Tim de Paravicini: Standard-Tonbandmaschinen sind Mist

  • Ich habe 1980 angefangen mit meiner Akai, da kosteten die Maxell 35/180 um die 70, etwas später über 80,- DM, auf Aluspule allerdings.

    Schöne Grüße
    Rainer


    Clearaudio Performance DC, Clarify-Arm und Virtuoso V2 TA , "Phonomopped Mk 2"

    Nottingham Analogue Horizon mit AT 5V , "Superb Phono Pre"

    Unison S2K

    Selbstbau-Boxen "Clonewall"

    Akai 635 D

    Teac V 6030S

    Pioneer TX 800

    Stax SR 202

    usw.

  • Stimmt, das waren die normalen Apothekerpreise. Ich hatte eine "etwas" günstigere Quelle, dort wurden Cassetten und Bänder als Lockmittel kalkuliert. So kostete die BASF Cr-Super II normal um die 8,- DM, dort 3,95 DM. Und ähnlich war das auch bei den Bändern.


    Gruß


    Matej

  • Na gut, "Apotheke" war's nicht, sondern Karstadt.

    Damals waren die im Audio-Sektor Vollsortimenter. Und ich arbeitete dort, bekam also immerhin 15% Personalrabatt.

    Die wenigen anderen Quellen waren in etwa gleichpreisig.

    Schauland in HH, wo ich besagtes TB kaufte, übrigens auch.

    Schöne Grüße
    Rainer


    Clearaudio Performance DC, Clarify-Arm und Virtuoso V2 TA , "Phonomopped Mk 2"

    Nottingham Analogue Horizon mit AT 5V , "Superb Phono Pre"

    Unison S2K

    Selbstbau-Boxen "Clonewall"

    Akai 635 D

    Teac V 6030S

    Pioneer TX 800

    Stax SR 202

    usw.

  • Fast die gesamte Konkurenz hatte ledigliche die UVPs, mit meist geringen Unterschieden.


    Aber lassen wir das, ich denke wir sind uns einige, das die Königsdisziplin der Bandmaschine - also die Version 19/38 und 1/2-Spur - ein sündhaft teures Hobby war. Erst recht, wenn man Live-Aufnahmen machen will, dazu jedes Band nur das eine mal bespielt (soll ja Master-Qualität sein) - ja, ich war so entrückt... :)


    Andere Frage. Gibt es heutzutage überhaupt noch neue Bänder zu kaufen?


    Gruß


    Matej

  • Andere Frage. Gibt es heutzutage überhaupt noch neue Bänder zu kaufen?

    Ja, natürlich. Zum Beispiel hier:


    http://www.darklab-magnetics.de/darklab_webshop/index.htm


    Bandmaschinen haben sehr wohl einen unterschiedlichen Klangcharakter.

    Ein Auszug aus meinem Maschinenpark:

    Nagra T-Audio: Analytisch und exakt

    Nagra IV-S: Ähnlich T-Audio

    Telefunken M15A: Orignalgetreu, neutrale Wiedergabe

    Otari BTR-5: Feingeistig und zart

    Studer C 37: Wiedergabe mit Schmelz


    Rudi

  • Hallo Rudi,

    danke für den Link. Dann haben sich die Preise also nicht so weiterentwickelt, das kann man ja schon fast als moderat bezeichnen.


    Aber zurück zum Eingangsthema, wohin mich die Aufzählung deines Maschinenparks führt - sind ja ganz schöne Kaliber. Allein deine Beschreibung der Klangcharakteristik ist für mich schon ein Hinweis darauf das da noch was geht. An der Stromversorgung geht so gut wie immer was, ebenso die Ausgangsstufen. Ob man es will oder braucht steht auf einem anderem Blatt. Rudy van Gelder hat sein Equipment ja auch modifiziert, auch die Bandmaschinen. Da ging es jedoch auch um hochwertigste Masteraufnahmen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen das gerade manch "hochwertige" Heimmaschine sehr von einer Nachrüstung mit einem symmetrischen Ausgang profitieren würde. Natürlich nur wenn man am Preamp über entsprechend symmetrische Eingänge verfügt.


    Finde es schon interessant wie totgeglaubte Themen wiederkehren. Mich juckt es auch schon wieder. Obwohl, eine 20-25 kg schwere Bandmaschine auf den Rücksitz eines Zweitürers zu hieven fällt für mich wohl mittlerweile weg. Brauche erst ein entsprechendes Auto, und am besten einen (jungen) Assistenten...:)


    Ich schweife aus...


    Gruß


    Matej

  • Hallo Matej,


    ja, gut möglich, dass durch Modifizierungen noch was geht.

    Ich habe sieben Bänder von Mark Levinson, die von ihm auf einer seiner modifizierten Studer A 80 aufgenommen wurden. Sie klingen tatsächlich fantastisch.

    Es gibt aber auch genügend andere Beispiele, die - wenn sorgfältig gearbeitet wurde - ebenso hervorragende Ergebnisse bringen. Die Blue Note / Van Gelder-Bänder, die ich habe, klingen so, wie seinerzeit die Klangphilosophie war. Sie würden heutigen Klanggeschmäckern eher nicht so gefallen.

    Rudi

  • Hallo Rudi,

    was die Klanggeschmäcker angeht, wäre das ein guter Stoff für eine (ergebnislose) Diskussionsrunde. Was Die Aufnahme angeht geht das ja voll in Ordnung, der Aufnahmeprozess ist ja auch ein Gestaltungsakt. Ich habe die Angewohnheit, bei Live-Konzerten mir je nach Musik, vorhandener Akustik und meiner jeweiligen Stimmung, den passenden Hörplatz selbst auszusuchen (sofern das möglich ist). Und genauso versucht ein guter Tonmensch ja auch das Geschehen so einzufangen wie er das für richtig hält. Sofern das gut gemacht ist, hat jede Art von Aufnahme ihren eigenen Reiz. Die BlueNote Aufnahmen finde ich dahingehend auch heute noch einzigartig - wie einige andere Aufnahmemethoden auch (z. B. russische Aufnahmen).


    Wiedergabeseitig will ich keine Geschmacksrichtung haben, dies würde ja das Quellenmaterial beinflussen.


    Bänder von Mark Levinson und BlueNote ... da komme ich doch glatt ins schwärmen


    Wir schweifen ab...


    Gruß


    Matej

  • Hallo Matej,

    ich sehe es auch so, dass jeder Aufnahmeprozess auch ein Gestaltungsakt ist. Früher schien man - nicht immer natürlich - aber doch grundsätzlich sorgfältiger gearbeitet zu haben. Wahrscheinlich auch, weil man nicht so sehr unter dem Diktat der Kostenminimierung stand. Das kommt mir als Anhänger des (Master)-tonbandes entgegen. Wenn man sich an dieses Medium gewöhnt hat, kommt man nicht mehr davon los. Das Band hat den Nachteil, dass es nur sehr wenige neue Produktionen gibt. Andererseits finde ich die neuen Sachen kaum kaufenswert. Ich kann mit dieser Einschränkung also gut leben.

    Rudi

  • Genau dieser Überzeugung bin ich auch - der Link ist hier:

    http://www.monoandstereo.com/2…cs-in-tape-recorders.html

    Das gleiche gilt für Kassettenrecorder - seibst einer der besten erhältlichen - der "DRAGON" von Nakamichi hat in den Entzerrerstufen im Aufnahme- und Wiedergabezweig nicht den Aufwand, wie er aus den Top-Modellen der RIAA Phono-Vorstufen bekannt ist.

    Höchste Priorität für Qualität/Aufwand fand man im Konsumerbereich bei RIAA/Line-Vor- und Endverstärkern, DAC sowie Lautsprecher. Bei UKW-Tunern nahm der Aufwand betreffend der LINE-Ausgangsstufen schon etwas ab. Bei Tonband-u. Kompaktkassettenwiedergabe-Geräten schon deutlich und bei Fernseh-Empfängern (VHF-UHF-Tuner) und Videorekordern noch deutlicher (Sehen und Hören gehörte unter den meisten Anwendern hochpreisiger Audioprodukte eben noch nie zusammen).


    In der Studio-Technik hat die Vernachlässigung wichtiger Grundsätze bei der Konzeption von Aufzeichnungsgeräten - wie von Herrn Tim de Paravicini mit Recht erwähnt - die Konsequenz, das viele Schallplatten dadurch richtig schlecht klingen, auch dann, wenn die Vinyl- und Pressqualität sehr gut sind (z. B. 180gr Presungen).