Carbonbürste

  • Hallo Sebastian
    Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, hatte das mit der Ursa Major (Staubstreifen) auch schon entdeckt. Deine Methode muss ich unbedingt mal ausprobieren. Ich habe jeweils mit der Ursa Major die "Paralleleinigung" vorgenommen und den Staubstreifen mit einer Carbonbürst entfernt. Die saubersten Resultat erhalte ich auch mit der Waschmaschine, weiss den Namen nicht mehr, ist schon über 20 Jahre alt und eine Handbetriebene, eventuell Kitty Gritty oder ähnlich.
    Für mich ist der Fazit, für's schnelle Plattenhören die Carbonbürste, falls genug Zeit die Ursa Major, für tiefen reinen Genuss - Waschen :rolleyes:


    Wünsche allen sauberes Hörvergnügen mit euren schwarzen Gold
    Grüsse
    Alessandro

  • Setze ich die Bürste vollflächig auf der LP auf, gibt es ein leicht schabendes Geräusch, das ich gar nicht mag. Da die Carbonfasern ganz weich sind, kann es nur vom Vlies herrühren und das Geräusch hinterläßt bei mir das ungute Gefühl, dass sich da jetzt Dreckkörner im Vlies verfangen und ich damit meine LP verkratze.

    Das verstehe ich jetzt gar nicht! Ich habe bestimmt schon die sechste SE (Hunt) in betrieb, aber "schabende Geräusche" habe ich noch nie vernommen (vielleicht bin ich ja schwerhörig :D ). Und verkratzt ist auch noch keine Platte, wie sollte sie auch. Diese Bürste nimmt ja nach dem Waschen nur die Schwebteile der Luft auf, die sich auf die Oberfläche absenken. Das sind feine Staubteilchen, die aber niemals Kratzer verursachen können (Sand fliegt nicht, zumindest nicht in einer Wohnung, die nicht direkt hinter einem Deich liegt).
    Die reinen Carbonbürsten wirbeln diesen Staub auf, um ihn dann umgehend wieder auf der Plattenoberfläche zu verteilen. Für so etwas brauche ich keine Bürste.
    Reinigen geht mit den Pads, die man zum Kleiderbürsten verwendet. Geht ganz hervorragend!
    Für mich seit mindestens 15 Jahren die beste Bürste, natürlich nach der Waschmaschine!
    Jürgen

    AAA-Mitglied
    Es braucht viel Zeit, um einen kurzen Weg zu gehen.

    Sophokles

  • Hallo Jürgen,
    woher kommen die Hairlines, die sich beim Entnehmen der Lp und wieder hineinstecken in die Hülle unvermeidlich bilden? Wohl kaum von der gefütterten Kunststoffhülle auf dem Vinyl. Eher wohl noch von den harmlosen Schwebeteilchen, die sich so auf unserem Vinyl niederlassen. Prinzipiell davon auszugehen, dass all das, was sich auf dem Luftwege auf unseren Platten niederläßt keine Kratzer verursachen kann, ist daher in meinen Augen ein wenig zu optimistisch gedacht.
    Aber nochmal: Ich habe weder geschrieben, dass die SE schlecht reinigt, noch, dass sie (gesichert) Kratzer hinterläßt, sondern lediglich, dass sie mir persönlich in der Anwendung weniger sympathisch war. Ich will Dir also ihren Gebrauch nicht madig machen!
    Liebe Grüße
    Sebastian


    PS: Mal sehen, ob ich mit dem Handy das Geräusch aufnehmen kann ...



  • Hallo Sebastian,




    hast Du inzwischen eigentlich mal ein Haar der Ursa Major geopfert und es unterm Mikroskop mit einem Haar der no-name Carbonbürste verglichen? Der Vergleich wäre echt interessant.




    Gruß
    Jochen

  • Ich habe mich jetzt an die Ursa gewöhnt und finde sie gut. Bei mir ist definitv deutlich weniger Staub unter der Nadel als vorher, was wohl bedeuten muss, dass sie besser reinigt.


    So dreckig wie bei eingen hier beschrieben, sind meine Platten aber auch nicht.

    The post was edited 1 time, last by kajetan ().

  • Zu post 64: Nein, dazu bin ich noch nicht gekommen. Den Vergleich finde ich aber auch interessant und werde ihn daher auf jeden Fall noch machen. Klappt aber erst nächste Woche, denn dieses Wochenende muss ich mit meinen Mädels 1400km fahren - mein Vater wird 88!


    Gruss
    Sebastian

  • woher kommen die Hairlines, die sich beim Entnehmen der Lp und wieder hineinstecken in die Hülle unvermeidlich bilden?


    In der aktuellen Mint ist ein kleiner Artikel ("Dr. Mint") über DMM vs. normale Pressung.
    Laut diesem entstehen beim normalen Pressen kleine Grate oder sowas oben an der Rillenflanke.
    Diese sind wohl relativ unstabil und erzeugen über kurz oder lang diese (harmlosen, weil nicht hörbaren) "Schleifspuren" an der Oberfläche.


    Viele Grüße,
    Sebastian

  • Meine zutiefst subjektive Einschätzung zur LP Reinigung:


    Auf meine Okki Nokki möchte ich nicht verzichten - dort landet erst einmal jeder 2nd Hand Kauf.
    An Bürsten käme ich mit der einfachen klassischen Carbonbürste aus. Zur gründlicheren Reinigung hat die Ursa Major tatsächlich ihre Berechtigung und ich bemerke, dass ich sie momentan fast ausschließlich verwende. Auf die hochgelobte Super Exstatic und die noble Ziegenhaarbürste kann ich persönlich gut verzichten.


    Vielen Dank für die ausführliche Darstellung und die gute Beschreibung.


    VG

  • Hallo Sebastian,


    auch von mir Danke. Meine Erfahrungen decken sich weitgehend mit Deinen. Ich bin mit der Carbonbürste bisher auch am besten gefahren und die von Protected hat keinen Faserausfall ("Haarausfall"). Ich habe auch noch eine Zigenhaarbürste von Babik, die ist gut gegen Flusen und groben Staub, aber feinere Partikel gehen mit der klassischen Carbonbürste einfach am besten weg, ein seit über 30 Jahren bewährtes Werkzeug, da geht nicht mal so eben zu toppen. Beil allem Dreck darüber hinaus lege ich die Platte lieber gleich auf die Waschmaschine, nach 5min ist alles bestens.

  • Hallo Sebastian,


    auch von mir Danke für den Vergleich!


    Ich drücke die Super Exstatic nie soweit auf, dass der Samt auf der Plattenoberfläche reibt, benutze sie also nur als Carbonfaserbürste. Der Samt hat dennoch eine Funktion, weil er aufgewirbelte Partikel aufnimmt. Reinigen tue ich die SE, wie beschrieben, mit einer anderen alten Carbonfaserbürste, das ist natürlich etwas umständlich, das stimmt.


    Was den umherfliegenden Staub anbelangt: Ganz so harmlos wird der nicht sein, wenn ich mir die feinen Metallspäne so ansehe, die sich am Magneten des TAs gesammelt haben.


    Viele Grüße
    Christian

    ... und wo zum Teufel bin ich hier überhaupt?

  • Ich weiß nicht mehr, wo genau ich es gelesen habe, meine es war hier im Forum, danach reicht es schon, Fenster und Türen zu schließen bzw. zu öffnen. Halte ich für überzeugend. Gut geölt wird das natürlich besser. Der Vinylliebhaber ölt also nicht nur das Lager seines Laufwerks regelmäßig. Und seinen Drehstuhl mit Wippmechanismus, und .. ach, man kommt da letztlich natürlich nicht gegen an.

    ... und wo zum Teufel bin ich hier überhaupt?

  • Hallo Sebastian,


    ich habe noch einmal kontrolliert, was passiert, wenn ich die SE aufsetze, und bin mir nun nicht mehr sicher, ob die Samtfläche aufsetzt oder nicht, jedenfalls drücke ich sie nur ganz leicht auf. Es gibt dann auch bei mir ein Geräusch, das aber von der Riemen her stammt, die unter der zusätzlichen Last "ächzen". Sie tun das bei der SE stärker als bei einer normalen Carbonfaserbürste, da Platte und Teller stärker abgebremst werden. Bist Du sicher, dass das von Dir beschriebene Schleifgeräusch von der Reibung zwischen Bürste und Platte her stammt und nicht vom Riemen her? Zusätzlich macht auch die eigentliche Reinigung ein Geräusch, aber das macht eine normale Kohlefaserbürste auch. Ein unangenehm schleifenden Geräusch kann ich nicht feststellen.


    Gruß
    Christian

    ... und wo zum Teufel bin ich hier überhaupt?

    The post was edited 1 time, last by REGAphon ().

  • Nochmals, nach heutigem Gebrauch besonders aufgepasst, diese Bürste macht definitiv keine Geräusche! Man sollte sie aber auch vorschriftsmäßig benutzen, d.h., das Eigengewicht genügt völlig. Also nicht noch zusätzlich Druck ausüben. Das verlängert auch die Lebensdauer.
    Jürgen

    AAA-Mitglied
    Es braucht viel Zeit, um einen kurzen Weg zu gehen.

    Sophokles

  • Hier nochmal der Vergleich unter dem Mikroskop (160x):


    1. Ziegenhaarbürste
    [image=' 111694'][/image]


    2. No-name Carbonbürste
    [image=' 111695'][/image]


    3. Ursa major
    [image=' 112394'][/image]


    4. Super Exstatic
    [image=' 112395'][/image]


    Wie man sieht, gibt es bei der Faserdicke der verschiedenen Carbonfaserbürsten keinen großen Unterschied. Die Fasern der Ziegenhaarbürste sind dicker.
    Liebe Grüße

    Sebastian

  • So, meine Ursa Major ist zwischenzeitlich auch bei mir angekommen.
    Was soll ich sagen, die Bürste ist ein "zweischneidiges Schwert" für mich.


    Was positiv auffällt ist dass die Bürste sehr wertig anmutet und verarbeitet ist. Die Bürste ist ein handschmeichler und sieht super aus.


    Der erste negative Punkt ist, dass die Bürste nicht in dem mitgelieferten Halter "einrastet" , sondern nur aufliegt. Dies könnte man auf Grund der Infos auf der Webseite missverstehen, vor allem weil dort propagiert wird, die Bürste nur von der Seite in den Halter einzuschieben.
    Um konkreter zu werden, wer denkt, man könne die Bürste in den Halter einschieben und dieses als Gesamtpaket in einer Tasche verstauen und mitnehmen hat falsch gedacht. Der Halter ist demnach nur eine Ablagehilfe, damit die Bürste nicht auf den Borsten stehen/ liegen muss, in welchem die Bürste lose liegt.


    Des Weiteren funktioniert, zumindest bei mir, die Reinigung nicht so gut, wie auf der HP beschrieben.
    Ich setze die Bürste wie empfohlen mit den vorderen Borsten auf, setze die Bürste nach angemesssener Zeit flächig auf um dann im nächsten Step die Bürste nach hinten zu kippen und nach oben weg zu ziehen.
    Nun passiert aber genau das, was laut Ursa Major nicht passieren sollte, der Staub bleibt in einer Linie auf der Platte zurück. Dieses sieht man nicht unbedingt sofort, während sich die Platte dreht. Konzentriert man sich auf die Drehbewegung der Scheibe (fixiert diese - ich weiß gerade auch nicht wie ich es besser beschreiben könnte) sieht man diese Staublinie. Einfacher funktioniert dies natürlich wenn man den Dreher anhält.
    Ich habe es mehrfach versucht, der Staub bleibt nicht, wie beschrieben in der Bürste hängen.


    Nun habe ich einen Kardinalsfehler begangen und die Bürste, um keinen Staub auf der Platte zu hinterlassen, nach vorne, diagonal über den Plattenrand gezogen ( entgegen der Ursa Major Empfehlung). Ähnlich wie man es mit der zweireihigen Bügel-Standardcarbonbürste macht.
    So konnte ich zwar den Staub restlos von der Platte entfernen, allerdings habe ich mir schöne Hairlines im 35 bis 45 Grad Winkel auf die Platte gekratzt. Und dieses über die gesamte Bürsten-, Plattenbreite.


    Zurück zur empfohlenen Handhabung:
    Beim nach Hintenkippen der Bürste (letzter Schritt, bevor die Bürste nach oben abgehoben werden soll), stehen die Borsten übrigens in einem so
    ungünstigen Winkel, dass ein "quietschendes"/ kratzendes Geräusch
    entsteht. Den Platten ist nichts passiert, allerdings klingt es nicht vertrauenserweckend.


    Fazit:
    Ich würde mir die Bürste zu diesem Preis kein zweites Mal kaufen, die Verarbeitungsqualität und Haptik ist top, Handling und Ergebnis ein Flop.
    Auch wird die LP nicht säuberer als mit einer Zweireihigen Bürste für ca. 15,- €.
    Mir tun die 48,50 € leid, hätte ich besser investieren können.

  • Ich habe es mehrfach versucht, der Staub bleibt nicht, wie beschrieben in der Bürste hängen.

    Bei der Super Exstatic geschieht aber genau das. Und das für 15€ und keine störenden Geräusche beim Staubwischen :D .

    AAA-Mitglied
    Es braucht viel Zeit, um einen kurzen Weg zu gehen.

    Sophokles

  • ...tja, war mal wieder Lehrgeld, was ich bezahlt habe.
    Ich wollte zuerst noch die Super Exstatic kaufen, naja, wenigstens habe ich einen Nussbaumechtholzeinleger ;)