Jecklin Float Elektrostat - wer hört noch damit?

  • Hallo Liebe Kopfhörerfteunde,

    Mitte der 70er Jahre habe ich das Urmodell des Jecklin-Float Elektrostaten (PS0 mit dem originalen Speiseteil) neu erworben und war auf Anhieb von dem transparenten Klang begeistert. Später kam dann ein gebrauchter PS2 mit dem Doppelübertrager-Speiseteil hinzu. Der Wirkungsgrad dieses Speiseteils war besser, aber der Klang des PS2 Hörers in meinen Ohren deutlich schlechter, unabhängig von dem Speiseteil. Vor wenigen Jahren konnte ich die letzte gebaute Version des PS2-Speiseteils (Mk II, Version 2) mit nur einem Übertrager (1:120) erwerben, den ich z. Zt. benutze.

    Leider wurde der rechte Wandler des PS0-Hörers zunehmend leiser, diese originalen Teile sind jedoch nicht mehr erhältlich. Von Herrn Stein von der Fa. Quad erhielt ich die Information, dass die neu gefertigten Wandler eine geringere Polarisationsspannung erfordern und deswegen eine kleine Modifikation des Speiseteils erfordern würde. Die Wandler von PS0 und PS2 seien jedoch die gleichen. Und in der Tat konnte ich zu meiner Überraschung durch Tausch der Wandler von PS0 und PS2 den ursprünglichen Klang beider Hörer wieder herstellen. Offensichtlich sind die Klangunterschiede nur durch die unterschiedliche Geometrie der Hörer, bzw. der Aufhängung und/oder Marerialien bedingt. Mit neuen Kopfpolstern sind beide Hörer jetzt wieder in einem Guten Zustand und auch der zu leise Wandler hat sich schon etwas erholt. Dank an Herr Stein!

    Bilder meiner Konfiguration sowie die Schaltung des PS0 Netzteils befinden sich im Anhang. Wer hat die Hörer noch in Benutzung?

    Gruß Jens-Peter485BE068-449F-4974-849A-8DF9D0827B91.jpeg

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  • Ein weiterer Kopfhörer Freak in der Gemeinde hört sich immer gut an:thumbup:tolles teil, hab selber leider nur eine Dynamische Kombi, ES Fans gibts hier aber auch:)


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Moin,


    ich hab auch noch einen ganz alten, den haben die Jungs in Gering mal vor Jahren instandgesetzt.

    War aber auch nur der Schaumstoff zerbröselt.

    Hören damit ist eher selten, ich bin einfach nicht der Typ für Kopfhörer.



    Gruss,

    Christoph

    Gewerblicher Teilnehmer

    AAA Mitglied

  • Hallo Jecklin Freunde,

    Ich bin ebenfalls noch im Besitz dieses Unikums. Ich habe Meinen damals noch direkt von dem ehemaligen Vertrieb Pilot Hifi Acoustics bekommen, bei dem ich einige Jahre gearbeitet habe. Der Jecklin wurde dort in der Lautsprecherentwicklung gerne als Vergleich bei der Abstimmung herangezogen.

    Mein Jecklin ist auch schon mehrfach renoviert worden. Zuletzt habe ich auch die neuen Element des Jecklin Float QA verbaut und die Polarisationsspannung auf 900V reduziert.

    Der Jecklin ist recht sensibel was die Auswahl des Verstärkers betrifft und auch die Übertrager haben einen deutlichen Einfluss auf den Klang. Ich verwende zwei Audiolabor Flink Monoendstufen und dort ist klanglich auch noch Luft nach oben. Bei den Übertragern gab es ja auch von Jecklin einige Experimente. Der neue JF QA hat recht mächtige Übertrager erhalten. Die habe ich allerdings bisher nicht hören können. Meine Übertrager sind eine Sonderversion, die damals als Studioübertrager angeboten wurden. Sie sind etwas größer als die PS0 Übertrager, was zu einer etwas besseren Bassperformance führt.

    Gruß

    LotharJecklin.JPG

    Musica Nova Poenix & Pandora, Lundahl L1933, Revox B252, B226, B261, A722, Audiolabor Fein, OSAWA PL500 Audiocraft AC33 oder AC300MKII, Benz ACE SL und Ortofon MC15Super, Jecklin Float Elektrost., Lautsprecher Eigenbau 4-Weg aktives System

  • Hallo Lothar,

    schön zu hören, dass es noch mehr Jecklin-Freunde gibt und dazu noch von dem Urmodell PS0. Die Wandler des neuen Typs (QA) werden wohl nicht schlechter als die alten klingen. Ich habe gestern Abend längere Zeit meinen revidierten Hörer PS0 mit klassische Musik gespeist und von Zeit zu Zeit zu dem PS2 gewechselt. Der Klangunterschied fiel immer eindeutig zugunsten des PS0 aus. Wohl dem, der noch so einen hat. Ich benutze zur Zeit als Ensdstufe einen Restek Event, der wohl hinreichend stabil ist. In der Vergangenheit hatte ich allerdings immer mal Probleme beim Betätigen des Umschalters zwischen Kopfhörer- und Lautsprecherbetrieb, was dann zu einem tieffrequenten „Flattern“ im Hörer führte. Ich habe es damals auf Kontaktprobleme des Schalters zurückgeführt, mittlererweise glaube ich eher, dass die jeweilige Endstufe durch den Umschaltvorgang ins Schwingen geriet. Ich habe die Umschalter dann außer Betrieb gesetzt. Der Übertrager in dem letzten Modell des PS2 ist auch deutlich größer als zuvor (EL 54 Typ statt EL 48), darüberhinaus nur einer je Kanal wie in dem alten PS0, was für den Klang vermutlich förderlich ist.

    Viel Spaß beim Hören

    Jens-Peter

  • Das Interview ist recht witzig, vor allem wie er seine ersten Elemente am Küchentisch gebaut hat. Ich habe auch eine Zeitlang damit experimentiert meine Elemente selbst zu bauen. Es ist aber doch recht schwierig die richtige Folienspannung, gleichmäßige Beschichtung und auch eine gute Verklebung hinzubekommen.

    Die Aussage über die Langlebigkeit der Elemente kann ich nicht uneingeschränkt bestätigen. Wir hatten bei Pilot wirklich Kistenweise defekte Elemente rumliegen. Auch der QA hatte wohl anfangs Probleme. Dies ist sicherlich durch die Reduzierung der Polarisationsspannung behoben worden.


    Gruß

    Lothar

    Musica Nova Poenix & Pandora, Lundahl L1933, Revox B252, B226, B261, A722, Audiolabor Fein, OSAWA PL500 Audiocraft AC33 oder AC300MKII, Benz ACE SL und Ortofon MC15Super, Jecklin Float Elektrost., Lautsprecher Eigenbau 4-Weg aktives System

  • Hallo,


    ich selber habe keinen Jecklin Float, aber wollte mir in meiner Sturm und Drang Zeit mal selbst einen bauen. Ich habe damals irgendwo in den Tiefen des Internet eine pdf von Jürg Jecklin gefunden, in dem einige Infos drin stehen. Diskussionen über verschiedene Folien und deren Coatings, Arbeitsschritte wie die Systeme Hergestellt werden und noch ein paar Verstärker Schaltungen. Ebenso Maßzeichnungen des Gehäuses. Das ist aber alles mehr eine Collage an Infos, Diskussionen, Materiallieferanten etc. Es steht als Autor aber zu mindest Herr Jecklin drin.


    Bei Interesse einfach kurz eine PM.


    Grüße

    Jan

  • Hallo Jens-Peter,


    mir ist damals dann auch bewusst geworden, dass hier DIY schon lange nicht mehr trivial ist. Aber vllt. ist in Zukunft so etwas hilfreich, wenn noch mal was repariert werden muss...


    Grüße

    Jan

  • float.jpgHallo,

    auch ich habe ein paar Floats in meiner Sammlung.

    Herrn Jecklin habe ich vor ein paar Jahren bei Herrn Stein kennen gelernt - war interessant bis lehrreich für mich. Da habe ich dann die neuen Floats gehört - klasse und die Krönung war ein Smith Realiser am Float. wow - als er einschaltete dacht ich wirklich er hätte aus versehen den Knopf für die Boxen gedrückt. Ein toller surround-sound aus den Elektrostaten. Mal sehen ob ich ein Foto hochladen kann.

    quadro-phile Grüße


    Jörg


    suche Quadrophonie-Kopfhörer, -Audiocassetten, 8-track-cassetten und -platten

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  • Gute Informationen. Ich habe auch noch ein altes Exemplar hervorgeholt, das mindestens 25 Jahre nicht in Betrieb war. Neben den Schaumstoff-Elementen dürften auch die Kondensatoren der Hochspannungs- (Polarisations-) Erzeugung zu erneuern sein wie unter

    https://old-fidelity.de/thread-7524.html

    gezeigt.

    Ich traue mich vorher nicht, ihn nach so langer Zeit anzuschließen.

    Ich biete ihn mal unrestauriert an ohne Preisangabe, mal sehen was kommt.

    Unabhängig davon interessiert mich, was außer den Kondensatoren und den Schaumstoffelementen, die auch bei meinem Exemplar zerbröseln, siehe

    Pflege Schaumstoffpolsterung Jecklin Float 1

    noch alles zu machen ist.

    Das Setup besteht aus folgenden Teilen:

    1) JJ Float® "PS 2" (Power Supply)

    2) JJ Float® (offener Kopfhörer, wie auf dem letzten Foto ganz unten links beim letzten posting)


    Besten Dank für Hinweise.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Hallo,


    dann oute ich mich auch mal als Besitzer eines Float Elektrostaten, da sich auf dem Hörer selbst keinerlei Beschriftungen befinden, die auf den speziellen Typ hinweisen, kann ich dazu auch nichts sagen.

    Das Speiseteil ähnelt dem mittleren aus #1; ein orangener Aufkleber weist es als ` Typ II Handselected´ aus.

    Der Hörer gleicht dem mittleren in der zweiten Reihe aus # 12 ( runder Gehäuseausschnitt ).

    Selbstverständlich war auch bei mir der Schaumstoff zerbröselt, auch ist man beim Verkleben nicht besonders sparsam mit dem Kleber umgegangen - 75% des Lochgitters waren damit zugepappt. Ich habe dieses dann mühsam mit einer Nadel befreit und anstatt des Schaumstoffes einen dünnen schwarzen Stoff aufgebracht. Die Kopfauflage habe ich aus Schaumstoff nachgearbeitet und mit dem selben Stoff verkleidet.

    Im Hörer selbst fanden sich zwei kleine runde Platinen als elektrische Verbindung welche komplett mit Grünspan überzogen waren - gereinigt und dann verzinnt.

    Im Speiseteil waren zwei Kondensatoren ( 0,047 uF , direkt nach der Netzeinspeisung ) im bedenklichen Zustand, diese wurden auch ausgetauscht.

    Klingen tut´s prima, jedoch komme ich mit der `in -Kopf-Lokalisation´ und dem fehlenden Körperschall nicht zurecht, bin wohl auch eher kein Kopfhörer - Typ.

    Die erreichbare Lautstärke empfinde ich als zu gering, eine kleine Lab Gruppen mit 2 x 360 W läuft bei moderater Beschallung kurz vor dem Clipping.


    Grüße,


    betamax

  • Hallo,


    da hast du dir ja wirklich einige Arbeit mit der Restauration gemacht - schade dass die Lautstärke nicht deinen Vorstellungen entspricht.


    Wäre schön, wenn du mal ein Bild hochlädst. Bin gespannt wie er mit dem Stoff aussieht - Danke

    quadro-phile Grüße


    Jörg


    suche Quadrophonie-Kopfhörer, -Audiocassetten, 8-track-cassetten und -platten

  • Hallo Jörg,


    ein Bild hochladen würde ich sehr gerne, leider ist meine Galerie voll und ich kann mich nicht endscheiden, was ich rausschmeißen soll -bei allen Beiträgen würde dann ein Zusammenhang fehlen -


    Grüße,


    betamax

  • Hallo betamax,

    in einem mir vorliegenden Vergleichstest (HiFi Stereophonie 7/79) ist exakt dein Float Professional Typ II besprochen. Dort fand ich den Hinweis, dass das Versorgungsteil empfindlich gegen Überlast sei und die Vorwiderstände während des Tests erneuert werden mussten. Vielleicht wäre es auch empfehlenswert wegen des Lautstärkeproblems mal die Leiterbahnen im Signalpfad durchzumessen bzw. nachzulöten. Bei meinem Exemplar war deren Qualität miserabel.

    Zur Befestigung der Schaumstoffabdeckungen empfehle ich doppelseitiges Klebeband. Das läßt sich beim nächsten Tausch problemlos entfernen.

    Gruß Jens-Peter

  • Hallo Jens-Peter,


    vielen Dank für Deine Hinweise. Den Test habe ich als Sonderdruck auch hier - der Teil bezüglich des JF ist mir noch nie aufgefallen :pinch:....

    Da ich davon ausgehe, das zum Test ein wesentlich frischeres Exemplar zugegen war als mein Oldtimer, schöpfe ich noch ein wenig Hoffnung. Meine Vermutung ging in Richtung `verbrauchte Membranbeschichtung´: der Hörer wird leiser, man schickt mehr Leistung hinein und irgendwann ist es zuviel und Vorwiderstände fackeln ab.Dies sollte bei einem ( damals ) neuen Modell eigentlich nicht der Fall sein.

    Jetzt ist die Frage natürlich auch : was ist zu leise ? Den im Test beschriebenen kleinen Stax ( SR 44 ) besitze ich auch, der spielt gefühlt dreimal so laut, und wenn es sein muß bis die Trommelfelle reißen - ohne Verzerrungen , mit weitaus geringerer Leistungsaufnahme.

    Habe den `Helm´ gestern mal 3 Stunden betrieben: sowohl Endstufe als auch Speiseteil wurden mehr als nur Handwarm...

    Werde mal Lötstellen und Leiterbahnen unter die Lupe nehmen, bei einer Sichtprüfung ist mir jedenfalls nichts Außergewöhnliches aufgefallen.


    Grüße,


    betamax

  • Hallo betamax,

    eine Alterung der Wandler als Ursache für die zu „geringe“ Lautstärke kommt natürlich ohne weiteres infrage. Bei mir war allerdings nur ein Wandler davon betroffen, so dass die Balance gestört war. Da ich zwei Hörer und drei Speiseteile hatte war die Diagnose natürlich relativ einfach.

    Gruß Jens-Peter

    PS: ich hätte noch ein Speiseteil vom Typ PS2 (mit Doppelübertrager und höheren Wirkungsgrad) übrig. Müßte es aber nochmals testen.