Erfahrungen mit JICO neo/sas Nadeleinschüben

  • Wer von Euch konnte schon Erfahrungen mit den neo/sas Nadeleinschüben machen. Konnte jemand die Bor-Nadelträger mit den neuen Nadelträgern vergleichen?

  • Besitze seit kurzem einen Elac 793 Jico/SAS Nadeleinschub.


    Mit Vergleichen zum alten Nadelträger kann ich nicht dienen.


    Der erste Eindruck ist eine starke Höhenbetonung mit sehr feiner Höhenauflösung bei gleichzeitigem Fehlen einer nennenswerten Mittenwiedergabe.


    Ich hoffe, daß das Spectrum sich mit weiterer Einspielzeit noch deutlich verbreitert, bevor ich das Experiment als gescheitert betrachte.


    Gruß


    Frank

  • Danke für Deinen Bericht. Die SAS-Nadeln sind wie alle scharfen Schliffe sehr VTA-empfindlich.


    Falls Dein Tonarm höhenverstellbar ist, gehe mal mit der Tonarmhöhe runter. Nach meiner Erfahrung klingt es überbrillant wenn der Tonarm zu hoch ist und matt wenn der Tonarm zu niedrig ist.


    Ich höre mir immer erst die Extreme, bei mir 0 und +6mm, an und nähere mich dann dem Optimum. Am besten geht das mE mit Frauenstimme und Akkusikgitarre (zB Sara K auf Chesky)

  • Besitze seit kurzem einen Elac 793 Jico/SAS Nadeleinschub.
    Der erste Eindruck ist eine starke Höhenbetonung mit sehr feiner Höhenauflösung bei gleichzeitigem Fehlen einer nennenswerten Mittenwiedergabe.


    Ich gehe davon aus, dass Du die 1. Generation von SAS-Nadeln mit Borstäbchen hast, richtig? Ich finde Deinen Höreindruck merkwürdig. Er deckt sich nicht unbedingt mit dem, wie ich die SAS-Nadel erlebe. Welchen Generator setzt Du ein? Und an welchen Vorverstärker ist Dein System angeschlossen?


    Ich kann leider auch nicht mit Hörvergleichen dienen. Mich interessiert ebenso, wie denn die neuen SAS-Nadeln mit Rubinnadelträger und mit Saphirnadelträger klingen. Scheinen leider noch nicht viele Leute in ihrem Besitz zu haben.

    Viele Grüße, Christian.


    Shibata ist keine Wintersportart.

  • Wie schwer sind denn Eure Tonarme beim Einsatz der SAS Nadeln?
    Die geschilderten nicht so prickelnden Höreindrücke kann ich nachvollziehen. Das war auch der Grund, dass mein Shure 97xe/SAS ein längeres und tristes Dasein in der Vitrine führen musste.
    Seit es an einem ollen Philips GA312 läuft bin ich schon der Meinung,dass ein recht leichter Tonarm die System-Kombi u.U. wach küssen kann. Gefällt mir seehr gut am Philips, tonal ausgeglichen.
    Zuvor am TD 52o mit dem orig. 10`` Arm, Denon S-Tonarm oder auch am Dual 1229 klang es mir mehr als dürftig.


    Gruß
    Peter

    `Im Jazzrock steckt die Chance zur Versöhnung von Körper und Geist.` - DIE ZEIT, 27/2003, S. 37.

    Edited once, last by Muggel ().

  • Ich habe seit heute eine N97 neo/sas mit Saphir-Stäbchen im Shure M97 stecken. Im Vergleich zur originalen N97 xE sind das Welten. Schon ohne Feinjustage hat dieses Set noch mal deutlich besser getönt als das Elac ESG 793 mit Jico SAS (Borstäbchen): Mehr Druck, mehr Auflösung, mehr Ausduck bei Stimmen - einfach richtiger.


    Ich betreibe mittlerweile insgesamt 5 Jico SAS Nadeleinschübe: Shure N75 an Dual 1219, Shure VN35 an Thorens 2001/TP90, Shure N95 an Thorens TD125 II/TP16, Elac D793 an Rega P3 und wie schon gesagt den Shure N97 neo/sas an Pioneer PLX1000.


    Glücklicherweise klingen die Jico SAS in meinen Setups mbMn hervorragend. Ein Pio PLX1000/Shure M97 neo/sas an einer Mani Phonostage für insgesamt 1200€ sollte jeder einmal gehört haben, der nur Wert auf guten Klang legt und dem Statussymbole egal sind, bevor er tiefer in den Geldbeutel greift.

  • Meine bisherige Erfahrung ist grundsätzlich, dass Jico SAS am besten zu Shure und Technicis passt. Die ESG SAS klang bei mir auch sehr seltsam hochtonlastig und war extrem "knistrig" (Ich hab das aber darauf geschoben, dass ich sie ja am "falschen" System verwendet hatte - einem STS455).


    Ein direkter Vergleich zwischen SAS, NeoSAS und NeoSAS-R am gleichen System würde mich aber auch sehr interessieren.

    schöne Grüße aus Wien


    Stefan

  • Meins ist ein Jico neo/SAS mit Saphirstäbchen, die ja erst seit etwa 2-3 Monaten auf dem Markt vertreten sind, Generator ist ein originales Elac ESG 795, das passen sollte.


    Höre den TA mit der internen Phonostufe meiner beiden Kenwoodoldies. Nicht auszuschließen, daß durch eine externe MM-Stufe eine Veränderung eintreten könnte. Hab aber derzeit keine.


    Muß aber auch sagen, daß meine anderen MM`s keine Probleme mit der Mittenwiedergabe erkennen lassen.


    Ich probier jetzt erst mal die Höhenverstellung des Tonarms aus, dann seh ich weiter.


    Gruß


    Frank

  • Viel (alles) Marketing. Saphir und Rubin sollte kein Unterschied sein. Beides IST Korund, chem. Al2O3. Die rote Farbe beim Rubin wird von Cr3+-Ionen hervorgerufen. Alle Farbvarietäten des Korundes werden als Saphir bezeichnet, die Rote als Rubin.
    Sollte ein Klangunterschied bestehen, was ich keineswegs abstreiten möchte, so liegt es NICHT an der Farbe des Kurundes sondern an anderen Dingen wie z.B. Nadel, Aufhängung, dicke des Candilevers und und und.

  • Den Mehrwert für den höheren Preis für die aus Rubin gefertigten Cantilever kann ich auch nicht erkennen.


    Saphirglas als Werkstoff erscheint mir durchaus sinnvoll, da es einer der härtesten Werkstoffe ist. Ob man einen signifikanten Unterschied zu Cantilever aus Bor hört würde mich auch sehr interessieren.

  • Ob man es hört?
    Nunja, Bor ist etwas ganz anderes als Saphir. (Es ist Saphir, "Saphir Glas" ist zum Beispiel die Bezeichnung für Uhrengläser aus Saphir.) Aber ob Rubin oder halt Saphir, das macht keinen Unterschied. Rubin ist, wie schon geschrieben, die rote Farbvarietäten von Korund = Saphir. Die paar Spurenelemente Cr (Chrom) machen da keinen Unterschied.


    Daher, ein Bor oder ein Saphir Candilever macht schon einen Unterschied. Ob man es braucht ist die andere Frage. Die Blumenvase auf dem Tisch umstellen ändert auch den Klang.


    Ich bin zwar neu hier, ein wenig kenne ich mich aber trotzdem aus.

  • Moin
    den "alten" SAS wird ja ein Badewannen-Sound nachgesagt, also viel Wums im Bass, zurückhaltende Mitten und Höhenbetonung. Hat sich da bei der Neuen was geändert?


    Gruß
    Siggi


    Hmm... So recht kann ich das nicht nachvollziehen. Ich habe zwei Technicse (270II u. 205II) mit alter SAS im Einsatz und nach ganz kurzer (~ 3-4 Seiten) Einspielzeit klingen sie sehr sauber und neutral. Eher trockene, aber knackige Bässe, klare und vorallem saubere Mitten und nicht weichgewaschene, sondern brillante Höhen. Also - zumindest an den Technicsen - perfekte Leistung. Das 270II ist unglaublich, speziell wenn man bedenkt, dass es einer der am meisten ersetzten Tonabnehmer ist, am 205CII-L gefällt es mir mindestens genauso gut, wie die originale EX Nadel, wobei es imho sogar noch einen Tick feiner auflöst.


    Bei den "neuen" gehe ich davon aus, dass sich am Charakter nichts ändert. Lediglich die Messwerte werden ab 25KHz (bis ans Ende der Skala) wahrscheinlich etwas welliger. Eventuell wird der Bass ein wenig runder, da Korund ja doch etwas schwerer und weicher ist, als Bor, aber das wird sich kaum bemerkbar machen.


    Sehr wahrscheinlich ist, dass der Wechsel enorme finanzielle Vorteile für die Hersteller hat. Korund ist "Massenware" und kann recht einfach und günstig in Form geschliffen werden, ist somit sicher billiger als Bor, bricht auch leichter, wird damit wohl eher "verbraucht" als die doch sehr robusten Bor-Träger. Dazu kommt, dass der "Alu-Rost" teurer, als "Verbesserung" verkauft wird.

    schöne Grüße aus Wien


    Stefan

  • Unterschied ist auch, Bor ist ein "Halbmetall" und Korund ein Mineral. Zur Dichte, Korund ( 3,9 - 4,1, typisch 4 g/cm3) ist wesentlich schwerer als Bor mit 2,46 g/cm3. Richtig, ich denke auch dass die Korund Candilever einfacher und preiswerter zu fertigen sind. Es wird auch wohl IMHO synt. Korund verwendet. In dieser Form, ein wahrhaftiger "Cent Artikel" vom Materialeinsatz.

  • Es wird auch wohl IMHO synt. Korund verwendet. In dieser Form, ein wahrhaftiger "Cent Artikel" vom Materialeinsatz.


    Das wird ziemlich sicher so sein. Übrigens sind die Nadeln fast aller Tonabnehmer ebenfalls aus synthetischem Diamanten gefertigt. Auch der ist genaugenommen also ein Cent-Artikel....


    Bor hat neben seiner geringen Dichte noch eine weitere, sehr interessante Eigenschaft: Das Halbmetall ist eines der härtesten (mit 9,5 auf der Mohs-Skala das zweithärteste Material nach Diamanten) und steifsten Materialien, die es gibt. Geradezu ideal für Nadelträger...

    Gruss,


    Hendrik
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    Die Schallplatte ist das Tollste, auf das sich je eine Nadel gesenkt hat, seit Marilyn Monroe gegen Pocken geimpft wurde.
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    Mitleid ist die subtilste Form der Verachtung, und Neid die plumpeste Form der Bewunderung.

    Edited once, last by RealHendrik ().

  • Natürlich ist der Diamant auch ein Cent Artikel.
    By the way, synt. Diamant ist teurer als natürlicher Diamant. Man verwendet gerade bevorzugt zu Industrie Diamanten, und die Stäbchen sind nichts anderes als Industrie Diamant, gerne das synt. Material. Hauptgrund, man kann ihn so besorgen/bestellen wie man ihn braucht. Daher eine Vereinfachung in der Verarbeitung.



    Natürlicher und synt. Diamant haben exakt die gleichen Eigenschaften und bestehen aus (fast) reinem kubisch kristallisiertem Kohlenstoff, chem. Zeichen C, genau wie sein weiches hexagonal kristallisiertes Brüderchen der Graphit, auch nach neuer deutscher RS Grafit :-)


    Der faszinierendste Varietät des Kohlenstoffs ist für mich der seltene, exotische, schwarze, nicht zu verwechseln mit dem kubisch kristallisierten schwarzen Diamaten, relative unbekannte (oder kennt ihn eine Musikfreund hier im Board?), polykristalline Carbonado. Ein echter Diamant wohl nicht in dieser Welt entstanden.

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  • Hat denn die Höheneinstellung des Tonarmes jetzt etwas gebracht?



    Mein 795E im 796er Generator könnte (müsste) demnächst mal hin sein und ich suche nach vernünftigem Ersatz. Jico bietet ja das neoSAS und ein DN796H an - keine Ahnung, was ich da nehmen soll...

    MfG, Mark.

  • Hab das Neo/SAS verkauft, habs nicht in den Griff bekommen. Muß nicht an der Qualität der Nadel liegen, höre derzeit mit AT33EV sehr zufriedenstellend. Der AT betont keinen Frequenzbereich besonders, sondern spielt sehr homogen.


    Gruß

    Frank

  • Hallo Mark!


    Ich bin bestimmt nicht der Profi unter den Plattenspielerfreunden. Aber ich betreibe seit 1.5 Jahren an meinem Thorens TD 147 ein Elac ESG 793 mit der alten Jico-SAS und bin/war damit so zufrieden, dass ich mir damals noch eine Ersatznadel auf Halde gelegt habe. Für diesen Thorens ist für mich die Suche nach einem (anderen) Tonabnehmer beendet. Für mich klingt es extrem gut. Zu bekommen ist die Nadel übrigens noch bei dem Bottroper Nadelspezialisten.


    Viele Grüße

    Philip