Impedanz bei MC

  • Hallo liebe Experten,


    warum ist das Verhältnis der Output Impedanz zur Verstärkerimpedanz wichtig (1/10)? Mein Mission Cyrus one hat eine Eingangsimpedanz von 100ohm. Demnach dürfte das MC nur ca. 10ohm Output Impedanz haben. Derzeit spielt ein Dynavector mit 80ohm Output dran...und klingt ziemlich gut.

    Worauf hat ein richtiger/falscher Faktor Einfluss?


    Freu mich auf lehrreiche Infos 😉👍

  • Hallo,


    ich versuch's mal.


    Du beziehst dich auf die Faustregel: Innenwiderstand des MC x 10 (oder Korridor x 8 bis 12) gleich empfohlener Eingangswiderstand Phonostufe. Es geht hier um die Dämpfung der Resonanz eines MC, die zwar weit oberhalb der Hörschwelle liegt, aber auf den Hörbereich rückwirkt. Daher beeinflusst deren Dämpfung bis zu einem gewissen Grade insbesondere die Hochtonwidergabe. Ausnahme: Spannungsverstärkung im Kurzschlussbetrieb, hier ist die Last irrelevant.


    Weitere Faustregel: Ohne bzw. bei zu hoher Dämpfung klingt das MC tendenziell schrill und nervös-hochauflösend; liegt die Last zu tief (also Richtung 0 Ohm), geht es ins Gegenteil, das MC klingt im Mismatch verhangen und muffig-unpräzise. Die "Wahrheit" liegt also irgendwo in der Mitte. Bis zu einem gewissen Grad ist der gewählte Wert sicher auch Geschmacksfrage und natürlich von den Komponenten, Hörgewohnheiten und anderen Wechselwirkungen abhängig. Präzise Werte für ein bestimmtes System sind daher als Näherungen oder Empfehlungen aufzufassen, wie die Hersteller es meist auch nur mit einem Korridor angeben.


    Als Standardwert mit dem Aufkommen der MCs in den 1970er-Jahren hat sich 100 Ohm etabliert, da funktioniert so ziemlich alles mit. Wenn die eigene Komponente nicht mehr als das hergibt, muss man halt mit der Ungewissheit leben, dass da evtl. ein Hauch Qualität verschenkt wird. Am einfachsten ist daher, von vorne herein ein bekannt gutes, zum Phono-Eingang und Tonarm passendes MC mit hoher Abtastfähigkeit anzuschaffen, dann hat man solche Anpassungsprobleme nicht.


    Mir ist es gerade vorgestern passiert, dass ich die Tonarm-/System-Kombi wechselte und mich wunderte, dass das Volpe plötzlich so lustlos-verhangen tönte. Klar, ich hatte vergessen, die parallelen 470-Ohm-Stecker des Clearaudio zu entfernen - das Volpe wollte "natürlich" die unbedämpften 3 Kiloohm der Phonostufe sehen...


    Grüße,

    Reinhard

    "Mein Gehirn braucht kein Blut, es muss nur feucht gehalten werden" Al Bundy/Eine schrecklich nette Familie

  • Worauf hat ein richtiger/falscher Faktor Einfluss?

    Ich würde mich an die Vorgaben des Herstellers halten. Der weiß am besten was es für Rückwirkungen geben kann. Zumindest sollte er es bei der Entwicklung mit berücksichtigt haben.

    mfg Klaus

  • Da nix kaputt geht, sollte experimentieren durchaus erlaubt sein.

    Sicher. Der Entwickler hat sein Produkt, wenn er darf, technisch optimiert. Wenn es nicht gerade ein Consumerprodukt ist, wird man da auch, wenn nötig, technische Hintergrundinformationen erwarten dürfen.


    Leider hat nicht jeder ein Meßlabor um seine Experimente bewerten zu können.

    . Klar, ich hatte vergessen, die parallelen 470-Ohm-Stecker des Clearaudio zu entfernen - das Volpe wollte "natürlich" die unbedämpften 3 Kiloohm der Phonostufe sehen...

    Das zähle ich nicht zu den Experimenten, es ist eher eine Fehlerbeseitigung.


    Früher gehörte für mich am Verstärker unbedingt eine ordentliche Klangregelung. Heute habe ich sie ausgeschaltet und höre straight. Gut, bei einigen Oldies wie CCR kann man auch ruhig wieder ein Klangprgramm einschalten um das damalige Ambiente besser wiederzugeben.8)

    mfg klaus

  • Genau, erlaubt ist, was gefällt...

    Ob es dann am Ende so klingt, wie vom Hersteller vorgesehen - who cares?? Hauptsache, DIR gefällt es...

    (Bezieht sich auf den Beitrag von Jörg, Klaus hat da dazwischen "gefunkt")


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Hier mal Fakten, um dem Thema etwas Richtung zu geben.8):thumbup:

    Volpe

    Gruß


    GandRalf


    It`s 106 miles to chicago, we got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, it`s dark and we`re wearin´sunglasses...


    Get it!!!