Tapedeck bis 500 Euronen?

  • Hallo,


    ich wollte mir gerne nochmal ein Tapedeck zulegen - durchaus was wohlklingendes aber nicht zu Überambitioniert und im o.g. preislichen Rahmen.

    Als ich früher noch Audiokassetten als "Hauptmedium" in Walkman und und Autoradio benutzte, hatte man in meinem Bekanntenkreis - wenn es schon recht solide Geräte sein sollten - was von Technics oder Kennwood und wer etwas besser betucht war, hatte ein "großes Akai".


    Mein letztes Tapedeck war ein Kennwood KX 7050, aus der Erinnerung heraus eben recht ordentlich, aber mit Luft nach oben.


    Ihr merkt also - meine Produktkenntnis ist stark begrenzt und ich hoffe auf etwas Beratung und evtl. sortiert ihr mir die Geräte, auf die mein Augenmerk bislang gefallen ist, mal bzgl. klanglicher Bewertung und Praxistauglichkeit ( Ersatzteile & Haltbarkeit ) ein?

    Das Gerät sollte übrigens mit 500 € im revidierten Zustand bezahlt sein - ich möchte nicht noch ein Hobby anfangen ;)


    - Braun C4

    - Alpine AL-80

    - Akai GX 75/95

    - "was Kleines" von Nakamichi

    - "was Kleines" von Revox


    Bei den letzteren beiden Marken habe ich noch gar keine Erfahrungen und es werden im Netz eigentlich meist die Spitzenmodelle diskutiert, die sicherlich preislich über dem Limit liegen.

    Achso - noch was worüber wir uns früher nie Gedanken gemacht haben: Haben die Tapedecks irgendwie Lieblingskasetten, mit denen sie die beste Performance bieten und sind diese noch verfügbar?

    Früher gabs einfach TDK SA vom Händler um die Ecke und fäddisch...

    Und kommen die Geräte alle gleich gut mit zusammengewürfelten "Fremdkasetten" klar?


    Danke schonmal!



    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

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  • Zu den Geräten kann ich dir leider keine Angaben machen da mir dafür das Wissen fehlt. Allerdings hatte ich vor kurzem selbst ein Tapedeck geholt und stand vor dem selben Problem mit den Kassetten. Eine gute Seite ist meiner Meinung nach vintagecassettes. IMHO sollten alle vernünftigen Tapedecks die man einmessen kann mit den hochwertigen Kassetten kein Problem haben. Das sind meiner Meinung nach z.B Maxell XL II-S, BASF Chrom Maxima, TDK SA-X, Sony UX-S. Ob der Preis für Metallkassetten lohnt musst du selber entscheiden. Obige Chromkassetten kriegt man immer noch mal günstig bei ebay-Kleinanzeigen für ca 2,- € pro Stück. Es gibt aber auch Phantasiepreise für „Rare“, „Vintage“ & „Sammlerstück“. Die wollen dann schon mal 10,- € plus pro Stück.

    - ich möchte nicht noch ein Hobby anfangen

    Nun ja :/ Die meiste sind 90 min Kassetten. Macht zum bespielen ca 2 h. Wenn du dir 20 Stück auf Lager legst sind das… Soviel Finger habe ich nicht aber bei dreien ist der Samstagnachmittag um :whistling:. Musste mich auch mal erst wieder daran gewöhnen…

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von andre ()

  • Hallo Henner,


    die Nakamichi BX100/125/300 sind sicherlich gut.

    Aus Erfahrung kann ich das vom BX100/125 sagen .. allerdings sind die Geräte wie auch das BX300 in aller Regelmäßigkeit mit einem neuen ‘Idler‘ zu versehen.

    Wenn man das selbst kann und heute ~30€ dafür ausgeben möchte ...


    Irgendwann wechselte ich u.a. auch deshalb zum Sony TC-K730ES .. um Welten besser, weil u.a. Bias und Level (Calibration) getrennt einstellbar.

    Sehr gute Verarbeitung und bis heute noch in Betrieb (wenn auch selten).

    Hierfür empfehle ich die Kassetten Sony UX-S (90min) .. ließen sich am besten ‘steuern‘ - problematisch die TDK-SAs.


    Alternativ läuft jedoch auch ein Sony TC-KE300 ganz gut (autoCal) .. je nach Anspruch und Musikrichtung durchaus ausreichend.


    lg

    Michael

  • Hallo Henner,


    Revox hat nur "großes". Empfehlenswert wäre eine intakte B215, da wird zwar noch etwas Service (wie bei allen Gebrauchtdecks) nötig, aber diese Maschine kann fast alle Cassetten sehr gut einmessen, traumhaftes Laufwerk und ebensolcher Klang.


    GX-75 ist nicht schlecht, braucht aber auf jeden Fall einen Service, hier bleibt neben verhärteten Idlergummi auch gern der oder die Arme der Andruckrollen wegen verharzten Fett hängen.


    Nakamichi ist auch nicht schlecht...


    ...am Ende auch eine Geschmacksfrage.


    Relativ einfach im Service sind die Yamaha KX -930 -670 -690. Gut einmessen können sie alle.

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer

    Es gibt nur zwei Meinungen, entweder meine oder eine falsche. ;)


  • Die Zweikopfgeräte von Nakamichi (BX1-BX2, BX100 bis BX150) klingen schon exzellent und sind wirklich günstig zu haben. Man kann sie relativ gut auf bestimmte Kassettentypen einmessen, da alle Trimmpotis dafür unter der Haube nebeneinander liegen und beschriftet sind.


    In neue Riemen und einen neuen Idler investieren (alles leicht zu montieren, wenn man nicht zwei linke Hände hat) und ab geht die Luzy. Ein BX300 klingt nicht wirklich besser, hat aber natürlich den Vorteil, ein 3-Kopf Gerät zu sein und die direkte Hinterbandkontrolle zu bieten.


    Beim Kauf eines 2-Kopf Nak solltest Du auf Einschliff am A/W-Kopf achten. Wenn da schon eine Riefe zu sehen ist, würde ich auf ein besser erhaltens Gerät warten. Näheres zu Nakamichi kannst Du gerne in meinem Artikel in der Analog 3/17 nachlesen.


    Gruß


    Andreas

    AAA Member mit Unmengen an altem Geraffel

  • nach einem dutzend gutgemeinter empfehlungen kann ich dir das "größte" von Onkyo jemals gebaute tapedeck anbieten - das Integra TA-2870 , front silber, mit FB. habe es selbst erst vor ca. 1 jahr gekauft. service aktuell m. e. nicht erforderlich. gummiteile wurden lt. angabe des vorbesitzers erneuert. optisch fast wie neu. alles funktioniert einwandfrei, und es spielt traumhaft gut! für 450,- € würde ich es wohl abgeben...


    horst

    Ständige Sommerzeit = im Winter bis 9:00 h morgens Dunkelheit!

  • vielleicht mal zurück zu Deiner eigenen Auswahl:

    - Braun...sehr speziell und vermutlich der Optik geschuldet...da kann ich nichts zu sagen

    - AL-80: klasse! wenn es läuft, prima, wenn nicht, weitgehender Schrott, da wirklich fast nichts mehr für zu bekommen, ich würde es lassen oder irgendwann mal dazu stellen, wenn es nicht mehr als Hauptdeck unbedingt funktionieren muß.

    - Akai 75/95: sehr gute Wahl, viel zu bekommen, Preise gehen eigentlich auch noch. Haben aber häufig Standschäden und Klappe geht nicht auf. Hier also unbedingt auf die Funktion achten.

    - kleine Naks: nein, Finger weg, Klapperkisten und ihr Geld nicht wert. Unter BX-300 oder besser CR-4 würde ich keines heute mehr kaufen, auch wenn Andreas da -versiert- zum Klang etwas anderes formuliert. Ab den o.g. jedoch tolle und standfeste Geräte, die wenig "Hilfe" benötigen.

    - "kleine" Revox: gibt es nicht ;-) da wird es mit den 500 eher knapp, da die Revoxe leider fast alle eine Revision benötigen. Und wenn die richtig gemacht wird/wurde, dann kost das halt auch was.


    Darüberhinaus gibbet es feine Geräte wie Sand am Meer. Neu- Wieder-Anfängern rate ich allerdings eher, erstmal zu Prüfen, ob man wirklich wieder Spaß daran hat. Wenn Du Dir dafür ein Nak oder Akai leisten möchtest, bekommst Du die auch für die gleichen Taler wieder los, falls es nicht paßt. Bei anderen Geräten wäre ich da zurückhaltend. Daher macht auch zunächst mal ein günstigeres Deck zur Prüfung der eigenen Ziele durchaus Sinn...da würde ich das o.g. Yamaha 670 oder auch z.B. ein Aiwa AD-F800/880 empfehlen.


    Mit der SA (CDing) oder XL-II können alle Decks, viele sind ja zudem auch einmeßbar...das ist nun wirklich kein Problem. Eher die eigene Einstellung, auch gute gebrauchte CC zu akzeptieren, die gibt es nämlich nich wie Sand am Meer...

  • - kleine Naks: nein, Finger weg, Klapperkisten und ihr Geld nicht wert. Unter BX-300 oder besser CR-4 würde ich keines heute mehr kaufen, auch wenn Andreas da -versiert- zum Klang etwas anderes formuliert.

    Das stimmt so nicht. Von Klapperkisten sind die kleinen NAKs weit entfernt. Und bei Preisen um die 100 Euro ganz sicher ihr Geld wert. Das eingebaute Sankyo Laufwerk halte ich für ausgezeichnet: Leicht auszubauen und zu reparieren. Der Rest ist auch gut zu reparieren, wenn mal was kaputt geht. Teile gibt es wie Sand am Meer, da diese Decks millionenfach verkauft wurden. Ein Ersatzteilträger ist für kleines Geld also immer günstig aufzutreiben.


    Für einen Anfänger sind diese Decks ideal: Günstig, Service freundlich und mit gutem Klang. Mein erstes NAK war ein BX-2. In den 80ern während der Semesterferien hart erarbeitet und für 850 DM gekauft. Freunde und ich konnten damals die Aufnahmen mit Dolby C kaum vom Original von CD unterscheiden. Und da hatten wir alle noch junge Ohren...


    Gruß


    Andreas

    AAA Member mit Unmengen an altem Geraffel

  • ich möchte Deine Erfahrungen mit diesen Decks in keinster Weise in Frage stellen, Andreas, allerdings sollten wir hier doch irgendwo Preis und Gegenwert in Einklang bringen. Anders als Du habe ich in meiner Jugend diese ganzen kleinen Naks ausschließlich als "Klapperkisten" kennengelernt, die ihren (damals) hohen Preis im Vergleich zu anderen Decks einfach nicht wert waren. Da war der Name entscheidend. Und Du willst mir doch nicht wirklich erzählen, dass ein BX-2 haptisch auf dem Niveau Deines 670 oder Deines (ehemaligen) Dragon unterwegs ist, oder? Selbst ein günstiges LX-3 ist den BXen haptisch deutlich überlegen.


    Da ich ja nun wirklich dazu neige, an die Naks nichts kommen zu lassen, an der Stelle bin ich da ganz einfach gestrickt. Bei anderen Geräten bekomme ich deutlich mehr fürs Geld und daher spreche ich tatsächlich gegen diese Geräte.


    Aber wir sollten hier nicht wieder Grabenkämpfe führen. Der TE scheint ja ein gesundes Maß an eigener Vorstellung zu haben und soll sich doch ggf. intensiv mit den einzelnen Ausführungen der noch vorhandenen User auseinandersetzen und ggf. gezielt hinterfragen.


    Gruß

    Frank

  • Hallo Frank,


    natürlich möchte ich hier keine Grabenkämpfe führen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen...


    Zum Dragon habe ich allerdings heute eine ganz eigene Meinung. Der ist imho haptisch eine Katastrophe und wirklich billig verarbeitet. Allein diese billigen Plastetasten. Für ein Tapedeck, das mal an die 4000 DM gekostet hat, ist das wirklich nicht hochwertig und haptisch vom BX-2 gar nicht so weit weg. Da sind die Revoxe, ein Hitachi 5500M oder auch ein Sony TC-K777 um einige Klassen besser. Nicht umsonst habe ich mein letztes Dragon verkauft.


    Aber, wie gesagt, keine Grabenkämpfe. Jeder hat da seine eigene Meinung.


    Gruß


    Andreas

    AAA Member mit Unmengen an altem Geraffel

  • Als ich früher noch Audiokassetten als "Hauptmedium" in Walkman und und Autoradio benutzte

    Mach ich bis heute mit zunehmender begeisterung immer noch:) das ganze Digitale zeug hab ich rausgeschmissen.


    Da wären wir auch mal wieder beim Thema "Kassette kann eigentlich und im grunde heutzutage klanglich gar nicht mehr mithalten":..Bullshit!


    Also mit der zugegeben Ultradynamischen und Kristallklaren, aber auch total flach und unnatürlich-synthetisch klingenden Digitalen soße heutzutage kann ich persöhnlich nichts mehr anfangen, allerdings gibts Ausnahmen, aber dann auch nur mit rein Analogem Equipment an den wichtigsten stellen in der Anlage, reines Digitales ist für mich definitiv gestorben.


    Auf jeden fall würde ich nach einem revitierten oder zumindest im Absolut einwandfreien Zustand befindlichem Gerät ausschau halten, sonst ist fruß bei dieser in unglaublich engen grenzen arbeitenden Technik und relativ langsamen Geschwindigkeit vorprogramiert, ich hab ein Akai GX-95 MKII und bin ganz zufrieden damit.

    Von vorteil wäre vor dem Kauf auch ein möglicher Hörcheck Vor/Hinterband mit Chrom und Metallband, das verwende ich übrigens wegen der extremen Dynamikreserven.


    Viel Glück bei der suche!


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Rein klanglich kann ich eines der großen AIWAs empfehlen. Ich hatte damals das XK-S 7000. Das hatte seinerzeit bei der Hifi-Vision eine Reihe von Laborrekorden aufgestellt. Heute hat das ein Kumpel von mir, der es mir vor ein paar Wochen zum Riemenwechsel vorbeigebracht hatte. Da lernst Du das Fluchen, service-freundlich ist was anderes... Aber klanglich absolut top! Das gleiche dürfte auch für das "größere" XK-S 9000 zutreffen.

    Der gleiche Kumpel hat sich auch noch ein Revox angeschafft. Da hat er mir gesagt, daß das schon deutlich service-freundlicher gebaut ist. Qualitativ sollten die Revoxe auch über jeden Zweifel erhaben sein.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • nach einem dutzend gutgemeinter empfehlungen kann ich dir das "größte" von Onkyo jemals gebaute tapedeck anbieten - das Integra TA-2870 , front silber, mit FB. habe es selbst erst vor ca. 1 jahr gekauft. service aktuell m. e. nicht erforderlich. gummiteile wurden lt. angabe des vorbesitzers erneuert. optisch fast wie neu. alles funktioniert einwandfrei, und es spielt traumhaft gut! für 450,- € würde ich es wohl abgeben...


    horst

    Ich möchte Dir Dein Onkyo Deck ja nicht mies machen, aber von einem Spitzengerät ist dies weit entfernt.

    Es mag das damals "größte" Tapedeck in deren Produktpalette gewesen sein, aber der Rotstift hatte da schon gewaltig zugeschlagen. Der Vorgänger (TA-2570) hatte einen gut funktionierenden Einmeßcomputer, dieses hier hat lediglich einen Bias-Regler, noch dazu ohne schaltbaren Meßton.

    Onkyo konnte vieles gut, Tapedecks gehörten jedoch nicht dazu.

    Der von Dir aufgerufene Preis ist - vorsichtig ausgedrückt - sehr ambitioniert...

  • Zumindest hatte es Dual Capstan Antrieb.


    Ich hatte mir als das rauskam das kleinere ebenfalls brandneue und baugleiche TA-2850 Deck gekauft, im nachhinein hätte ich mir damals doch das ebenfalls brandneue Kenwood 1100HX kaufen sollen, die Geräte konnte ich mir alle vor dem Kauf anhören.

    Das Kenwood war etwas teurer, hatte aber den ganz klar saubereren und feineren Klang gehabtX/


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


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  • war doch klar, dass da jemand ein haar in der suppe findet...


    ich empfinde mein TA-2870 klanglich jedenfalls musikalischer/stimmiger als mein KX-930 von sony.


    Zitat

    Ich möchte Dir Dein Onkyo Deck ja nicht mies machen, aber von einem Spitzengerät ist dies weit entfernt.

    ich bezweifele, dass du es jemals selbst gehört hast.

    Ständige Sommerzeit = im Winter bis 9:00 h morgens Dunkelheit!

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