Upgrade für Phono-PreAmp?

  • Hallo zusammen,


    ich bin relativ frisch dem Vinyl-Wahnsinn verfallen und habe mir zum Einstieg folgendes Phono-Setup besorgt:


    Project RPM 1.3 mit 2M Blue

    Project Phono Box E MM


    Gehört wird hauptsächlich Jazz (meist Hard-Bop). Im aktuellen Zustand fehlt mir mit diesem System ein wenig Räumlichkeit und Auflösung, insbesondere bei größeren Ensembles.


    Deshalb suche ich jetzt nach einem Upgrade-Pfad für meine Anlage - und rein qualitätstechnisch sollte hier ja die Project PhonoBox als erstes gehen müssen.


    Was also meint ihr? Lohnt sich das Upgrade auf eines der kleinen MuFi-Modelle oder vielleicht den Naim Stageline?


    Danke und Grüße

    Philipp


    Gerade gesehen: Falscher Bereich - sorry!

    Kann man das Thema zu den Newbie-Fragen Phono-Verstärker schieben?

  • Was Räumlichkeit angeht ist Project nicht unbedingt der richtige Hersteller. Das können bei denen nur die "großen" gut. Auch die Phono ist tatsächlich ausbaufähig.


    Die Aikido Phonopres (Ebay, aber nicht immer) sind imho die preiswerteste Wahl um gut um da weiterzukommen. Wirklich gute Räumlichkeit ist im unteren Preissegment schwierig. Graham Slee ist noch eine gute Lösung und. iPhono 2 ist so die grenze die ich für mich zu guter Räumlichkeit nach unten ziehen würde, allerdings wird es drüber schnell teuer....


    Beim Dreher: Entweder auf was gutes Vintage-mässiges setzen, wobei hier Direct Drives das mittel der Wahl sind und zwar die mit BSL, also Sony, Denon, Pioneer, aber nicht Technics. Dual DDs wären auch ne Option imho.Wen kein DD, dann rate Ich bei Räumlichkeitsanforderungen zu einem gebrauchten Nottingham. Selten, aber Lanz Buldogg Style, da kann man auch 20 Jahre gebrauchte bedenkenlos kaufen. Wenn man gleich "Ruhe" haben will dann kann das ab dem 294 gelingen imho. Aber auch die kleineren sind eine Sünde wert.


    Vorsicht: Upgradeitis ist etwas sehr "gefährliches" und teures, wenn du damit anfängst empfehle ich sehr auf Geräte mit gutem Wiederverkaufwert zu achten und/oder gebraucht zu kaufen!


    Lieber Zeit lassen, recherchieren und bei Leuten probehören die interessantes daheim haben.


    Mike

  • Ich sehe es wie meine Vorredner.

    Der Player und der PP setzen tiefe Grenzen.

    Wenn der Player Pluck and Play gekauft ist kann eine Feinjustage im Bereich VTA und Azimut noch einiges bringen. Mehr bringt nichts.


    Viele Grüße

    Dieter

    diy: LW mit luftgelagertem Teller, Outer Ring und VTA Lifter,

    Pro-ject Perspective,

    2M Black, EPC 33 Jico SAS und Black Bird LO, MuFi MX-Vnyl,

    Dr. Fuss Steuerung,

    Kabelkonfektion diy

  • die kleinen Mufis lohnen wirklich nicht und sind nur als super Einstieg gedacht und sinnvoll. Klingen für mich langweilig und verhangen. Recht müde.

    Project hat doch auch gute Geräte im Angebot und alles so ab ca 300,- ist schon recht gut, Oder gleich eine gebrauchte Project Phonobox RS.

    auch gut gebrauchte Lehmann Black Cube oder die größeren Mufis sind eine klare Verbesserung .

  • Danke für die vielen Empfehlungen.


    Von dem Lehmann Black Cube habe ich schon viel positives gehört. Den werde ich bei Gelegenheit mal antesten.


    Der Pro-Ject steht nicht klassisch zwischen den Lautsprechern, sondern an der Längsseite (quasi in „Hörrichtung“) meines Raumes auf einem massiven Regal in etwa 1m radialer Distanz zu dem rechten Lautsprecher. Ich habe mir noch ein paar Absorber für die Spikes besorgt und werde nach meinem nächsten Besuch im schwedischen Küchenspezialitätenhandel eine „Basis“ nachrüsten.

  • :sorry: schon mal.


    Das Upgrade mit einem besseren Phonopre wird zwar etwas bringen, allerdings sehe ich die Basis des Ganzen, sprich den kleinen ProJect als Flaschenhals, zumal der Tonarm mit seiner Länge von 8,6" sicherlich auch nicht der Weisheit ketzter Schluss ist.

  • Für den angesprochenen Punkt "Räumlichkeit" ist nicht so sehr der Arm limitierend, als Motor, Kraftübertragung Lagerung und Teller. Der Motor läuft nicht ruhig genug, der Teller ist dafür dann zu leicht und die Übertragung nicht gut genug um das Problem lösen zu können.


    Trotzdem kann man mit einem besseren Phonopre auch aus diesem Dreher mehr rausholen, deshalb sollte man damit anfangen. Die Aikidos sind zwar schwer aufzutreiben haben aber das beste P/L Verhältniss. Gerade fällt mir ein, es gibt ja noch eine Alternative, die leider aufgrund der nicht vorhandenen vertrieblichen Bemühungen immer wieder vergessen wird: der Albs RAM 4 ist ebenfalls eine sehr gute Wahl.


    Der neue Albs RAM 4 - Erfahrungen


    Mike

  • der Dreher ist schon ok und besser wie eine alte Gurke mit defekten Kabeln und Brummproblemen. Purismus ist schon ok aber guter Klang steht und fällt nunmal mit dem Phonopre. Dieser ist dann die Basis für spätere Updates wenn man denn möchte.

  • Auch euch ein Dankeschön für die aufschlussreichen Antworten.


    Ich bin mir sicher, dass der Project in einem weiter distanzierten Zeithorizont sicher gegen etwas anderes, größeres (vielleicht ein Clearaudio - wer weiß) ausgetauscht wird. Für diesen Wechsel werde ich mir viel Zeit nehmen und auch das Thema Tonarm & -abnehmer nochmal genauer durchleuchten.


    Aktuell ist dann aber erstmal der Pre fällig. Hierzu noch eine Frage: Gibt es empfehlenswerte, preislich attraktive Bausätze/-pläne für Röhren-Pres? Ich bin der Elektrotechnik nicht abgeneigt, habe teils sogar Spaß daran, und stelle mir ein potentiell besseres Preis-Leistungs-Verhältnis durch Eigenbau vor.


    Grüße

    Philipp

  • Man kann alles selber machen, sofern man auch die entsprechenden Werkzeuge hat und mit diesen dann auch umgehen kann.


    Es ist bei Elektronik ja nicht nur mit dem simplen Zusammenbau und damit einhergehendem Löten der Komponenten auf eine Platine getan. Abgleichen und vermessen muss/ sollte man die Komponenten dann auch noch können.


    Dann stellt sich die Frage nach einem Röhren-Phono-Preamp. Da halte ich passend gut anpassbare Transistoren-Phono-Pres für deutlich besser.


    Bei Röhre muss ich an meinen ersten Elektronikbaukasten und Opas Radio denken. Das ist nicht (mehr) meine Welt mit dem deutlichem Klirrverhalten, der Heizung, den Gitterspannungen, Massenführungen ...


    Aber klar, wenn Du Dir auch den Umgang mit den dann auftretenden Spannungen und deren Versorgung zutraust - klar man zu. Denk auch daran, dass ein Hantieren mit der Netzspannung nicht umsonst gelernt sein will und im Zweifel Du oder jemand anders mit einem unangenehmen Schrecken oder schlimmeren Unbill beeinträchtigt werden kann. Röhren werden dann ja gerne „offen“ gezeigt. Aus einem Verneigen in Ehrfurcht und stolzem Streicheln, kann dann schnell ein unkontrolliertes Zucken mit Herzflimmern werden.


    Bitte überlege Dir das gut.

  • Die Gefahr bei Umgang mit Netzspannungen ist mir durchaus bewusst, spannend finde ich einen Eigenbau durchaus trotzdem. Bezüglich Röhre vs Transistor bin ich flexibel: Ich habe hier im Forum nur schon viele Röhren gesehen und dachte mir, dass der Markt für Kits da vielleicht größer ist.


    Bezüglich Phonomopped kann ich bei Innovative Audio nichts auf der Website finden - einfach mal anschreiben?

  • Hallo Philipp,


    bei Thel audioworld könnte auch was für Dich dabei sein, allerdings nur Transistor.


    VG

    Dieter

    diy: LW mit luftgelagertem Teller, Outer Ring und VTA Lifter,

    Pro-ject Perspective,

    2M Black, EPC 33 Jico SAS und Black Bird LO, MuFi MX-Vnyl,

    Dr. Fuss Steuerung,

    Kabelkonfektion diy