MM/MI Tonabnehmer mit Schmelz

  • Hmm,


    bei Schmelz neige ich mental immer zu Elliptischen Abnehmern, weiss auch nicht warum. Die Stanton / Pickering Teile sind da glaube ich keine allzu schlechte Wahl.


    Shure V15VxMR (nicht die ohne x) wäre noch ein Kandiat, Grado scheint hier wirkich seehr beliebt zu sein und wenns um Stimme geht ist das wirklich ok, für meinen Musigeschmack aber dann doch in Summe nicht das wahre. Ein optimal elektrisch angepasstes und justiertes M97xE kann durchaus auch schmelzen, das ist aber ob der Fertigungstoleranz eher etwas glücksache, wenn es auch besser wurde.


    Den ADC Tipp kann ich noch unterstützen und werfe noch Empire in den Ring. Ich hab ein 1080LT mit Jico Shibata, das geht imho auch in die richtige Richtung. Besser sind aber hier 500ID und ältere Modelle mit guter Ellipse.


    Mike

    --- Ich höre hiermit und zwar das.

    Es gilt wie immer: das ist meine Meinung. Sie muss deshalb weder für andere passen noch erhebt sie Anspruch absolute Wahrheit zu sein.

  • Hallo!


    Mal ein Shure M97XE anhören - die Verwandschaft zum V15 (II und III) ist nicht zu verleugnen.

    Auf dieses System ist mein Gehör seit Jahrzehnten eingespielt und Stimmen klingen (meiner Meinung nach)

    sehr natürlich. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, einfach mal anhören.

    Bei dem Preis macht man nichts verkehrt und durch das Bürstchen spielt das Shure in fast

    jeder Tonarmgewichts - Liga mit.


    Schmelz verbinde ich mit meinem Objektiv Leica Summarex f1,5 / 85 mm.

    Da ist der Schmelz in einer charmanten Unschärfe bei Portraits mit offener Blende zu sehen.


    Ist aber alles Geschmackssache.


    Grüsse


    Lufton

  • 'n Abend,


    ein olles Stanton 680/681 oder Pickering XV15, das war auch mein erster Gedanke.


    Im Algemeinen würde ich hier zum MI-Prinzip raten. Neben Grado, Decca und Nagaoka MP sind da noch die Soundsmith Tonabnehmern. Und auch die Ortofon M2 Baureihe.


    VG, Tony

    Viele Grüße, Tony

    ______________________________________________________

    Dit is een lied over een plant, een groene plant, een mooie plant ...

  • Moin,


    ich würde auch Grado vorschlagen. Die Statement-Serie hat eine sehr niedrige Ausgangsspannung, was ich zu bedenken bitte, da nicht viele Phonopres gleichzeitig 47 kOhm für eine MC-typische Ausgangsspannung anbieten. Die Reference-Serie ist da in der Regel einfacher anzuschließen.


    Gruß

    Rainer

    AAA - Mitglied ... und das ist auch gut so. :)

  • Genau den Tipp mit der Reference-Serie würde ich auch geben. Das kleinste mit Holzbody und elliptischer Nadel ist ist bei Stimmen (Frauen und Männer) sehr schön, auch wenn es meines Wissens eine gebondete Nadel hat. Lässt sich an jeder guten Mm-Stufe ordentlich betreiben. Dazu ein mittelschwerer Arm und gut ist es. Allerdings wäre mir dieser TA als alleiniger bei manchen Musikarten "zu schön", zumal er kein großer Auflöser ist. Also wie immer: Gefallen macht schön.

  • Da sie wieder einen deutschen Vertrieb haben: Soundsmith, Model Zephyr MIMC.


    Gruß


    Klaus

    “I don't know why but everybody has a hit in Germany. You know, David Hasselhoff had a hit in Germany, a number one. I had a number one in Germany. I guess they just don't know much about music over there.”


    Lee Majors

  • 'Und auch die Ortofon M2 Baureihe.

    Hhhmm, beim Thema Schmelz kommt mir die Ortofon 2M Baureihe nicht gerade in den Sinn. Ich finde, dass die Ortofons so nüchtern spielen wie ein Rockstar nach 6 Wochen in der Betty-Ford-Klinik. Stimmen werden von den Ortofons zwar durchaus anforderungsgemäß klar und gut wiedergegeben - aber eben auch fast schon CD-mäßig neutral. Für Schmelz würde ich nach anderen Systemen Ausschau halten.

    Viele Grüße, Christian.


    Shibata ist keine Wintersportart.

  • Hhhmm, beim Thema Schmelz kommt mir die Ortofon 2M Baureihe nicht gerade in den Sinn. Ich finde, dass die Ortofons so nüchtern spielen wie ein Rockstar nach 6 Wochen in der Betty-Ford-Klinik. Stimmen werden von den Ortofons zwar durchaus anforderungsgemäß klar und gut wiedergegeben - aber eben auch fast schon CD-mäßig neutral. Für Schmelz würde ich nach anderen Systemen Ausschau halten.

    Das find ich aber jetzt mal ehrlich gesagt garnicht.

    Mein Red kommt mir vom Klang viel wärmer vor als

    einige andere TA`s die ich schon gehört habe.


    Gruß Lars

    Yamaha PF800 mit Yamaha MC9, Yamaha YP-B4 mit AT120Eb, Yamaha YP-D6 mit AT5V, Thorens TD 145 MKII mit Ortofon FF150 MKII

  • Hallo.

    Mich wundert, dass der Hersteller Goldring (10XX Serie) noch nicht genannt wurde.

    Bezüglich Ortofon würde ich mich Christian anschließen wollen. Auch

    würde ich angesichts der klanglichen Zielvorstellung eher kein Nagaoka

    empfehlen. Wenn es günstig sein soll, käme meiner Einschätzung nach

    vielleicht ein Sumiko Pearl in Frage.


    LG

    Dirk

    Hört mit:
    Micro Seiki DQX-1000/Moerch UP-4/Technics EPC-P310MC/Audiocraft AC300/Rondo Red oder so...
    Pass Pearl
    Micro Seiki BL91 / Audiocraft AC3000 / Ortofon Venice
    Pass ONO Clone
    Audible Illusions Modulus L1 an Pass Aleph 3.5 Clone
    K&T Competition

  • peter..

    ich muss gestehen, das das zu der Zeit war, wo ich einen fixen 47kOhm - Phonoeingang hatte!

    - ich werde die Tage mal das letzte verbliebene Grado (eines aus der Wood-Reihe , Rest müsste ich schauen) mal bei unterschiedlichen Eingangsimpedanzen anhören.

  • Die isolierte Betrachtung einzelner Komponenten unter unterschiedlichen Bedingungen führt zwangsläufig zu unterschiedlichen Wahrnehmungen wie hier gut zu beobachten ist.


    Dies gilt umso mehr wenn es sich um so unbestimmte Begrifflichkeiten wie "Schmelz" handelt.

  • Wie wird ein Benz Micro ACE L von den Kundigen hier eingeschätzt, vergleichsweise zum Thema?


    Das betreibe ich am Nottingham Spacedeck. Ich habe es im Vergleich zum Grado Master gehört und finde es ähnlich, war aber keine Vokalmusik. Das Grado löste etwas feiner auf, war aber auch fast der doppelte Preis.

  • D`accord, Thomas!

    Was meine ich mit "Schmelz"?

    Eine Stimme sollte nicht im Hintergrund, quasi so nebenher mitlaufen. Bin auch kein Liebhaber einer strikten Neutralität, der Gesang kann ruhig ein wenig betont sein. Es geht nicht um möglichst viele Oktaven, sondern um die Intensität des Vortrags. Schwer zu beschreiben für einen Schüler.


    Gruß

    Frank

  • Werde demnächst das Goldnote Vasari Red ausprobieren. Habe es noch nicht gehört, aber werde dann hier berichten. Für 200,- kann man da sicherlich nicht viel falsch machen. Vielleicht auch eine Alternative.


    10,000 years from now, when they're diggin' the shit out of our lost civilization and they find a CD, they're going to say: What the fuck is that?
    But if they find a record, they're gonna be able to play it back with a damn pine needle.


  • Goldnote Vasari Red

    Moin,


    das ist wie fast alle Goldnote-Abtaster ein modifiziertes Fremd-System, diesmal ein Excel QD-700. Das gab und gibt es seit den 70er Jahren auch von etlichen anderen Herstellern mit allen denkbaren Nadelbestückungen und unter den verschiedensten Bezeichnungen - vom DJ-System bis zum CD-4 Abtaster mit Shibata-Schliff.


    Die originalen Excel-System waren zwar extrem preisgünstig, können aber durchaus einiges leisten. Gerade in Bezug auf die ursprünglich Frage könnte so ein Vasari ganz interessant sein. Ist ein bißchen zu teuer, sieht aber prima aus.


    Grüße, Brent

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Das was Du suchst wird Dir so kein Tonabnehmer bieten können. Es gibt Aufnahmen, die die von Dir genannten Eigenschaften haben, aber kein Tonabnehmer kann revidieren was bei der Produktion festgelegt wurde oder eben nicht. Schallplattenaufnahmen sind hochkomplexe Produkte mit einer Vielzahl von Parametern und Variablen.

    Das fängt bei der Microphonierung an und geht über das Speichermedium in die Konsole und von dort auf das Vinyl. Das fängt bei Stereoaufnahmen mit 2 Microphonen und einem 2-Kanal-Recorder an und hört mit MS Recording und hochtechnologisierter Software auf. Und selbst bei 2-Microphonaufnahmen gibt zahlreiche Arrays zur Positionierung def Mics, die alle zu unterschiedlichen Abbildungen führen. Wenn der Produzent nun eine Stimme per Pan-Pot irgendwo tief im Raum platziert hat und noch etwas Hall dazu gegeben hat wird diese Stimme sicherlich über kein solides Setup der Welt als "schmelzig" wahrgenommen werden.

    Wenn Du nun nach einem Setup suchst, dass so etwas "leistet" dann ist das ein Irrweg. Ein solides Setup sollte das wiedergeben was Interpret(en) und Produzent(en) beabsichtigt haben. Ob es einem gefällt ist eine andere Sache.

    Wenn Du das Gefühl hast, dass es bei Dir nicht natürlich im Sinne von realistisch klingt würde ich genau am anderen Ende anfangen:

    Bei der Spannungsversorgung, der Wahl und

    Positionierung der Lautsprecher im Raum und

    der Entkopplung der Komponenten.

    Und glaube mir, ich weiß von was ich rede. Ich wünschte ich hätte das Geld, das ich versenkt habe, weil ich nicht verstanden hatte was die Grundlage für guten Klang im Wohnraum ist. Aber wenn es dann passt bekommt bei entsprechenden Aufnahmen wunderbare Stimmen mit natürlicher Wärme und Timbre. Danach lohnt es sich tatsächlich zu suchen. Nach Tonabnehmern die etwas hinzufügen was nicht auf dem Tonträger ist würde ich nicht suchen.

    Edited 2 times, last by 1/2 Mensch ().

  • Auf meinen Vorschreiber brauche ich nicht einzugehen, da ich bei ihm blockiert bin 8o


    Grundsätzlich bin ich seiner Meinung, allerdings kenne ich gerade im Live-Betrieb PA-Systeme, die außerordentlich gut die Sprache übertragen und andere gerade hier ihre Schwächen haben. Letztere sind zu 99% minderwertigere Systeme.

    Du brauchst also einen hochwertigen Abtaster, der keinesfalls eine Frequenzgangabsenkung im Stimmbereich hat.

  • Danke Thomas, Deine Ausführungen erscheinen mir schlüssig. Worauf ist bei der Entkopplung der einzelnen Geräte besonders zu achten?


    Das Vasari Red hab ich im laufenden Betrieb. Ist ein gutes ausgewogenes Allroundsystem, leicht auf der warmen Seite. Klingt musikalisch,

    ohne einen Frequenzbereich hervorzuheben. Hat halt ne sphärische Nadel.

    Was ich gern hören würde, gestattet mir dieses System nicht hinreichend.

    Aber wie Thomas ausführt, erwarte ich an dieser Stelle wohl zu viel und muß andere Parameter näher beleuchten.


    Gruß

    Frank