Rega Apheta Erfahrungen

  • Hallo, seit ein paar tagen läuft ein Rega Apheta bei mir. Laufwerk ist der Garrard 401 mit einem RB700 Tonarm. Ich habe in den letzten Wochen mit dem Decca( das bei John Wright überholt wurde) gehört und das war schon sehr dynamisch. Was mich am Decca manchmal ein wenig stört, daß es teilweise nicht so"flüssig" spielt. Da gefällt das Rega besser. Sehr dynamisch, auflösend und trotzdem nicht zu sezierend, wie es manche sehr hoch auflösende TA gerne machen.

    Wie sind eure Erfahrungen mit diesem Tonabnehmer?

    LG Dieter

    Monohörer

  • Der Decca braucht die Masse direkt über der Nadel, da es ohne sehr schnell zu schlingern anfängt. Weil die Nadel, wenn sie sich horizontal bewegt, eine Art Kreisbogen von vorne gesehen macht, soll die Tonarmbewegung in der Vertikalen eher träge sein. Zudem hat die kurze Nadelauhängung mit Spurfehlwinkel auch Mühe, was sich in einer Verschiebung des Magnetfeldes gegenüber den Poolshuhen auch in der Kanaltrennung bemerkbar macht.

    Eine Bewegung der Nadel die nicht rechtwinklig zur Spur erfolgt ist mit grösserem Wiederstand verbunden und " hickert ein wenig.


    Lg michi

    Michi


    Gewerblicher Teilnehmer

  • Was willst du denn genau wissen?

    Ich habe das Aphelion, kann also zum Apheta selbst nicht allzu viel beitragen.

    Insgesamt sind die Rega-Nutzer hier in der deutlichen Unterzahl.

    Und diejenigen, die mit Tonabnehmern von Rega hören, sind nochmal deutlich weniger...

    Viele Grüße


    Steffen

  • Schade eigentlich, denn ich finde das Apheta spielt weit über seiner Klasse.

    Ich habe schon ein paar TA gehört, aber das Rega finde ich echt sehr dynamisch. Wie hast du dein Aphelion abgeschlossen und auf welchem Laufwerk und Arm betreibst du es?

    LG Dieter

    Monohörer

  • Das Apheta ist ein toller Tonabnehmer.

    Allerdings wird er wohl ziemlich ausschließlich in RP8ern und RP10ern betrieben.

    Ich habe zumindest noch von niemandem gehört, der es in einer Nicht-Rega-Umgebung nutzen würde.

    Das Aphelion und das Apheta sollte man mit 100 Ohm abschließen.

    Bei mir läuft es am RP10 über eine Violectric PPA V600.

    Für mich ist damit die Suche im Analogbereich vorbei.

    Viele Grüße


    Steffen

  • Ich betreibe seit einiger Zeit ein Rega Apheta 1 auf einem P7. Very happy! Es tönt klar und dynamisch, völlig entschlackt.


    Dazu sei erwähnt, dass die Tonarmkabel erneuert werden mussten da ein Stecker kaputt war am Original. Zusätzlich wurden noch die Lager des Tonarms eingestellt. Das Kabel ist jetzt ein Icognito von Cardas. Dieser Upgrade hat noch einmal einen Schub nach vorne gebracht, ist zu empfehlen.


    Ich habe verschiedene hochwertige Tonabnehmer am P7 ausprobiert, völlig überzeugt hat mich bis jetzt nur das Apheta.


    Das Apheta ist gepaart mit einer Rega Aria Phonostage.


    An diesem Setup ändere ich nichts mehr, bin vollends überzeugt.


    Als Anmerkung kann ich noch sagen, dass ich noch ein anderes Laufwerk mit hochwertigem Arm, Tonabnehmer und Phonovorstufe betreibe und damit einen guten Quervergleich machen kann.


    Das Apheta habe ich allerdings noch nie am Nicht-Rega Setup eingesetzt. Leider ist die Bauhöhe anders, was einen erhöhten Montageaufwand mit sich bringt.

    Luxman PD 171-A - SME 309 - Lyra Kleos, Benz Gullwing SLR, Benz Wood SL - Whest PS.30RDT SE

  • Mal schauen ob hier noch jemand mitliest.

    Ich interressiere mich potentiell auch für ein Apheta 3 im nicht Rega Setup.

    Das dämpferlose Konzept hat einen gewissen Reiz. Rega empfiehlt ja 1000 pF in der Vorstufe.

    Ich kann zwar etliche Impedanzen umschalten, aber die Kapazität ist fest, bei üblichen 100 pF.

    Jetzt die große Frage:

    Empfielt sich das Apheta 3 noch unter dieser Bedingung oder machr es dann keinen Spaß mehr?

    Danke.

  • MC-Eingänge haben typischerweise erheblich mehr Eingangskapazität als MM-Eingänge. Deine Angabe von 100pF würde ich daher für die Angabe der MM-Eingangskapazität halten.

    Sollte das aber tatsächlich für den MC-Eingang gelten, dann kann man relativ einfach Kapazitäten parallel dazu schalten. Du benötigst halt einen Y-Adapter, an dem Du neben dem Dreher auch Cinchstecker mit eingelöteten Kondensatoren anstecken kannst. Dabei mußt Du die 1000pF (=1nF) nicht so wahnsinnig genau treffen. 1nF wird halt für MC-Eingänge gerne als Bauteil genommen, weil in der Normreihe verfügbar - da kommen aber noch diverse parasitäre Kapazitäten dazu, die aber den Kohl nicht mehr fett machen (das sind dann vielleicht noch 50pF dazu).

    Desweiteren reagieren MCs bei weitem nicht so empfindlich auf die Abschlußkapazität wie MMs. Weiterführende "Literatur" hierzu gibt es hier: https://www.volpe.at/volpe/start_frame.php?Pfad=12_16&BL=10

    Leider sind die Darstellungen der MC-Frequenzgänge i.d.R. sehr unglücklich und kleben meistens an der unteren X-Achse... Man sieht aber an der Phase, daß die dominierende Polstelle (vulgo Obere Grenzfrequenz) weit oberhalb von 20kHz liegt. Man beachte die Skalierung bei den MM-Phasenfrequenzgängen und den MC-Pendants: bei MMs hast Du bei 20kHz schon irgendwas um die 100° Phasenverschiebung plusminus, während bei MCs bei 20kHz erst wenige Grad Verschiebung sind. (Technische Erklärung: jede Polstelle erster Ordung erzeugt eine Phasenverschiebung von 180°, die sich über 2 Dekaden erstreckt, wobei bei der "Eckfrequenz" genau 90° Phasenverschiebung sind. Eine Dekade ist eine Frquenz-Verzehnfachung, die Phasendrehung einer Polstelle bei 20kHz beginnt also bei 2kHz und erst bei 200kHz hat sie die vollen 180° erreicht. Bei einer Polstelle zweiter Ordnung wären es dann schon 180° bei der Eckfrequenz und 360° im Ganzen usw.)


    Ergo: die bei MC-Eingängen relativ hohe Eingangskapazität ist für das akustische Ergebnis weitestgehend irrelevant und dient eigentlich nur der EMV-Entstörung des sehr hoch verstärkenden Verstärkers. Klangliche Unterschiede hören wenn überhaupt nur die Fledermäuse (außer Du hörst Quadrophonie-Platten unter verwendung eines entsprechenden Decoders...).


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Hallo Andreas und vielen Dank.

    Ja, für MC ist 100pF angegeben. Bei MM kann ich von 47p bis 470p Einiges wählen.

    Das mit dem Zwischenstecker hatte ich mir auch schon überlegt. Aber als Minimalist graust mich jede zusätzliche Steckverbindung. Besonders bei den Kleinstsignalen.

    Da würde ich nach einem Test und Garantieablauf den C lieber einlöten.

    Der Haken ist nur, dass ich das Rega nicht austesten kann.

    Ich habe bis jetzt kein anderes MC gesehen hatte, wo überhaupt bzw. explizit eine so hohe Kapazität empfohlen wird. Die Frage ob das bei REGA einen speziellen Grund hat, stellt sich natürlich.

    Vor dem Hintergrund hoffe ich, dass jemand mit dem Apheta Erfahrungen hat ob / wie sich die Kapazität tatsächlich auswirkt.

    Die meisten britischen Phono.Pre`s lassen die Wahlmöglichkeitet zu. Speziell natürlich REGA.

    VG. Jörg

  • Die Frage ob das bei REGA einen speziellen Grund hat, stellt sich natürlich.

    Da klingelt was bei mir...

    In einem Testbericht des damals ersten Rega-MCs habe ich mal was gelesen, daß es da eine Resonanz gibt. Ob das aber das Apheta war weiß ich nicht mehr. Jedenfalls gab es da eine Rega-Phonostufe, bei der man ein spezielles Filter aktivieren konnte, genau auf diese Resonanz abgestimmt. Möglicherweise hat die Empfehlung mit den 1000pF auch was damit zu tun? Ist jetzt aber nur so ein Gedanke und keinesfalls gesicherte Erkenntnis...


    Du kannst ja mal bei Deinem MC-Eingang schauen, ob da wirklich nur 100pF sitzen oder nicht vielleicht doch 1000pF / 1nF. Wäre nicht das erste Mal, daß im Datenblatt ein Tippfehler ist und einfach nur eine Null vergessen wurde...


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


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  • Hallo Andreas. Eventuell hat das tatsächlich etwas mit der dämpferlosen Konstruktion zu tun.

    Aber das müsste dann eigentlich alle aktuellen REGA MC`s betreffen.

    Hmm, mein Phono Pre hat noch ein bisschen Garantie. Da wollte ich noch nicht rein.

    Und mit dem Kapazitätsmessgerät am Eingang ist halt auch so eine Sache für sich.

  • Hallo Jörg,

    wenn Du unbedingt weitere Steckkontakte vermeiden möchtest löte doch einfach einen 820 pF Styroflex-Kondensator in den Cinchstecker des Tonarmkabels ein. Notfalls einfach das Steckergehäuse erst mal weglassen, später wenn die Garantie des VV abgelaufen ist und Du dir das zutraust kann der Kondensator in den VV „umziehen“.


    Beste Grüße

    Ulrich

  • Hallo Ullrich. Dass ist auf jeden fall auch eine gute Experimentalidee. Danke.

    Ehe ich die Kohle ausgebe, hoffe ich mal dennoch auf einen Apheta 2/3 - Nutzer und dessen Erfahrungen.

  • Die 1000pF sind in Zusammenhang mit der mechanischen Konstruktion des Systems relevant.

    Aus diesem Grund haben die Rega PP diese 1000pF auch implementiert.

    Dieser Zusammenhang wurde in einem Test irgendwann in diesem Jahr besprochen, ich weis leider nicht mehr wo.


    VG

    Dieter

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