Phono-Vorverstärker mit Lautstärkeregelung?

  • Was ist denn der Unterschied zwischen dem EAR 88PB und dem EAR 324?

    Ich versuche mal darauf zu antworten.

    Ich habe selber die EAR 868 besessen, die hat die gleiche Platine innen wie die 88PB.

    Unterschiede zwischen 868 und 88PB:

    Die 868 ist ein Vorverstärker mit Line-Eingängen, auch symmetrische Ein- und Ausgänge.

    Die 868 hat aber nur ein Phonoeingang, die 88PB hat 2 Phono.

    Die 324 hatte ich auch mal für 14 Tage zu hause.

    Die 868/88PB/324 haben für MC den MC3 Übertrager von EAR. Bei 868/88PB aber nur intern umschaltbar. Bei der 324 sind alle Einstellungen von außen möglich.

    Bei der 88PB können beide Eingänge MM oder MC, bei der 324 ist einer für MM gedacht. (Mit externen Übertrager auch MC) Die 324 bietet bei MM auch gute Einstellmöglichkeiten für Impedanz und Kapazität.

    Für MM ist die 324 die bessere Wahl. Wenn man den Übertrager öfters anpassen will auch, da es bei den beiden anderen nur intern geht. Vom Klang ist es eher eine Geschmacksache, bzw. auch was besser in die Kette passt. Mit NOS Röhren kann man die 868/88PB noch deutlich aufwerten.

    Wer sich für einen Vorverstärker wie die 868 interessiert, sollte sich aber mal die 912 ansehen.

    Auch ein Röhrenvorverstärker, allerdings ein noch aufwendigeres und klanglich deutlich besseres Phonoteil mit dem MC4-Übertrager, auch von außen einstellbar.


    Grüße

    Frank

  • Dann klär mich bitte mal auf warum nicht?

    Was ist an den Röhren schlechter als z. B. an einer ECC83?

    Zitat aus einem Telefunken-Röhrenbuch. "HF-Doppeltriode für Cascode-Stufen in Fernseh-Empfängern". Also entwickelt und produziert für diesen Zweck. Hab auf dem Speicher 2 Koffer voller Fernseh-Röhren, geerbt.


    Meine Einschätzung ist selbstverständlich hochgradig subjektiv, obwohl viele meines unterstützen, ist auch an der Preisentwicklung der Telefunken ECC83 zu bemerken.


    Diese Röhre ist einzig und allein für die Musikwiedergabe in NF-Teilen von Rundfunkgeräten entwickelt und produziert worden, in Massen, kostete damals DM 1,20,- oder so ähnlich. Irgendwie hatten die Telefunken-Leute ein geniales Händchen mit ihren Long Plates. Keine andere 12ax7 kann das so phänomenal wie die TFK smooth and ripped, hab vieles probiert Valvo, Miniwatt, Amperex, Mullard, auch die Amerikaner GE, RCA, Raytheon. Kommen da leider nicht ran,


    Es wird finster, wenn keine TFKs mehr da sind. Nur die Telefunken macht die Musik so wie sie sein soll, brauch nur eine andere 12ax7 reinstecken und schon stimmt es nicht mehr. Partiell bei bestimmter Musik mag das gehen, zum Rasenmähen mal RCA reinstecken und Motorhead, ok, aber bei Sonaten, Kammermusik, Trios, Konzerte, und dicke Musik ala Bruckner und Oper, auch Jazz, da brauch ich TFKs, die schafft die ganze Palette, in aufgeräumtester Weise. So sollten Instrumente und Stimmen klingen.


    Ich würde nie ein Röhrengerät kaufen (kaufe so und so keine) indem in keine TFK ECC83 reinstecken kann.


    Verdammi, nun ist das ein Lobgesang auf die TFK 12ax7 geworden und kein Abgesang auf die PCC88. Aber ist doch logisch, was für spezifische Lösungen im Fernseher entwickelt wurde, kann auch NF, meßtechnisch, die Frage ist nur, ist das Musik?


    Bitte kauft mir nicht alle NOS TFK smooth und ripped weg.


    Gruß,

    Holger

  • Hallo!

    Die wesentlichen Unterschiede zwischen EAR 324 und 88PB wurden ja schon benannt:

    Die 88PB hat einen Pegelsteller und kann damit z.B. direkt an Aktivlautsprechern betrieben werden. Das geht bei der 324 nicht. Die 88PB ist ein Röhrenvorverstärker, die 324 arbeitet mit Transistoren. Klanglich sind die 2 ähnlich, die 88PB vielleicht etwas "sahniger", die 324 etwas "neutraler". Von den Einstellmöglichkeiten ist die 324 deutlich vielseitiger und insbesondere interessant, wenn man ein MM und ein MC parallel betreiben will, oder (wie ich) am MM Eingang ein SPU mit externem Übertrager fährt.

    Gruß

    Sebastian

  • […]


    Nur die Telefunken macht die Musik so wie sie sein soll, brauch nur eine andere 12ax7 reinstecken und schon stimmt es nicht mehr. Partiell bei bestimmter Musik mag das gehen, zum Rasenmähen mal RCA reinstecken und Motorhead, ok, aber bei Sonaten, Kammermusik, Trios, Konzerte, und dicke Musik ala Bruckner und Oper, auch Jazz, da brauch ich TFKs, die schafft die ganze Palette, in aufgeräumtester Weise. So sollten Instrumente und Stimmen klingen. […]

    Du hast es einleitend ja schon gesagt. Das ist deine subjektive Wahrnehmung, die deshalb nicht falsch sein muss. Aber sie gilt halt für Dich und andere, die wie Du hören (wollen).


    Ich habe meine unlängst gekauft Telefunken mittlerweile wieder zurückgegeben. Als Wertanlage hätte ich sie behalten können, ich will aber Musik hören. Und da ist mir die Telefunken einfach zu nüchtern. Anders gesagt, wenn ich mir schon einen Röhrenverstärker hinstelle (und Du siehst, da habe ich – zumindest momentan – einen gänzlich anderen Ansatz), dann will ich auch das haben, wofür Röhrenverstärker (auch) bekannt sind: Wärme im Klang.

    Und die EAR habe ich auch deshalb gekauft, weil ich es es "fett" will, überwältigend etc. Mit der Telefunken (obwohl ich nur eine Position damit bestückt habe), war das so nicht möglich. Sicher eine gute Röhre, aber man muss mögen, was sie abliefert. Ich bleibe bei Mullard und RCA, das gefällt mir deutlich besser.


    Ich weiß übrigens nicht, wie was spielen "soll" oder "muss". Ich weiß, was mir gefällt. Die Telefunken gefiel mir leider nicht so.

  • Weiß zufällig noch jemand, wie sich der 834L im Vergleich zu den anderen einsortiert?

    Im Vergleich zu den anderen Phonoteilen von EAR? Deutlich darunter.


    Holger

    Die ECC bzw. PCC88 ist eine Spanngitterröhre. Sie hat gerade für den Niederfrequenzbereich gute

    Mikrofonie- und Klingeigenschaften, Gerade ihr sehr geringes Rauschen prädestiniert diese Röhre geradezu für Phonoverstärker. Der Herr Paravicini wird schon seine Gründe haben warum er in seinen größeren Vorverstärkern auf diese Röhre setzt und nicht z. B. auf die ECC83.

    (Natürlich sind auch mit der ECC83 oder anderen Röhren sehr gute Verstärker möglich.)

    Die PCC88 gibt es auch von Telefunken und die klingt sehr gut. Bei den PCC88 gefällt mir die Telefunken besser als bei den ECC83. Bei einer ECC83 kann man aber gut andere, auch sehr schöne Röhren wie z. B. die Spanngitterröhre ECC803s einsetzen.

    Einen schönen Vorteil bei der PCC88 sehe ich darin, das man entsprechende Telefunken noch für recht kleines Geld bekommt. Ich habe jedenfalls genug davon für 3 Leben. Ok, mittlerweile sind die in der Bucht auch etwas teurer geworden.


    Grüße

    Frank


  • PCC88 ist eine Spanngitterröhre

    Mal praktisch gedacht, die Entwicklungs-Ingenieure der PCC88 haben sicher keine Musik damit abgehört und dahingehend optimiert, war vom Pflichtenheft nicht mal angedacht, sondern haben sich auf die HF-Applikation für TV konzentriert.


    Einen Tonabnehmer, außerhalb der Spezifikation, an einem nicht dafür gemachten Tonarm zu betreiben ist auch fragwürdig und trotzdem kommt Geräusch heraus und manche sind damit zufrieden und andere tüfteln und versuchen zu verbessern.


    Das Spiel gilt auch für Röhren.

  • Nur ne kurze Frage Holger , warum sollte eine HF Optimierung schlecht für Audioanwendungen sein ?

    Es liegt keinesfalls ausserhalb der Spezifikationen eine PCC88 im NF Bereich zu betreiben.

    JEDE Röhre über die wir hier reden verstärkt von 0 Hz also DC , nach oben gibt es da schon gewaltige unterschiede.


    gruss

    juergen

  • Holger,


    EL/PL 509/519 für Endstufen zur Horizontalablenkung

    werden auch gerne in Endverstärker eingesetzt. Z. B. T&A V10.


    ECC85, ECC81, HF-Doppeltrioden, werkeln auch in Verstärkern, die ECC81 z. B. in einem DAC.

    Nur Beispiele die mir so auf Anhieb einfallen.

    Oder dicke Trioden die für mehrere KW HF Endstufen entwickelt wurden und nun in Endverstärker ihren Dienst tun. Oder russische Armeeröhren, die einst dafür sorgten das eine MIG EMP sicher war und nun in Verstärkern eingesetzt werden.


    Diese Röhren können viel mehr als Röhren die "nur" für NF-Verstärker entwickelt wurden. Aber das können die eben auch sehr gut. Manche sind dafür eigentlich viel zu schade.


    Genauso wirst du auch in Transistorverstärkern Transistoren oder andere Bauteile finden, die für alles mögliche entwickelt wurden, aber nicht für NF-Verstärker.

    Es spricht überhaupt nichts dagegen die so einzusetzen, wenn die Schaltung entsprechend ausgelegt ist.


    Grüße

    Frank

  • Hallo ,

    die "großen Schwestern" :)der nahezu datengleichen PCC88 sind ausdrücklich für NF Betrieb ausgewiesen :


    https://frank.pocnet.net/sheets/190/e/E188CC.pdf


    https://frank.pocnet.net/sheets/190/e/E88CC.pdf


    MfG , Alexander .

    EMT 927 mit Ortofon und DL 103 / SPU, EMT 948 , EMT 938 , 1 x TD 124 , Transrotor AC , RIAA - VV mit D3a , V 73 , V 81 , V 69 in TFK O 85 , Eintakt mit RE 604 und E406N , VOTT , Eckmiller O 15 , MTA Endstufe nach Frank Blöhbaum , TFK M 12a , R+S EU 6201 mit MSDC , EBU 3137/3 mit TAB USDC und ca . 8000 Röhren zum Basteln...und zum Messen ein UPL von Rohde + Schwarz

  • @ Holger: Hör Dir doch mal ein paar Vor- und Endverstärker mit so genannten „Fernsehröhren“ an...


    Hör Dir mal einen EAR 912 an, da kann man alternativ PCC88 und ECC88 stecken...


    Hör Dir mal Endverstärker mit PL 519 an...


    Spanngitterröhren wie PCC88 oder ECC803S haben gewisse Vorteile...


    Extreme Lobhudelei schadet meist dem beweihräucherten Gegenstand...


    Und reduziert die Glaubwürdigkeit...


    Freundlich


    Michael

    „Doubt everything...“

  • Hallo Frank,


    ja, ich hab die ganze Aufzählung von dir auf dem Speicher liegen, leider brachte der Versuch einige in der Bucht unterzubringen, kein sinnträchtiges Ergebnis, lagen dort wie Blei. Für eine Telefunken smooth in NOS habe ich Anfang des Jahres 48 EUR gegeben und momentan spielt es ganz verrückt. Leider brauch ich für einen kompletten Tausch 8 Röhren und in Zukunft 9-10 (wenn mein 834 Clone fertig ist und prima spielt). Wie wird so eine Abstimmung zu Gunsten der ECC83 genannt?


    Wir haben das mal angerissen, kann sich jeder seinen Reim daraus machen...


    Gruß,

    Holger