Teure Basen, Racks und Kabel, wie sinnvoll sind die wirklich? Wie am besten testen? Welche sind empfehlenswert?

  • Guten Abend die Herren.


    Den Punkt, dass die drei Themenkomplexe (i) Stromversorgung, (ii) Geräteaufstellung und (iii) Raumakustik sehr bedeutsam für den guten Klang sind, sehe ich ganz genau so. Was man vorne bei einer sorgsamen Geräteauswahl aufbaut, kann man durch Fehler bei den genannten drei Punkten schnell wieder kaputt machen. Das tolle dabei ist für mich, dass ich bei allen drei Themen meinen DIY-Spieltrieb austoben kann und mit ein wenig nachdenken, recherchieren und rechnen für kleines Geld für mich tolle und stimmige Ergebnisse erzielen kann.


    So gerade geschehen. Ich habe die neulich gekauften Tsakiridis Achilles SET-Monos jetzt so stehen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich folge dabei grundsätzlich der Überlegung, Geräte zunächst an ihre resonanzabsorbierende Stellfläche (gerne aus Material, das bei Anregung "Plöck" macht, z.B. aus Schiefer, MPX oder Bambus) anzukoppeln, um ihnen die Möglichkeit zu geben, "eigene" (also durch das jeweilige Gerät selbst erzeugte) Resonanzen in die Stellfläche abzuleiten.

    Die Endstufen stehen somit nicht mehr auf ihren originalen Gummifüßen, sondern mit Metallspikes/ Kegeln, die mit doppelseitigem Klebeband direkt auf die Geräteunterseite geklebt sind, auf passend zurechtgesägten Bambusbrettern.

    Die Stellflächen entkoppele ich dann vom Untergrund (Rack- oder Fussboden), um keine "fremden" (d.h. durch die anderen Geräte erzeugte Resonanzen/ Körperschall) einzutragen.

    Hierzu stehen die Bambusbretter auf jeweils vier passend dimensionierten Sylomer-Pads (SR11-25).


    Was bringt das ganze Zinnober? Ich bilde mir ein, das klanglich nachvollziehen zu können, was hier bereits mehrfach in diesem Zusammenhang (Stichwort Sylomer) beschrieben wurde: Die Musik kommt unangestrengter rüber, sie klingt "lässiger", höhere Lautstärken werden erst später lästig, Fein- und Grobdynamik gewinnen, usw.


    Nun zu den Kosten, denn darum genau geht es ja hier in der Themenstellung.

    - Bambusbrett: 11,95 (Zuschnitt für umme)

    - Spikes/ Kegel: 32,- (gebraucht online gekauft)

    - Sylomer: knapp über 40,- (hier übers Forum)

    Macht summa summarum keine 90,- oder nicht mal 45,- je Endstufe.


    Ich finde, das ist erschwinglich, insbesondere, wenn man sich den klanglichen Gewinn vor Augen führt. Ich will nicht behaupten, dass meine Aufstellung die weltbeste ist. Für mich ist sie aber derart überzeugend, dass ich an diesen Punkt einen Haken machen und zufrieden Musik hören kann. Ich kann das zur Nachahmung voll und ganz empfehlen.

    -> Man muss nicht ewig viel Geld für eine gute Geräteaufstellung ausgeben.


    VG

    Steffen

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  • Ach so, Kabel hab ich ja auch an den Endstufen.


    Als Stromkabel verwende ich zunächst provisorisch je ein 2,8m langes Lapp Ölflex Classic 3x 2,5qmm mit Bals Schukosteckern und IEC-Buchsen. Kostenpunkt: 25,- (für beide und noch ein drittes, momentan arbeitsloses Stromkabel, in der Bucht gefischt).


    Als Signalkabel kommen 2x 3m Sommer Albedo MkII für knapp 100,- zum Einsatz. (Vielleicht hätte ich direkt das etwas teurere Funk BS2-v2 kaufen sollen?)


    LS-Kabel habe ich mir aus DNM Solidcore, das noch in meiner Kiste auf seinen Einsatz wartete, mit 0815 Büschelsteckern fabriziert. Hier werde ich als nächstes mal Belden 9425 probieren...


    Für alle Kabel zusammen wurden also auch keine 150,- fällig.


    Macht dann je Endstufe 45,- für die Aufstellung und 75,- für die Kabel, zusammen also 120,- je Stüfchen und ab geht's.


    Für das gesparte Geld werde ich mich jetzt mal bei besseren Eingangs- und Treiberröhren umsehen...

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  • Den Punkt, dass die drei Themenkomplexe (i) Stromversorgung, (ii) Geräteaufstellung und (iii) Raumakustik sehr bedeutsam für den guten Klang sind, sehe ich ganz genau so. Was man vorne bei einer sorgsamen Geräteauswahl aufbaut, kann man durch Fehler bei den genannten drei Punkten schnell wieder kaputt machen. Das tolle dabei ist für mich, dass ich bei allen drei Themen meinen DIY-Spieltrieb austoben kann und mit ein wenig nachdenken, recherchieren und rechnen für kleines Geld für mich tolle und stimmige Ergebnisse erzielen kann.

    Ich fertige vor vielen Jahren selber NF-Kabel, meistens mit HF-Kabeln wie RG58, 214, Ecoflex, und viele mehr. Habe auch einige Stecker probiert, auch mal Flachbandkabel als Lautsprecherkabel usw.

    Damit kam ich bis zu einem gewissen Punkt. Das war für mich auch lange Zeit ausreichend.

    Natürlich testete ich auch recht teure Kabel, stellte beim ersten damals fest, das meine Lösung "besser" war. Jetzt weiß ich das meine damalige Lösung einfach besser in die Kette passte und nicht das mein Kabel an sich besser war.

    Aber irgendwann kamen dann die ersten Kabel wo ich einfach nicht mehr mithalten konnte. Ich versuche immer noch einiges, wenn ich neue Ideen bekomme. Und teste auch oft neue Kabel, sehr gerne dann auch wenn die preiswerter als meine sind. Konnte schon mal ein recht teures Kabel gut verkaufen und mit einem anderen ersetzen, das deutlich preiswerter war und besser passte.


    So ähnlich sehe ich das bei Basen, Racks, Spikes usw. Habe schon viele Materialien wie die gängigsten Hölzer, auch ein paar ungewöhnliche, verschiedene Steinarten und auch Mischungen aus Holz und Stein probiert. Sehr viele verschiedene Spikes, da bin ich bei einer Sorte hängengeblieben und auch viel mit Sylomer experimentiert.

    Natürlich auch fertige Basen getestet, vieles entsprach nicht meinen Erwartungen, aber bei einigen muß ich schon sagen, das kann ich nicht selber.

    Und da bin ich mittlerweile auf einem Punkt, wo ich selber nicht mehr weiterkomme.

    Deswegen habe ich mir jetzt ein Rack bestellt, das zwar nicht gerade preiswert ist, aber dafür auch optisch ein Highlight in meiner Wohnung sein wird. Bin mal gespannt wie es dann am Ende wirkt.


    Viele Grüße

    Frank


  • Moin Frank,


    bin gespannt, was es wird, ist natürlich immer Geschmacksache.

    Zumindet stabil ist die „Focus“ Serie:



    https://www.schroers.de/audio-möbel/focus-72/


    Für den Plattenspieler dann aber doch die Lösung von Gütte (Lignolab).


    Beste Grüße


    lori

  • moin MO,


    Preisangabe im Test bei Image Hifi 2/2010:

    https://image-hifi.com/testspiegel/


    Laufwerktisch „TT 1000“ 1950 .-


    „die Bank“ ab 1870.-


    aktuelle Verkaufspreise am besten beim Hersteller erfragen.


    beste Grüße


    lori

  • Der mittlerweile verblichene Herr Kraft von RTK in FFM sagte mir sogar einmal, dass sich nach einer Zeit eh jede Anlage gleich anhört. Will sagen: wenn man mal die Zufriedenheit gefunden hat, kann man es auch einfach dabei belassen. Ich denke, dass der Spieltrieb uns zum ständigen Verändern treibt ;)

    Der Spieltrieb zu mehr besserem Klang wohlgemerkt;)


    Wenn der Spieltrieb, also die lust und freude am verbessern irgendeiner bestimmten sache (also jetzt unsere Hifi Anlagen) nicht wäre, würden wir doch schon ständig mit nach oben zeigenden Mundwinkeln und Gänsehautfeeling rumlaufen.

    Ergo muss was dran sein am gesuchten besserem Klang, ansonsten hätten wir doch alle schon Absolut Top und Perfekt klingende Anlagen und das wird ja wohl niemand von uns ernsthaft behaupten wollen.


    Ich glaub übrigens auch nicht das es hier auch nur einen einzigen gibt der nicht schon mal seine Anlage auf irgendeine art und weise "getuned" hat.


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Morgen

    Spieltrieb oder Neugier bringt uns dazu immer wieder neue Sachen aus zu probieren. Das hat aber mit dem Verbessern der Anlage wenig zu tun!

    Was muss ich denn anstellen um den Klang meiner Anlage "für mich" besser zu machen?

    Zuerst sollte ich rausfinden was mir nicht gefällt. Was genau stört mich Sound meines Systems?

    Dann sollte ich mir Gedanken machen, wie ich dieses Defizit beheben kann. Jetzt wird die Sache schwierig. Ich muss ja nun herausfinden welches konstruktive Detail an der geplanten Neuanschaffung mein Problem lösen könnte ohne neue zu verursachen. Dazu gehört sehr viel Sachverstand den die meisten von uns nicht haben. (Ich schließe mich ausdrücklich mit ein)

    Dazu kommt, dass sich viele Defizite nur mit sehr hohem Aufwand beheben lassen. Wie zB behebe ich die mangelhafte dynamische Kapazität meines Systems? ( Wäre schön, wenn jemand eine Antwort anbietet) Oder warum klingt Chormusik zum Weglaufen und was mache ich dagegen? ( Ganz einfach: keine Chormusik hören:()

    Wie bekomme ich mit meiner Anlage einen ausgeglichenen Frequenzgang in meinen Raum?

    Mit Kabeln oder Racks ist da kein Start zu machen. Dazu kommt noch, dass sich vieles erst nach längerer Zeit heraus hören lässt. Das was mich beim Vergleich von Komponente A mit Komponente B überzeugt, stellt sich nach längerem Hören oft als doch nicht so toll heraus. Dann wird verkauft und das Spiel beginnt von Neuem.


    Gruß Stefan

  • Dazu kommt, dass sich viele Defizite nur mit sehr hohem Aufwand beheben lassen. Wie zB behebe ich die mangelhafte dynamische Kapazität meines Systems? ( Wäre schön, wenn jemand eine Antwort anbietet) Oder warum klingt Chormusik zum Weglaufen und was mache ich dagegen? ( Ganz einfach: keine Chormusik hören)

    Wie bekomme ich mit meiner Anlage einen ausgeglichenen Frequenzgang in meinen Raum?

    Mit Kabeln oder Racks ist da kein Start zu machen.

    Wenn die Anlage grundsätzlich auf hohem level ist und die Raumintegration stimmt, können es durchaus die Details von Rack und Verkabelung sein, welche den Unterschied machen, ob man zB einen grossen Chor stabil abgebildet bekommt, oder eben nicht...

    Gruss
    Juergen

    gewerblicher & privater Veranstalter audiophiler Events

    TechDAS Stützpunkt


    AAA- Mitglied

  • So ist es.

    Strom, Aufstellung und Raum bilden das Fundament für eine sehr gute Wiedergabe.

    Wenn es an der Aufstellung hapert, der Rest soweit stimmt, macht es sehr viel Sinn an der Aufstellung zu arbeiten.

    Das ist dann der "Sachverstand" den einige haben und andere wohl nicht.

    Dazu kommt, dass sich viele Defizite nur mit sehr hohem Aufwand beheben lassen. Wie zB behebe ich die mangelhafte dynamische Kapazität meines Systems? ( Wäre schön, wenn jemand eine Antwort anbietet) Oder warum klingt Chormusik zum Weglaufen und was mache ich dagegen?

    So hoch müssen die Aufwände gar nicht sein. Hängt vor allem davon ab wie gut die Anlage im Raum integriert ist, ob die Stromversorgung optimiert wurde und die Geräte gut aufgestellt sind.

    Meistens hapert es an einer bis an allen drei dieser Säulen. Dann kann auch die beste Anlage nur schlecht klingen. Oftmals wird dann Geld in immer neue und teurere Komponenten versenkt, während es bei jemand anders für deutlich weniger Geld einfach besser klingt.


    Denke das die meisten schon Erfahrungen der Art gemacht haben, das z. B. ein besserer Verstärker beim Händler oder beim Bekannten auch deutlich besser klingt. Dann wurde das Gerät gekauft und zu Hause stellt man fest das man kaum einen Unterschied hört. Das liegt dann meist an einer der 3 Säulen und weniger an der Anlage selbst.

    Das ganze ist ein "Lernprozess", bei dem man entweder völlig auf sich allein gestellt ist und viele Fehler macht, oder man hat jemand der einen bei der Hand nimmt. Viele geben dann dabei auf, kommen dann auf solche Erfahrungen das verschiedene Verstärker, Plattenspieler oder dergleichen eigentlich fast gleich klingen, Änderungen am Raum bewirken sehr viel, (das ist natürlich auch richtig, aber oft macht man dann auch nur das) Lautsprecher verändern am meisten, usw.


    Ich hatte auch niemanden, der mich bei dem Lernprozess wirklich unterstützte. Deswegen wurden zunächst erstmal "bessere" Komponenten gekauft, später dann auch was am Raum gemacht. Kabel, Aufstellung, Stromversorgung als Voodoo abgetan, man ist ja Elektrotechniker und weiß alles besser. Aber ich bin nicht auf diesem Punkt stehen geblieben, sondern habe mich dann ernsthaft auch mit den anderen Punkten beschäftigt. Dabei kann man mit Kabel selbst konfektionieren, Racks oder Basen bauen, usw., viele Erfahrungen sammeln und recht preiswert deutlich weiter kommen. Auch dabei kann man stehen bleiben, weil man einfach zufrieden ist mit dem Erreichten. Oder weil man aufgrund irgendwelcher Fehler keine weiteren Unterschiede mehr hört. Das ist für mich auch völlig i. O.

    Ich mache aber noch weiter und will aus meinen Komponenten das maximale rausholen, weiter aufrüsten will ich nicht, Bin jetzt schon sehr zufrieden. Das was jetzt kommt ist noch etwas "Feintuning" und genießen von der Musikwiedergabe.


    Grüße

    Frank

  • Ich bin den "umgekehrten" Weg gegangen. Zumindest bei den Basen habe ich auf "günstig" gesetzt. Ich habe mir zunächst für meinen Plattenspieler eine SinnOxx Basis geholt. https://www.dienadel.de/geraetebasen/sinnoxx/ Ziemlich simpel alles, aber mir gefällt sie (in weiß) optisch gut und akustisch finde ich sie auch gut. Wobei ich mir nicht sicher bin, wie sehr ich letzteres wirklich wahrnehme. Ich hatte zunächst eine brasilianische Schieferplatte unter dem Plattenspieler. Hat mir optisch nicht gefallen. Und ob es akustisch wirklich steriler war, wie ich es mir einbilde, vermag ich nicht zu beurteilen. Möglicherweise hat meine Abneigung gegen den Look aufs Gehör übergegriffen :)


    Also vielleicht muss es wirklich nicht immer und überall teuer sein. ;)

  • Guten Abend,


    meine Anlage soll im Juli eintreffen. Vorab habe ich das Wohnzimmer (einen „Abhörraum“ habe ich nicht) akustisch vermessen lassen. Das Wohnzimmer wird noch akustisch optimiert. Stromfilter fließen ebenfalls ein (1 pro Endstufe der Aktivlautsprecher, 1 für den Rest). Abgeschirmte Kabel und Stromkabel, der Rest entfaltet sich hoffentlich optimal.

    Wenn die Anlage steht, werde ich mal in einem Thread den Werdegang darlegen.


    LG


    David