Tonabnehmer für Luxman-Direkttriebler

  • Hallo zusammen,


    ein alter Freund hat mir neulich seinen Plattenspieler in die Hand gedrückt mit den Worten „Interessierst Du Dich dafür? Sonst kommt er auf den Sperrmüll!“ Ich interessierte mich tatsächlich dafür, denn bei dem Sperrmüllgerät handelt sich um einen gepflegten Luxman PD-370, von besagtem Freund um 1985 bei Saturn in Köln als Auslaufmodell erworben und vor gut 20 Jahren nach Komplettumstieg auf CD eingemottet.


    Ich weiß zwar nicht genau, ob die Vakuumansaugung des Plattentellers noch funktioniert, aber spaßeshalber möchte ich das Teil doch mal gegen meinen LP12 (pre-Cirkus mit Lingo und Ittok LVII und Audio Technica AT-33EV) antreten lassen. Wie ich sehe, ist das im Luxman verbaute System ein Ortofon VMS 20 E Mk. II. Vermutlich ist das noch die Erstausstattung, der Tonabnehmer könnte also ziemlich runtergenudelt sein.


    Ich bin unschlüssig, was ich tun soll. Einfach die Nadel mit einem billigen Nachbau ersetzen, frei nach dem Motto „richtig gut ist das Ding eh nicht, also investiere nicht zuviel“? Oder soll ich dem Dreher ein anständiges neues System spendieren? Leider habe ich hier nichts mehr mit hoher Nadelnachgiebigkeit herumliegen. Das Nagaoka MP-500 wird wohl kaum die richtige Wahl für den Tonarm sein, oder? Für alle Vorschläge bin ich dankbar.


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    Edited 3 times, last by Arne ().

  • Hallo Arne,

    warum soll das MP-500 nicht das " richtige " sein. Probiere es doch einfach mal aus. Wenn die Geometrie (VTA) nicht richtig stimmig ist … ok dann kann man es sein lassen. Aber wenn der Einbau gut aussieht, dann lasst doch einfach mal das Ohr entscheiden und nicht „immer“ die graue Theorie. Theorie ist das Eine und Praxis das Andere.

    VG Thorsten





    Lenco L75 mit AS-212 und SPU #1e / EAR 834P Deluxe / OTA RV mit 6C45Pi Trioden und Parafeed Technik / GW Box mit Lii-Audio 8" Chassis

    Mitglied der AAA

  • Quote

    Ich bin unschlüssig, was ich tun soll. Einfach die Nadel mit einem billigen Nachbau ersetzen, frei nach dem Motto „richtig gut ist das Ding eh nicht, also investiere nicht zuviel“? Oder soll ich dem Dreher ein anständiges neues System spendieren.

    Vorerst nichts davon - erstmal hören.

    Ich habe in den letzten Jahren recht viele "eingemottete" Spieler erlebt, deren Nadeln noch sehr gut waren. Und das VMS ist es wert, erhalten und gehört zu werden...

  • Hallo,


    ich habe Holgers Rat befolgt und erstmal (nach Neueinstellung von Auflagekraft, Antiskating, Neueinstellung der verdrehten Headshell sowie gründlicher Reinigung des Abtasters) ein paar Platten im "Ist-Zustand" gehört. Ich kann nur sagen: Au weia. Da wird's aber ganz schön eng für viele andere Dreher. Der Luxman ist deutlich ruhiger als mein LP12. Verzerrungen sind auch im Bereich der Innenrille praktisch kein Thema. Die Frequenzextreme sind deutlich verhaltener, aber dafür hat das Ganze eine schöne Unmittelbarkeit - vielleicht der Direktantrieb? Leider fängt der Spieler jetzt (nach mehreren Stunden Dauerbetrieb) plötzlich an zu leiern. Schade, ich hätte gern mich mal ein paar Wochen eingehört.

  • Vermutlich geben da ein paar Elkos in der Motorsteuerung auf, so ist das mit Elkos

    die Jahrzehnte nur faul im Tiefschlaf verbracht haben.

    Elkos sollten nach so langer Rast neu formiert werden. Das kannst Du als Nicht-Techniker

    nicht nach den Regeln der Kunst bewerkstelligen.

    Sollten sie nicht ganz aufgegeben haben könnte auch die nächtliche Pause zur Regeneration

    beitragen.

    Im Allgemeinen ist es so, daß man ein Gerät idealerweise nach einer solchen Standzeit mit einem Regeltrafo langsam hochfährt und nur kurze Zeit betreibt. Dann durch ganztägige Pausen den Prozeß wiederholt um die Elkos zu formieren. Mit etwas Glück erholen sich die

    Elkos.

    Bei dem verarbeiteten Kleinzeug in Plattenspielern sollte man sie am Besten auswechseln, ggf. gegen 105°C Typen, getreu dem Motto: Es darf gerne etwas mehr sein...


    Gruß,

    Fernseheumel

    Scotty beam me up, there is no more AM radio and 4/3-ratio-television in Germany! ;(

  • Dreh einfach mal die Drehregler an dem Gerät 20 mal hin und her. Beliebt bei alten Luxman sind Kontaktpropbleme in den Schalter und - so vorhanden - bei den Pitchreglern. Habe zwar schon von defekten Motoren bei den Dingern gehört, aber noch nie von einer zerschossenen Steuerung. Wobei, man weiß ja nie und jünger werden die Teile auch nicht.