Welche Klassik-LP habt Ihr das letzte Mal aufgelegt?

  • 130 Gramm leichte dynaflex-ähnliche Scheibe gepresst,

    Hallo Frank,


    freut mich wieder einen Kommentar von Dir zu lesen.

    Allerdings darf ich sagen, weder diesen Dirigenten noch das Orchester zu kennen.


    130 gr. reichen für eine Schallplatte aus! Bisher konnte ich noch nie Unterschiede zwischen unterschiedlichen PVC-Gewichten feststellen. Aber wie Du selbst schreibst, klingen diese Platten sehr gut, na also!



    Viele Grüße

    Reinhard

  • 130 gr. reichen für eine Schallplatte aus!

    Hallo Reinhard,


    wenn alles stimmt, reichen 130 Gramm natürlich aus. Aber die Gefahr, dass sich eine solche Pressung leicht verzieht, war eben recht groß - was ja auch zur Spottbezeichnung "Dynawarp" für die leichten und biegsamen RCA-Dynaflex-Platten führte. Gut, zum Ausgleich noch eine schwerere Eterna. Musikalisch interessant, tontechnisch für 1959 nicht schlecht und frühes Stereo: Swjatoslaw Richter mit der Nationalen Philharmonie Warschau, dem 20. Klavierkonzert von Mozart und dem fünften von Prokofjew. Egal ob mit Stanislaw Wislocki (Mozart) oder Withold Rowicki - die Aufgabenstellung scheint hier klar definiert: Richter spielt und das Orchester begleitet - bei Mozart für meinen Geschmack zu schwerfällig. Das Ganze ist trotzdem interessant, weil man insbesondere Mozart meist doch in ausgeglichener Balance zwischen Klavier und Orchester gehört hat. Ebenso wurde Richter aufnahmetechnisch gegenüber dem Orchester sehr in den Vordergrund gestellt. Bei Mozart fällt insgesamt der leichte, spielerische und verspielte Charakter, den ich an den meisten Klavierkonzerten mag, schlichtweg unter den Tisch. Viel zu ernst, meine ich, aber wer es mag. Ich glaube, Richter passt besser zu Prokofjew.

    Eterna-Auflage von 1970 der inzwischen recht begehrten Deutsche Grammophon SLPM 138075 (sofern Ernstausgabe).


    Viele Grüße - Frank


    Richter - Mozart Prokofjew Cover.jpg

  • Satte rund 170 Gramm Eterna sind mir - zumindest zum Anfassen - dann doch lieber als Dynaflex: hier Aram Chatschaturjan mit seinem Klavierkonzert, dirigiert von Kyrill Kondraschin und der Moskauer Philmarmonie mit Jakow Flier (Kalvier). Das hört sich schon sehr modern an, sehr dynamisch, und da stören mich auch irgendwelche "Volksweisen" aus der Steppe (oder von sonst woher), die Chatschaturjan fleissig sammelte und verarbeitete nicht. Musikalisch kann ich die Aufnahme ehrlicherweise nicht beurteilen. Nur soviel: Es klingt ziemlich perfekt.

    Eterna 826562, direkte Pressung der übernommenen Melodija-Matrize.


    Viele Grüße - Frank


    Chatschaturjan Klavierkonzert Cover.jpg

  • Allerdings darf ich sagen, weder diesen Dirigenten noch das Orchester zu kennen.

    Hallo Reinhard,


    das ist - zumindest für mich - der Sinn der Sache, so eine Platte vorzustellen. Wenn ich jetzt erzählen würde, dass ich mir die sechste Beethoven-Symphonie mit Karajan und den Berliner Philharmonikern von 1962 (die ich immer wieder gerne höre) unfallfrei aufgelegt habe - na ja...


    Viele Grüße - Frank

  • A propos Chatschaturjan und Melodija -- hier sein Violinkonzert mit David Oistrakh (Violine), dem Moskauer Radio-Sinfonieorchester unter dem Dirigat des Komponisten in einer Melodija Mono-Pressung von 1964 (kürzlich in einem 2nd Hand-Laden in der 1-Eurokiste gefunden):


    http://www.discogs.com/David-O…estra-In-/release/8301276


    Oistrakh hat das Konzert auch bei seiner Uraufführung 1940 gespielt.


    Viele Grüße,


    Joachim


    PS: legt Ihr Eure LPs auf die Waage? Hatten die Dynaflex tatsächlich 130 Gramm? Bei ganz dünnem Vinyl hatte ich schon Exemplare mit Pressfehlern: in leisen Passagen, die vor einer sehr lauten Passage kommen, war wohl eine "Rillenwand" beschädigt, was dann weder wie eine Verzerrung noch wie ein Kratzer klingt (sondern wie ein Zwischending von beidem), aber doch eine deutlich hörbare Fehlpressung darstellt. Z.B. habe ich eine frühe ASD 370 Pressung des 1. Klavierkonzerts von Chopin mit Pollini (dickes Vinyl, leider mit einem hörbaren Kratzer), deshalb habe ich mehrere Exemplare des Reissues SXLP 30160 aus den 1970er Jahren gekauft -- alle haben den oben beschriebenen Pressfehler (ich schätze, dass die SXLP 30160 Pressungen ca. 150 Gramm haben). Jedoch haben die meisten meiner Platten mit dünnem Vinyl keine Problem (auf die Dicke per se scheint es nicht anzukommen).

  • Hatten die Dynaflex tatsächlich 130 Gramm?

    Hallo Joachim,


    ich meine, so pauschal kann mann das nicht sagen. Bei der Menge an Platten, die RCA ausgespuckt hat, dürften alle möglichen Varianten dabei sein. Wie schon erwähnt, dünne und leichte Platten, insbesondere die mit viel Weichmachern im Vinyl, sind nach meiner Erfahrung viel öfter konvex oder konkav (je nach Sichtweise) verzogen oder leiden an Höhenschlag, natürlich trotzdem abspielbar. Das ist schon alles, und das ist ja auch gut nachvollziehbar. Ich habe doch das konkrete Beispiel meiner Platten der Canadischen Broadcast Corporation genannt - von drei waren zwei verzogen (leichter Höhenschlag).


    Viele Grüße - Frank

  • Hallo Joachim,


    ich meine, so pauschal kann mann das nicht sagen. Bei der Menge an Platten, die RCA ausgespuckt hat, dürften alle möglichen Varianten dabei sein. Wie schon erwähnt, dünne und leichte Platten, insbesondere die mit viel Weichmachern im Vinyl, sind nach meiner Erfahrung viel öfter konvex oder konkav (je nach Sichtweise) verzogen oder leiden an Höhenschlag, natürlich trotzdem abspielbar. Das ist schon alles, und das ist ja auch gut nachvollziehbar. Ich habe doch das konkrete Beispiel meiner Platten der Canadischen Broadcast Corporation genannt - von drei waren zwei verzogen (leichter Höhenschlag).


    Viele Grüße - Frank

    Hallo Frank,


    mit kanadischen Pressungen von alten Aufnahmen (1960er Jahre) von Mercury, Angel und Capitol habe ich ebenfalls häufig schlechte Erfahrungen gemacht -- zwar dickes und hartes Vinyl, jedoch extrem viele "Bubbles". Wenn man schon 2nd Hand-LPs in den USA bestellt (was ich derzeit wegen der hohen Versandgebühren nicht mehr mache), dann wäre mein Tipp "Finger weg von kanadischen Exemplaren" (obwohl die etwas günstiger sind und natürlich auch gute Exemplare vorkommen können).


    Viele Grüße,


    Joachim

  • Noch eine Platte aus der Kathegorie eher selten (bei uns) und wie ich meine durchaus eine Alternative zur Living Stereo mit den selben Aufnahmen: die japanische Red Seal Pressung der vierten und dritten Mendelssohn-Symphonie mit Altmeister Charles Munch und dem Boston SO. Man sollte schon bedenken - die "italienische" wurde 1958 aufgenommen, dafür ist die Tonqualität richtig gut (neutral). Wunderbar fließend dirigiert.


    RCA SRA-2555, Gatefold, sehr stabil.


    Viele Grüße - Frank


    Mendelssohn - Munch Cover.jpg

  • Und die 3. Sinf. (die Schottische) mit Charles Munch befindet sich auf einer separaten RCA LP -- LSC 2520 (ich habe die englische Pressung SB 2129, siehe Bild unten). Bei der Schottischen ist mir die Decca-Aufnahme mit Maag aber lieber (obwohl ich meine London CS 6191 ebenfalls schon sehr lange nicht mehr gehört habe).


    -- Joachim


    sb2129.jpg

  • Hallo Frank,


    ist Deine jap. Pressung SRA-2555 eine Doppel-LP? Wie gesagt, RCA selbst hat die 4. und 5. Sinfonie kombiniert (beide sind ca. 30 Minuten lang) und hat die 3. Sinfonie (die Schottische, die ja ca. 40 Minuten lang ist) -- mit einem kleinen Zusatzstück -- als separate LP gepresst. Aber vielleicht geht es gerade noch, dass man die Schottische und die Italienische (zusammen ca. 70 Minuten) auf eine einzige LP bekommt.


    Viele Grüße,


    Joachim

  • ist Deine jap. Pressung SRA-2555 eine Doppel-LP?

    Hallo Joachim,


    nee, das ist keine Doppel-LP. Ich kenne die Living Stereo mit der vierten und fünften Symphonie. Klar, das war technisch anspruchsvoll, nur eine Plattenseite für jede Symphonie bei der SRA-2555. Aber, es klingt nicht dünn. Wahrscheinlich haben die Japaner die Füllschrift gut ausgereizt und auf die Pressqualität geachtet. Die Auslaufrillen sind logischerweise äußerst knapp ausgefallen.


    Viele Grüße - Frank

  • Hallo Frank,


    ist das eine Pressung von King Records? Eine gut klingende Pressung der Schottischen mit ihren ca. 40 Minuten auf einer einzigen Plattenseite, das ist ziemlich erstaunlich. Mein Respekt.


    Ich habe einmal (obwohl ich gewarnt war) eine Mercury aus der "Great music series" gekauft -- für diese Reihe hat Mercury mit "one hour of music" Werbung gemacht -- und das war klanglich ein totaler Reinfall. Obwohl beide Plattenseiten RFR 1 Pressungen waren (also die ersten eigenen Mercury Pressungen, davor gab es die RF Pressungen, die RCA für Mercury gemacht hat). Aber da ich die Musik von Jean-Philippe Rameau liebe, konnte ich mich beim Kauf von Mercury SR 90402 nicht zurückhalten (aber die Platte war zum Glück nicht teuer). Seite 1 hat ca. 31 Minuten Spielzeit und Seite 2 ist mit ca. 24 Minuten Spielzeit OK.



    Viele Grüße,


    Joachim


    sr90402.jpg

  • Bemerkung zu #3.574: vielleicht ist der Grund für den enttäuschenden Klang von Mercury SR 90402 (Pressung von 1964) nicht (nur) die lange Spielzeit sondern -- wie ich jetzt herausgefunden habe -- die Tatsache, dass es sich um eine Aufnahme der französischen Philips von 1961 handelt, vielleicht hatte Mercury nur eine Bandkopie (bisher kannte ich das nur umgekehrt: Philips hat Mercury Aufnahmen gepresst). Die Rameau / Couperin Aufnahme mit den Stuttgarter Barocksolisten und dem franz. Dirigenten Marcel Couraud ist zuerst in der Reihe "Philips Realites" erschienen:

    http://www.discogs.com/Rameau-…in-Rameau/release/7074083


    Offensichtlich hat SR 90402 nicht den typischen Mercury-Klang ...


    Viele Grüße,


    Joachim

  • Noch ein Nachtrag: von den sechs "concerts en sextuor" befinden sich auf der Philips LP von 1961 die Nummern 1 und 4, auf der Mercury SR 90402 die Nummern 1, 4, 5 und 6. Die Mercury LP mit ihrer langen Spielzeit enthält also mehr Stücke der Philips Aufnahmebänder als die Philips Pressung (die vielleicht besser klingt?). Auch die Couperin Stücke sind nicht identisch.


    -- Joachim

  • Deutschlands bestes Vinylkettenpaket
    im AAA Forum sucht Nachwuchs..!


    Nachdem einige Mitglieder pausieren wollen, suchen wir nette Vinyl Freunde die mit uns Platten teilen.

    Wie es genau geht, steht im folgenden Thread:


    Das Vinylkettenpaket des AAA-Forums


    Aber in Kürze, einige AAA Forumsmitglieder schicken ein Paket mit 20 Platten untereinander rum. Wenn man es bekommt, hört man sich an was einem gefällt und was einem gefällt darf man behalten. Maximal 5 Scheiben pro Runde. Dafür legt man die entnommene Anzahl aus seinem eigenen Bestandes wieder rein und schickt das Paket weiter.


    Legt man eine Platte rein und sie kommt zum Reinleger zurück, dann ist das eine Zitrone und muss raus.

    Wir legen keine MFSL Mint rein und auch keine G+! Also irgendwas im VG +/- Bereich.

    Alle Richtungen und immer LPs, also keine Maxis oder Singles. Nach einer Woche sollte es erledigt sein, das heist zwei oder drei mal im Jahr bekommt man das Paket.


    Ich finds klasse und kann nur empfehlen mal mitzumachen.

    Auf gehts meine Damen und Herren.

    hols_der_geier ist unser Moderator und macht das ausgezeichnet, Claus K. ist unser Statistiker und hat alles im Blick und der Rest ist Kenner und Geniesser. Aktuell sind dabei und das ist die Reihenfolgen:

    1. Hols_der_Geier

    2. Nobbi56

    3. Wolle

    4. Claus K.

    5.Michadeath

    6. Gaggistangerl

    7. Sedum

    8. q-tip

    9. otti.clz

    10. thomas_w


    Also meldet Euch im Vinylpaket Thread wenn Ihr mitmachen wollt und bei Fragen, einfach im Fred fragen, da helfen wir gleich.


    Richi (Gaggistangerl)

    I hob koa Signatur, aber wenn i oane häd, nachad dad i's ah ned hischreim.

  • Eine unscheinbare Perle ist, wie ich meine, diese Eterna der Mozart-Variationen Max Regers. 1970 mit der Staatskapelle Dresden unter Heinz Bongartz aufgenommen und in warmer sehr guter Tonqualität auf die Schallplatte gebracht. Alternative dazu sind die Aufnahmen mit Keilberth auf Telefunken, auch nicht schlecht, mir gefällt die Staatskapelle Dresden besser.

    Irgendwann lese ich einmal, was sich Reger dabei gedacht hat, aber das ist völlig zweitrangig - einfach anhören.


    Eterna 826063 (schwarzes Label), Tonregie Claus Strüben


    Viele Grüße - Frank


    Max Reger Mozart Variationen Cover.jpg