Welche Klassik-LP habt Ihr das letzte Mal aufgelegt?

  • Die kann man, außer Reinhard natürlich 😉, für 1€ durchaus mitnehmen...


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    Ich glaube aber, dass man in den 1-€-Kisten eher diese hier findet...


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    ...die auch bei mir im Regal steht und in die ich, ich glaube überhaupt zum ersten Mal, reingehört habe. Auch als RE eine wirklich gute Aufnahme.


    Mein Favorit bleibt aber Decca SXL6573 Chung/Kempe/RSO.


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    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Nein, wegen der südkoreanischen Geigerin. 😉

    Würdest Du mir bitte mitteilen was dir an ihrem Spiel so gut gefällt?

    Diese Geigerin kannte ich bisher noch nicht, natürlich hätte ich vorher prüfen können, dass sie eine Koreanerin ist! Aber gut, heutzutage gibt es eine ganze Reihe asiatischer Geigerinnen, viele kennt man aus Konzerten. In einem Buch las ich u.a. folgendes: Diese Frau hat nichts Unterhaltsam-Entspannendes vor, sondern will das Ganze, erzwingt Wachheit und entfacht Erregung.

    Der Hochschullehrer Alois Kottmann aus Frankfurt, sagte auf die Frage, wie erkennt man einen guten Geiger: Daran, dass er die Töne als Musiksprache versteht, statt Fingerfertigkeit, Verspieltheit - das wäre noch das Angenehmste - und Selbstwirkung anzustreben und die Töne dafür nur zu benutzen. Das ist eigentlich eine Pervertierung von Musik.


    Manchmal ist leider auch ein Ausflug, wegen unterschiedlicher Interpretationen, nötig!


    Viele Grüße

    Reinhard

  • Sehr verwunderlich, dass Du Kyung-Wha Chung nicht kennst, ist sie doch ein gefeierter und vielfach ausgezeichneter Weltstar. Sie hat mit den renommiertesten Dirigenten und Orchestern von Ende der 60er bis in die 80er alle großen Violinkonzerte eingespielt. Diese auf Decca veröffentlichten Aufnahmen kann man quasi blind kaufen.

    Hier z.B. findet man viel informatives über sie.


    Ihre Einspielung des Tchaikovsky VC von 1970 gilt noch heute zu den besten Einspielungen. Gepaart mit einer ebenso starken Einspielung des Sibelius VC mit Previn/LSO ist SXL 6493 in jeder Hinsicht eine Top-Empfehlung. Die Reinheit ihres Tones erzeugt bei mir immer noch Gänsehaut.


    Tchaikovsky / Sibelius, Kyung-Wha Chung, London Symphony Orchestra, André Previn ‎–Violin Concertos

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    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

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  • Hallo Thomas,


    Hier z.B. findet man viel informatives über sie.

    Zunächst, man kann nicht jeden kennen!

    Da Du mir die Seite von Bach Cantatas verlinkt hast.

    Harald Eggebrecht, ein ausgewiesener Kenner der Geigenszene und deren Interpreten, schrieb hierzu folgendes:


    "Kyung-Wha Chung erweitert ihr Repertoir sehr überlegt mit einer Vorliebe für spätromantische Geigenmusik. Während ihr Bach und das Beethoven Violinkonzert allzu pietätvoll geraten - allerdings immer mit enormen Einsatz, sie unterstützt nahezu jeden Ton, jede Phrase mit dem ganzen Körper, während also Bach und Beethoven ihr sozusagen noch zu heilig sind, überwältigt die Koreanerin mit blitzenden Läufen , geradezu drohend gesteigerten Crescendi und einem strömenden Kantilenenschmelz bei Lalos Symphonie espagnole oder dem selten gespielten ersten Violinkonzert von Saint-Saens, das dieser 1859 24 jährig für Pablo de Sarasate schrieb."


    Nun kommt bei mir, Lalos Symphonie espagnole

    mit dem Geiger Rugiero Ricci und dem Orchestre de la Suisse Romande unter Ansermet.


    Ricci galt ja vor allem als Paganini Spezialist.



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    Viele Grüße

    Reinhard

  • Hallo Thomas, hallo Reinhard,


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    Kyung-Wha Chung, André Previn, LSO – Walton Violin Concerto / Stravinsky Violin Concerto In D (1973, DECCA SXL6601)


    Diese Einspielung finde ich ebenfalls hervorragend! Auch klanglich.

    Die Reinheit ihres Tones erzeugt bei mir immer noch Gänsehaut.

    :thumbup:


    Viele Grüße

    Christian

    »Danke, ich bleibe bei der analogen Tonwiedergabe«, hatte er einmal zu mir gesagt. »Die digitale Aufzeichnung entstellt das Gefüge der diatonischen Tonleiter. Den meisten Menschen fällt es nicht auf, aber mein Gehör ist hypersensibel. Ich erkenne diese minimalen intradigitalen Auslassungen. Das ist eine meiner Anlagen.«

    The post was edited 1 time, last by Christian R. ().

  • Decca 6.42606

    Der Diskussion um Kyung-Wha Chung folgend, fand ich in meiner Sammlung diese bereits angesprochene Aufnahme des D-dur Violinkonzertes. Aufnahmetechnisch aus der

    Frühphase der digitalen Aufnahmen (entstanden 1979 in dem Wiener Sofiensaal). Sollte eigentlich perfekt klingen: „Aufnahme und Wiedergabe wie das Original. Computergesteuert“ prangt auf der Rückseite. Aber keineswegs schlecht, auch die Interpretation.

    Gruß Jens-Peter

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  • Ich mache mal mit Decca SXL6401 aufgenommen 1968 in der Kingsway Hall. Obwohl diese Einspielung durchaus starke Konkurrenz hat - Reiner/CSO, Ozawa/BSO, Karajan/BPO oder Ansermet/OSR um nur einige zu nennen - hole ich meist die Kertesz/LSO aus dem Regal.


    Respighi, London Symphony Orchestra, Istvan Kertesz– Pines Of Rome / The Birds / Fountains Of Rome

    Label: Decca ‎– SXL.6401
    Format: Vinyl, LP, Stereo


    Country: UK
    Released: Jul 1969


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    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Moin, gestern hatte ich auch mal wieder etwas klassisches auf dem Dreher:


    Jacqueline Du Pré ‎– The Heart Of The Cello


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    Warner Classics, 2017


    Als am 19. Oktober 1987 die englische Cellistin Jacqueline du Pre mit nur 42 Jahren starb, verlor die Musikwelt eine ihrer charismatischsten Persönlichkeiten. Bereits 1972 hatte sie wegen ihrer MS-Erkrankung die Karriere beenden müssen. Zum 30. Todestag erscheint unter dem Titel The Heart of the Cello eine Sammlung der größten Momente ihrer Diskografie auf Vinyl in modernstem Remastering.


    Das Album beginnt natürlich mit ihrer berühmtesten Aufnahme – einer Sternstunde der Schallplattengeschichte: das Cellokonzert ihres Landsmannes Edward Elgar. Aber Kenner schätzen natürlich auch die Konzerte von Dvorak, Schumann, Haydn, Boccherini, Saint-Saens oder – eine echte Entdeckung des britischen Repertoires – von Frederick Delius. Viel Raum nimmt auch die Kammermusik ein. Sonaten und Trios von Beethoven, Brahms und Franck nahm die Künstlerin an der Seite ihres damaligen Ehemannes Daniel Barenboim auf.


    Das gesamte Repertoire ist geprägt von der immensen Leidenschaft, dem jugendlichen Feuer und der immensen Spielfreude und kreativen Kraft, die Jacqueline du Pre in jeder Note verströmte. Gleichzeitig besaß ihr Spiel eine tiefe künstlerische Reife. »Sie ist für das Cellospiel geboren«, konstatierte die New York Times in den ersten Jahren ihrer Erfolge. Dass ihr nur so wenig Zeit bleiben würde, ahnte niemand. (jpc)

    Viele Grüße aus der Südheide


    Ralph

    _____________________
    ... und sie dreht sich doch!

  • Kyung-Wha Chungs Einspielung der Violinkonzerte von Berg und Bartok (1.) mit Solti/CSO gehören nach wie vor zu den Top-Empfehlungen für dieses Programm. Wie oft sind gerade diese beiden Konzerte zerquietscht und zersägt worden. Nichts dergleichen findet hier statt. Und wer (immer)noch glaubt, dass Digitalaufnahmen im Vergleich zu Aufnahmen aus der Analogära schlechter klingen dem sei dieses Album gerne als Gegenbeweis empfohlen.


    Berg / Bartók - Kyung Wha Chung, Chicago Symphony Orchestr*, Sir Georg Solti ‎– Violin Concerto / Violin Concerto No. 1

    Label: Decca ‎– 6.43014
    Format: Vinyl, LP, Album


    Country: Germany
    Released: 1984


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    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Hey Chris,


    ...die hätt ich auch gern!

    Musikmaschinen:Thorens TD 124/2,SME 3012/2,Ortofon Rondo Bronze,Aikido MC Preamp,Musical Fidelity M5si,Visaton AtlantisMKII/Weichen von "Kalle Mk II"+viel/ lautes Gitarrenzeugs,Studiogerümpel (ua):QuintAudio HAVOFAST-Dauertinnitus wegen Rock`n Roll^^

  • Für mich ist er der Jazzpianist unter den großen Pianisten mit einem Portrait wie aus einem Film von Luis Buñuel: Claudio Arrau, der hier schon mehrmals genannt wurde. Arrau spielt Beethoven so leicht, als wären es seine eigenen Kompositionen und man wartet darauf, dass er zu improvisieren anfängt. Und dann ist die Platte ist aus und Arrau spielt noch immer einfach weiter.

    Zusammen mit Haitink und dem Concertgebouw eine sehr runde und harmonische Sache - Klavier und Orchester neigen eher zur Einheit als zur Konkurrenz. Dazu passt nach meinem Geschmack auch die Art, wie bei Philips gerne Klavierkonzerte aufgenommen wurden. Recht zurückhaltend, mit viel Headroom, wenig oder gar kein Hall und ebenfalls rund und harmonisch ohne eine Überbetonung von Klavier oder Orchester. Klar, dafür gewann man damals keine Wertung in der "Hifi-Stereo" für tontechnisch spektakuläre Platten, aber dafür den deutschen Schallplattenpreis für die musikalische Leistung.

    Die Box erschien Ende der 70er Jahre, aber die Aufnahmen sind wohl älter, ich tippe mangels Angaben auf Label und Auslaufrille auf Anfang der 70er, Ende der 60er Jahre.

    Katalognummer S-C 71 AX 501.


    Viele Grüße - Frank


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  • Moin,


    die Aufnahmen der Klavierkonzerte stammen von 1964...

    Bei Claudio Arrau kann man in der Tat nichts falsch machen. Wann immer er mir auf Schallplatte begegnet greife ich vorbehaltlos zu.


    Beste Grüße

    Michael

  • Moin,


    noch ein Nachtrag.

    Interessantes Kontrastprogramm zu Claudio Arraus Interpretation der Beethoven Klavierkonzerte sind Glenn Gould/Leonard Bernstein. CBS S 77409


    Ein weiterer Pianist von dem man alles blind kaufen kann ist...Arturo Benedetti Michelangeli.


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    DGG 2430196, die Aufnahme ist laut Matrize von 1971, Toningenieur war Heinz Wildhagen.


    Zieht man in Betracht, dass mit den Images die Poesie in die Musik Einzug gehalten hat, so ist Philips 9500965 die angemessenere Wahl, wunderbar leichte Aufnahme, als spielten die Noten sich selbst.Die Aufnahme ist von 1981.


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    Beste Grüße

    Michael

  • Ein weiterer Pianist von dem man alles blind kaufen kann ist...Arturo Benedetti Michelangeli.

    Ja, Michelangeli hat anscheinend lieber wenige Klasseproduktionen gemacht als massenweise aufzunehmen. Finde ich symphatisch. Hier mit den Préludes von Debussy aus dem Jahr 1978. Die Images mit Arrau kenne ich leider (noch) nicht, die mit Michelangeli besitze ich ebenfalls.


    Viele Grüße - Frank


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