Audiophiler Neueinsteiger sucht Dreher

  • Hi Leute,


    meine letzten Berührungen mit Analog waren zu meiner Jugendzeit und im frühen Erwachsenenalter. Nun bin ich etwas in die Jahre gekommen (na ja...alles ist relativ) und im Besitz eines Pärchens Martin Logan reQuest. Das ganze wird von einem Digitalsetup (Gustard x20 DAC + Singxer USB Konverter + Musikserver/NAS Roon Audio) plus Hypex Class D Amp betrieben und klingt für mein Empfinden super. Kopfhörer ist bei mir ein Stax SR007 an selbst gebautem KGSSHV. Aber insgesamt fehlt mir was...


    Ich möchte gerne wieder voll in Analog einsteigen. Nachdem ich von Vintage Drehern wenig Ahnung habe - womit steigt man da am besten ein? Project und Rega haben mir für unter 1000 Euro optisch gut gefallen aber ich will über Platte keine klanglichen Abstriche gegenüber Digital machen. Im Auge hatte ich auch den Clearaudio Concept bzw. Marantz TT15S1.


    Ich suche da so im Bereich von 700-1500 Euros exkl. Phonopreamp aber mit Pickup. Über Tipps würde ich mich sehr freuen.


    LG, Mike

  • Nachdem Du schon einen Kopfhörer selbst gebaut hast und kleinere Sachen selbst machen kannst, würde ich Dir einen Plattenspieler aus den goldenen Jahren (als Plattenspieler noch Industrieprodukte und keine Manufakturware waren) empfehlen. An erster Stelle stehen die Kenwood KD990/7010/8030. Wirklich super Technik, unauffällig verpackt. Was die technische Qualität anbelangt (Gleichlauf, Rumpeln, Lagerqualität im Tonarm) steckt der das aktuelle Angebot bis 3000 € locker in die Tasche. Für 500-700 € bekommt man so einen in gutem Zustand. Alternativ würde ich mich mal nach Technics SL-M1 umsehen. Auch technisch voll auf der Höhe.


    Dazu noch ein schönes System und Du hast für 1200 € wirklich perfekte Vinylwiedergabe.

  • aber ich will über Platte keine klanglichen Abstriche gegenüber Digital machen

    Wirst Du aber machen müssen...

    Freilich kann Plattenwiedergabe ne Menge Spaß machen aber es gibt gewisse technische (prinzipbedingte) Limitierungen, an denen man auch mit noch so teurem Equipment nicht vorbei kommt. Was die Plattenfirmen aus den jeweiligen technischen Möglichkeiten machen ist dabei natürlich nochmal eine ganz andere Frage...

    Solltest Du noch Platten von früher haben, dann spricht natürlich nichts dagegen, diese auch anzuhören. Solltest Du komplett neu einsteigen und noch keine Platten haben, dann würde ich mir das gut überlegen:

    - Schallplatten sind wesentlich teurer als CDs

    - die Fertigungsqualität von Platten ist heutzutage oft sehr besch...

    - um halbwegs auf das (subjektiv empfundene) Niveau eines CD-Players zu kommen, wirst Du etwas mehr als 1000-1500€ ausgeben müssen, die werden schon so ziemlich allein für den Tonabnehmer draufgehen...


    Wenn Du mit dem Budget das klangliche Maximum rausholen willst, wirst Du um einen guten Gebrauchten nicht herum kommen. Aber die kosten (ohne Tonabnehmer oder mit Alibi-Tonabnehmer) heute auch schon einige hundert Euro - eigentlich nicht arg viel weniger als Du für ein Neugerät ausgeben wolltest. Für einen der "großen" Thorense wirst schon mindestens 400€ veranschlagen müssen, je nach Zustand und Ausstattung auch deutlich mehr. Der von meinem Vorredner angesprochene Kenwood KD990 (oder Baugleiche) wirst Du nur mit viel Glück und Suchen um die 500€ kriegen, die kosten eher 700...800€. Klar, das wäre der "finale" Spieler... Aber die Tatsache, daß so ein Ding im heutigen Neugeräte-Markt keine echte Konkurrenz hat, lassen sich die Verkäufer halt reichlich bezahlen.

    Noch halbwegs günstig sind manche Technics-Modelle aber auch da gibt es manches Modell, das fürstlich bezahlt werden will und das selbst bei fragwürdigem Zustand...


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Ist ja ein Hobby. Da muss (oder soll?) doch nicht alles nach drei Tagen fix und fertig auf dem Regalbrett stehen. Stimmt schon, die Kenwoods werdem gerade für absolute Mondpreise angeboten. Dafür stehen die auch recht lange in den entsprechenden Portalen. Wenn man einem Anbieter mal 500 € auf den Tisch legt, könnte sich da schon etwas bewegen.


    Es gehört auch immer Glück dazu. Meinen Technics SL-Q2 habe ich letztes Jahr für 35 € bekommen mit dem Hinweis, Geschwindigkeitsumschaltung und Halbautomatik gingen nicht mehr. Waren alles Standschäden, die mit etwas Gefummel und neuem Fett ohne viel Aufwand zu beseitigen waren.


    Gerade wegen der Preisentwicklung bei Plattenspielern kann man sich auch einfach mal von unten nach oben hangeln: Erst mal den SL-Q2 (einfach, weil er total einfach und robust ist) holen, dann langsam mit einem anderen System upgraden und - wenn einen der Virus erwischt hat - den Technics ohne Wertverlust verkaufen und ein Highend-Laufwerk holen.

  • Hallo Mike,


    wenn es vom Design her passt, würde ich mal bei Pro-ject ab RPM5 auwärts schauen, aber nur die Modelle mit "Evo" Armen. Diese LW gibt es teilw. komplett mit System und Zubehör zu sehr guten Preisen. Die Player bieten viele Möglichkeiten zur späteren Steigerung der Performance zu ebenfalls erschwinglichen Preisen.


    Viele Grüße

    Dieter

    PS mit luftgelagertem Tellerlager, Outer Ring und VTA Lifter diy, Pro-ject Perspective, 2M Black, EPC 33 Jico SAS und Black Bird LO, Arme: Jelco SA-750 12", Pro-ject 12cc Evo., Dr. Fuss Steuerung, MuFi MX-Vnyl, Kabelkonfektion diy

  • Hallo Andreas,


    Project und Rega haben mir für unter 1000 Euro optisch gut gefallen aber ich will über Platte keine klanglichen Abstriche gegenüber Digital machen.


    Keine klanglichen Abstriche unter 1000 Euro?

    Wie von Andreas schon erwähnt gibts auch hier nichts geschenkt, muss man sogar nicht selten selbst mit dem besten vom besten mit mehr oder weniger kleinen Einschränkungen leben.


    wenn es vom Design her passt, würde ich mal bei Pro-ject ab RPM5 auwärts schauen


    Bei deinem Anspruch und trotzdem reichlich überschaubarem butge aus dem RBM Katalog vielleicht gleich dieser Einsteigerklassiker..https://www.ebay.de/itm/High-End-Plattenspieler-Pro-Ject-RPM-9-1/192541305064?hash=item2cd45b28e8:g:IkcAAOSwC7Ba-yMf
     
    Der sollte noch dreistellig bleiben.
     
    gruß

    volkmar



    ps..seltsam, der link geht wohl nicht, wieso kann man hier keinen link mehr einfügen:|

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180


     

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von volkmar II ()

  • Sorry Mike , name vertauscht:pinch:


    Hier nochmals der link mit der hoffnung das er funktioniert https://www.ebay.de/itm/High-E…5b28e8:g:IkcAAOSwC7Ba-yMf


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180


     

  • Ich weise mal ganz dezent auf meinen circle im Biete-Bereich hin. Damit hättest du für ganz lange Zeit ausgesorgt.

    Gruß Frank

    Ich höre mit


    DFA Twin / Stogi R / Hana SH /Wilson Benesch Circle / Act 0,5 / Shelter 5000 / Bryston 12 B RX / 4 B SST/ Wilson Audio Sophia 3/ Audio research CD6 und PH6

    Gepflegt wird mit MERA EL B

  • Project und Rega haben mir für unter 1000 Euro optisch gut gefallen aber ich will über Platte keine klanglichen Abstriche gegenüber Digital machen. Im Auge hatte ich auch den Clearaudio Concept bzw. Marantz TT15S1.

    Hallo Mike,


    Andreas schrieb, dass Du Abstriche wirst machen müssen. Das ist einerseits richtig. CDs und erst recht High-Res-Files klingen sauberer, der Rauschabstand ist größer, die Dynamik (theoretisch) auch. Ich würde mich davon aber nicht abschrecken lassen. Platten klingen anders, aber nicht unbedingt schlechter – auch nicht bei "kleinem" Equipment. Es geht halt nicht nur um Messwerte, sondern auch um Psycho-Akustik (was nichts mit dem Plazebo-Effekt zu hat, sondern mit der Umsetzung des akustischen Signals im Gehirn).


    Ich höre seit vier Jahren fast ausschließlich Vinyl, die ersten zwei Jahre mit relativ günstiger Ausstattung und den entsprechenden Abstrichen in puncto Auflösung, Kanaltrennung, etc. Da war eine Menge Luft nach oben, und die gibt es immer noch. Entscheidend war für mich neben dem Analog-Sound aber der Zugang zur Musik, der ein völlig anderer ist, als wenn man eine Playlist abspielt. Inzwischen finde ich, dass CDs an einer guten Anlage einfach nur kalt und steril klingen. Ich nutze sie kaum noch, weil ich keine klanglichen Abstriche gegenüber Analog machen will. :P


    Zum Einstieg würde ich Dir empfehlen, Dich mal bei Analog-Revival umzuschauen. Dort bekommst Du gebrauchte, aber sauber restaurierte Plattenspieler aus allen Preisklassen. Wenn Du Dir dort einen Dreher zwischen 300 und 500 Euro aussuchst, wenn Du Dir dazu außerdem ein passendes, neues MM-System zu einem ähnlichem Preis besorgst, dann bist Du bei 800 bis 1000 Euro insgesamt und hast mehr Klang, als wenn Du in einen neuen Dreher für 1500 Euro investierst. (Was nicht heißen soll, dass moderne Plattenspieler schlecht sind; wenn sie gut sein sollen, sind sie aber teuer :/)


    Schönen Gruß

    Jan

    Wen es interessiert – meine Analogkette:
    Laufwerk: Thorens TD 520, Tonarm: Schick 12 Zoll, Tonabnehmer: Dynavector 20X L MkII, Phonovorstufe: Whest Two, Verstärker: Pathos Classic Remix, Lautsprecher: B&W CM10