TA Kauf: Lyra Kleos / Skala vs. Dynavector Te Kaitora Rua (glaube ich ...)

  • Hallo Gemeinde,

    nach vielen Jahren zufriedenen Hörens mit einem Benz Glider habe ich mein Sparschwein gekillt und bin nun endlich für die nächste Liga bereit. Da TA Probehören bekannterweise die schwierigere Disziplin ist, habe ich meine Auswahl also akademisch getroffen, sprich Tests und Foren durchgelesen und mich auf Lyra Kleos konzentriert, ggf. ein Skala. Interessanterweise kam zur Auswahl auf gleichem Weg noch das Rua dazu. Leider ist mir kein Händler im Rhein-Main-Gebiet oder sonstwo bekannt, der beide Systeme angeschnallt zum hören hat, was aber sowieso nur an der gleichen Kette Sinn machen würde.


    Mein Ziel ist eine große (in dubio tiefe) und feste Bühne, sehr kontrollierter Bass und detailreiche aber "schmelzige" Höhen. Über meine Phono-Kette höre ich zum größten Teil Klassik und Jazz, daneben meist Indi / Alternative. Phono-Pre Whest 30RDT, Transrotor FatBob TMD / SME 309 und individuell hergestellte 3-Weg Bandpass Lautsprecher via Octave V70, Silberkabel Kleinsignal.


    Meine Fragen: hat jemand Erfahrungen mit Umstieg auf ein Lyra Kleos oder Skala und hat das Kleos im direkten Vergleich zum Rua schon mal gehört?


    Ich danke Euch für Eure Einschätzungen und das Teilen der Erfahrungen.


    LG, Alex

  • Hallo Alex,

    ich hatte vor ein paar Zeit noch ein kleines Lyra und auch verschiedene Dynavector Systeme.

    Tendenziell würde ich für detailreiche aber "schmelzige" Höhen eher auf Dynavector setzen.

    Mit der Formulierung ist das etwas kompliziert. Ich würde Dynavector z.B. das DVxx2MK2 einen vollen Grundton und seidige, detailreiche Höhen bescheinigen. Der Dynavector Hochton ist aber nicht warm, sondern eher neutral (Klangfarbe).

    Ob sich der Trend bei den teureren Systemen fortsetzt kann ich nicht sagen. Etwas mehr "Schmelz" Wärme und mehr Auflösung bekommst Du aber auch mit einem Benz Ruby 3, Benz LP im Holzgehäuse. Ich habe nur noch Systeme mit Holzgehäuse :).



    LG

    Horst

  • Hallo Alex,

    ich habe seit ein paar Wochen einen TA Wechsel auf ähnlichen Niveau hinter mir. Im Vorfeld bin ich durch Zufall auf das AMG Teatro gestoßen. Ich hatte den TA vorher nie gehört. Nach Lektüre einiger dürftiger Tests und da ich den TA für einen guten Preis bekommen konnte, bin ich das Risiko eingegangen. ( https://www.dagogo.com/amg-tea…l-phono-cartridge-review/ )

    Es hat einige Zeit gedauert bis wir Freunde geworden sind, aber nun passt's. Zur Rämlichkeit kann ich wenig Aussagen machen, das hängt ja von mehreren Faktoren ab. Aber den straffen, sehr konturierten Bass kann ich dir bestätigen. Ich betreibe deas AMG auch an einem SME 309 Mag. auf einem Transrotor Rondino.

    Ansonsten, viel Spaß und Geduld beim suchen.

    Viele Grüße

    Klaus-Peter

  • Moin,


    ich betreibe aktuell ein Kleos, ein Rua hatte ich auch mal aber das ist schon Jahre her.

    Das Kleos kann Bühne und Bass aber Schmelz eher nicht.

    Wobei man da ja mit der Abstimmung noch ein bisschen feintunen kann.

    Das Kleos kannst Du gerne mal bei mir hören, ist nur ne Stunde Fahrt.

    In dem Zuge könntest Du auch direkt die beste Anlage hören...



    Gruss,

    Christoph

    Gewerblicher Teilnehmer

    AAA Mitglied

  • Nach meinen Erfahrungen mit SME V + VI würde ich nicht zu einem Lyra raten.

    Daran spielen die mir zu dünn.

    Mir gefallen die besser in schwereren Armen. OL zum Bsp.


    Am SME vielleicht ein kleines vdH oder ein schnuckeliges MM.

    Viele Grüße

    Andreas


    "Jeder darf sagen was er denkt. Hauptsache, er hat vorher gedacht." (frei nach Harry Rowohlt, ihm zum Gedenken)

  • Hallo Andreas, also MM geht ganz sicher nicht.

    Zu dünn ... das könnte ggf auch an der Kette liegen. Ich mage es nicht zu saftig oder fettig, gerne etwas drahtiger, wenn das Worte sind, mit denen Du in diesem (und nur in diesem) Zusammenhang was anfangen möchtest.

    Und für exotische TA bin ich einfach zu spiessig, ehrlich gesagt. Soviel Marketingbudget hat kein Hersteller, dass er ALLE Magazine der Welt mit Anzeigen bestechen kann. Und da, wie geesagt, TA nur ganz schwierig probegehört werden können (wenn man nicht die beste Anlage der Welt hat), muss ich mich leider und sehr unspektakulär an die Masse heften.

  • Hallo Alex,


    beim Lesen Deines Klangwunsches fiel mir spontan das ZYX 4D XH ein.

    Wenn Du über den Exoten-Schatten springen magst, würde ich z.B.

    bei BlackPearls mal nach einem DS Audio DS-002 fahnden. Das hat bei

    mir derzeit Referenzstatus. 8)

  • Ja Peer, das ZYX hatte ich auch schon mal im Gedankengang. Davon bin ich abgekommen, da die Fertigungsvarianzen wohl schon recht hoch sind und man gerne auch mal ein Montagsding bekommt.

  • Hallo Alex,


    "drahtig" trifft es wohl.

    Wenn dies das Ziel ist, bist Du auf dem richtigen Weg.

    Viele Grüße

    Andreas


    "Jeder darf sagen was er denkt. Hauptsache, er hat vorher gedacht." (frei nach Harry Rowohlt, ihm zum Gedenken)

  • Hi Alex,


    bei deiner Beschreibung nach schmelzigen Höhen und fester Bühne nach, würde bei mir ein Te Kaitora RUA gleich heraus fallen. Ich habe dieses System an einem Rigid Float gehört und würde sagen, das liegt sehr stark auf der analytischen Seite und ist fast das Gegenteil von deiner Beschreibung entgegen was ein Vorredner hier schreibt. Detailreich ist es, keine Frage einer der Stärken des Te Kaitora RUA, aber es hat keinesfalls Schmelz in keinem Frequenzbereich, sorry. Das ist eines der analytischten Systeme, die ich bisher gehört habe, würde ich fast sagen. Vielleicht könnte man das mit einem warm klingenden Röhrenamp paaren und es könnte deine Vorstellungen eher erfüllen.


    Ich bin zwar Fan einer leicht analytischen Klangauslegung, aber das war mir echt zu viel des Guten. Die Höhen empfinde ich schon nicht mehr als Detailreich, sondern nach einer Weile sogar als nervig. Und es hing bereits an einer Top Röhre, die allerdings sehr neutral war. Dieses System spielt sehr gut mit Klassik, was anderes möchte ich damit nicht hören ehrlich gesagt.


    Die Bühne ist zwar weit, dreidimensional und detailliert, aber mir fehlt da die Bodenständigkeit oder auch Erdigkeit - du bezeichnest das mit fester Bühne vielleicht. Der Bass ist zwar straff und präzise, aber mir fehlt der Punch. Und wenn ich mir deine Beschreibung so ansehe passt das einfach nicht.


    In der Preisklasse gibt es durchaus Alternativen. Deine Beschreibung geht eher in Richtung eines der großen Benzes. Das LPS hat die Wärme mit Präzision, das SLR Gullwing hat die Offenheit und Erdigkeit mit Präzision, beides sehr komplette Systeme, denen man nach persönlicher Vorliebe jeweils den Vorzug gibt. Die großen Benzes haben dabei Bass Punch und spielen in dem Bereich straff genug. Ansonsten gibt es kaum etwas an diesen Systemen auszusetzen, sie gehören zu den besten Allroundern, die ich bislang gehört habe.


    Das Kleos kenne ich persönlich nicht, allerdings habe ich ein Etna. Das spielt im Bass straffer als ein großes Benz, hat ausgewogene, präzise und vor allem nie nervende Höhen und eine unglaublich magische Dreidimensionalität. Ein Lyra setzt den Zuhörer in die Musik hinein. Wobei ich nicht sagen will ein großes Benz kann das nicht auch. Das Lyra kann das einfach besser und lässiger.


    Mein Tipp für deine Beschreibung ist jedoch ein anderer: Das Grado The Statement 2. Vor ein paar Monaten hätte ich auch noch ein Koetsu z.B. Rosewood Variante vorgeschlagen, aber davon bin abgekommen nachdem ich dieses große Grado gehört habe. Von dem bin ich in der Zwischenzeit hin und weg, da es anscheinend die Vorteile eines Lyra und eines Benz zu vereinen scheint. Ich habe nie zuvor ein Grado - oder ein anderes System - gehört, daß derart präzise spielt wie ein Lyra, bei derart seidigen Höhen wie ein Benz bis ganz oben rauf. Dabei toppt das Grado die Stimmenwiedergabe beider Systeme würde ich sagen, obwohl ich das noch nicht so lange habe wie die anderen TA`s.


    Das ganze gepaart mit einer dreidimensionalen Bühne, die bereits aus der Kiste heraus an die des Etna heranreicht oder sogar vergleichbar ist - und das noch nahezu uneingespielt. Ich glaube fast nicht, daß ich das hier schreibe, den vor 2 - 3 Jahren war ich noch Grado Hasser. Nun scheint es, daß ich komplett konvertiert bin zum Grado Fan ... ich habe noch nicht so viele Stunden damit gehört wie mit den anderen Systemen, die ich hier beschreibe, aber es spielt so unaufgeregt anders und doch so perfekt. Für dich ist aber vielleicht wichtig, daß deine Beschreibung auf dieses System ziemlich genau zutrifft.


    Vom Gefühl her würde ich sagen das große Grado kommt deinem Klangwunsch sehr nahe. Aber wirklich kein Te Kaitora RUA! Hast du das mal angehört und mit deiner Vorstellung verglichen ? Ich wette dann hättest du das gleich verworfen.


    Meine 2 Cents,

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    das ist ja mal eine Ansage. :) Ich wollte im Beitrag # 2 nicht zu weit ausholen und zu dem Benz LP nicht auch noch ein Grado vorschlagen. Ich habe das Grado Statement Reference 2 an einer Audio Research PH6. Das Grado hat so mein Benz LP abgelöst. Der Hochton ist in den ersten 60 Std noch etwas drahtig, wird aber mit der Zeit geschmeidiger. Der Bass und die Präzision sind eine Wucht. Im Vergleich zu den anderen Systemen ist das Grado preislich ein Schnäppchen. Wer noch etwas mehr Schmelz haben möchte, dem kann ich ein großes Holzheadshell empfehlen.

    Das Grado "The Statement 2" kann wohl alles noch ein wenig besser, aber mein Grado "Statement Reference 2" hat gegenüber dem Benz LP (ohne S) schon klar die Nase vorn. Mein Grado hat nicht ganz den Glanz eines Benz, aber dafür eine Kraft, Attacke und Präzision und einen kraftvollen Bass, der nicht samtig weich klingt sondern zupackt.



    DSCF2293.JPG


    Gruss


    Horst

  • Hi Zusammen,


    ich kenne das Grado Reference Sonata 1, das Grado Statement Master 1 und eben das Grado The Statement 2, das ich aktuell habe.


    Von unten nach oben ist generell zu bemerken, daß die Grado Holzbodys je teurer sie werden auch neutraler werden. Das Sonata 1 klingt schon wirklich gut fürs Geld und hat schon den Charakter dieser Holzbody Systeme aus Jarrah Holz. Hier mußte ich mich aber ein wenig eingewöhnen, sagen wir mal in diesen speziellen "Grado Klang" einhören. Es klingt ein wenig zurückhaltend, aber man vermißt nach einer Weile eigentlich nichts mehr. Sonata hat bereits eine tolle Stimmen Wiedergabe und spielt insgesamt komplett. Es spielt allerdings verglichen mit einem Etna und dem SLR ein wenig belegt. Aber dieser direkte Vergleich war auf meinem LW (drei Arme, alle an derselben Vorstufe, die ich direkt umschalten kann) auch ein wenig unfähr gemessen am Einstiegspreis. Dennoch kann man bereits mit einem Sonata in dieser Preisklasse auf Dauer zufrieden Musik aller Stilrichtungen hören.


    Das Statement Master 1 eines Freundes war zwar schon etwas älter, stellte aber das Sonata eigentlich sofort für mich in den Schatten. Hier war alles offener, lässiger und die Musik kam auch mit mehr "Schmiss" aus den Lautsprechern. Das machte mich bereits so richtig an, was mich dann auch spontan zum Kauf des großen Grado verleitete. Das leicht belegte Hörgefühl des Sonata war hier meines Erachtens bereits weg. Beide Systeme lösen aber sehr schön ab von den Boxen und machen ein schönes dreidimensionales Klangbild. Wobei das Master eigentlich alles besser konnte als das Sonata soweit ich mich erinnere.


    Das The Statement 2 hat mich von der ersten Minute einfach nur umgehauen. Ich hatte überhaupt nicht mit sowas gerechnet. Dieses System hat mich von der ersten Minute eigentlich "weg geflascht". Ohne jedwedes Einspielen und bereits beim ersten Justier-Versuch zog es mich in seinem Bann. Es hat Bass Punch, es hat eine brillante Stimmen Wiedergabe und niemals nervende, sehr seidige Höhen. Diese spielen soweit hoch wie es meine restliche Kette eben hergibt. Aber der absolute Oberhammer für mich ist diese quasi Surround Wiedergabe. Dieses System findet in dem Punkt sofort Anschluß an das Lyra Etna, das hier eigentlich seinen Sweet Spot hat. Das große Grado hat sofort diese enorm plastische Wiedergabe, die ich so schätze. Und ich würde sagen das Grado zieht mit dem Etna in dem Punkt in seiner Weise gleich. Allerdings muss ich noch ein paar Stündchen damit hören um die vielleicht kleinen, unterschiedlichen Nuancen zwischen Etna und The Statement 2 in dem Punkt noch herauszufinden. Ist ja spannend finde ich ... nun es wird ja bald wieder Herbst und usselig draussen ...;-) Denn nun sind erst mal die Sommer Hobbies dran.


    Das Verrückte ist, wenn ich vom Benz zum Lyra schalte hört man spontan die recht großen Unterschiede dieser beiden Systeme. Man kann mühelos nachvollziehen wohin Benz entwickelt und in welche Richtung Lyra geht. Beim Umschalten zum Grado muss ich mich erst einmal umorientieren. So richtig kann ich das erst mal gar nicht in Worte fassen ehrlich gesagt, da der Unterschied einfach überraschend ist für mich. Das Grado spielt vielleicht zu echt, daß man sich erst mal daran gewöhnen muss. Mit einer Lässigkeit und Selbstverständlichkeit, die ich so noch nicht wahrgenommen habe bei einem anderen System. Auch nicht beim wirklich lässig und famos aufspielenden Etna. Das The Statement 2 hat wirklich seine eigene Art der Wiedergabe ...


    Eine herrliche Qual auf meinem Laufwerk Platten auf so verschiedene Weise hören zu dürfen und je nach Lust und Laune einer anderen Klangrichtung fröhnen zu können.


    Nun denn, highfidele Grüße,

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    danke für die wirklich interessante Beschreibung. Ein Grado

    steht bei mir schon eine Weile auf meiner Wunschliste.


    Aktuell (und wohl noch eine ganze Weile) steht es aber auf

    "hold", da ich derzeit keine Handelskrieger unterstütze. ;)