Öl oder Fett (keine Steak Frage!!!)

  • Ich habe gestern das Lager meines Micro Seiki MR 411 wegen einer Inspektion geöffnet.

    Dabei stellte ich fest, daß ziemlich dickes Fett verwandt wurde. Da das Lager schon seit geraumer Zeit Geräusche macht,

    wollte ich mir das Lager doch mal genau angucken. Auf ca. 15mm im vertikalen Bereich sind riefen zu sehen, der Teflon? Spiegel für das Horizonzallager ist noch nicht eingelaufen. Was würdet Ihr tun? Öl einfüllen, Fett, welches?, oder ein anderen Schmierstoff? Was kann man gegen die Riefen machen? Weiß jemand, was orginal verwendet wird? Ich hätte da z.B.: Campa- Fett, das beste was im Fahrrad-Bereich angeboten wird (49,90 € für 50 g)

    LG Herbert

  • Hallo Herbert,

    wenn sich die Riefen durch vorsichtiges reinigen und v. polieren entfernen lassen kannst du das Micro Öl verwenden, sonst gibts noch Oldtimer Öl mit einer etwas höheren Viskosität einfach ausprobieren.


    Bei meinem Garrard verwende ich im um den Lagerpunkt Campa-Fett, und darüber an der Wandung Öl. Dietmar

    Was sich nicht messen lässt kann nicht existieren.


    Und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. T. L. P. L. W. :D

  • Nehmen wir an, dass das Lager aus Sinterbronze besteht. Dann ist Öl das richtige Schmiermittel.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sinterlager

    https://www.klueber.com/ecomaX…offe_fuer_Sinterlager.pdf


    Das Öl läuft nämlich in die Poren der Sinterbronze, wogegen das Campa-Fett für Wälzlager konzipiert ist. Aber selbst bei Fahrrädern finde ich es nicht empfehlenswert: Das Campagnolo-Fett ist nicht besonders langzeitstabil und neigt auf längere Sicht zum Verharzen. Lithiumverseiftes Wälzlagerfett hält dagegen ewig durch. Sowas schmiert beispielsweise die Radlager Deines Autos.


    Für das Sinterlager des Micro Seiki könntest Du es mit solchem Öl versuchen: http://shop.ht-audio.de/Techni…g-Oil-Schmier-Wartungsoel

    Viele Grüße, Christian.


    Das Leben kann so schön sein, nur nüchtern darfst Du nicht werden. (Melanie Müller)


    Suche aktuell Ortofon 2M Generator (auch defekt) zu Bastelzwecken.

  • Danke schonmal für die Antworten bislang. Was sagt man denn von dem Öl von Joel.

    Für meinen Trecker habe ich noch 20W50 aus der Oltimerfraktion. An dem Teflonspiegel war auf jeden Fall dickes rotes Fett, welches gar nicht in den Bereich des Vertikallagers kam. Dewegen die Riefen.

    LG Herbert

  • Hallo,


    Fast alle damaligen Micros haben Ölbad Tellerlager, ob das Sinterlager oder normale Gleitlager sind weiss ich nicht, aber Fett ist ungeeignet für diese Lager. Normales Gleitbahn bzw Bettbahnöl ist für diese Lager perfekt.

  • Sind die Riefen in der Buchse oder an der Lagerspindel? Horizontal oder vertikal?

    Dein Plattenteller ist ja eher auf der leichten Seite und so wie ich das sehe ist dein Lager sehr gut dimensioniert.

    Reinigen der Buchse und der Spindel mit Ballistol, das greift auch das Teflon nicht an.

    Ich sehe jetzt nicht ob du eine Lagerkugel hast oder nur das Ende der Spindel rund gedreht und poliert ist. Wenn du eine Kugel hast und sie verschlissen ist tauschen, es gibt im Handel sehr gute Lagerkugeln die meist besser sind als die Originale.

    Danach verwende ich Universalöl welches harz und säurefrei sein muss. Dieses bietet neben einer guten Schmierleistung auch eine gewisse Reinigungs- und Schutzwirkung.

    Mit diesem Öl kannst du nichts falsch machen und ein Wunderöl das den Klang verbessert gibt es nicht... :saint:

  • Hallo nachtfalke,

    willkommen hier im Forum!

    Die Riefen sind in der geschliffenen Lagerachse im Sintermetall des Lagers kann ich nichts sehen (eine gewisse Blindheit ist halt da :-) ) Ich habe jetzt SAE 30 eingefüllt, natürlich max. 2-3 mm ins Lager und 3 Tropfen entlang des Lagerdorns.

    LG Herbert

  • Ich denke das die Riefen schon beim Einbau waren bzw. irgendwann beim Ausbau entstanden sind. Die Lagerachse ist härter als die Buchse also währe eine Abnutzung zuerst in der Buchse sichtbar.

    Wird nicht’s machen ;)

    Motoröl ist sicher kein alltäglicher Schmierstoff für einen Plattenspieler. Darfst halt nicht vergessen nach 20.000km wieder zu wechseln :saint::saint:

  • Hallo,


    Motorenöl hat seine angegebenen Viskositätzeigenschaften bei 100-110°C, ich weiß nun nicht 100%ig wie warm ein Plattenspielerlager so wird, aber ich denke das bei 33U/min maximal 5°C mehr als Raumtemperatur entstehen, insofern halte ich Motorenöl generell für zu dickflüssig weil es in dem Temperaturbereich für den es entwickelt worden ist in unserem Anwendungsbereich ja niemals kommt. Das Lager dürfte schwergängiger laufen und Staub wird sich mit der Zeit mit dem dickflüssigen Öl zu einer schönen Schleifpampe vermischen. Wenn Öl dann welches was im Normaltemperaturbereich die optimalen Werte erreicht und nicht erst bei 1000-7000U/min und jenseits der 100°C.

  • Wenn ein Motoröl so schlecht wäre, müssten Automotoren beim

    winterlichen Kaltstart ja reihenweise Kolbenfresser bekommen.

    Ein übliches Motoröl hat eine weite Temperaturspanne in der es

    sehr gut schmiert.

    Man kann ja ein Leichtlauföl 5Wxx nehmen... 8)

  • Wenn Riefen schon entstanden sind, ist ein dickeres Öl nicht das schlechteste, weil es sich lange Zeit in diesen Riefen festsetzt und ein gutes Schmierpolster aufbaut. Jedenfalls macht es im Moment keine Geräusche. Mit der erhöhten Reibung mache ich mir keine Sorgen, erstens werde ich nicht bei -20°C hören und es gibt Hersteller, die so ein Lager auf Mindestreibung auslegen um den Motor definiert zu belasten (Bauer Audio in München mit seinen DPS)

    LG Herbert

  • Leute !!

    Macht euch nicht irre!!

    In meinen (alten) Drehern verwende ich ausschließlich Motorenöl (15W-40) das hat nichts mit der Temperaturstabilität zu tun sondern damit, das sich darin Additive befinden, die ein Verharzen verhindern und somit auch kleinste metallische Teile in der "Schwebe" halten, damit diese nicht noch größere Schäden hervorrufen.

    Außerdem gehe ich von Lagerbuchsen aus Messing oder Bronze aus und in diesen werden

    innerhalb der metallischen Poren Ölablagerungen gebildet die für eine positive Restlaufschmierung sorgen.

    Meinersetis , und das ist aus der Praxis, eine dicke Empfehlung für Motoröl--

    Mit diversen Fetten habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht, da diese das Lager u.U. nicht vollständig erreichen können, was hier ja auch schon festgestellt wurde.!!

    Nähmaschinenöl dazu hat m.M.n. nicht die Langzeitstabilität.


    Ahoi


    Jürgen

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Motorenöl hat seine angegebenen Viskositätzeigenschaften bei 100-110°C, ich weiß nun nicht 100%ig wie warm ein Plattenspielerlager so wird, aber ich denke das bei 33U/min maximal 5°C mehr als Raumtemperatur entstehe

    Stimmt so leider nicht, weil bei einer Verbrennung im Motor viel höhere Temperaturen, weit über das gesagte hinaus, entstehen.

    Der Bereich ist der, in dem das Öl seine angegebene Viskosität stabil halten kann.


    Ahoi


    Jürgen

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)