Loudness ein Thema für Euch !!!!???

  • Hi,

    es gibt wahrscheinlich bei den Hörern hier im Forum keine zwei, die die gleiche Anlage betreiben. Auch nicht bei Bürdern. Horst und Hubert, Dieter und Hartmut. Die Kaufhistorie spielt auch eine Rolle, ja. Erkennntis daraus ist für mich, dass die Hörgeschmäcker bei sehr vielen von uns sehr unterschiedlich sind.


    Das gleiche gilt m.E. für Loudness. Manche haben einen Verstärker mit Loudness, ein recht großer Anteil hat das Feature gar nicht. Wenn ich ein eigenes Hörzimmer habe, kann ich möglicherweise so laut hören, dass Loudness bzgl. Fletcher-Munson-Kurven nicht sinnvoll ist.


    Ich habe festgestellt, dass ich in letzter Zeit noch nicht mal den Lautstärkesteller bewegt habe. Ich lege eine Platte auf und sezte mich hin.


    Fazit füt mich: Manche mögen Loudness, manche nicht.
    Erinnert mich an Gangschaltung vs. Automatik.


    Und nu? Jeder wie er mag.

    Das einzig Interessante an dem Thema wäre für mich höchstens der Austausch bzgl. der eigenen Wahrnehmung. Nach dem Motto "Ich schalte es bei Lautstärke bis x dB ein, weil dann Frauenstimmen für mich realistischer klingen."


    Die Theorie dahinter sind die Fletcher-Munson-Kurven. Da kann man jetzt sagen "Ja, kann ich nachvollziehen und mache das dann auch." oder "Nee, passt für mich nicht. Ich lasse es." und alle Nuancen dazwischen.


    Jemand anderen überzeugen zu wollen, dass er doch Loudness nutzen sollte oder eben nicht ist m.E. verlorene Liebsmüh.


    Das Thema Klangregler oder nicht, ist für mich die gleiche Kategorie. Wenn jemand damit glücklich ist, wieso nicht. Wenn jemand keine hat und/oder keine nutzen möchte, dann ist das genauso gut. Andere von der eigenen Meinung überzeugen zu wollen, ist auch hier nicht sinnvoll, meiner Meinung nach.


    Insofern, liebe Nutzer von Loudness und Klangreglern, schreibt doch, wie ihr sie einsetzt und was ihr damit klanglich bewirkt, auch wenn das zu beschreiben, vielleicht nicht so einfach ist.


    Ich habe lediglich in der Küche einen NAD 7020i Receiver mit Loudness und Klangregler. Klangregler nutze ich dort minimal, um wegen der Lautsprecherplatzierung den Bass etwas zu zügeln Loudness nicht. An meiner Hauptanlage habe ich seit ca. 30 Jahren keine Klangregler mehr.

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Meine Hauptanlage hat weder Loudness noch Klangregler, darum ist es für mich eigentlich sowieso kein Thema.
    Aber :
    Wenn ich mir beispielsweise die Schallplatte The Missing Linc von Sheffield (S-10) anschaue, dann steht sowas auf dem Cover:

    To hear this record to its best advantage please brighten Side One from 2 to 4 db with the treble control on your amplifier.
    Side Two schould be played flat. Use no loudness compensation .


    Da kommt dann doch die eine oder andere Frage auf , z.B. warum machen die sowas ?
    lg
    Rainer

  • Bitte erlaubt mir den kurzen OT-Einschub:



    Hallo Michael,


    Physical Graffiti ist zusammengewürfelt aus Songs von verschiedensten Aufnahmen, die in einem Zeitraum von ich glaube sechs bis sieben Jahren entstanden sind. Daher vermitteln die Songs durchaus sehr unterschiedliche Höreindrücke. Pressung ist aber nicht gleich Pressung und auch hier gibt es sehr gute Versionen dieses Albums.
    In My Time of Dying von der UK 1st-press ist eines meiner Referenzstücke für Räumlichkeit und Plastizität.
    Die Remastered hingegen empfand ich auch als sehr schlecht.

    Und manche Alben gibt es eben nicht mit verschiedenen Masterings. Dann hör ich lieber das (teilweise sehr) 'schlechte' + Loudness (wenn dann vorhanden) als ganz darauf zu verzichten. Da käme ich mir borniert vor - auf etwas gänzlich zu verzichten, nur weil es nicht meinem Qualitätsniveau entspräche (ich sage nicht, dass du so bist!).


    Viele Grüße,
    Sebastian

    Ortofon 2M Black | Pro-Ject RPM 5.1 inkl. Cardas-Verkabelung & Dr. Fuß-Netzteil | ASR Mini Basis Exclusive MK V | Nubert ampX + MiniDSP 2x4HD | Nubert nuVero 11 + XW-700 | ViaBlue Verkabelung


    Taylor GS mini-e Ovangkol

  • Da käme ich mir borniert vor - auf etwas gänzlich zu verzichten, nur weil es nicht meinem Qualitätsniveau entspräche (ich sage nicht, dass du so bist!).

    Hi,

    es gibt m.W. nach einige Hörer, die Platten aussortieren, weil sie ihnen klanglich nicht genügen. Als borniert würde ich das nicht titulieren, und ja, du bezogst das rein auf dich selbst.


    Ich sage dazu, jeder wie er mag. Wir alle hier legen ein gewisses Gewicht auf Klang und damit nicht 100% auf die Musik, mal mehr mal weniger, sonst wären wir nicht hier.

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Da kommt dann doch die eine oder andere Frage auf , z.B. warum machen die sowas ?
    lg
    Rainer

    Weil ihnen anscheinend nach Hören ihrer Pressung aufgefallen ist, dass der Klang einiger Stücke ihnen etwas mau vorkam. Um das aufzupeppen, empfehlen sie den Einsatz des Höhenreglers. Finde ich so ok.


    Gruß


    Andreas

    AAA Member mit Unmengen an altem Geraffel

  • Ich sage dazu, jeder wie er mag. Wir alle hier legen ein gewisses Gewicht auf Klang und damit nicht 100% auf die Musik, mal mehr mal weniger, sonst wären wir nicht hier.

    Da muss ich dir etwas widersprechen, denn ich bin trotzdem hier, Frank. Und zu 100% liegt die höchste Priorität auf der Musik. Und, wenn möglich, diese in gut bis sehr gut. Aber lieber Musik, die ich mag, in schlecht als gar nicht.

    Aber ja, natürlich jeder wie er mag :):thumbup:



    Beste Grüße und einen angenehmen Wochenstart,
    Sebastian

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    Taylor GS mini-e Ovangkol

  • Die Loudness Kompensation wird wohl nicht immer richtig angewendet bzw. verstanden.


    Wenn sie technisch richtig implementiert ist, wie z.B. beim Yamaha, geht man folgendermaßen vor:


    Abhörlaustärke am Haupvolumenregler einstellen (die Loudness ist dabei unwirksam!)


    Dann und nur dann wenn man leiser hören will. dreht man bei unverändertem Hauptregler den Loudnessregler gegen den Uhrzeigersinn zurück. Mit abnehmende Lautstärke wird der Effekt stärker - halt eben 'gehörrichtig' korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo

  • Weil ihnen anscheinend nach Hören ihrer Pressung aufgefallen ist, dass der Klang einiger Stücke ihnen etwas mau vorkam. Um das aufzupeppen, empfehlen sie den Einsatz des Höhenreglers. Finde ich so ok.


    Gruß


    Andreas

    nur schlecht, wenn einer keinen Höhenregler hat oder nicht weiß, was dB sind..(Armutszeugnis seitens des Masterns der Platte)

    Viele Grüße von Uli - dem Rheinländer:
    hat von nix 'ne Ahnung - kann aber alles erklären. ^^
    Ist AAA-Mitglied, Realist und plant Wunder
    ;)

  • Bitte erlaubt mir den kurzen OT-Einschub:



    Hallo Michael,


    Physical Graffiti ist zusammengewürfelt aus Songs von verschiedensten Aufnahmen, die in einem Zeitraum von ich glaube sechs bis sieben Jahren entstanden sind. Daher vermitteln die Songs durchaus sehr unterschiedliche Höreindrücke.

    Genau. Das Album mag nicht im Sinne von "audiophil" aufgenommen sein, aber ich mag es vom Sound her sehr gerne. Man hört ja von Song zu Song wie unterschiedlich präsent das Schlagzeug abgemischt wurde, wie unterscheidlich präsent der Bass zu hören ist. Der Mix in sich ist ziemlich gut, und natürlich läßt sich so ein Album mit Aufnahemdaten von 1970 - 1974 mit zig verschiedenen Gitarrensounds nicht so audiophil gestalten, als wenn die Aufnahemdaten (wie so häufig) im Monatsabstand beieinander liegen.


    Im Vergleich ist mir aber die Schllagzeugaufnahme auf Physical Graffiti immer noch viel lieber, als z.B. die von dem aufnahmetechnisch überbewerteten "Brothers in arms", auf dem das Schalgzeug teils etwas pappig und nicht organisch klingt.


    "Exile on Main St." ist auch so ein Fall von tollem Soundcharakter, aber halt keine "audiophile" Aufnahme, mit der man bei der Vorführung auf ner Hi-Fi Messe glänzen kann. Letzteres ist zumindest mir vollkommen egal.


    Kenne jetzt PG bestimmt seit mehr als 40 Jahren, aber daß es schlecht klingen soll, lese ich hier jetzt zum ersten Mal.

    "Yeah, well, that's just, like, your opinion, man."

  • Hallo Frank,


    Du wirkst empört, das es Fletcher-Munson überhaupt gibt.

    Zur Korrektur - die Kurven sind aus realen Messungen entstanden und mitnichten eine Theorie.


    Gruß und bleibt gesund.

    Wolfgang


    PS: wovon möchtest Du nicht überzeugt werden?

  • RosWo

    Bin ich gemeint?

    Ich bin da gar nicht empört. Für mich sind die Kurven nichts, das ich anzweifeln würde.

    Diese Kurven sind aus Messungen entstanden und als solche die theoretische Grundlage für eine Loudnessfunktion bei einem Verstärker. Ich bewerte das nicht negativ. Das hast du wohl anders verstanden, als ich es gemeint habe, Wolfgang.


    Für mich ist es absolut okay, wenn jemand die Funktion benutzt. Selbst wenn sie jemand bei großer Lautstärke einschaltet, wenn ihm das gefällt, darf er das tun.


    Ich tue es nicht, und das sollte auch okay sein. Ich habe auch irgendwann als späte Erkenntnis Dolby nicht mehr benutzt bei Kassettenaufnahmen, weil ich es ohne trotz Bandrauschen besser fand. Alles persönlicher Klanggeschmack. Ist allerdings schon lange her, dass ich eine Kassette aufgenommen habe.


    Ich bilde mir bzgl. Klang meine eigenen Meinung und es hilft nicht, mich von einem Klang zu überzeugen, der nicht zu meiner Meinung passt. Und ich denke auch, dass das insgesamt so gehandhabt werden sollte. Im Hifibereich ist missionarisches Denken aber recht weit verbreitet. Das Missionieren ist m. M. nach nicht hilfreich. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

    Ich hoffe, ich habe mich jetzt etwas klarer ausdrücken können.

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Wie sagte Frank Elstner regelmäßig zu Christian Thees von SWR3, wenn der ihn anrief: " ... . Und Christian, spielen sie es laut!"

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Das Gehör ist sehr flexibel und stellt sich (zumindest bei mir) nach ein paar Minuten auf einen schlankeren Bass, oder auch etwas heftigeren Bass ein. Insofern würde ich immer dazu raten die Musk erstnal ne Zeit laufen zu lassen und nicht schon nach ein paar Sekunden an die Regler zu springen.


    Loudness habe ich eigentlich nie gebraucht, ich fand die Gesamtabbildung bisher immer recht gut, und wenn halt eine Aufnahme eher schlank produziert ist, hat das schon auch seinen Grund.

    "Yeah, well, that's just, like, your opinion, man."

  • Moin,

    am einfachsten ist doch, so laut zu hören dass man keine Loudness braucht.

    So wird es wohl auch am häufigsten in unseren Kreisen der Fall sein.


    Insofern muss man sich nicht unbedingt damit auseinandersetzen. Man muss Loudness also weder aktivieren noch muss man den Sinn oder die Funktion in ihrer Wirkungsweise verstehen. 8o

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo

  • Bei meinen Loudness bemerkt man bei gehobener Zimmerlautstärke den Unterschied von aktiviert und nicht aktiviert nicht mehr.


    Unterhalb dieser Schwelle ist der Unterschied vorhanden.


    Somit ist ein angenehmes hören bei jeder Lautstärke gegeben.

    :)

    Gruß

    Henry

  • Bei meinen Loudness bemerkt man bei gehobener Zimmerlautstärke den Unterschied von aktiviert und nicht aktiviert nicht mehr.

    Dann passt es bei Dir scheinbar zufällig. Glück gehabt.


    Wenn man nur eine einfache Taste am Verstärker vorfindet, ist das nur eine halbe Sache.


    Für eine perfekte Korrektur sind nämlich zwei Pegelsteller erforderlich. Einmal für die Grundlautstärke, zum anderen ein Abschwächer gekoppelt mit entsprechendem Equalizer.

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo