Matchen von Röhren auf Funke W19

  • Hallo zusammen,


    immer wieder lese ich das ein Paar auf Funke W19 gematchte Röhren zum Verkauf angeboten werden.

    Funke Röhrenprüfgeräte sind zum matchen von Röhren leider völlig ungeeignet. Man kann damit eine Röhre auf Emission, Elektrodenschlüsse , Steuerwirkung und bedingst auch Vakuum prüfen .

    Will ich eine Röhre matchen so müsste ich die Steilheit und den Anodenstrom in einem sinnvollen Arbeitspunkt messen und vergleichen.

    Dies ist auf den Funke Röhrenprüfern bis zum W19 jedoch nicht möglich. Erst das W20 ermöglicht diese Messungen


    gruss

    juergen

  • Es stimmt schon, das W19S ist kein richtiges Röhenmessgerät, aber es ist besser als nichts.

    Wenn man eine Röhre mit Schluss dem Verstärker erspart, kann das schon hilfreich sein.

    Die meisten Verstärker brauchen keine perfekten Paare.

    Bei NOS Röhren ist es sowieso nicht möglich. Die Stückzahl die man braucht ist viel zu groß.

    Aber es schadet sicher nicht wenn sie halbwegs gleich sind.


    heinrich

  • Jede Röhre hat einen im Datenblatt angegebenen Arbeitspunkt. Natürlich muss ich mich daran nicht 100% halten , aber viel Spielraum bleibt mir nicht . Ich würde sonst den linearen Kennlinienbereich verlassen oder Betriebszustände erreichen die der Röhre nicht gut tun.

    Wenn ich die Röhre mit diesen Parametern matche dann kann ich relativ sicher sein das sie auch in leicht abgeänderten Arbeitspunkten ok ist .

    Die Messung nur bei 0V Gitterspannung wie im W19 z.B. ist da zum matchen nutzlos.

    Mit dem W20 und den Neuberger RPM370/375 kann ich jede Spannung an der Röhre einstellen und somit jeden Arbeitspunkt simulieren.


    gruss

    juergen

  • Im Idealfall kommt der Verstärker zum Messgerät ( oder andersrum)

    Dann kann man den Arbeitspunkt ermitteln, und auch das Umfeld überprüfen.

    Eigentlich eine große oder kleine Inspektion mit "Ölwechsel"

    Das geht mit gutem Freund oder kostet Geld.

    Der Verstärker darf schon mal 5 Kilo-Euro und + kosten, nach etwa 2Jahren mal eine

    Überprüfung mit einigen neuen Teilen ist aber zu teuer.

    Aber so ist der Mensch nun mal.

  • Hallo,

    noch wichtiger als gleiche Steilheit oder der Anodenstrom ist der gleiche Verstärkungsfaktor.

    Das ist besonders für Kanalgleichheit wichtig und das kann aber meiner Kenntnis nach kein

    herkömmliches Röhrenprüfgerät, außer den neuen rechnergestützten Modellen (z.B. der µ-Tracer).


    Gruß Björn

  • Hallo,


    den Anodenstrom bezogen auf eine bestimmte Anoden/Gitterspannungssituation halte ich auch für 2. rangig.

    Da Innenwiderstand,Steilheit und Durchgriff (Kehrwert der Verstärkung) sehr eng miteinander verbandelt sind , werden auch Probleme mit dem Verstärkungsfaktor über die Steilheitsmessung erkannt.

    Wenn man sich Datenblätter der speziellen LL_Röhren , wie z.B. C3g,D3a anschaut ist die Steilheit das primäre Kriterium für den EOL und Qualitäts-Zustand.


    gruss

    juergen

  • Hallo zusammen.


    Ich habe schon mal 2×4 gemachte Röhren gekauft und trotzdem passten diese nicht zusammen.

    Die angegebene Einstellungen waren nicht möglich.

    Somit habe ich nochmal 3 Stück ohne genaue Werteangabe gekauft und aus diesen 11Stück bekam ich dann meine 2×2 Stück für die zwei Monoverstärker wie ich sie haben wollte.


    Gruß

    Bernd

  • Jede Röhre hat einen im Datenblatt angegebenen Arbeitspunkt. Natürlich muss ich mich daran nicht 100% halten , aber viel Spielraum bleibt mir nicht .

    Hallo Jürgen,


    die im Datenblatt angegebenen Werte sind (mit Toleranzen) garantiert und kennzeichnend für eine neue, fehlerfreie Röhre. Einige Datenblätter geben auch die Werte für "End of Life" an. Die angebenen Werte liegen in den meisten Fällen nah bei den Grenzwerten, denn damit "sieht das Bild besser aus".


    Den Arbeitspunkt bestimmt der Schaltungsentwickler selbst (wobei einige Hersteller gängige Arbeitspunkte für verschiedene Versorgungsspannungen und Lastwiderstände angeben - sog. "Charts" -, die man dafür nutzen kann).


    Gruß Andreas

  • Hallo Bjoern,

    noch wichtiger als gleiche Steilheit oder der Anodenstrom ist der gleiche Verstärkungsfaktor. Das ist besonders für Kanalgleichheit wichtig...

    Das macht das Paaren von NOS Röhren nur noch schwieriger. Mir reicht es daher wenn es ungefähr paßt, den Rest macht der Balance Regler bzw. das ein oder andere Monopoti.


    Viele Grüße,

    Martin

  • Hallo Martin,


    von der Funktionsweise eines Gegentaktverstärkers her ist eigentlich der gleiche Ruhestrom beider Endröhren Grundbedingung - schließlich soll eine Vormagnetisierung des Ausgangsübertragers vemieden werden. Kommerzielle Verstärker haben dafür die Möglichkeit, den Arbeitspunkt entsprechend einzustellen (z.B. V69).


    Zwei in allen dynamischen Parametern gleiche Röhren einzusetzen ist eigentlich nur Wunschdenken; alle Röhren haben Toleranzen und mit sog. "gematchten" Röhren wird nur einer Zielgruppe Geld abgeknöpft. Im RDH4 ist ein Beispiel der Bestückung eines PP-Verstärkers mit 45 und 2A3 aufgeführt - das Ergebnis spricht für sich.


    Gruß Andreas

  • Das kann man in der Regel nicht. Ich habe es erlebt, wie ein Hersteller exklusiver Röhrengeräte seine Röhrenselektion durchführte: Einstecken -> funktioniert; gegen die Röhrenkolben klopfen -> keine oder wenig Mikrophonie. Das war's. :(


    Bei den positiven Beispielen darf man ja Namen nennen: Arkadi (Legat Audio) nimmt die Kurvenscharen vieler Röhren auf, selektiert und verwendet nur die besten. 8)