Telefunken Alnico Breitbänder: kann man damit ernsthaft brauchbare Lautsprecher bauen?

  • Guten Abend,

    wegen der vielen euphorischen Berichte im Netz habe ich mich auch etwa ein Jahr mit Greencones und co. beschäftigt. Im Gehäuse, in der Schallwand, im Saba Cello. Mein Fazit:

    Hat sicher seine Berechtigung, aber gar nichts für mich. Dynamik Fehlanzeige, Tiefbass Fehlanzeige. Mein Tip, verkaufen so lange der Hype anhält.

    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    der "Hype" ist doch schon längst vorbei. Ein Pärchen Greencones mit zughörigem Superhochtöner in gut abgestimmten Gehäusen kann durchaus begeistern und macht gerade im Mitteltonbereich und der Stimmwiedergabe viel richtig. Dynamikeruptionen und Baßgewitter finden aber eher nicht statt...


    Gruß,

    Marc

  • Man hat damals heraus gefunden, das geschlossene Lautsprechergehäuse eine wesentlich

    kräftigere Basswiedergabe haben als offene Gehäuse.

    Tischgeräte kann man nicht schließen wegen der Wärmeentwicklung.

    Bei Rundfunk- und Fernsehtruhen hingegen sind die Lautsprecher fast immer

    in einer separaten Kammer untergebracht.

    Diese läßt sich dann entsprechend dämmen und zu einer geschlossenen

    Lautsprecherbox umbauen.

    In einigen Fällen war dies jedoch auch nicht möglich, weil die Schiebetüren

    in den Lautsprecherkammern versenkt wurden.

    Gruß,

    Fernseheumel

    Scotty beam me up, there is no more AM radio and 4/3-ratio-television in Germany! ;(

  • Hallo Leute,


    freut mich, dass die Diskussion hier so angeregt und kontrovers weitergeht.


    Aber alle "Für und Widers" helfen mir jetzt nicht weiter, ich schaff mir jetzt meine eigenen Höreindrücke. Ich habe die Isophöner P37/30, ich habe einen großen Fundus an Hochtönern und wisst ihr, woran ich merke, dass ich alt werde: Der "Messie" - Fundus ist unendlich groß. Und für erste Versuche hab ich aus dem Fundus schöne große Gehäuse mit passendem Ausschnitt für die Lautsprecher gefunden, also um erst einmal einen grundsätzlichen Höreindruck zu bekommen, werden ich mit den Gehäusen mal basteln. Und wenn das Ergebnis dieser Bastelei dann mögliches Potenzial für zufriedenstellende Lautsprecherboxen - nach welchem Konzept auch immer- verspricht, geht die Recherche weiter.


    Aber jetzt wird erst einmal ein paar Wochen gebastelt! Ich werde berichten.


    Gruß, Uli

  • Hallo Uli,


    Du hast geschrieben:


    schöne große Gehäuse mit passendem Ausschnitt


    ich denke das ist ein prima Ansatz. Entweder so ein großes Gehäuse, oder eine große offene Schallwand. In die vorn ein paar Löcher einbringen in die Du die einzelnen Chachis, die auf passende Holzplatten geschraubt sind, dann in das Gehäuse / Schallwand mit wengen Handgriffen einbringen kannst. Das getrennt für Tieftöner und Hoch / Mitteltöner oder was immer Dein Konzept ist. "Modulbauweise" .

    Allerdings ist manchmal auch der Einbauort im Gehäuse wichtig bzgl. "Resonanzen oder nicht"....


    GGF. solltest Du den Einbauplatz für die Hochtöner/ Tieftöner luftdicht abschließen, damit die nicht vom Luftdruck der Tieftöner überfahren werden.



    Vergiss bitte nicht, das die Gehäusegröße einen ziemlichen Einfluss auf den Klang hat (Resonanzfrequenz, untere Grenzfrequenz....)

    Ist erst mal ein bisschen "Holzarbeit"....

    GGf. den Hoch- / Mitteltöner aussen anbringen und "verfahrbar" um ggf. den Phasengang variieren zu können ...


    Dann könntest Du ganz simpel mit einem Tongenerator und Verstärker "per Ohr", oder besser mit so einem kleinen Audio-Prozessor mit Messmikrofon den Frequenzgang durchfahren und hören, wo ggf. Resonanzen liegen, die man ggf. dämpfen müsste. Und dann ein paar Steinwolle- oder Schafwollematten in die Box...


    Wenn Du 2 getrennte Verstärker für HT / MT und TT hättest, und umfangreich einstellbare Frequenzweichen aus dem HiFi-Autoradio Sektor (oder auch Equalizer), kommst Du experimentell ganz schnell da hin, wo Du hin möchtest, und wo es gut klingt.


    Eine tolle Spielwiese .... ;) .... mit der man enorm Spaß haben kann.


    Zum späteren, halbwegs objektiven Vergleich, könnte man von der jeweiligen Konstruktion Aufnahmen (mit einem Kunstkopfmikrofon z.B.) machen. die man dann später schnell umschalten kann, ggf. auf mehreren eingepegelten Abspiel-Geräten parallel abgespielt, wenn Du am Anfang der Aufnahmen ein 1 Khz Band mit aufnimmst zum Einpegeln....

    Ein Schalltoter (oder stark gedämpfter) Raum wäre für sowas natürlich optimal, aber man kann es denn auch übertreiben....


    Sowas habe ich mal mit 2 DAT Recordern gemacht, um diverse Phonostufen sofort 1:1 umschaltbar vergleichen zu können.....



    Gruss, Udo

  • Hallo Uli,


    meine Versuche waren teilweise überraschend, aber manche auch sehr ernüchternd.

    Man muß sich aber halt sein eigenes "Bild" machen.


    Mir war es dann, wie zu erwarten ohne Bass immer zu "Schlank".


    Was funktioniert und auf Dauer hörbar ist, ist die Variante in einem Resonanzgehäuse...bekannt, oder ?

    demnächst kommt noch eine SE mit EL 84 in der Endstufe

    ich höre seit Jahren it meinem Provisorium, betrieben an EL84 SE.


    der Hochtöner ist bekannt: Greencone

    der Breitbänder: Loewe Opta

    Der Bass, im Originalgehäuse: Leak Sandwich


    Alle selbstverständlich AlNiCo.


    Mit annäherungsweise richtigen Werten habe ich mir damals eine Frequenzweiche berechnet.

    Ich weiß aber gar nicht mehr mit welchem Programm...ist deutlich mehr als 10 Jahre her...

    Der Aufsatz mit Hochtöner und Breitbänder ist hinten offen. Seitlich, oben und unten ist noch jeweils ein Brett angebracht, damit die offene Schallwand etwas größer wird.


    In den über 10 Jahren hatte ich zig andere Verstärker-Lautsprecherkombinationen ausprobiert, aber nix hat mich bisher mehr überzeugt...;)

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    Grüße Ralph
    :sleeping: +++ ICH habe den Bedankomat nicht aktiviert +++ und auch noch nicht abgeschaltet !

  • Hallo Ralph,


    Deine Kombination geht so ein bisschen in die Richtung

    -> Altmann Lautsprecherboxen

    - oder umgkehrt ;)


    Genau diese verlinkte habe ich zwar nie hören können, kann mir aber gut vorstellen, daß derlei Kombinationen die Limitierungen eines Breitbänders überwinden und je nach Anspruch auch langfristig zufriedenstellen (unbenommen, daß der jeweilige Anspruch sich im Laufe der Zeit nach oben oder unten verändern kann).


    @ Uli (Soliol) : welche Abmessungen haben eigentlich die im ersten Beitrag gezeigten TFK?

    Ich hatte (habe noch???) mal relativ kleine TFK, ca. 20x13cm aus einer Truhe, die eine sehr gute Mittelhochtonwiedergabe aufwiesen. Genau solche mit Filzplättchen in der Mitte. Eine Zeit lang spielten sie in ausgemusterten Gehäusen von 3-Wegeboxen im Bücherregal an einem Mini-Röhrenverstärker mit EL90.

    War noch in meiner Stereo-Phase...:saint:

    Viele Grüße
    Eberhard

    ----------------

    Die Menschen verhalten sich heutzutage auf der Erde wie in einem Spiel, in dem sie die Spielanleitung verloren haben.

    ( Christina von Dreien )

  • das ist ja interessant.

    Deine Kombination geht so ein bisschen in die Richtung

    -> Altmann Lautsprecherboxen


    - oder umgkehrt

    Aber bei Bassreflex bin ich immer etwas skeptisch...


    Die BYOB von Altmann sind von 2008. Da war ich wohl früher dran;).


    Habe aber schon mal irgendwo auch ein ähnliches kommerzielles Konstrukt gesehen.

    Fällt mir eventuell noch ein...

    Grüße Ralph
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