Eingangsemfindlichkeit von Endstufen

  • Hallo,

    ich nutze zwei Mc-75 Monoendstufen von McIntosh bei denen man die Eingangsemfindlichkeit einstellen kann (0,85V oder 1,7V), mit einer McIntosh Vorstufe (C-2300)

    In der Anleitung der Endstufen steht, dass die Einstellung von 1,7V empfohlen wird, wenn man eine McIntosh-Vorstufe nutzt und genau so hab ich die Anlage immer betrieben, was ja auch echt ok war. Nun hab ich vor ein paar Tagen, die 0,85V an den Endstufen eingestellt und ich muss sagen, dass mir der Klang der Anlage so besser gefällt...irgendwie saftiger und mit mehr Grundton...schwer zu beschreiben...

    Kann das jemand technisch erklären und zwar so, dass es ein Laie versteht???

    Wäre ich dankbar für und mich würde auch interessieren, ob der bessere Klang irgendwie nachvollziehbar ist, bzw. ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt...?

  • Hallo Andre,


    dein Verstärker hat eine Loudnessfunktion, die auch aktiviert ist. Dann werden je nach Stellung des Lautstärkereglers die Bässe und die Höhen beeinflusst. Die meisten heutigen Verstärker haben aber diese Funktion nicht mehr.


    Daher ist wahrscheinlich, dass dein Eindruck wohl eher täuschen wird. Dieser Eindruck entsteht, weil du den Lautstärkeregler nicht mehr soweit aufdrehen musst, und man denkt dann, es spielt druckvoller.


    Lasse mal von einer zweiten Person die Empfindlichkeit umschalten, ohne dass du das sehen kannst. Hörst du dann immer noch den Unterschied so deutlich?


    Für diesen Test ist es natürlich wichtig, dass ein Lautstärkeausgleich durchgeführt wird. Also bei der einen Empfindlichkeitseinstellung wird die gewünschte Hörlautstärke eingestellt und die Reglerstellung wird sich gemerkt. Jetzt wird der Lautstärkeregler runtergedreht und die andere Empfindlichkeit eingestellt und der Regler so eingestellt, dass es gleich laut ist. Auch hier wird sich die Stellung des Reglers gemerkt.


    Beim Hörtest wird jedes Mal vor dem Umschalten der Empfindlichkeit der Lautstärkeregler runtergedreht und nach dem Umschalten wieder auf die gemerkte Stellung gedreht.


    Du kannst diesen Test ja auch wiederholen, indem aber die zweite Person bei der unempfindlichen Empfindlichkeitseinstellung (1,7 V) den Regler etwas über die markierte Stelle dreht. Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass du dies klanglich als besser (druckvoller) empfindest.



    Gruß


    Uwe

  • Hallo Uwe,

    vielen Dank, für deine ausführliche Antwort...ich denke, da kann was dran sein. Ich werd es demnächst mal testen und jetzt mal wieder auf die empfohlenen 1,7V umstellen...

  • Die Empfindlichkeit ist ja zunächst eine wertfreie Angabe: Du brauchst xx Volt damit die Endstufe hintenraus Vollaussteuerung erreicht. Wenn diese umschaltbar ist, wird das vermutlich per Spannungsteiler am Eingang der Endstufe gemacht. Wäre zumindest der einfachste Weg. Aber auch eine andere Übersetzung eines Eingangsübertragers wäre denkbar. Und das bedeutet dann wiederum eine andere Lastimpedanz, die der Vorstufenausgang "sieht". Je nach Aufbau der Vorstufe kann das dann klanglich durchaus Unterschiede bedeuten. Gerade die Macs sind ja in mancherlei Hinsicht Exoten, man denke da z.B. an die Ausgangsübertrager auch bei Transistorendstufen....


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


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