PWM Selbstbau

  • Moin Leute,

    ich bin neu hier im Forum - daher kurz zu mir: Mein Name ist Henning und ich bin seit einigen Wochen dem Plattenhören verfallen. Habe mich lange mit dem Thema beschäftigt und dann bei eBay einen gut restaurierten DUAL 601 erstanden. Der macht mir sehr viel Freude.

    Zudem konnte ich eine große Sammlung alter Platten meiner Eltern aus den 70ern und 80ern retten. Wirklich geniale Scheiben dabei! Aber was natürlich auffällt: Die haben sich damals recht wenig um das Thema Reinigung gekümmert. Es knistert teilweise ganz erheblich, das verdirbt den Hörgenuss stark.

    Habe im ersten Schritt mit Microfasertuch, Bürste und Reinigungsmittel (Alk, dest. Wasser, Spüli) gearbeitet, das hat aber gefühlt recht wenig gebracht.


    Daher bin ich nun zu dem Schluss gekommen, mir eine PWM zu bauen. Und zwar nach dem Prinzip der Okki Nokki und wie sie alle heißen. Ich bin von dem Prinzip des Einwirkens und abschließenden Absaugens überzeugt.


    Nun ein paar Fragen:


    - Empfiehlt sich eher die Punkt- oder die Flächenabsaugung? (Vom Gefühl her ist die Punktabsaugung gründlicher, sie erfordert aber eine Bewegung, die realisiert werden muss.)


    - Alten Plattenspieler als Basis nehmen, oder selbst einen Teller und Motor zusammenbauen? (Habe noch einen recht schweren Teller eines alten LENCO-Drehers. Mehr aber nicht.)


    - Mit welcher Bürste sollte die Reinigungsflüssigkeit eingearbeitet werden? (Lese hier viel von Ziegenhaarbürsten)


    - Welchen Dreher empfehlt ihr? (Muss es ein DD oder Reibrad sein?)


    - Welchen Kompressor? (Habe bei amazon schon mal folgenden entdeckt: https://www.amazon.de/Melko%C2…=8-3&keywords=vakuumpumpe - 50 Liter/min sollen gut funktionieren, habe ich hier im Forum gelesen)


    Ich bin mechanisch begabt, bei der E-Technik wird aber dünn. Zwar kann ich löten und einfache Stromkreise aufbauen, bei der Steuerung oder Programmierung fehlt es jedoch in Gänze. Das heißt, ich muss mich auf eine rein mechanische Umsetzung konzentrieren.

    Dabei bin ich gerne bereit, die Flüssigkeit manuell aufzutragen und auch die Bürste manuell zu bewegen. (Habe gelesen, dass am besten eine starre Bürste und eine sich quer zu den Rillen bewegende Bürste (Verwirbelung) im Einsatz sein sollten. Stimmt das?)


    Nun zum Thema Absaugung: Nehme ich die Punktabsaugung, muss es einen Arm geben, der einen Schlauch führt. Diesen müsste ich dann mittels einer Kurbel o.ä. über die Platte ziehen. Das ist zwar nicht so komfortabel wie eine automatische Bewegung, geht aber. Habe ich einen Vollautomaten als Basis, kann man doch bestimmt die Automatik dafür "vergewaltigen", oder? Oder die Sache mit einer dünnen Achse auf der Drehachse des Tellers, die dann einen mit dem Kopf verbundenen Faden aufwickelt.


    Dann ist da noch diese Sache mit der Fadenführung. Das lese ich häufiger. Der dient wohl der Herstellung eines fixen Abstandes zwischen Absaugung un Platte. Mir ist allerdings nicht klar, warum man den Spalt nicht anders definiert, z.B. durch entsprechendes Zurechtschneiden der Absaugtülle.


    Kurzum: Ich habe schon einige Vorstellungen und auch schon einiges gelesen, dennoch ist inbesondere das Thema Kompressor, Absaugung und Basis für mich noch nicht klar.


    Ach so: es soll möglichst günstig werden. Ich würde gerne unter 150,- bleiben. Ansonsten kann man irgendwann auch zur Okki Nokki greifen. :) Habe schon mal nach ein paar alten DUALs mit Reibrad geschaut, die gehen alle für teures Geld weg.

    Was wäre daher mit so einem hier: https://www.ebay-kleinanzeigen…spieler/837187673-172-702 (Hat DD und ist ein Vollautomat. Und mit 25,- günstig)


    Freue mich auf eure Antworten! :)

  • Dann ist da noch diese Sache mit der Fadenführung. Das lese ich häufiger. Der dient wohl der Herstellung eines fixen Abstandes zwischen Absaugung un Platte. Mir ist allerdings nicht klar, warum man den Spalt nicht anders definiert, z.B. durch entsprechendes Zurechtschneiden der Absaugtülle.

    Der Faden wird nach jeder Plattenseite etwas weiter geführt, so das er mit eingesaugt wird.

    Ca. 3-5 mm pro Seite. Dadurch hat mann jedes mal eine frische Fadenstelle die die LP berührt.

    Die dementsprechend abgeschnittene Tülle würde auf Dauer versiffen.


    Gruß, Peter

    Früher wollte ich Busfahrer werden weil ich das zischen der Tür so toll fand.

    Doch dann entdeckte ich Dosenbier!


    Hessischer Meister im Vollkontakt-Blues 2005.

  • Ganz klar, Punktsauger. Als Basis kann ein beliebiger Plattenspieler dienen,der einen kräftigen Antrieb besitzt. Als Pumpe nutzt man eine Vakuumpumpe -mal nach Sekretpumpe suchen. Der Faden als Abstandhalter ist notwendig - die Düse würde Spuren auf der Schallplatte hinterlassen.

    LS: Klipsch Heresy III, Vorstufe: Crimson 610B, Endstufe: Crimson 620B, Vollverstärker: AMC XIA, CD: Naim CD3, Blu-Ray: Panasonic DMP-UB900EGK, Plattespieler: Reson RS1 m. Ortofon 2M Blue, Phonostufe: Albs RAM IV

  • Als Alternative kann ich eine Ultraschallreinigungsmaschine empfehlen. Dazu benötigt man für gut 100 Euro einen 6l Ultraschallreiniger und ein paar Teile für den Antrieb. 2 Motoren habe ich noch - könnte ich f. 10 Euro abgeben. Die Reinigungsleistung übertrifft die der Absauggeräte deutlich .

    LS: Klipsch Heresy III, Vorstufe: Crimson 610B, Endstufe: Crimson 620B, Vollverstärker: AMC XIA, CD: Naim CD3, Blu-Ray: Panasonic DMP-UB900EGK, Plattespieler: Reson RS1 m. Ortofon 2M Blue, Phonostufe: Albs RAM IV

  • Als Alternative kann ich eine Ultraschallreinigungsmaschine empfehlen. Dazu benötigt man für gut 100 Euro einen 6l Ultraschallreiniger und ein paar Teile für den Antrieb

    Ultraschall ist noch effizienter? Das klingt interessant!


    Gibt es dazu was Empfehlenswertes zum Lesen? Wie realisiert man die Drehung in dem geschlossenen Gefäß?


    Meinst du so etwas hier: https://www.ebay.de/itm/6L-180…cxOTI3fQ%3D%3D&rmvSB=true


    Stelle es mir schwierig vor mit der Rotation. Wozu überhaupt rotieren? Und wie trocknet man die Platte dann?


    Ganz klar, Punktsauger. Als Basis kann ein beliebiger Plattenspieler dienen,der einen kräftigen Antrieb besitzt.

    Ok, das Thema der Art der Absaugung scheint geklärt zu sein, bzw. ist mein Verdacht bestätigt. Hat der von mir gezeigte Dreher einen solch starken Antrieb? Bzw. wie finde es heraus, wie stark derjenige ist? Die liegen ja alle bei so um 10 Watt.



    Als Pumpe nutzt man eine Vakuumpumpe -mal nach Sekretpumpe suchen.

    Ok, da finde ich nur "fertige" Geräte, nicht wirklich eine Einbaulösung. Der von mir gepostete Kompressor macht 50 l/min, hatte hier irgendwo gelesen, dass die häufig verwendete Pumpe der Marke Thomas ähnliche Werte liefert.


    Danke schon mal für die Antworten!

  • Lese gerade hier aufmerksam:

    Reinigt hier jemand mit Ultraschall? Erfahrungen?


    Bin aber gerade mal auf Seite 5 angekommen. Es scheiden sich die Geister am Thema Absaugung. Da ich es gerne vom Aufwand her überschaubar (Paretoprinzip!) halten möchte, denke ich, dass ich auf eine Absaugung verzichte. Es sei denn, ich lese im weiteren Verlauf noch mehr Erhellendes.


    Jetzt habe ich auch verstanden, dass nicht die ganze Platte eingetaucht wird, da man das Gerät auch ohne Deckel betreiben kann.



    2 Motoren habe ich noch - könnte ich f. 10 Euro abgeben.

    Was sind das für Motoren? Und: drehen sie die Achse, oder laufen sie über ein Rad am Plattenrand?

  • Für den Antrieb der Achse - macht ca.2,5 u min. bei Ultraschallreinigung benötigst Du keine Absaugung. Die Platten trocknen z.Bsp. in einem Ständer.

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  • Ich bin mechanisch begabt, bei der E-Technik wird aber dünn. Zwar kann ich löten und einfache Stromkreise aufbauen, bei der Steuerung oder Programmierung fehlt es jedoch in Gänze. Das heißt, ich muss mich auf eine rein mechanische Umsetzung konzentrieren.


    Moin!

    Die Armbewegung lässt sich auch ohne Steuerung und Programmierung realisieren, und zwar mit einer Rutschkupplung.

    Der Motor dreht einfach lustig seine Kreise und wenn der Arm aussen an der Platte angelangt ist, hebt man ihn hoch und schiebt ihn wieder nach innen.


    Ich habe das so gelöst (die ursprüngliche Idee stammt aber nicht von mir):


    pwm_Arm.PNG


    Christian

  • Also ich hab beides probiert, ohne Absaugung hats immer geknistert.

    Die Gläss saugt auch nicht ab und bei mir knistert auch nichts. Im Gegenteil - weder mit Punktsauger, noch mit ner Hannl habe ich so Nebengeräuschfreie Platten hinbekommen. Nicht absaugen zu müssen ist ein großer Vorteil, die Reinigung erfolgt somit komplett berührungsfrei.

    LS: Klipsch Heresy III, Vorstufe: Crimson 610B, Endstufe: Crimson 620B, Vollverstärker: AMC XIA, CD: Naim CD3, Blu-Ray: Panasonic DMP-UB900EGK, Plattespieler: Reson RS1 m. Ortofon 2M Blue, Phonostufe: Albs RAM IV

  • Hallo Hennu,


    eine Gläss arbeitet mit Gebläss ;-)


    Eindeutige Empfehlungen von mir:


    DIY :thumbup:


    Baue einen Einpunktsauger mit Vakuum Pumpe und motorisch betriebenem Teller/Laufwerk oder einen Flächensauger mit Staubsauger(-turbine) und "Handbetrieb" (den Staubsauger Unterdruck schafft kaum ein Motor) Die Platte sollte bei guter Flächensauger Konstruktion nach 1-2 Runden trocken sein.


    Edit:

    Die Absaugung ist mbMn entscheident, sonst würde es auch eine Knosti mit Trockenständer tun.


    Sorry, aber ich halte auch nichts von Ultraschall ohne Absaugung/Gebläse, wenn es auch besser sein mag als eine Knosti.

  • Kurz und gut Henne,

    ich habe mit einer Nittigritti Basic angefangen.

    Mist.

    Dann eine Ultraschallwanne gekauft um mir eine PWM zu bauen.

    Tests liefen ganz gut, aber umständlich.

    Letztendlich durch die USW überzeugt, habe ich eine gebrauchte Gläss erstanden.

    Ende ...


    Die NittiGritti schenke ich dir gegen Porto.

    Die USW habe ich teuer bezahlt, das geht nicht für ümme.

    Ich habe keine Ahnung, und davon verstehe ich auch nichts :wacko:

  • soundhaudegen :

    Würdest Du nicht mehr sagen, wenn Du mal eine US ausprobiert hättest - wie gesagt, habe ich alle 3 Systeme für jeweils längere Zeit genutzt . Meine Reihenfolge bezogen auf die Reinigungsleistung:


    1. US - Reiniger

    2. Punktsauger - Selbstbau

    3. Hannl mit Rundbürste

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  • Wow, vielen Dank für die Beiträge und Berichte.


    Ich habe mich nun nach langem Lesen für die US-Variante entschieden und soeben eine Emmi-60H erstanden. Dank Preisvorschlag auch für einen vertretbaren Preis.


    Nun werde ich mir mal ein paar Lösungen überlegen und schauen, ob ich ohne Absaugung nach dem Reinigen klar komme. Da muss ich dann wohl etwas experimentieren.

  • Die meisten nehmen an, dass die Absaugung nur verhindern soll, dass die schmutzige Restflüssigkeit nicht auf der Platte festtrocknet. Dem ist aber nicht so. Da die mechanische Reinigung durch Bürsten und Mikrofaser unzureichend ist, werden durch die Absaugung auch die durch die Einwirkung der Flüssigkeit gequollenen aber nicht gelösten Schmutzpartikel aus der Rille mit der Flüssigkeit mit eingesaugt, die sonst wieder festtrocknen würden. Deshalb funktioniert die Knosti auch nur bedingt. Bei der US werden beim Reinigungsvorgang die Schmutzpartikel aus der Rille gelöst - selbst wenn das Wasser schon 30 Platten gesehen hat, trocknen die gelösten Schmutzpartikel nicht wieder in der Rille ein.

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