• Hallo Plattenfreunde,

    Ich habe entdeckt, dass ich einige Platten von dem Label Amiga habe. Ich hab gelesen die sind aus E-Germany also aus der DDR.

    Wer weiß den mehr über das Label? Pressqualität, abgespeckte Versionen vom Original, schlechte oder bessere Klangqualität? Sind die was wert oder kann ich die am Flohmarkt verkaufen?

    Sagt doch mal Bescheid. VG

    Gaggistangerl

    I hob koa Signatur, aber wenn i oane häd, nachad dad i's ah ned hischreim.

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  • Hallo,


    die Frage nach der klanglichen Qualität der Amigas

    hatte mich auch mal interessiert und mir deswegen

    drei Stück zugelegt, die ich auch als Original besitze.


    The Howling' Wolf London Sessions

    Muddy Mississippi Waters

    Fleetwood Mac, Rumours


    Alle drei 130g Pressungen sind OK,

    klanglich konnte ich keine Unterschiede zu den Originalen feststellen.


    Gruss

    Eberhard

  • Hallo Kollegen,


    ich habe letztens 2 Amigas bekommen, meine ersten! Vorher war (gestützt durch alle Vorurteile, die man sich so aufbauen kann) klar, dass mir so ein Mist nicht in den Plattenschrank kommt. Was da alles dran klebt: HO-Markt, Schlange stehen, klapprige Trabbis auf holprigen Straßen, Stasi-Gängelungen, Hifi-Schrott von Rema, Broiler und und und, die etwas Älteren unter uns kennen das alles noch.


    Und dann bekommen ich diese beiden Platten, eine davon von/mit Uschi Brüning: hochkarätigster Jazz, tolle und interessante Interpretationen, sehr gute Aufnahme, seit ein paar Wochen höre ich sie ständig, sie macht unglaublich viel Spaß und da steckt üüüberhaupt kein DDR-Mief drin. Vielmehr stell ich mir die Frage, wie man mit einem Broiler im Magen aus dem HO-Markt überhaupt so gute Musik machen kann.


    Ich überarbeitete gerade mein DDR-Bild: Außer wunderschöner Natur gab es "drüben" doch tatsächlich noch weitere wertvolle Lebensbereiche. Ich bin nachhaltig überrascht und neugierig auf weitere DDR-Schätze. Vielleicht auch auf Amiga.


    Gruß, Uli

  • Naja, einige sind schon anders, denn zur guten und schönen Musik gehört ja auch noch das Drumherum. Wie zB das Cover, Innencover, Label oder die "Message" drauf. Also bei mir ist es zumindest so. Sch...e ist halt wenn man ein cooles Cover gekauft hat und dann die Mukke eine Zitrone ist!

    Gut, also im Großen und Ganzen sind die Amiga Sachen eher "Freunde" als Feinde.

    Ich hör mal weiter...

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  • Und dann bekommen ich diese beiden Platten, eine davon von/mit Uschi Brüning: hochkarätigster Jazz, tolle und interessante Interpretationen, sehr gute Aufnahme,

    Exakt meine Erfahrung. In den 80er habe ich meinen ganzen Pflichtumsatz in Kunstbücher und Free Jazz Alben investiert.

    Das besondere an den Jazz Alben war , dass es eigenständige und z.T. hochinteressante Produktionen waren.

    Anbei 2 Beispiele.

    IMG_0151.jpg


    Gruss

    Klaus

  • Also ich habe eine ganze Menge Amiga Pressungen, die gut klingen, u. a. auch die Graceland. Ich kaufe auch gern Amiga Pressungen, wenn die nicht zu abgeranzt und die besten Stellen angekreuzt sind.

    Ich hatte aber in der Vergangenheit Glück und habe einige Pressungen in m- Bereich.

    Die brauchen sich klanglich nicht zu verstecken.

  • Denke ich auch, bei mir sind halt immer diese Brotzeittüten Innencovers drin. Die erscheinen halt extrem billig...<X:thumbdown:

    Aber am WE hab ich mir mal anständige Innencovers gegönnt und nun tausche ich die Tüten aus! :)

    Kommt gut (wie der Holländer sagt...)

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  • Ich wasch bevor ich sie mir anhöre. Warum?

    Also warum man die alten Dinger wäscht ist mir schon klar, aber die Plastiktüten sind echt "schlecht"! Da hätte man schon.... Ach was soll's, lang ist es her.

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  • Moin zusammen, oder wie man bei uns im Harz sagt: "Glück Auf"!

    Ich hole das Thema mal wieder aus der Versenkung.

    Im Urlaub hat es mich eine Woche in die östlicheren Gefilden unserer Republik verschlagen.

    Auf dem großem Flohmarkt am Elbeufer (Dresden) habe ich dann auch mehrere Stände mit Platten gefunden. Kurz mal off topic: wie einige ihre Ware feil bieten, da wird einem übel, das arme Vinyl :pinch::wacko:. In praller Sonne lieblos zusammengedonnert, "Platten, pöh - die sind eh nix mehr wert...":cursing::thumbdown:

    Aber der Jäger und Sammler kann, wie ich, natürlich auch Glück haben und für schmales Geld noch schönes Vinyl finden. Je weiter östlich, desto mehr Amiga natürlich.

    Meine Amiga Ausbeute hier (tw. habe ich davon schon andere Pressungen, konnte aber nicht widerstehen...):

    - Sade: Diamond Life

    - Tangerine Dream: Quichotte

    - Grönemeyer: Bochum

    - Peter Gabriel: So

    - Helen Schneider

    - Tomita: Pictures at an Exhibition

    - Mahalia Jackson


    Auch sonst habe ich viele Amiga Pressungen, tw. auch aus Neugierde gekauft - Musik, die auch aus dem Osten kam...

    Vielleicht mache ich in meiner Sammlung mal ein Amiga-Fach auf, es lohnt sich schon...:/

  • Interessanter Thread auch für mich, da ich viele AMIGA Platten habe. Ich habe im Laufe der Jahre in Vergleichen gemerkt, daß diese Platten häufig eine sehr gute Qualität aufweisen. Viele habe ich aus der "J", also der Jazz-Reihe von AMIGA, aber auch andere seltenere Stücke wie SOLARIUS von Ralf Kühn.

    Hier noch mit dem alten Logo in der geschwungenen Schrift.



    R-2662491-1432872131-3357.jpeg.jpg

    Gruß Reinhard
    "Ich kann allem widerstehen - nur nicht der Versuchung." (Oscar Wilde)
    Über mich

  • - Tangerine Dream: Quichotte

    Die ist musikalisch und auch klanglich meine Lieblingsplatte von Tangerine Dream! Live im Palast der Republik 1980 vom Ost-Berliner Rundfunk hervorragend gut aufgenommen. Die von Tangerine Dream selber unnötigerweise nachbearbeitete CD, die später im Westen erschienen ist, klingt deutlich schlechter. Als Kuriosum gab es wegen der lange nicht erschienenen West-Ausgabe dieser Platte ein Bootleg mit dem Titel "Staatsgrenze West", das schlicht den Radiomitschnitt enthält.


    Eine weitere hervorragende Liveaufnahme aus dem Palast der Republik ist "Canto General". Für mich hat die Gänsehautgarantie!

    Zitat Wikipedia:

    "Der Live-Mitschnitt einer Aufführung vom 14. Februar 1980 beim 10. Festival des politischen Liedes im Palast der Republik, Berlin, mit Maria Farantouri, Heiner Vogt und dem Rundfunkchor Berlin, Dirigent war Theodorakis, besteht aus denselben sieben Sätzen, ergänzt durch die historische Aufnahme einer Lesung von Amor América, gesprochen von Pablo Neruda."

  • Nettes Video: Amiga-Platte von Michael Jackson läuft auf russischem Korvet-Plattenspieler.

    Der Dreher ist Hammer8|. Leider nicht meiner.


    Ich habe recht viele Amiga- und Eterna-Platten aus der ehenmaligen DDR und schätze sehr die hervorragende Aufnahmequalität und auch die musikalische Qualität vieler Eigenproduktionen, vor allem bei Klassik. Die Pressqualität ist immer sehr gut, ich hatte noch nie eine Platte mit Pressfehlern oder knistrigem Vinyl. Die müssen eine rigorose Qualitätskontrolle gefahren haben. Einziger Nachteil ist das auffallend hohe Grundgeräusch, das auch am Anfang des obigen Videos deutlich zu hören und typisch für alle in der DDR hergestellten Platten ist. Es hat mich aber nie wirklich gestört, da es mir nur in der Einlaufrille auffällt.


    Die Papier-Innentüten und auch die Cover sind recht einfach gemacht. Die hatten Mangelwirtschaft, und bei DDR-Produkten wurde immer an der Verpackung, aber nicht am Inhalt gespart. Manche Cover sind dünn und labberig, die Innentüten dagegen zweckmäßig. Ich ersetze sie trotzdem meistens durch neue mit Fütterung. Über Sinn und Zweck der Fütterung lässt sich natürlich streiten.

  • Ich habe durch einen damaligen Forums-Tip die Graceland von Paul Simon neu aus Restposten erworben, sehr gute Pressung, die dem Warner-Pendant aus dem Westen mindestens ebenbürtig ist. Daher habe ich auch keine Scheu, wenn ich zukünftig auf eine Amiga-Ausgabe stoße, sie zu erwerben. In der Tontechnik waren die Deutschen weltführend und das galt auch für die damalige andere Hälfte Deutschlands.