Phonovorverstärker - endlich da wo ich immer hin wollte

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir vor ca. 2 Wochen einen neuen Plattendreher, mehr Informationen findet ihr hier, gegönnt. Es war und ist nach wie vor ein Vergnügen mit dem Nottingham Musik zu erleben.:)

    Aber irgendwie hatte ich das Gefühl der kann noch mehr. Also auf die Suche nach einer anderen Phonovorstufe. Verschiedenste Geräte, die alle schon "eingespielt" waren, bei mir zu Hause gehört. Bei Preisen weit über € 2.000 bin ich dann ausgestiegen.


    Suche nach Alternativen bei DIY, unter der Voraussetzung, das Teil muss MM und MC Tonabnehmer verarbeiten können. Ear-Klone gibt es ja recht viele auch als Komplettgeräte am Markt, allerdings aus China. Zoll und Mehrwertsteuer machen eventuelle Preisvorteile recht schnell hinfällig.


    Hab dann erneut das www bemüht und bin dann auf den Hybrid-Vorverstärker von Mr. Nixie als DIY gestossen. Im ersten Moment - shit ist das Teil, verglichen mit den "Chinabombern", teuer.:/

    Bei genauerer Betrachtung relativiert sich das wieder da einfach alles für die fertige Vorstufe Bestandteil des DIY-Self Kits ist.:)

    Kontakt mit Mr. Nixie aufgenommen - 10 min später (ca. um 22:00h) Antwort erhalten. Einige Mails später habe ich mich auf das "Wagnis" eingelassen und eine gepimmte Vorstufe vorab mit PCC88 und anschließend gegen Aufpreis, da nicht lagernd, mit PCC 189 Röhren bestellt.

    2 Tage später den Bausatz erhalten und in ca. 5h komplett zusammen gebaut. Mr. Nixie hilft in allen Situationen zu fast jeder Tageszeit weiter. So ist mir beim Aufbau ein Widerstand gebrochen. Kein Problem sofort wurden mir alternative Möglichkeiten genannt um den Vorverstärker trotzdem in Betrieb nehmen zu können. Ein Ersatzwiderstand wurde kostenlos mit den Röhren geliefert. Durchwegs nur sehr gute Erfahrungen mit Mr. Nixie gemacht.


    Und nun die Frage aller Fragen - ist das die DIGNA, so nennt sich der Vorverstärker, das was ich mir erwartet habe?

    Ganz wichtig. Die nachfolgenden Sätze geben nur meine persönlichen Empfindungen beim Erleben der Musik wieder.

    Im ersten Moment war ich etwas verwirrt was mir hier dargeboten wurde. Vieles war sehr, sehr viel besser, aber eben nicht alles. Stimmen waren, ich nenne es einfach mal so, spröde. Shit ein Griff in die Tonne? O.K Röhren sind brandneu lassen wir die DIGNA noch einige Zeit spielen. Bereits nach 5h Stunden hat sich die Situation komplett gedreht.

    Was der Phonovorverstärker nun ablieferte war und ist der Wahnsinn und er wurde immer besser je länger er bespielt wurde.:)

    Warum "war" ganz einfach die PCC189 sind eingetroffen. Die Röhren getauscht und seit dem gibt es kein Halten mehr, ich bin hin und weg. Wie heisst es so schön "das Bessere ist des Guten Feind".

    Ich <3 den kleinen Photo Pre. Nun bin ich, für mich persönlich gesprochen, bei der Wiedergabe von Vinyl schon dort angekommen wo ich immer sein wollte. Warum schon - ich möchte etwas später meinem NA noch ein Netzteil von Dr. Fuss spendieren und mein altes Dynavector 17 D II gegen ein Dynavector XX2 MKII ersetzen.

    Das muss nicht unbedingt sein, aber, ihr kennt das ja alle, die Frage aller Fragen: geht da noch mehr?;) Auch wenn es hier im Forum einen Thread gibt wie weit kann man downgraden.


    Grüße, Leutbuehel

    Ich höre mit: meinen alten Ohren :).

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  • Hallo Tom,


    ja genau das ist der unscheinbare Vorverstärker der mir so viel Freude bereitet. Wie bereits gesagt ich habe durchwegs nur sehr gute Erfahrungen mit Jürgen Grau, so heisst Mr. Nixie im wirklichen Leben, gemacht.

    Ich höre mit: meinen alten Ohren :).

  • Ich habe das Video für Jürgen gemacht, da hier sehr viel Herzblut und auch privates Engagement einfloss. Ja und auch viel finanzielle Investition. Würde ihm wünschen, dass sich das auch irgendwann auszahlt.


    Mehr werde ich dazu nicht scheiben, da ich den Foren etwas überdrüssig bin.

    Ab 3h:30min geht es auch um das Thema.

  • Hallo Rainer,


    der Super Pre ist, wie ich mittlerweile in Erfahrung gebracht habe, der Vorgänger der DIGNA. Die DIGNA wurde, verglichen mit dem Super Pre, sehr strak überarbeitet. Mir war auch wichtig das ich den Eingangswiderstand für MC-Systeme stufenlos während des Betriebs anpassen kann und somit die für mich beste Abstimmung finden konnte.


    Gruß, Leutbuehel

    Ich höre mit: meinen alten Ohren :).

  • Hallo,


    ich habe mal gelesen das in den Pre auch die ECC8100 passen (nach umlöten von 2 Brücken) ist das noch so ?

    Für mich eigendlich neben der ECC2000 eine der besten Röhren an dieser Stelle.


    gruss

    juergen

  • Die ECC8100 passen (nach Umlöten von Brücken) sowohl in den "alten" Superb wie auch in die neue DIGNA hinein.

    Und beide Pre-Amps sind auf für MC geeignet, wobei der LT1115 bei der "alten" Superb die zusätzlichen 20dB Verstärkung übernimmt (also final knapp 60 dB @ 1 kHz) und bei der DIGNA lasse ich KLEIN+HUMMEL Übertrager passiv 17 dB verstärken, so dass die Bursons bei ihren 40 dB @ 1 kHz bleiben auch bei MC.

  • Bereits nach 5h Stunden hat sich die Situation komplett gedreht.

    Was der Phonovorverstärker nun ablieferte war und ist der Wahnsinn und er wurde immer besser je länger er bespielt wurde.:)

    Was meine eigenen Erfahrungen bestätigt, allerdings kann das Einspielen durchaus auch mal einige Wochen dauern, warum weiß niemand.


    Glückwunsch zur tollen Vorstufe:)


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen- Röhren Vorvorstärker - Röhren Kopfhörerverstärker- Röhren Phonovorstufen -Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme Audio Technica AT-160ML + AT-ML180


  • Naja, die ganze interne Röhenkonstruktion mus sich erst einmal im Laufe der Zeit auf die gewünschten Abstanzparameter "zurecht dehnen". Darfst nicht vergessen, dass die Kathode über 600°C heiß ist und die umgebenden Metalle auch ganz schön aufheizt, und die dehnen sich dann aus, gehen aber beim Kaltwerden nicht 100%ig wieder in ihre Ausgangslage zurück.

    Das wurde aber bei der Konstruktion der Röhren berücksichtigt.

  • Die ECC8100 passen (nach Umlöten von Brücken) sowohl in den "alten" Superb wie auch in die neue DIGNA hinein.

    Und beide Pre-Amps sind auf für MC geeignet, wobei der LT1115 bei der "alten" Superb die zusätzlichen 20dB Verstärkung übernimmt (also final knapp 60 dB @ 1 kHz) und bei der DIGNA lasse ich KLEIN+HUMMEL Übertrager passiv 17 dB verstärken, so dass die Bursons bei ihren 40 dB @ 1 kHz bleiben auch bei MC.

    Und was macht die Röhre?

  • Verstärken (1. Triode in Gitter-Basis-Schaltung) um weitere rund 18 dB; da es sich ja um eine "fast" passive RIAA-Entzerrung handelt, kannst Du nicht frequenzabhängig verstärkern sondern nur frequenzabhängig absenken) und Impedanzwandler (2. Triode als Kathodenfolger) mit "Verstärkung" ganz knapp unter 1.

  • Verstärken (1. Triode in Gitter-Basis-Schaltung) um weitere rund 18 dB; da es sich ja um eine "fast" passive RIAA-Entzerrung handelt, kannst Du nicht frequenzabhängig verstärkern sondern nur frequenzabhängig absenken) und Impedanzwandler (2. Triode als Kathodenfolger) mit "Verstärkung" ganz knapp unter 1.

    Warum Gitter-Basis? Ist doch schwer anzusteuern.

    "Fast" passiv? Was ist das denn?


    "kannst Du nicht frequenzabhängig verstärkern" doch, kann ich.

    "Impedanzwandler (2. Triode als Kathodenfolger) mit "Verstärkung" ganz knapp unter 1." ja, ok.

  • Fast passiv heißt, dass der Burson V6 schon eine 75µs Höhenabsenkung in der Gegenkopplung hat, dass er eben nicht (mehr) 40 dB bei 20 kHz verstärken muss.

    Gitter Basis Schaltung oder "Grounded Grid" im Fachjargon ist sehr breitbandig, aber im Gegensatz zu den üblichen Röhrenschaltungen am "Eingang" sehr niederohmig. Das macht aber hier nichts aus, weil sie ja direkt vom Burson getrieben wird.

  • Seit einigen Monaten habe ich ebenfalls die DIGNA in Betrieb.

    Direkte Vergleiche konnte ich nur mit meiner wirklich guten und überarbeiteten Whest P.20 ziehen, die als Transe sehr gut spielt.

    Die DIGNA aber, überzeugte auf Anhieb und legte in allem nochmal ne Schippe drauf!

    Zunächst mit den ECC8100 von TFK. Diese spielen recht neutral auf, aber eben sehr genau an den Frequenzenden. Hatte mir sehr gut gefallen und mich absolut geflasht, was da klanglich doch noch so geht. AUs der Erinnerung heraus konnten die Moppeds die ich mal hatte klanglich keineswegs derart überzeugen. Mit der DIGNA rastet der Klang auf einem deutlich höherem Niveau ein.

    Aus reiner Neugierde habe ich ECC189 (umgelabelte TFK) eingesetzt. Auch nicht schlecht, will sagen sehr gut! Eben etwas runder in der Darbietung und da denke ich ist es eben wieder mal die Geschmackssache was besser gefällt, oder besser zum Rest passt. Meine Tendenz geht leicht zu Gunsten der ECC8100 Röhre.. etwas neutraler, etwas sauberer und irgendwie etwas mehr ``besonders`´ in der Darbietung.

    Falls jemand aktuell eine wirklich saugut klingende Phono sucht und die DIGNA nicht mit ins Kalkül zieht, so denke ich... an dem geht etwas vorbei!



    Gruß

    Peter

    `Im Jazzrock steckt die Chance zur Versöhnung von Körper und Geist.` - DIE ZEIT, 27/2003, S. 37.

  • ..Ach ja, den Ear-Clone hatte ich ja auch erst verkauft. Etwas modifiziert und mit TFK & Tesla Röhren.. sehr schön soweit. Allerdings absolut unpräzise im Grundton und weniger Detailinformationen als die DIGNA.

    Die F.A.T. gibt es auch noch hier und die empfinde aufgrund ihrer Vielseitigkeit in der Röhrenbestückung als absolutes Top-Gerät um den Spieltrieb zu bedienen. Allerdings ebenfalls nicht auf dem Level der DIGNA!

    Naja, ihr seht schon, ich bin begeistert:)


    Gruß

    Peter

    `Im Jazzrock steckt die Chance zur Versöhnung von Körper und Geist.` - DIE ZEIT, 27/2003, S. 37.

  • Für alle "Nicht-DIGNA" Besitzer, die dennoch ihrem vorhandenen MM-Vorverstärker einmal mit einem MC-System passiv "verstärkt" betreiben wollen, habe ich den MC-Teil der DIGNA in ein eigenes Gehäuse "gesteckt"...
    http://www.nixiekits.eu/product.php?key=mc_to_mm

    Und für alle, die ihren MC- / MM-Vorverstärker einmal mit Line-Signale "füttern" wollen oder mit dieser Hilfe verschiedene Phonokabel austesten wollen, gibt es Ende Januar im gleichen Gehäuse auch etwas passendes - mit vielen "Extras"; lasst Euch überraschen...

  • Ich habe mal ein wenig die Features dieser "RIAA BOX" zusammengeschrieben:

    • Stereo-Chinch oder 3,5 mm Klinkeneingang (bei eingesteckter Klinke wird Cinch deaktiviert)
    • Stereo-Cinch Ausgang mit zusätzlicher Masseklemme für das Phono-Kabel zum Pre-Amp.
    • Passiver oder aktiver Betrieb mit 5 V USB (wird intern auf +/- 12V gewandelt)
    • Bei passivem Betrieb (Hard-Bypass mit gekapseltem Signalrelais) arbeitet dennoch die Entzerrerschaltung; nur die Impedanzwandlung / Verstärkung sind nicht möglich.
    • Line-Verstärkung im Aktiv-Betrieb zwischen 0 und 16 dB einstellbar.
    • Eingangsimpedanz passiv: 1 k / aktiv: 40 k
    • Schaltbarer Phono-Ausgang auf
      1. MM-Ausgang mit RIAA Schneidkennlinien-Entzerrung incl. Neumann-Konstante
      2. Wie 1., jedoch mit zusätzlicher Simulation des Norm-Abtast-Systems (mit echten Spulen, keine "plumpe" und billige Gyratorschaltung); damit kann z.B. hervorragend der "Kabelklang" oder die Auswirkungen von verschiedenen Eingangskapazitäten des Phono-Pre's ausprobiert werden)
      3. Wie 1., jedoch mit -60 dB Pegel für MC-Eingänge, Quellimpedanz 60 Ohm.
    • Der Burson V5i kann als Line-Impedanzwandler anstatt des NE5532 eingesetzt werden.

    So kann man z.B. richtige "Kabel-Test-Sessions" fahren, ohne jedesmal seine Schallplatte oder das TA-System abnutzen zu müssen, wenn man z.B. einen guten CD-Player anschließt und den Phono-Ausgang auf die Simulation des Normsystems einstellt.