Audiospecials Phonolab 1.0 vs Envogue Roma 79DC

  • Hallo,


    dank eines netten Forenkollegen darf ich die AS Phonolab ein paar Tage zu Hause testen, ohne mir den Testkoffer bestellen zu müssen.

    Eigentlich hatte ich die Suche nach meinem Phonovorverstärker schon abgeschlossen, seinerzeit auch viele Geräte getestet, aber leider nicht den AS, von dem ich soviel gutes hörte.

    Der Übersicht wegen wollte ich meinen Vergleich in ein paar Teile machen, zudem bin ich noch nicht ganz am Ende angelangt.

    Der Vergleich findet in meiner Kette an dem Nottingham Astra mit Annaarm, Dynavector DRT XV-1s, einem A40 Virtus (Verstärker von Synthesis) und an den Zingalis Client Name Evo 1.5 statt. Es wird nur MC verglichen.

    Da ich auch noch die Zingali 4s hier stehen habe, werde ich im 2. Hörvergleich auch mal an kleinere Lautsprecher vergleichen.

    Beide Phonopres bekommen zunächst gleiche Kabel und vergleichbare Aufstellung.


    Teil 1: Vorstellung, Ausstattung, Preise


    Über den AS kann man hier ja schon viel lesen. Mein Kandidat kostet (Einführungspreis) rund 3900, (1200 für das Netzteil, 2700 für den Verstärker) hat aber zusätzlich (gegen Aufpreis) noch symmetrische Ein- und Ausgänge sowie die optionale Fernbedienung mit Lautstärkeregelung.

    2 Phonoeingänge sind vorhanden, die wahlweise für MC oder MM ausgelegt sein können.

    Am ausgelagerten Netzteil (PSu 1.2) kann ein 2. Gerät mit 2 weiteren Eingängen angeschlossen werden, so dass dann 4 Phonoeingänge, je nach Gusto als MM oder MC zur Verfügung stehen.

    Der AS ist ein Transistorgerät, hat umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Bei MC 16 verschiedene Impedanzen und 4 Verstärkungen. Im Inneren gibt es wohl noch einen Jumper, mit dem eine weitere Änderung der Verstärkung möglich ist.Die Impedanzen gehen von 2K bis runter auf 50 Ohm, wobei auch Sonderwünsche realisierbar sind.

    Die Einstellung erfolgt über Dippschalter auf der Gehäuserückseite und Drehwahlschalter für die Verstärkung.

    Die Entzerrung kann von RIAA auf Kundenwunsch auch auf Neumann konfiguriert werden.


    Der Envogue Roma 79DC ist eigentlich ein Synthesis Roma 79DC (PDF Info) und wurde für Envogue getunt und mit einer anderen Front versehen.

    Hat aber den gleichen Listenpreis von knapp 2000. Den Synthesis kann man im Netz auch für rund 1500 neu finden.

    Er hat nur einen Phonoeingang, der von MM auf MC umschaltbar ist.

    Symmetrische Ein- oder Ausgänge, Lautstärkeregelung oder weitere Phonoeingänge gibt es weder gegen Geld noch für gute Worte.

    Die Verstärkung kann für MM nicht angepasst werden, für MC gibt es 2 verschiedene Verstärkungen.

    Die Einstellung erfolgt über einen Druckknopf auf der Front.

    Mittels einem großen Drehregler, ebenfalls auf der Front, wird der Eingang angepasst.

    Bei MC sind 8 verschiedene Impedanzen von 1k bis runter auf 22 Ohm möglich. Hier sind auch Sonderwerte möglich, geht aber über Italien. Ein frontseitiges Display informiert über alle gewählten Einstellungen. Eine Änderung der Impedanz ist während des Betriebs ganz einfach möglich, es wird nur kurzzeitig die Verstärkung deutlich gesenkt.

    Das Gerät ist deutlich größer als die AS, hier wurde das größere Gehäuse genutzt um Netztrafo, Hauptplatine und die Steuerung direkt hinter der Front räumlich zu trennen.



    Viele Grüße

    Frank

  • Teil 2: 1. Hörvergleich


    Gestern habe ich den ersten Vergleich gestartet.

    Mein Dynavector fühlt sich am Roma bei 33Ohm am wohlsten, 50 oder 22 gehen auch noch sehr gut.

    Da der AS nur bis 50Ohm runter geht, habe ich beide auf 50Ohm gestellt.

    Zuerst habe ich mit einer Testplatte durch die Einstellung der Verstärkung beide Geräte auf hörbar gleiche Lautstärker gestellt.

    Das interne Poti vom AS steht auf "laut", wenn die Verstärkung beim AS dann auf 3 steht und der Roma auf MC+, sind beide etwa gleich laut. Mein MC liefert ja recht wenig Ausgangsspannung.

    Danach habe ich das Rauschverhalten ohne angeschlossenen Tonabnehmer an MC verglichen. ,

    Beide sind recht ruhig, da hatte ich schon teils extreme Kandidaten hier. Der AS scheint gering etwas lauter zu Rauschen, dafür aber auch etwas heller. Ich sehe hier einen Gleichstand.


    Der erste Hör,vVergleich fand mit nur 2 verschiedenen Platten statt. Einmal die Filmmusic von Titanic Seite 4 (ich meine 180g Pressung) und Steve Harley-Loves a Prima Donna.

    Ich versuche mich etwas kurz zu fassen, bei der Auflösung und der Rausarbeitung feinster Details sehe ich beide auf dem selben Niveau.

    Der Roma braucht etwas längere Zeit zum Warnlaufen, etwa 20 min, vorher ist er nicht ganz so präzise im Bassbereich. Dann bietet er etwas tieferen und druckvolleren Bass, der AS ist etwas schlanker, allerdings sind diese Unterschiede sehr gering, denke dass hier die restliche Kette entscheidet was besser passt.

    In den Höhen ist der AS etwas heller, in meiner Kette schon eher etwas Zuviel, das kann bei bestimmten Instrumenten und hohen Abhörpegeln vielleicht schon anfangen zu nerven. Habe aber noch keine extremen Platten getestet. Denke das auch hier die Kette entscheidet, was besser passt.


    Der größte und für mich entscheidende Unterschied ist aber eher im mittleren Bereich. Beim Roma haben Stimmen mehr "Körper", alles ist etwas "plastischer". Dieser Unterschied kann auch sehr gut an den NOS-Röhren liegen. Aktuell sind Telefunken verbaut.

    Und da sehe ich auch einen Vorteil des Roma, als Röhrengerät kann man durch Röhrenwechsel in gewissen Rahmen Einfluss auf die Abstimmung nehmen.

    Zur Zeit sehe ich den Roma im Hörvergleich im Vorteil, allerdings zeigt auch der AS eine so hohe Qualität, dass ich mich noch gerne weiter mit ihm beschäftige.

    Aktuell versuche ich ihn den AS so gut wie möglich in meine Kette zu integrieren, beim Roma werde ich nicht die optimale Aufstellung wählen, weil ich dann den AS nicht gut stellen kann. Dafür hat der Roma ja seine NOS-Röhren.

    Auch werde ich den Vergleich mal an den 4s machen, um zu sehen wie groß der Anteil der großen Zingalis am Ergebnis des Vergleichs ist.


    Viele Grüße

    Frank

  • spannender Vergleich!
    Mich wundert, dass der AS und die Synthesis im rauschen so aehnlich sind.

    Bei mir rauschen Roehren Phono Vorstufen bei hohem Gain im ueblichen mehr als Transistor Vorstufen.

    gewerblicher & privater Veranstalter audiophiler Events


    AAA- Mitglied

  • Das kenne ich gut von den ear. Hatte ja zuletzt die 868 als Vorverstärker, in dem ja die 88PB integriert ist. Die war schon sehr schön, wurde aber von der Roma bei mir abgelöst. In der Roma werkeln rauscharme jfets in der MC-Sektion. Scheint eine gelungene Mischung zu sein.

  • Teil 3: 2. Hörvergleich


    Zuerst habe ich versucht die AS besser zu integrieren. U. a. habe ich ein andere Kabel genommen, die zwar nicht neutral sind, etwas im Bass "aufdicken" dafür aber oben etwas "runder" sind. Die passen schon mal etwas besser. Hat zwar alles einige Zeit gedauert, aber die AS ist es wert sich mehr damit zu beschäftigen.

    Der Roma habe ich ihre originalen Electro Harmonix Röhren wiedergegeben.

    Dann noch die 4s angeschlossen und los gings.

    Es war immer noch ein kleiner Unterschied zugunsten der Roma vorhanden, aber wohl nur im direkten Vergleich hörbar. Bei diesem Unterschied würden für mich noch andere Faktoren wie Preis und Ausstattung wohl den Ausschlag geben.

    An den großen Zingalis wurde der Unterschied zur Roma wieder deutlicher. Dann noch mal alles mit den NOS-Röhren. So kann sich die Roma bei den 4s etwas und bei den großen Zingalis recht deutlich absetzen. Diesmal habe ich auch Klassik gehört.

    Ich habe auch ein paar schlechtere Platten gehört und mit den Reglern der AS gespielt. Die bewirken wirklich was, allerdings finde ich die Roma auch ohne diese Regelung meist noch besser. Wäre für mich nur ein Kaufgrund bei Gleichstand im Hörvergleich.


    Teil 4: Mein Fazit


    Die AS gehört auf jeden Fall zu den spannenden Vorverstärkern. Ich hatte auch deutlich teurere zu Hause gehört, die mir weniger gefielen und schon nach kurzer Zeit wieder abgestöpselt wurden. An den kleineren Lautsprechern hätte die AS durchaus eine Chance bei meiner letzten Suche gehabt, hier hätte ich dann z B. überlegt ob ich nicht vielleicht doch mal symmetrische Anschlüsse benötige.

    Es war für mich interessant festzustellen, wie sich die Unterschiede bei den größeren Lautsprechern zeigten. Ich hatte in der Vergangenheit öfters mal Vergleiche wo ich mir einfach nicht sicher war was jetzt wirklich besser ist. Denke das wird demnächst klarer werden.



  • Jetzt hast du meine Aufmerksamkeit: du findest die Roma sogar besser als die 88PB, das ist interessant.


    Ich fürchte die muss auf den Einkaufszettel....

    Die Roma ist wirklich sehr gut, habe aber jetzt mal den Vergleich zur 88PB an meiner aktuellen Kette gemacht. Die EAR ist noch etwas besser, aber teilweise auch Geschmacksache. Die Roma geht eher etwas in Richtung Transistor, weniger Rauschen, die EAR hat aber noch etwas mehr Klangfarben.

    Wäre für mich eine recht schwere Entscheidung, da ich denke das sich die Unterschiede zwar im direkten Vergleich bemerkbar machen, aber nicht so groß sind dass man sich für die EAR entscheiden muss. Wenn man dann noch den Preis berücksichtigt, die Roma ist schon ein sehr gutes Angebot.


    Habe allerdings vor bei den Verstärkern noch was zu ändern und höre mich deswegen um. Habe jetzt ein sehr gutes Angebot für eine EAR 912 bekommen, Dann werden die Karten neu gemischt. Die 912 hat ja eine noch größere Phonostufe.

  • Nein, Phonovorverstärker.

    An der einen Seite wird der Tonabnehmer angeschlossen, an der anderen Seite geht es dann wieder weiter. Ob jetzt Transistor, Röhre oder eine Mischung aus beiden, mich interessiert was Ende rauskommt. :)