Dachbodenfund ITT HIFI 8011 Direct Drive – Taugt der was?

  • Was genau sind MM-Systeme?

    MM-Systeme arbeiten - im Gegensatz zu MC-Systemen - mit einem Magneten in einem Spulenfeld und induzieren so, entsprechend der Auslenkung der Nadel in der Rille, die Spannung. Genaueres bitte über die Suchfunktion herausfinden. Das AT-71 und auch das angesprochene AT-95 sind MM-Systeme, deren Frequenzgang neben dem Widerstand im Eingang des Verstärkers von der sog. Eingangskapazität bestimmt wird. Die AT-Systeme sind in dieser Hinsicht sehr empfindlich und brauchen niedrige Werte im Verstärker. Die Einheit ist Picofarad, abgekürzt pF. Der Yamaha hat eine hohe Eingangskapazität (ca. 550 pF) im MM-Eingang, zu dem dann noch die Kapazitär des Kabels im Plattenspieler (ca. 100 - 150 pF) kommen. Die AT-Systeme mögen aber nur 100 - 200 pF und reagieren mit einem Anstieg an mittleren Frequenzen, um dann bei hohen kaum noch etwas von sich zu geben. Sie kreischen (nicht kreisen) dann regelrecht. Keine günstige Kombination.

  • Ich finde den Tipp mit den Telefunken gut. Die Verstärker snd richtig gut und haben auch praxisgerechte Phonoeingänge, der RA-200 auch genug Leistung für (fast) jede Lebenslage. Cinch auf Din ist nur beim Gebrauch eines Tapes (Aufnahme/Tape Out) kritisch, ansonsten tut es auch ein Adapter.

    Okay, dann nehme ich den RA 100 mit in die Auswahl auf und der Yamaha fliegt raus. Ist der RA 100 höher einzuschätzen als der Pioneer A 109? Würde letzterer überhaupt mit dem AT 71 harmonieren?


    Nen CD-Player könnte ich dann aber später ohne Probleme mit Adapter an den RA 100 anschließen, ja?

  • Hi, wenn ich die Chance habe, einen Verstärker persönlich abzuholen, dann kann ich den Verkäufer auch bitten, ihn kurz mal anzuschließen und vorzuführen. Dann weiß ich wenigstens, dass er überhaupt funktioniert. Wenn Ware und Geld erstmal übergeben sind, ist eine Rückabwicklung erfahrungsgemäß kein Selbstgänger, auch wenn der Verkäufer in der Nähe wohnt.

  • Der Yamaha A-500 stammt eigendlich noch aus einer Zeit (Anfang der 80'er) in der Yamaha vernünftige Phonostufen hatte. Sollte das Modell so daneben liegen?

    Viele Grüße
    Dieter


    AAA Mitglied

    Hat zu viele Pläne und zu wenig Zeit zum Basteln 8)

  • Äh, ich versteh gar nix mehr. :-D Ist der Yamaha nun ohne Einschränkung geeignet für meinen Plattenspieler oder nicht? Falls nicht: Eher den Pioneer A109 oder den Telefunken RA100?


    Ich bin da wirklich völlig hilflos und fange gerade erst an, sorry. :-( Und vielen Dank euch allen! :-)

  • Notfalls gibt es immer noch die Option, mit einer externen Phonostufe aufzurüsten. Ich könnte mir auch gut vorstellen, daß es bei den klanglichen (Nicht-)Qualitäten des AT-71 eh wurscht ist, was da hinten dran hängt. Und sollte mal in ein neues (besseres) Tonabnehmersystem investiert werden, kann man ein High-Output-MC nehmen - dem sind die Pikofaräder dann auch herzlich egal...


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Ist der Yamaha nun ohne Einschränkung geeignet für meinen Plattenspieler oder nicht? Falls nicht: Eher den Pioneer A109 oder den Telefunken RA100?

    Da nur neue, den gesteckten Preisrahmen sprengende Ratschläge kommen, aber keiner auf Deine Frage eingeht....


    Die beste aller angesprochenen Lösungen ist, wie Bonzo auch bestätigte, der von mir verlinkte Telefunken RA200, nicht der RA100.


    Der RA200 ist ein guter, solider Verstärker. Er hat alle Ein-/Ausgänge in DIN und Cinch Ausführung und ist damit sehr universell. Auf den RR200 treffen die Angaben auch zu. Es ist praktisch das gleiche Gerät als Receiver.


    Der Telefunken RA100 ist ein viel einfacher aufgebautes Einstiegsgerät, welches ausschließlich über DIN Ein-/Ausgänge verfügt.


    Den ebenfalls von mir verlinkten Pioneer A-109 habe ich herausgesucht, weil man für € 17,-- überhaupt nichts falsch machen kann. Die bekommt man bei Nichtgefallen immer wieder vom nächsten Käufer zurück. Das Gerät verfügt ausschließlich über Cinch Ein-/Ausgänge.


    Du musst Dir erst einmal im Klaren darüber sein, was Du überhaupt möchtest. Wenn Du das nicht weißt, kaufe sehr preiswert ein und

    rüste dann auf, wenn Du Gefallen gefunden hast.

  • Grundsätzlich ist jeder Vollverstärker, der über einen Phonoeingang verfügt, für jeden Plattenspieler geeignet.

    Alles steht und fällt mit dem Tonabnehmer... da der ITT aber ein MM drinne hat, passt praktisch wieder jeder Vollverstärker mit Phonoeingang, weil die nämlich alle MM "können".


    Ich würde also den nehmen, der am besten gefällt, der abholbar ist, der ins Budget passt... und dann den ITT einfach mal anschließen und hören.

    Ich bin sicher, dass das, was dann rauskommt, gar nicht übel ist...

  • Okay, super, und der Yamaha ist tatsächlich nicht sonderlich geeignet für meinen Plattenspieler?

    Der Yamaha ist an sich ein guter Verstärker und auch das Phonoteil sehr gut. Die hohen Werte der Eingangskapazitär kommen von den damals sehr strengen Vorschriften für die Einstrahlfestigkeit durch die DBP (Post, wers noch kennt). Die sind heute an sich aiuch noch hoch, es wird aber nicht mehr geprüft, sondern der Hersteller erklärt, dass sein Gerät mit den gängigen Vorschirften konform ist - den CE-Aufkleber kann man auch im Internet downloaden.


    Viele Japanische Hersteller haben also für den deutschen Markt in ihre an sich aufwendigen und guten Phonoeingänge einfach Kapazitäten eingelötet, um die Prüfung zu bestehen und das damals für den Verkauf benötigte FTZ-Siegel zu bekommen. Mit MC-Systemen am MC-Eingang oder MC-High-Output (laute MCs zum Betrieb am MM-Eingang) klingt der A-500 sehr gut.


    Die Deutschen Hersteller (Telefunken, Grundig, Dual) wussten ob der Problematik und haben die Phonoeingänge entsprechend konstruiert.


    Zu der Zeit kamen übrigens ganz viele englische Geräte auf den Markt, die ohne FTZ-Nummer verkauft worden sind. Der Verkauf war erlaubt, der Betrieb an sich verboten - hat nie jemanden gekümmert.


    Der Telefunken RA200 ist ein guter Anfang. Sehr unterschätzt und deswegen auch billig.

  • Der Telefunken RA200 ist ein guter Anfang. Sehr unterschätzt und deswegen auch billig.

    Wow, ich danke euch allen sehr herzlich für den vielen Input. Ein wenig was davon verstehe ich sogar hier und da. ;-)


    Ich versuch mal zu resümieren.


    - Telefunken RA200: beste der hier vorgeschlagenen Lösungen und evtl. für wenig Geld zu haben (s. hier z.B. https://www.ebay.de/itm/Telefu…89fc61:g:bUUAAOSw86Jaf10s)

    - Yamaha A500: nicht so geeignet, also besser nicht (wobei Holger da anderer Meinung zu sein scheint)

    - wenn's wenig kosten soll für den Anfang: Telefunken RA100 oder Pioneer A109


    Richtig?

  • Mit MC-Systemen am MC-Eingang oder MC-High-Output (laute MCs zum Betrieb am MM-Eingang) klingt der A-500 sehr gut.

    Heißt das, dass du der Meinung bist, dass der A500 NICHT geeignet ist für meinen ITT-Plattenspieler?

  • Nochmal: die "Eignung" hat nichts mit dem Plattenspieler, sondern mit dessen verbautem Tonabnehmer zu tun.

    Und den Kauf eines Verstärkers nur auf ein Billig--Audio-Technica, welches fast JEDER einigermaßen vernünftige Analogfan nur als kostenlose Beigabe sieht und empfiehlt, es schleunigst gegen etwas Besseres zu tauschen, abzustimmen, halte ich für verfehlt.


    Aber jeder ist seines Glückes Schmied... wäre ich an deiner Stelle und könnte einen Yamaha abholen (das habe ich doch richtig verstanden?), während mir ein anderer Verstärker nach eBay-Kauf am Ende mies verpackt beim Transport hin- und hergeworfen wird und in wer-weiß-welchem Zustand dann ankommt, dann wüßte ich, was zu tun ist.

  • Nochmal: die "Eignung" hat nichts mit dem Plattenspieler, sondern mit dessen verbautem Tonabnehmer zu tun.

    Und den Kauf eines Verstärkers nur auf ein Billig--Audio-Technica, welches fast JEDER einigermaßen vernünftige Analogfan nur als kostenlose Beigabe sieht und empfiehlt, es schleunigst gegen etwas Besseres zu tauschen, abzustimmen, halte ich für verfehlt.

    Ja, mir ist schon klar, dass es um den Tonabnehmer geht. Ich meinte damit den Plattenspieler, so wie er ist, also mit dem vorhandenen Tonabnehmer. Weil ich als Ahnungsloser gerne doch erstmal einfach mit dem arbeiten möchte, was ich nun ohnehin schon hier habe. Ich habe meine Zweifel daran, dass ich den Unterschied derzeit zu schätzen wüsste. ;-)


    Gut, du sagst, dass das auch in dieser Kombination (Yamaha + der schrottige Tonabnehmer) nicht schlecht klingen wird. Bonzo behauptet quasi das Gegenteil. Und ich habe einfach wirklich überhaupt keine Ahnung von der Materie. :-/


    Was für einen MC-Tonabnehmer könnte und sollte ich denn nehmen, um den AT71 auszutauschen? Gibt's einen, den ihr empfehlen würdet? Solide und dennoch nicht allzu teuer?


    Und ja, den Yamaha müsste ich einfach nur kurz abholen. Der war sogar in Reparatur, d.h. er sollte auf jeden Fall mackenfrei sein.

  • Moin!

    Und ja, den Yamaha müsste ich einfach nur kurz abholen. Der war sogar in Reparatur, d.h. er sollte auf jeden Fall mackenfrei sein.

    Wenn der Fall so ist, dann würde ich da nicht lange überlegen. Der Yamaha ist ein ordentlicher Verstärker mit einem ordentlichen Phonoteil (Yamaha konnte das in den 80er Jahre ziemlich gut), und ob man die zusätzlichen Picofaräter hört sei dahingestellt.


    Ich habe eine Vorstufe, bei der ich die Kapazität umschalten kann, der Effekt ist - abhängig vom verwendeten System - eher subtil.


    Gruß Roland