Filterzentrale, selbst gebaut, aber wie? Vorschlag...

  • Hallo zusammen,


    ich hole den "alten" Faden mal wieder hoch.

    Ich habe mir so eine Filterzentrale gebaut. Für das Gehäuse habe ich einen alten, defekten Videorecorder geschlachtet, die Höhe reichte genau für den Ringkerntrafo.

    Die Platine für den Gleichspannungsfilter am Bodenblech festgeschraubt um das Bodenblech als Kühlkörper für den Brückengleichrichter zu nutzen, eine Sicherung für die Phase eingangsseitig, je eine Sicherung für die beiden Phasen hinter dem Trenntrafo.

    An der Rückseite befinden sich zwei Steckdosen.

    Eine komplett gefiltert, d.h. Gleichspannungsfilter und Trenntrafo mit 2 x 115 V und an der anderen Steckdose liegen "normal" 230 V an, gleichspannungsgefiltert zu Testzwecken.

    Der Innenaufbau ist nicht unbedingt vorzeigbar, ich habe mich nur gewundert, wie lange man braucht um alle Kabelenden mit Aderendhülsen zu krimpen.


    Er macht genau das, was ich mir erwartet habe. Für meine Ohren genau die üblichen Beschreibungen - mehr Ruhe im Klang, der Bass präziser und etwas mehr räumliche Tiefe.


    Warum ? Ist mir egal, Hauptsache es wirkt und der Schmutz auf der Leitung ist reduziert. Ein Gerät, dessen Netzteil ein wenig gebrummt hat, ist ruhig und mir gefällt es eindeutig besser. Freunde, die es gehört haben, wollen sich ebenfalls so einen Filter zulegen bzw bauen.


    Gruß

    Uwe

  • Einmal den Haarglätter meiner Tochter anschließen, der anscheinend nur Gleichspannungsmüll in das Netz einspeist.

    Wer dann vorher und nachher nicht erkennt, sollte von HiFi auf Mono-Bluetooth wechseln.


    Gruß

    Uwe

  • Die Platine für den Gleichspannungsfilter am Bodenblech festgeschraubt um das Bodenblech als Kühlkörper für den Brückengleichrichter zu nutzen,...

    ...und der Gleichrichter hält die notwendigen Isolationsanforderungen ein? Nur dann ist es erlaubt, das Gehäuse als Kühlkörper zu verwenden.


    Gruß


    Uwe

  • Hallo Matej,


    ich weiß zwar nicht, welche Spannungswerte da eingehalten werden müssen, aber bin mir sicher, dass es bei deiner Filterzentrale passt, da du das ja auch von einem Labor überprüfen lässt. Es ging mir daher eher um Uwes Filterzentrale.


    Hast du eigentlich eine Bauteilliste in diesem Thread veröffentlicht, damit man weiß, welche Bauteile (hier Gleichrichter) man verwenden muss? Der Thread ist inzwischen so lang, dass ich das nicht mehr weiß.



    Gruß


    Uwe

  • Uwe M.,

    hast du Bedenken wegen der Spannungsfestigkeit (= Mindestabstand zwischen stromführenden Leitern und dem Gehäuse) also Luft- und Kriechstrecken oder Bedenken wegen der Isolationsprüfung, wo bestimmte Widerstandswerte erreicht werden müssen?

    Uwe K. ist, soweit ich weiß, vom Fach, also Inschenör.


    Gruß,

    Uli

  • Es ging mir daher eher um Uwes Filterzentrale.

    Hallo Uwe,


    ich habe mir die Teile bei Matej bestellt und damit die Filterzentrale aufgebaut.

    Nebenbei habe ich vor Urzeiten Elektrische Energietechnik studiert, bin also nicht ganz unbedarft an die Sache herangegangen.;)


    Gruß

    Uwe

  • Hallo Uli,


    das gehört doch alles in einem Topf, Luft-, Kriechstrecken und Isolationsprüfung.


    Auch wenn man vom Fach ist, kann man nicht alles wissen und gerade zwei Themen sind da recht schwierig. Das eine ist die elektrische Sicherheit und das andere die EMV.


    Wenn man selber nur mit Schaltungen beschäftigt ist, bei denen eigentlich kein Gefahrenpotential vorhanden ist, braucht man sich mit dem Thema der elektrischen Sicherheit nicht oder kaum auseinandersetzen und heute ist es ja so, dass man meist fertige Netzteile einsetzt, die die Anforderungen einhalten und fertig.


    Gerade die elektrische Sicherheit ist ein Thema, mit dem ich mich ungern auseinandersetze und ich denke bei anderen ist es nicht anders. Ich jedenfalls bin froh, dass ich mit der elektrischen Sicherheit beruflich nichts oder wenig (mal am Rande) zu tun habe.



    Hallo Uwe,


    dann passt ja alles. 😊



    Gruß


    Uwe

  • Hallo zusammen,

    ENDLICH - es geht weiter. Das Gehäuse habe ich meinem Zeichner in Auftrag gegeben, den ersten Entwurf habe ich bereits. Es funktioniert soweit alles, ich denke das damit 95% aller Wünsche erfüllt werden.


    Als erstes gibt es eine Skizze mit allen verbaubaren Elementen mit den dazugehörigen Preisen und Bezugsquellen, beides im PDF-Format. Sollten hier noch Vorschläge zu Änderungen ankommen, so können diese selbstverständlich noch eingebaut werden. Hier sollten wir uns ein Zeitfenster setzen, sonst sitzen wir noch in 3 Jahren an der Geschichte.


    Zuerst mal einige Anmerkungen zu den einzelnen Elementen und Bauteilen:

    - aus Platzgründen und aus Gründen einer übersichtlichen und einfachen Verkabelung habe ich eine C14 Buchse mit Schalter und Sicherung vorgesehen

    - um richtige Polung des Einganges sicher zu stellen standen hier ja mehrere Lösungen im Raum. Die Nummer mit dem Fi-Schutzschalter habe ich ausprobiert und wieder verworfen. Aus dem Grund, weil diese Schaltung recht empfindlich auf eine nicht 100%ige der Norm entsprechenden Hausinstallation reagiert. Bei mir hat es funktioniert, in Häusern mit einer Solaranlage gab es Probleme. Auch in vielen Altbauten dürfte es ähnlich zugehen, von Installationen auf dem Land, in verschiedenen Bundesländern, anderen Ländern wie Österreich oder der Schweiz. Vorschriften sind eine Sache - die Praxis leider eine ganz andere. So bin ich bei der Nummer mit den Lämpchen geblieben - oder alternativ die PCE Verkabelung. Die Löcher im Gehäuse können bei Nichtgebrauch mit Blindstopfen versehen werden.

    - zusätzlich zum DC-Filter biete ich noch eine Verteilerplatine zwecks einfacher Verkabelung an. Mit 6 Ausgängen und integrierten Sicherungshaltern

    - hier habe ich neben der Montage des allseits beliebten EMI 306 von Thel-Audio noch die Montage von Filtern von Roxbourgh vorgesehen, in 3 A oder 1 A Ausführung. Diese sind bei RS-Components erhältlich, sind deutlich preiswerter und nach meinem Dafürhalten sind diese noch die besten Standardfilter für den Einsatz in Audio-Geräten. Jeder Ausgang kann mit einem beliebigen Filter versehen - oder auch direkt verkabelt werden. Es sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, das nicht 2 Filter in Reihe geschaltet werden. Diese Warnung/Empfehlung gibt auch Thel Audio aus, und ich selbst konnte die negative Auswirkung bei zwei in Reihe geschalteten Filtern nachmessen. Im Zweifelsfalle kann man auf ein Filter verzichten und Klappferrite einsetzen. Diese gibt es bei Conrad zu Preisen zwischen 0,50 € bis 1,20 €.

    - Ausgangsseitig ist die Integration der Powercon Buchsen von Neutrick gelungen. Es können somit sowohl Schuko-Dosen als auch Powercon-Buchsen eingesetzt werden. Bei Einsatz von Schukodosen können die Powercon-Ausschnitte einfach mit einem Seitenschneider raus geknipst werden (siehe Foto vom 3-D Model)


    NETZFILTER_1.JPG


    Netzfilter_Gehaeuse_02.pdf

    Stueckliste_Netzfilter.pdf


    Für die Front ist bis jetzt noch nichts vorgesehen. Absichtlich, um unnötige Komplikationen und Sonderwünsche abzuwenden. Bis hierher ist es ein ganz gewöhnliches Gehäuse, Materialstärke 1,5 mm, U-förmig gebogenem Deckel (mit Lüftungsausschnitten) und U-förmigen Boden. Beides Pulverbeschichtet in schwarz/Feinstruktur. Rückseite ist beschriftet. Meine Idee zur Front: eine zusätzliche Frontplatte in 6mm Alu, gebürstet, schwarz eloxiert, und einer Laserbeschriftung. Wer sich eine Frontplatte selber machen kann oder will - kein Problem, bestellt er das Gehäuse eben ohne. Auch eine Acrylfront in schwarz/10mm wäre möglich. Halterungen dafür kann ich machen lassen.


    Mit den Füßen habe ich auch noch keine Lösung. Sinnvoll wären selbstklebende Sorbothan-Füße. Gibt es bei ebay "dang-good-stuff". Ich bekomme hier auch sehr günstig Sylomer. Kann die passende Größe beschaffen, ausstanzen und günstig anbieten.


    Das ist jetzt mal ein Anfang...


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hi Matej,

    ich fände es auch super, wenn PowerCon oder PowerCon True als Eingang vorgesehen wäre.

    Ich find die Steckverbinder besser als Kaltgeräte.

    Ich weiß nicht so ganz genau, was der Unterschied zwischen PowerCon und True ist.


    Ist natürlich ein kleines Stück weit inkompatibel, weil die Welt Schuko und Kaltgeräte mag.


    Tschau,

    Frank

    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Hallo Frank,

    die Einbaumaße sind bei beiden gleich, aber PowerCon True ist als Eingang, und einfacher PowerCon ist Ausgang. Also wäre der True somit als Ersatz für die C14 Buchse gedacht. Wenn da noch mehere nachfragen kann man das integrieren.


    Ich habe mich für die C14 Lösung entschieden, weil da Ein/Ausschalter und die Sicherung mit integriert sind. Das ergibt einen einfacheren Aufbau und weniger Verdrahtungssalat. Zumindest für die Sicherung fehlt mir da der Platz, bzw. es wird sehr eng. Also ich hätte da jetzt ein Problem mit, zumal PowerCon True ja wohl eher für die Bühne gedacht ist (Verriegelbar!). Und für die Bühne ist ein 600VA Trafo ja viel zu klein.


    Mal schauen was der Rest dazu sagt.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo zusammen,

    nun gut, habe jetzt mal genauer hingesehen, bin da zuerst wohl etwas zu schnell drüber geflogen.


    "PowerCon" contra "PowerCon True":

    - Einbaumaße: "PowerCon in", "PowerCon out" und "PowerCon True in" haben identische Einbaumaße, nämlich 23,8/24/19. Dagegen hat "PowerCon True out" ein Einbaumaß von 28,7/24,4/24,4. Bezüglich den Ausgangsbuchsen ist ein 1:1 Tausch somit nicht möglich. Die Unterschiede sind zu klein um beide Möglichkeiten anzubieten. Also entweder oder.

    - Einsatzzweck: was technisch zunächst mal als interessant erscheint, erweist sich als wichtig für prof. Beleuchtungsanlagen. Sehe ich ein - aber brauchen wir das? Brauchen das Profis im Studio für ihr Audio-Equipment? Oder ist das nur ein "Spleen" weil es was neues, "besseres" ist?

    - PowerCon out = 3,57€, PowerCon True1 out = 8,25 €.

    - AC-Eingang, also C14 Kaltgerätebuchse gegen PowerCon (True1). Einerseits kein Problem, andererseits erhöht das den Aufwand bezüglich der Verdrahtung, weil zusätzlich noch ein Sicherungshalter und ein Ein/Ausschalter benötigt werden.


    Mein Ziel war es eine universelle Lösung anzubieten, welche aber recht unkompliziert bezüglich des zusammenbaus ausfallen sollte. Je komplizierter, desto höher die Wahrscheinlichkeit das jemand einen Fehler macht, was wiederum die Sicherheit beeinträchtigt. Und gerade in Punkto Sicherheit bin ich ja von Uwe Mettmann hier durchs Dorf gejagt worden, wofür ich ihm aber sehr dankbar bin ;).


    Machbar ist alles. Die Idee, PowerCon einzusetzen, kam von einem Profi. Deshalb liegt es an denen hier für Klarheit zu sorgen und pro und contra Argumente für oder gegen Powercon oder Powercon True1 zu liefern. Den normalen HiFi-Anwender möchte ich damit ehrlich gesagt verschonen, nicht das am Ende der Eindruck entsteht das man ein gutes Netzfilter nur mit PowerCon(True1) hinbekommt. Das möchte ich auf jeden Fall vermeiden.


    Aber mir sind noch andere Baustellen aufgefallen. Dazu später mehr.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo Matej,


    ich denke (und würde es so nehmen) das C14 Eingangsseitig u. Schuko Ausgangsseitig für unsere Zwecke ausreichend sind.

    Alles weitere würde es nur verkomplizieren und verteuern.

    Besten Gruß

    Berthold


    "Ich bin froh, einer dieser Menschen zu sein, der problemlos Musik hören kann ohne dabei joggen zu müssen!"

  • Hallo zusammen,

    bezüglich einer sinnvollen Filter-Konfiguration liegt noch so einiges im argen. Deshalb habe ich meinen ersten Entwurf nochmals überarbeitet.


    Dabei geht es mir darum die Filter-Bestückung am Ausgang mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als erstes möchte ich nochmals darauf hinweisen das eine komplette Bestückung mit Filtern mit Vorsicht zu geniesen ist. Die Reihenschaltung von Filtern sollte grundsätzlich verhindert werden, womit ich auch die im Gerät selbst verbauten Filter mit einschliesse. Ich habe hier 4 Geräte von der "Stange", wovon zwei bereits mit einem Filter ausgestattet. Dies wären ein CD-Player und ein DA-Wandler, beide neueren Baujahres. Dagegen stehen die Endstufen aus den 70ern und ein CD-Player aus den 90ern ohne Filter. Ich bin mir ziemlich sicher das bei jedem daheinm eine ähnliche Konstellation vorliegt - ob jetzt 50/50, 30/70 oder 70/30 ist eigentlich egal. Jedenfalls sollten die vorhandenen Geräte dahingehend geprüft werden und für die Versorgung derselbigen eben kein Filter vor dem betreffendem Ausgang verbaut werden.


    Für die Filter selbst habe ich dem EMI 306 noch zwei Alternativen zur Seite gestellt. Einerseits preiswerter, andereseits in vielen Fällen sogar sinnvoller. Der EMI 306 kann für Verbraucher bis 6 Amp. eingestzt werden, was für die meisten Vorverstärker, Phono-Vorstufen, DA-Wandler und Plattenspieler wenig sinnvoll erscheint, da diese in der Regel nicht mehr wie 30 Watt verbrauchen, also ca. 0,15 Amp. Die meisten dieser Verbraucher liegen sogar deutlich drunter, eher bei 10-20 Watt. Zwar schreibt Thel-Audio zum EMI 306, das er selbst bei geringer Leistung noch wirksam ist. Aber an die Filterleistung spezieller Filter bis 3 oder gar nur 1 Amp. reicht der dann nun doch nicht heran. Dies hat ein Test mit einem externem Filter von Auth deutlich gezeigt. Um zu verhindern das die Störungen eines Gerätes in den Sekundär-Kreis des Trenntrafos gelangen, und damit die Versorgungsspannung versauen, reichen Klappferrite wie man sie bei Conrad beziehen kann, locker aus.

    Hier die Links zu den von mir empfohlenen Rovbourgh Filtern:

    Mehrstufige High-Performance (Serie 80) - https://www.dem-uk.com/roxburg…performance_filter_res80/

    Mehrstufige Very High-Performance (Serie 90) - https://www.dem-uk.com/roxburg…performance_filter_res90/

    Dort finden sich auch die Dämpfungskurven zu den einzelnen Filtern.


    Dagegen scheint mir der Einsatz eines Filters VOR dem Trenntrafo eher als sinnvoll. Hier dürfte der EMI-306 seinen festen Platz haben, aber auch da hat Roxbourgh was zu bieten. Weil dies zusätzlich Platz in Anspruch nimmt, musste ich den DC-Filter nach hinten versetzen (EMC-Filter wird zwischen dem DC-Filter und dem Trenntrafo verbaut). Dafür musste ich einen Ausgang opfern - es sind jetzt somit nur noch 5. Ich hoffe das reicht - mein Filter daheim hat 3 Ausgänge.


    Hier die Zeichnung zu der neuen Variante. An der Gehäusegröße würde ich nichts ändern - 440 x 80 x 290. Weiter in die Tiefe zu gehen - z. B. 350mm - könnte schon Platzprobleme bereiten, weil ja die Kabel (bzw. die betreffenden Stecker) noch weiteren Platz beanspruchen.

    Netzfilter_Gehaeuse_alt_02.pdf


    Ich hoffe die Reduzierung von 6 auf 5 Steckplätze bereitet keine allzugroßen Probleme.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer