistern/knacksen, obwohl ich sie vorher gewaschen habe. Das geht nicht mehr weg.

  • Besonders enttäuschend fand ich, dass was mir von Blue Note als Nicht-EU-Pressung angeliefert wurde.
    ...
    Bei den Blue Notes enttäuschten mich neben den echten Pressfehlern vor allem auch die durchgehend lauten Rillengeräusche und Störgeräusche. Solche Platten kann man nur vermeiden und fragt sich, ob im Presswerk überhaupt eine Qualitätskontrolle stattfindet.

    Die Erfahrung mußte ich auch bei einer Blue Note aus der Anniversary-Reihe machen. Diana Reeves, tolle Sängerin und Superklang. Knisterte aber wie ein Lagerfeuer permanent durch. Auch mehrere Wäschen blieben erfolglos, so da ich sie leider zurückschicken mußte. Mangels Ersatzexemplaren bekam ich das Geld gutgeschrieben.