Welche Klassik-LP habt Ihr das letzte Mal aufgelegt?

  • Eine kleine Besonderheit von Orff habe ich hier noch, nämlich ein "Festkonzert des ZDF" auf zwei LPs von 1984, bei dem Wolfgang Sawallisch das japanische RSO (NHK Symphony Orchestra) sowie den Chor der Tokyo University Of Art dirigiert. Für die Carmina Burana hatte sich Sawallisch allerdings Lucia Popp und Hermann Prey mit nach Tokyo mitgenommen. Umgekehrt dirigierte der Japaner Hiroshi Wakasugi das Bayerische Staatsorchester mit der ersten Symphonie von Brahms. Beide Konzerte waren - an unterschiedlichen Tagen - live in Deutschland und Japan übertragen worden. Kann man anhören. Der Klang ist nicht schlecht, aber der Ton wurde aber nun mal von Fernsehleuten für Fernsehzwecke anno 1984 aufgenommen, das sollte man schon wissen und hört man auch.


    Viele Grüße - Frank


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  • Hier noch eine Orff-Aufnahme,

    diese habe ich gehört bei einer Vorstellung des Düsseldorfer Marionettentheaters. Im Programmheft standen Einzelheiten zur verwendeten Aufnahme. Ich hatte erst nach einer CD gesucht, aber dann die LPs gefunden, auch gut. ;)

    http://www.marionettentheater-duesseldorf.de


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    Chor und Orchester des BR unter Kurt Eichorn.

    Gruß Stephan


    Strom macht klein, schwarz und häßlich.

  • Berlioz, Charles Munch, Boston Symphony Orchestra ‎– Symphonie Fantastique

    Label: Classic Records ‎– LSC-1900

    Released: 2003

    (RCA Victor Red Seal ‎– LSC-1900)

    Recorded: 1954


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    LSC-1900 ist so etwas wie das Phantom unter den LSCs. Sicher ist nur eines: 1954 wurden in Boston sowohl eine Mono- als auch eine Stereo-Aufnahme gemacht. Allein es wurde allen Anschein nach nur die Mono-Produktion 1955 veröffentlicht. Angeblich wurde LSC-1900 in einem RCA-Katalog von 1960 gesichtet, vom Tonträger selbst aber keine Spur. Was soll‘s. Das ist allenfalls eine Marginalie, gibt es doch seit 2004 ein ausgezeichnetes CR-Reissue.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Tchaikovsky*, Rimsky-Korsakoff*, Kiril Kondrashin, RCA Victor Symphony Orchestra ‎–Capriccio Italien · Capriccio Espagnol

    Label: Classic Records ‎– LSC-2323, RCA Victor Red Seal ‎– LSC-2323
    Series: Living Stereo
    Format: Vinyl, LP, Reissue, Remastered, 180g

    Country: US

    Recorded: 1959


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    Kyril Kondrashin ist einer jener Dirigenten, die es schaffen Melodik und Rhythmik auf scheinbar magische Weise zusammenzubringen. LSC-2323 ist Dank dieser Fähigkeiten und dem ebenso magischen Können von Layton/Mohr eine der ganz großen LSCs. Und neben dieser sollte man unbedingt noch LSC-2398 in der Sammlung haben.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Moin,


    danach noch etwas Ballettmusik...


    John Antill, Corroboree

    Alberto Ginastera, Panambi

    London Symphony Orchestra, Eugene Goossens

    Everest SDBR 3003 Classic Records


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    Darius Milhaud, La création du monde, Suite Provençale

    Boston Symphony Orchestra, Charles Munch

    RCA Victor Living Stereo LDS 2625 Soria Series Classic Records


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    Beste Grüße

    Michael

  • Heifetz, Sibelius, Chicago Symphony, Walter Hendl ‎– Sibelius Violin Concerto

    Label: RCA Victor Red Seal ‎– LSC-2435
    Series: Living Stereo
    Format: Vinyl, LP, Reissue, Stereo

    Country: US
    Released: 1964


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    Die Aufnahmen von Jasha Heifetz sind bis auf wenige Highlights nicht so Maßstab setzend wie zum Beispiel die Aufnahmen von Fritz Reiner. Heifetz oft sehr enges Vibrato kann man mögen, muss man aber nicht. Reiner selbst hatte wohl auch selten Lust mit Heifetz zu konzertieren. Außer dem Brahms VC hat FR siw keine Einspielung mit Heifetz gemacht?! Deshalb durfte dann auch gerne der „Ersatzmann“ Walter Hendl ans Pult. Eines der Heifetz-Highlights ist das Sibelius VC. Natürlich auch aufnahmetechnisch. Die abgebildete White Dog klingt einfach phänomenal, auch wenn dem einem oder anderen Heifetz zu sehr im Vordergrund steht.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Heifetz*, Munch, Boston Symphony ‎–Mendelssohn - Concerto In E Minor, Prokofieff - Concerto In G Minor

    Label:RCA Red Seal ‎– LSC-2314
    Series: Living Stereo –
    Country: US

    Released: 1959


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    Weil neben der JH/Sibelius LSC-2314 steht also nun JH mit Munch/BSO. Sowohl am Medelssohn als auch am Prokofieff gibt es nichts auszusetzen. Nicht schlecht, aber für RCA-LSC-Maßstäbe nur eher Mittelklasse.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Weil neben der JH/Sibelius LSC-2314 steht also nun JH mit Munch/BSO. Sowohl am Medelssohn als auch am Prokofieff gibt es nichts auszusetzen. Nicht schlecht, aber für RCA-LSC-Maßstäbe nur eher Mittelklasse.

    Noch eine Ergänzung: Der Prokofieff hat durchaus Highlight-Status.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Moin,

    Eines der Heifetz-Highlights ist das Sibelius VC. Natürlich auch aufnahmetechnisch. Die abgebildete White Dog klingt einfach phänomenal, auch wenn dem einem oder anderen Heifetz zu sehr im Vordergrund steht.


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    gut das die Geschmäcker verschieden sind - ich sehe das nämlich anders - bezogen auf das Reissue von Classic Records. Das Original steht mir nicht zur Verfügung.

    Was bei Dir phänomenal ist, klingt bei mir vordergründig, auf pure Effekthascherei ausgerichtet.

    Es ist zwar angenehm, in der ersten Reihe vor dem Orchester zu sitzen, allerdings ist das Orchester nicht so durchhörbar, wie dies der Fall sein müsste, säße ich tatsächlich in der ersten Reihe. Gerade beim Orchester hört man, dass die Aufnahme schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

    Die Präsenz der Violine stört mich hierbei nicht.


    Hinzu kommt, dass Heifetz und Hendl durch das Violinkonzert hetzen, als hätten sie danach noch etwas anderes vor. Gefällt mir nicht.

    Die Zeiten der Sätze: 1. 13:30, 2. 6:15, 3. 6:40


    Auf der Rückseite des Covers der nachfolgenden Aufnahme steht in der Einführung: Das Adagio ist (...) überaus sehnsuchtsvoll und romantisch. Das Finale vereinigt rhapsodische Ungezwungenheit mit feierlichen, aber kräftigen Polonaise-Rhythmen. Das Konzert stellt immer noch eine Herausforderung und einen Prüfstein für die hervorragenden Geiger dar"


    Das Adagio mit Heifetz ist für mich weder sehnsuchtsvoll noch romantisch, sondern unterkühlt.

    Ich hatte beim Hören den Eindruck, es ging bei der Aufnahme ausschließlich darum, die technischen Fertigkeiten des Solisten zur Schau zu stellen und seinen Eitelkeiten zu genügen. Bis hin zur Abmischung der Aufnahme. Gefällt mir ebenfalls nicht.


    Danach habe ich diese Aufnahme gehört.


    Philips 9500675


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    Die Zeiten der Sätze: 1: 16:41, 2. 10:08, 3. 7:19

    Der Gegenentwurf sozusagen, vielleicht zu viel Pathos...


    Am besten gefallen hat mir diese hier.

    Russische Melodya mit David Oistrach und Gennadij Roshdestwenskij, den Rest kann ich nicht entziffern.


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    Die Zeiten der Sätze: 1. 14:53, 2. 8:36, 3. 7:18


    Die Interpretation von Oistrach/Roshdestwenskij erschien meinen Ohren am Stimmigsten und die Aufnahme klingt ebenfalls sehr gut.


    Aber wie gesagt: gut das die Geschmäcker verschieden sind.8o


    Beste Grüße

    Michael

  • Brahms: Concerto for Violin and Orchestra in D Major, op. 77 (1878); Reiner/CSO/Heifetz


    Label:RCA Red Seal ‎– LSC-1903

    Series: Living Stereo –

    Country: US

    Released: 1958

    Producer/Engineer Pfeiffer/Layton


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    LSC-1903 ist ebenfalls eine der mMn nach sehr guten Aufnahmen von Jascha Heifetz. Diesmal mit Fritz Reiner höchstselbst am Pult und Heifetz Guarneri del Gesù David etwas zurückgenommener. Gefühl-frische Interpretation.



    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Quote

    Was bei Dir phänomenal ist, klingt bei mir vordergründig, auf pure Effekthascherei ausgerichtet.

    Es ist zwar angenehm, in der ersten Reihe vor dem Orchester zu sitzen, allerdings ist das Orchester nicht so durchhörbar, wie dies der Fall sein müsste, säße ich tatsächlich in der ersten Reihe. Gerade beim Orchester hört man, dass die Aufnahme schon einige Jahre auf dem Buckel hat.


    Aber wie gesagt: gut das die Geschmäcker verschieden sind.8o

    Ich zitiere mal aus einem Standardwerk 😁


    „Heifetz stereo performance of the Sibelius concerto with the Chicago Symphony Orchester under Walter Hendl set the standard by which others have come to be judged. It is one of his finest recordings... the sound is vivid, the Chicago ambience making an apt setting for the finely focused violin line.“


    Man muss aber berücksichtigen, dass Heifetz Einspielungen alle sehr wohlwollend besprochen werden und sich meine klangliche Einschätzung auf die Erstpressung bezieht. Wobei das die erste CR wäre, die klanglich mäßig wäre.

    Aber natürlich ändert das alles nichts daran, dass die Geschmäcker verschieden sind. 😜

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

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  • Es ist zwar angenehm, in der ersten Reihe vor dem Orchester zu sitzen,

    Hallo Michael,


    in der ersten Reihe vor einem großen Orchester ist nicht unbedingt angenehm. Mir ist kaum ein erfahrener Besucher bekannt, der sich einen Platz in der ersten Reihe buchen würde!

    es ging bei der Aufnahme ausschließlich darum, die technischen Fertigkeiten des Solisten zur Schau zu stellen und seinen Eitelkeiten zu genügen.

    Das könnte natürlich sein, denn es gab triftige Kritik an Heifetz: Er ebnete die Musik häufig durch Geschwindigkeit ein und sentimentalisierte sie mit exzessivem Portamentogebrauch. Auch neigte er zu schnellem, nervösem Dauervibrato. Tatsächlich hatte er eine Tendenz zur Schnelligkeit.


    Nun werde ich mir doch noch einmal verschiedene Aufnahmen dieser Musik anhören.



    Viele Grüße

    Reinhard

  • Brahms: Concerto for Piano and Orchestra #2 in B Flat Major (1881); Reiner/CSO/Cliburn


    Label:RCA Red Seal ‎– LSC-2581

    Series: Living Stereo –

    Country: US

    Released: 1961

    Producer/Engineer Mohr/Layton


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    Über die Qualität einer Produktion lässt sich trefflich streiten. Fast so trefflich wie über die Qualität der Interpretation. 😁

    Dies gilt natürlich umso mehr je größer die Begeisterung anderer ist. 😉

    Bei LSC-2581 muss ich mich dies gesagt tatsächlich etwas zurückhalten, da ich nach wie vor von diesem Album begeistert bin. Klanglich allererste Sahne und interpretatorisch gibt es mMn nichts auszusetzen.

    Es gibt sicherlich ausdrucksstärkere Pianisten als van Cliburn, dessen Stärke mE darin bestand mit dem statt gegen das Orchester zu spielen. Vermutlich auch keine gute Idee wenn der Dirigent Fritz Reiner heißt. 😅

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Noch einen Satz zu Heifetz, aber auch grundsätzlich zu den Posts. Es geht weder bei Heifetz noch bei den hier geposteten Alben darum diese auf einen Thron zu heben, sie als quasi alternativlos darzustellen. Wer genau liest wird erkennen dass ich schrieb Heifetz Einspielung des Sibelius VC sei vielleicht seine beste Aufnahme und nicht die beste. Und natürlich gibt es Alternativen. Gerade zu Heifetz. Und natürlich sind Tempo, Rubato, Vibrato et. al. immer ein gut Teil Geschmackssache.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“