Anti-Skating Pro-Ject RPM 5 mit Goldring 1042

  • Hallo Zusammen!


    Ich habe mir zu meinem RPM 5 (der Alte vor dem 5.1) einen Goldring 1042 gegönnt. Das System wurde mit der Schön-Schablone justiert. Dann habe ich zum Einstellen von Auflagekraft und Anti-Skating die Ortofon Testplatte benutzt. Und hier bin ich mir nicht sicher. Der Abtasttest hat mich dazu bewegt, Unterlagscheiben auf das Anti-Skating-Gewicht zu legen und die Auflagekraft auf 2,5g zu erhöhen. Damit schaffe ich dann sogar fast die 90μm. Aber ist das gesund??? :/


    Anti-Skating Gewicht.JPG


    Schon bei 70μm zerrte es rechts und umso mehr Gewicht das Anti-Skating bekam desto besser wurde es. Die Auflagekraft habe ich erhöht, da vor allem zu Beginn der Testsequenzen immer kurz ein Zerren zu hören war.


    Bei meinem vorherigem System (2M Blue) musste ich keine solchen Extreme einstellen (Anti-Skating ohne Unterlagscheiben und Auflagekraft bei 1,8g) um die 70μm perfekt und die 80μm mit ersten Verzerrungen abzutasten.


    Ich hoffe, Jemand kennt das Problem oder noch besser: Eine Lösung. :)


    Grüße

    Daniel

  • Hallo!

    Ich würde das definitiv nicht machen!

    Das Goldring MM1042 wird vom Hersteller mit einer empfohlenen Auflagekraft von 1,7g angegeben. Wenn Du es dauerhaft mit 2,5g betreibst, können sowohl TA als auch Platten Schaden nehmen. Des Weiteren ist es sehr fraglich, ob man eine Antiskating Einstellung auf 90µm optimieren sollte. Die 90µm kommen wahrscheinlich auf keiner Deiner LPs vor und somit läuft der TA 95% der Zeit bezüglich des Antiskatings überkompensiert. Auch halte ich generell nichts davon, TA auf immer bessere Abtastfähigkeit einzustellen. Es gibt super Systeme, die schaffen einfach nicht mehr als 60µm, tasten aber im Alltag jede (!) LP zufriedenstellend ab.

    Wenn Du also nicht hauptamtlich Test LPs hören willst, stelle die Auflagekraft wieder auf die Herstellerempfehlung und das Antiskating auch. Bei korrekter Justage sollte das 1042 so alle Deine LPs unverzerrt widergeben können.

    Gruß

    Sebastian

  • Hallo Sebastian,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich glaube, Du hast mich nicht ganz richtig verstanden. Ich wollte mit der Test-LP das Anti-Skating einstellen und habe dabei festgestellt, dass ich bei 70μm rechts ein extremes Zerren habe und wollte das natürlich loswerden und habe somit das Gewicht erhöht, bis ich weder links noch rechts ein Zerren hatte.

    Also mein Ausgangspunkt waren die 70μm und ein korrektes Anti-Skating. Hier ist mir dann eben aufgefallen, dass nun am Anfang der Testsequenzen ein kurzen Zerren auftritt, welches ich mit erhöhen der Auflagekraft gebändigt bekommen habe.

    Das nun die 90μm fast erreicht werden, war nur der Nebeneffekt.

    Gruß

    Daniel

  • Ich habe Dich schon richtig verstanden. Dass Du nun aber den TA deutlich außerhalb der Hersteller Spezifikationen betreibst, ist wahrscheinlich weder für den TA noch für die Platten gut. Goldring gibt 1,7g an (min. 1,5g, max 2,0g), daher würde ich definitiv nicht über 2,0 hinausgehen. Des Weiteren würde ich ca. 60% des Antiskatings wählen, welches du brauchst, um bei 1,7g gleichmäßig beginnende Verzerrungen re/li zu erreichen. Dass es bei dieser Einstellung rechts dann zuerst verzerrt, ist normal!

    Die Skatingkraft hängt von der Auflagekraft ab und vom Reibungskoeffizienten der Nadel in der Rille, was wiederum von der Rillenmodulation abhängt. Leider kannst Du aber die ANTI-Sklatingkraft nur nach der Auflagekraft einstellen, da sich die Rillenmodulation ständig ändert. Jede Lösung ist daher immer ein Kompromiss. Ein sinnvoller Kompromiss ist immer der, der den Regelfall möglichst gut abbildet und das sind auf der LP meist 20-30µm und nicht 70-90µm. Daher kannst Du die maximal erforderlich Anti-Skatingkraft zwar mit der Test LP bestimmen, in dem du auf Kanalgleiche Verzerrung justierst, davon würde ich aber nur 60% im Alltagsbetrieb nehmen, gemäß der durchschnittlichen Modulation Deiner Rille.

    Grundlagenwissen dazu gibt es hier: https://aaanalog.de/media/mess…tiskating_WebseiteAAA.pdf

    Gruss

    Sebastian

  • Wow, was ein Text!

    Also alles verstanden habe ich bestimmt nicht! :wacko: Aber zumindest Fazit Punkt 5 ist ja eigentlich meine Vorangehensweise

    Nun, ich habe mich an Deine Empfehlung gehalten, die Auflagekraft auf 1,7g reduziert und habe die Test-LP nochmals aufgelegt. Was soll ich sagen... Diesmal Zerren links bei 70µm. :/ Unterlagscheibe für Unterlagscheibe wieder entfernt... und komme wo raus? Bei keiner Unterlagscheibe. Ich bin sehr, sehr verwirrt. Dann habe ich die LP gewendet (die Ortofon Test LP hat auf beiden Seiten die gleichen Bänder) und hier nun ein anderes Bild. Also kann man sich wohl nichtmal mehr an die Test-LP halten (bisher für zwei TAs verwendet) oder ich habe mit meiner vorherigen Einstellung schon irgendwas aus der Spur gefräßt!

    Jetzt muss ich mal ein wenig hören. Bisher meine ich aber, dass die "S"-Laute bei Frauen ziemlich scharf sind. Könnte soetwas auch eine nicht perfekte Einstellung sein?

    Ich gestehe, der Pre-Amp ist auch neu und könnte auch der Täter sein. Meine Kondensatoren sind jedoch noch nicht angekommen, um das zu Testen.

    Vielen Dank erstmal...


    Gruß

    Daniel

  • Ist der Azimut korrekt eingestellt?

    Ist das Gewicht an der richtigen stelle eingehängt?


    VG

    Dieter

    LW mit luftgelagerter Tellerachse sowie Teller mit Outer Ring und VTA- Lifter, diy

    Dr. Fuss Steuerung

    Kabelkonfektion diy

  • Hallo Dieter,

    Azimuth zum System passt. Was ich nicht erkennen kann, ob die Nadel gerade auf dem Träger sitzt.

    Das Gewicht war und ist schon an der letzten Nut (größte Einstellung).


    Gruß

    Daniel

  • Hallo Daniel,

    das 1042 ist wenns neu ist etwas S-Lasting und reduziert sich nach ca. 20 Std.

    Las dich nicht verunsichern.

    Aaber wenn du den Pro-Ject 9cc Evolution Tonarm hast

    bedeutet letzte rille (3) 20Nm und größer.

    Ist das richtig?


    Gruss Jens

    Ich bin leider nicht intellektuell genug, um BBC Monitore mein eigen zu nennen……:sorry:

  • Hallo Daniel

    bei 1,7 g Auflagegewicht x0,6 (60%) =ca. 1g gleich 10mN

    Somit Rille 1 direkt an den Arm die richtige .


    Gruss Jens

    Ich bin leider nicht intellektuell genug, um BBC Monitore mein eigen zu nennen……:sorry:

  • Hallo Jens,

    ist noch ein 9c aber die 20Nm und größer sind es dort auch.

    Über 10h sollten auf jeden Fall schon abgetastet sein. Ob es schon 20 sind, bin ich mir nicht sicher. Ich warte mal nochmal ab.

    Was würde denn hörbar passieren bei einer falschen Anti-Skating Einstellung? Gar nichts, nur ungleichmäßige Abtragung des Vinyls?

    Aber wie gesagt, bei meinem erneuten Test heute Mittag habe ich ja komischerweise die Unterlagscheiben schon wegnehmen müssen.


    Gruß

    Daniel

  • Hallo Daniel,

    Der Wert für die Antiskating-Einstellung wird in Abhängigkeit zur eingestellten Auflagekraft gewählt.

    Für die Tonarme Pro-Ject 9 und Pro-Ject 9c gilt:

    Auflagekraft Rillen (1 – 3) des Bolzens (9)

    10 – 15mN 1 (vom Lagerring aus betrachtet)

    15 – 20mN 2

    20mN und größer 3


    Bei falschen Antiskating hört man Kanalunterschiede schon.

    Zweitens geht es an die Aufhängung der Nadel mehr Stress für die Gummis.


    Das Höhenlastige mit den S_lauten kann man am MM durch dämpfen höhe Kapazität etwas abmildern.

    Gruss Jens

    Ich bin leider nicht intellektuell genug, um BBC Monitore mein eigen zu nennen……:sorry:

  • Hallo Jens,

    danke für die Antwort. Welche Unterschiede werden hörbar? Auf einem Kanal mehr Pegel oder andere Unterschiede.

    Und zu den Kapazitäten habe ich ja schon geschrieben, dass meine Kondensatoren noch nicht angekommen sind. Sollte aber Morgen soweit sein. Bis dahin sind dann die 20h vielleicht auch durch.


    Gruß

    Daniel

  • Hallo Daniel,

    die Pegel werden nicht höher oder tiefer,sondern die Resonanzen schwingen in den Klang. Dieser wird unruhig gerade Frauenstimmen oder lange Klaviertöne hört man das.

    Auch bei einer Testplatte mit Testfrequenzen fängt der Problemkanal an zu quäken und schwingt sich auf.


    Gruss Jens

    Ich bin leider nicht intellektuell genug, um BBC Monitore mein eigen zu nennen……:sorry:

  • So, beim Durchhören ist mir nun eine Stelle aufgefallen, welche nun zerrt. Also alle drei Anti-Skating Einstellungen ausprobiert, ohne Änderung. Auflagekraft von 1,5g bis 2,5g durchprobiert, ohne Veränderung.

    Ich hatte diese LP einmal mit meinem 2M Blue digitalisiert. Dort hört es sich eigentlich gut an.

    Ich habe einmal die kurze Sequenz von beiden Systemen angehängt.


    Test 2M Blue.zip

    Test 1042.zip


    Nun komme ich vom Anti-Skating irgendwie zum nächsten Problem...;(


    Grüße

    Daniel

  • Hallo Daniel, das Goldring ist extrem heikel was Justage betrifft, der VTA ist hier ganz wichtig, ich betreibe mein Goldring mit 1,8g. Hab meines mittels Feickertschablone nach Baerwald justiert, rennt perfekt, eines der besten MM Systeme...würde das System auf jeden Fall mal einspielen lassen...das wird schon !

    lg

    Tom

  • Hallo Tom,

    habe den VTA nochmals überprüft und der Arm ist hinten 0,5mm höher als am TA. Würde ich so lassen. Schon allein wegen möglicher welliger Platten.

    Da Klassik-LPs doch öfters weit an das Label gehen, würde ich gerne bei Schön bleiben. Oder irre ich hier mit meiner Meinung?


    Grüße

    Daniel

  • Hallo Tom.

    Der Teller dreht und spielt sich im Nebenzimmer ein.

    Mein neuer Pre-Amp ist ein Musical Fidelity LX2-LPS. Ich hätte hier noch eine Pro-Ject Phono-Box II. Vielleicht hänge ich die Phono-Box nochmal dran, damit ich beim Verzerren den Pre-Amp ausschließen kann.