Jelco TK 850 S - und, wie klingts denn so?

  • Hallo Analog-Freunde !


    Der Jelco TK 850 S ist nun recht einfach auf meinem Technics SL 1200 MK2 NOS von 2010 montiert. Die Basis ist die qualitativ gute und vergleichsweise sehr günstige Basis von Herrn Boublini in Athen, in der Bucht als f1sport unterwegs. Tonarmkabel ist das Roksan Kabel vom Roksan Artemiz. Kann ich nur empfehlen, kostet nicht die Welt und hat den typischen Roksan Drive. Dieses Kabel und ich denke auch die mit einem Winkelstecker nach SME-5-PIN-Norm passen durch die Gummibasis ohne dass da Schneidearbeiten wie bei einem SME nötig sind.


    Der Tonarm wird durch die 2-Lagen-Basis etwas nach unten verlegt, so dass die leidige VTA Problematik bei Fremdtonarmen beim Technics 1200 nicht auftritt-->Teller ist recht niedrig, so dass ein Fremdtonarm oft zu hoch steht und der VTA zu hoch ist. Der Flansch passt gut in Basis und Technics-Chassis, die VTA Madenschraube kann man noch relativ gut erreichen und festziehen.


    Das Excalibur Black von TAD spielt über einen Phase Tech T3 Übertrage und die Phonostufe Rega Aria R, Vollverstärker ist Naim Nait XS 2, LS Harbeth P3ESR SE.

    Jetzt kommt der Moment, wo der Frosch ins Wasser rennt!

    Schon bei den ersten Takten entsteht ein Eindruck, der sich dann festsetzt. Der Tonarm spielt enorm ! druckvoll , mächtig und groß. Ich hätte das nicht erwartet bei einem Arm der 1000 Euro Klasse. Die Klangfarben sind sehr ausgeprägt, "prächtig". Insgesamt lebt der Klang von den Mitten. Der Bass kommt wuchtig, hört man anderswo mit noch mehr Kontrolle, aber es "bummst" nicht. Die Höhen haben eine schönen Ton, keine Schärfe, sehr detailliert, vielleicht ohne den letzten strahlenden Glanz.

    Der Raum ist in Breite und Tiefe groß.

    "Groß" ist überhaupt das Attribut, das ich dem Klang zuordnen würde. Das Ganze erinnert mich etwas an den SME IV, den ich mal hatte.

    Im vergleich zum Jelco 750D, den ich vor so 7-6 Jahren hatte auf einem Scheu und einem Technics,fällt mir folgendes auf, wenn ich mich noch recht entsinnen kann:

    der 750D spielt schlanker, sehr sauber und lebendig, aber mir fehlte immer etwas die Substanz. Ich würde sagen, der neue TK 830 S spielt mindestens eine Klasse besser und ist seinen Preis wert, ein Upgrade lohnt sich auf jeden Fall.


    Woher kommt der neue Klang? Sinds die Messerlager? Ist es die Verwendung neuer Materialien?

    Egal. Jedenfalls hat Jelco hier ein Spitzenprodukt geliefert, der dem verbreiteten Wunsch nach bezahlbarem HighEnd voll und ganz entgegen kommt.


    Beste Grüße

    Gary

  • Der augenscheinlichste Unterschied zum TK-950 ist, dass dieser eine dynamische Auflagekrafteinstellung hat. Wieviel Gramm AK hier eingestellt werden können konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen.


    VG

    Dieter

    LW mit luftgelagerter Tellerachse sowie Teller mit Outer Ring und VTA- Lifter, diy

    Dr. Fuss Steuerung

    Kabelkonfektion diy

  • IMG_3156-2.jpgMoin,

    Also ich habe ja nur den kurzen. :)

    Hätte aber sonst auch nicht auf meinen Technics GR gepasst.

    Mit Ammonite Basis & Collar sieht das dann so aus,

    wie oben. Durch die Absenkung der Basis von ca. 14mm lässt sich der Jelco auch tief genug absenken.

    Der Tonarmlift gefällt mir besser, als bei meinem Technics GR Tonarm.

    Klanglich ist mir zuerst der trockene knackige Bass aufgefallen.

    Ansonsten von allem etwas mehr, würde ich sagen.

    Ortbarkeit von Stimmen / Instrumenten ist besser.

    Zugenommen hat dann leider auch die leichte

    Höhenbetonung des Technics GR, im Vergleich zu meinem alten LP12/Lingo/Ittok. Dafür höre ich mehr Details. Die angenehmen, als auch die nicht so angenehmen. Z.B. werden Unterschiede verschiedener Aufnahmen & Pressungen größer.


    Eingebaut hatte ich den Jelco Mitte April.

    Ich weiss nicht in wie weit sich neue Tonarme einspielen.

    Da ich mit der Härte & Höhenbetonung aber so nicht glücklich war, habe ich dem Arm kurzentschlossen eine Basis aus Bangkirai-Holz gefräst.

    Etwas anderes hatte ich über Ostern nicht da. :)

    Gleiche Geometrie, wie die Ammonite Basis.

    Keine Ahnung, ob ich mir das Einbilde, aber nun klingt es in meinen Ohren angenehmer.


    LG

    Stephan

  • Echt gewöhnungsbedürftig ist das etwas klapperige Gefühl der Messerschneidelager beim Umgang mit dem TK 850. Insbesondere wenn man bei 4 Tonabnehmer/Headshell-Kombinationen den Überhang anpasst. Hatte zwar davon gelesen, aber es selber zu Erfahren ist dann immer noch mal anders.

    Besitzer von Einpunkt-gelagerten Tonarmen sind da vielleicht etwas abgehärteter.

    Nun sieht die Technics/Jelco Kombi also so aus:

    IMG_3192-2.jpg


    Irgendwie hat sich dann auch noch ein Grado bei mir eingefunden. Das passt klanglich sehr gut zum Technics, finde ich. Da die neueren Grado's aber meist sehr weit vorne an der Headshell hängen, habe ich noch eine längere Ebenholz-Headshell gebaut. Diese ist ca. 3 Gramm leichter als die Jelco Headshell, was somit besser zur Compliance des Grado passen sollte.

    Resonanzfrequenz nun ca. 8 Hertz.

    Eigentlich war es nicht meine Absicht diesen Plattenspieler & Tonarm mit Holz-Applikationen zu schmücken.

    Finde aber, mit dem Grado passt's ganz gut.

    Auch klanglich.


    LG

    Stephan

  • Mein auf Spitzen gelagerter Sony PUA-1600 S kläppert beim Anfassen auch etwas, tut dem Klang aber keinen Abbruch. Scheint endlich mal ein respektabler Jelco zu sein. Nicht das die andere Modell "schlecht" wären, aber die TK wären auch meine Favoriten gewesen.

    Mein PUA läuft übrigens auch auf einem Technics (SL-1410 MkII) und bin begeistert.

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer
    (Reparaturen, Service, Modifikationen)


  • Der sieht gut aus!! 😀 Super. SME Arme klappern auch.